
27 Tasteninstrumente
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Tasteninstrumente teilen die Bedienung, nicht die Tonerzeugung. Die Klaviatur ist eine Schnittstelle: Sie ordnet Tonhöhen räumlich und macht sie mit zehn Fingern gleichzeitig erreichbar. Was hinter der Taste passiert, unterscheidet sich von Instrument zu Instrument grundlegend.
Beim Klavier schlägt ein Hammer die Saite an und fällt sofort zurück, sodass die Saite frei ausschwingt. Beim Cembalo zupft ein Kiel die Saite, weshalb der Anschlag die Lautstärke kaum beeinflusst. Beim Clavichord bleibt eine Metalltangente an der Saite stehen und erlaubt als einziges dieser Instrumente ein Vibrato. Bei der Orgel öffnet die Taste nur ein Ventil, den Ton erzeugt die Luft in der Pfeife.
Genau diese Unterschiede entscheiden über Klang und Spielweise. Sie sind in den einzelnen Artikeln dieser Rubrik jeweils am Instrument beschrieben.
Apollonicon
Das Apollonicon ist eine Art Orgel, die schon seit dem Jahre 1817 besteht. Seit diesem Zeitpunkt an, konnte eine bekannte Orgelbaufirma, die sich Flight & Robson nennt, ein neues Instrument auf den Markt bringen, mit dem ein mechanisches Spielen möglich war. Mit mehr als 1 900 Pfeifen und knappen 45 Registern wurde das Instrument das erste Mal aufgebaut. Mittlerweile wird das Apollonicon als drehorgelähnliches Instrument angesehen, welches vor allem durch die Panharmonikon nachempfunden worden ist.

Archicembalo
Das Archicembalo ist außergewöhnliches und historisches Tasteninstrument Instrument. Dieses Instrument besteht aus 36 Tasten, pro Taste eine Oktave und das Besondere, auf zwei Menualen. Schon im Jahre 1955 wurde das Instrument durch den bekannten Komponisten und Musiktheoretiker Nicola Vicentino bekannt. Von diesem bekannten Theoretiker wurde das Instrument nicht nur erfunden, sondern auch in unterschiedlichen Exemplaren gebaut.

Celesta
Die Celesta ist ein Tasteninstrument, bei dem Filzhämmer auf gestimmte Stahlplatten schlagen. Unter jeder Platte steht ein hölzerner Resonanzkasten, der den Grundton verstärkt und dem Klang seine glockige Farbe gibt. Klaviatur, Mechanik und Dämpferpedal übernimmt die Celesta vom Klavier, sie klingt jedoch leise und eine Oktave höher als notiert. Bekannt wurde sie durch den Tanz der Zuckerfee aus Tschaikowskis Nussknacker.

Cembalo
Das Cembalo ist ein Tasteninstrument, bei dem ein Kiel die Saite zupft, statt sie anzuschlagen. Deshalb beeinflusst der Anschlag die Lautstärke kaum, und der Ausdruck entsteht über Artikulation, Verzierung und Registerwechsel. Das Cembalo war das führende Tasteninstrument des Barock, verlor seine Stellung im späten 18. Jahrhundert an das Hammerklavier und kehrte im 20. Jahrhundert mit der historischen Aufführungspraxis zurück.

Clavichord
Das Clavichord, auch Klavichord geschrieben, ist das leiseste der historischen Tasteninstrumente. Eine Messingtangente drückt von unten gegen die Saite und bleibt dort stehen, solange der Finger die Taste hält. Daraus folgt beides: der sehr leise Ton und die Bebung, ein Vibrato, das kein anderes besaitetes Tasteninstrument erzeugen kann. Verbreitet war das Clavichord vom 15. bis ins 18. Jahrhundert als Instrument für zu Hause und zum Üben.

E-Piano oder Klavier: Darauf kommt es bei der Entscheidung an
Moderne Digitalpianos sind zu einer brauchbaren Alternative zu traditionellen akustischen Klavieren geworden. Die Hersteller bieten heute eine große Auswahl an Modellen und Preisen an, um den verschiedenen Vorlieben gerecht zu werden. Ferner bieten Digitalpianos gegenüber akustischen Klavieren einige Vorteile, die Sie nicht übersehen sollten. Zu diesen Vorteilen gehören der Anschaffungspreis, das Gewicht und das Fehlen einer regelmäßigen Wartung.

Elektrische Orgel
Die elektrische Orgel erzeugt ihren Ton elektromechanisch: rotierende Tonräder laufen an magnetischen Tonabnehmern vorbei und liefern eine elektrische Wechselspannung, keine schwingende Luftsäule wie bei der Pfeifenorgel. Das bekannteste Modell ist die 1935 vorgestellte Hammond-Orgel, deren Zugriegel Obertöne einzeln zumischen. Der rotierende Leslie-Lautsprecher moduliert Tonhöhe und Lautstärke und gehört zu ihrem charakteristischen Klang. Spätere Modelle ersetzten die Tonräder durch elektronische Oszillatoren, woraus Keyboard und Synthesizer hervorgingen.

Elektrisches Klavier
Ein elektrisches Klavier erzeugt seinen Ton mechanisch, aber nicht akustisch: Ein Hammer schlägt beim Tastendruck gegen eine schwingende Metallzunge oder einen Metallstift statt gegen eine Saite, und erst ein Tonabnehmer mit Verstärker macