
121 Blasinstrumente
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Saxophon
Das Saxophon ist trotz seines Metallkorpus ein Holzblasinstrument mit einfachem Rohrblatt und zählt organologisch damit nicht zu den Blechblasinstrumenten. Adolphe Sax, gebürtig aus Dinant im heutigen Belgien, entwickelte und patentierte es 1846 in Paris, wo er seit 1842 lebte und arbeitete, "in Belgien entwickelt" trifft also nur auf Sax' Herkunft zu, nicht auf den Entstehungsort des Instruments.

Schalmei
Die Schalmei ist ein historisches Holzblasinstrument mit Doppelrohrblatt und konisch gebohrtem Korpus. Sie klingt laut, nasal und durchdringend und gilt als Vorläuferin der Oboe. Im Mittelalter und in der Renaissance war sie das wichtigste Melodieinstrument für Musik im Freien. Vom gleichnamigen Metallinstrument der Schalmeienkapellen, der Martinstrompete, ist sie streng zu unterscheiden.

Schlange
Die Schlange (französisch Serpent) ist ein historisches Blechblasinstrument, benannt nach seiner charakteristisch gewundenen S-Form, kein Zupf- oder Seilinstrument, wie in älteren Fehlbeschreibungen behauptet. Sie wurde um 1590 von Edme Guillaume, einem Kanoniker aus Auxerre in Frankreich, erfunden und diente ursprünglich dazu, die Bassstimme im Kirchengesang zu verstärken.

Schofar
Der Schofar ist ein rituelles Blasinstrument des Judentums, das aus dem gebogenen Horn eines Widders (oder eines anderen koscheren Tieres, niemals jedoch eines Rindes) gefertigt wird. Als Aerophon zählt er zur Gruppe der Natur- oder Lippentonhörner: Er besitzt weder Mundstück noch Grifflöcher noch Ventile, der Ton entsteht ausschließlich durch die Vibration der Lippen des Spielers am schmalen natürlichen Ende des Horns, ganz ähnlich wie beim Blasen auf einem Alphorn oder Naturhorn.

Schweizer Sackpfeife
Die Schweizer Sackpfeife ist, wie der Name schon sagt, ein echter Dudelsack: ein Aerophon mit einem luftgefüllten Balg (traditionell aus Ziegen- oder Schafsleder) als Luftreservoir, aus dem eine mit einfachem Rohrblatt versehene Melodiepfeife (Chanter) sowie meist ein oder mehrere Bordunpfeifen gespeist werden.

Serunai
Der Serunai ist ein traditionelles Holzblasinstrument aus der malaiischen Welt, das vor allem in Malaysia und auf Sumatra gespielt wird. Wie der eng verwandte Sarunay gehört er zur Familie der Kegeloboen mit doppeltem Rohrblatt, zu der auch die Zurna, die Suona und die Shehnai zählen, tatsächlich sind Serunai und Sarunai nur unterschiedliche regionale Bezeichnungen für nahezu dasselbe Instrument.

Shakuhachi
Die Shakuhachi ist eine japanische Kernspaltflöte aus Bambus (Aerophon), die längs, also am oberen offenen Ende, angeblasen wird. Ihre Wurzeln reichen über die chinesische Xiao-Flöte bis ins tangzeitliche China, etwa 8. Jahrhundert, zurück, von wo sie nach Japan gelangte und zunächst in der höfischen Gagaku-Musik Verwendung fand.

Sheng
Der Sheng ist eine chinesische Mundorgel und gehört zur Familie der Aerophone mit freischwingenden Metallzungen (Freireed-Prinzip), demselben Klangerzeugungsprinzip, das später auch in europäischen Instrumenten wie Akkordeon, Mundharmonika und Harmonium Verwendung fand, nachdem der Sheng im 18. Jahrhundert nach Europa gelangte und dortige Instrumentenbauer inspirierte.

Shinobue
Die Shinobue ist eine japanische Querflöte aus Bambus und gehört damit, wie die europäische Querflöte, zu den Aerophonen mit seitlichem Anblasloch. Sie entwickelte sich aus kontinentalen Vorbildern, die über China und Korea nach Japan gelangten, insbesondere aus der Ryūteki, der Flöte der höfischen Gagaku-Musik -, wurde jedoch zu einem einfacheren, volkstümlicheren Instrument vereinfacht.

Sopran-Klarinette
Die Sopran-Klarinette ist das am weitesten verbreitete Mitglied der Klarinettenfamilie und der Standardtyp, der meist einfach "die Klarinette" genannt wird. Sie ist ein Holzblasinstrument mit einfachem Rohrblatt, wird üblicherweise in B (seltener in A) gestimmt und erzeugt einen hellen, klaren, aber auch warmen Ton. Charakteristisch für die Klarinette ist ihre zylindrische, nicht konische Bohrung, genau dieses Merkmal unterscheidet sie klanglich von konisch gebohrten Holzblasinstrumenten wie Oboe oder Saxophon.

Sopran-Saxophon
Das Sopran-Saxophon ist das zweithöchste Standardmitglied der Saxophonfamilie, gestimmt in B, mit konischer Bohrung und einem Korpus aus Messing. Wie alle Saxophone wurde es in den 1840er Jahren vom belgisch-französischen Instrumentenbauer Adolphe Sax entwickelt und patentiert. Anders als Alt- und Baritonsaxophon wird das Sopran-Saxophon meist gerade gebaut, ähnlich einer großen Klarinette, es gibt aber auch leicht gebogene Bauformen.

Sopranino-Klarinette
Die Sopranino-Klarinette ist das kleinste und höchste Mitglied der Klarinettenfamilie, meist in As oder Es gestimmt. Wie alle Klarinetten ist sie ein Aerophon mit einfachem Rohrblatt (aus Pfahlrohr) und zylindrischer Bohrung, ein Merkmal, das die Klarinettenfamilie klanglich von konisch gebohrten Holzblasinstrumenten wie Oboe oder Saxophon unterscheidet.

Sopranino-Saxophon
Das Sopranino-Saxophon ist das zweithöchste Mitglied der Saxophonfamilie, in Es gestimmt und eine Oktave höher als das Altsaxophon. Wie alle Saxophone ist es ein Aerophon mit einfachem Rohrblatt und konischer Bohrung, gebaut aus Messing, die Bauform stammt vom belgisch-französischen Instrumentenbauer Adolphe Sax, der die gesamte Saxophonfamilie in den 1840er Jahren patentieren ließ.

Soprillo
Der Soprillo ist das kleinste Saxophon der Welt, gestimmt in B eine Oktave über dem Sopran-Saxophon (im sogenannten Sopranissimo-Register). Entwickelt wurde es 1999 vom Münchner Instrumentenbauer Benedikt Eppelsheim, der damit die Saxophonfamilie erstmals konsequent bis in den extremsten Höhenbereich erweiterte.

Sousaphon
Das Sousaphon ist eine speziell für den Marscheinsatz entwickelte Bauform der Tuba, abgeleitet vom sogenannten Helicon. Es wurde in den 1890er-Jahren auf Anregung von John Philip Sousa, einem amerikanischen Komponisten und Dirigenten, vom Instrumentenbauer J. W. Pepper entwickelt und später von C. G. Conn mit dem heute typischen, nach vorne gerichteten Schalltrichter weiterentwickelt.

Subkontrabass-Flöte
Die Subkontrabass-Flöte ist das am tiefsten klingende Mitglied der Querflötenfamilie und eines der seltensten Musikinstrumente überhaupt, weltweit existieren nur eine Handvoll Exemplare. Gebaut wurde die erste Subkontrabass-Flöte 1993 von den japanischen Instrumentenbauern Katsuhei Kotato und Teisuke Fukushima; seither fertigen neben ihnen nur wenige spezialisierte Werkstätten, etwa die niederländische Flötenbauerin Eva Kingma, solche Instrumente auf Bestellung.

Subkontrabass-Saxophon
Das Subkontrabass-Saxophon ist ein Aerophon aus der Familie der Holzblasinstrumente, ein Einfachrohrblatt-Instrument und das tiefste und größte Mitglied der Saxophonfamilie. Anders als oft behauptet, handelt es sich dabei nicht um eine Kombination aus Kontrabass und Saxophon, sondern schlicht um ein Saxophon in extremer Baugröße.

Suling
Die Suling ist ein Aerophon, eine randgeblasene Kernspaltflöte aus Bambus, die vor allem in Indonesien (Java, Sunda/Westjava und Bali) sowie auf den Philippinen und in weiteren Teilen Südostasiens verbreitet ist. Sie zählt zu den ältesten belegten indonesischen Instrumenten: Reliefs am Borobudur-Tempel aus dem 9. Jahrhundert zeigen bereits Flötenspieler mit einem der Suling sehr ähnlichen Instrument.

Suona
Die Suona ist ein traditionelles chinesisches Musikinstrument, das seit Jahrhunderten in China verwendet wird. Es ist ein Doppelrohr-Instrument, das aus einem langen, schmalen Rohr mit einem kurzen, breiten Rohr besteht. Es wird normalerweise mit einem Mundstück gespielt, das an einem Ende des langen Rohres befestigt ist. Die Suona wird in vielen chinesischen Musikstilen verwendet, einschließlich Oper, Volksmusik und Peking-Oper.

Tenorhorn
Das Tenorhorn ist ein Blechblasinstrument der Bügelhornfamilie und steht in B. In Deutschland, Österreich und Böhmen wird es oval gewickelt und mit Drehventilen gebaut. Im Blasorchester besetzt es die Mittelstimme zwischen den Flügelhörnern und den Bässen und trägt dort Gegenmelodien und Nachschläge. Vom Baritonhorn und vom Euphonium trennt es nicht die Stimmung, sondern die Mensur, denn alle drei stehen in B und haben dieselben Griffe.

Tenorsaxophon
Das Tenorsaxophon ist das zweitgrößte der vier gebräuchlichen Saxophone und steht in B. Es klingt eine große None tiefer als notiert, also eine Oktave und einen Ganzton unter dem geschriebenen Ton. In der Familie sitzt es zwischen dem Altsaxophon und dem Baritonsaxophon, die beide in Es stehen. Trotz des Messingkorpus zählt es zu den Holzblasinstrumenten, denn den Ton erzeugt ein einfaches Rohrblatt am Mundstück. Alle Saxophone teilen dasselbe Griffsystem und notieren im Violinschlüssel.

Tin Whistle
Die Tin Whistle ist eine Kernspaltflöte aus Blech mit sechs Grifflöchern und ohne Klappen. Sie ist diatonisch gebaut, die sechs Löcher geben die Durtonleiter ihrer Grundtonart, meist D. In die zweite Oktave wechselt der Spieler bei gleichem Griff allein durch stärkeres Anblasen. In der irischen Musik ist sie das verbreitetste Einstiegsinstrument, den Stil prägen dabei die Verzierungen mehr als die Melodie selbst.

Trompete
Die Trompete ist das höchste Blechblasinstrument des Orchesters. Der Spieler erzeugt den Ton mit den eigenen Lippen im Kesselmundstück, drei Ventile verlängern das Rohr und füllen die Lücken zwischen den Naturtönen. Die gebräuchliche B-Trompete klingt einen Ganzton tiefer als notiert und trägt rund 134 Zentimeter Rohr in ihrer kompakten Form.

Tuba
Die Tuba ist das tiefste Blechblasinstrument des Orchesters. Ihr weites, überwiegend konisches Rohr misst je nach Bauform zwischen rund 3,6 und 5,4 Metern und gibt ihr einen runden, grundtönigen Klang. Gebräuchlich sind vier Stimmungen: F und Es für die Basstuba, C und B für die Kontrabasstuba. Vier bis sechs Ventile korrigieren die Intonation in der Tiefe und erweitern den Umfang bis an den Grundton heran.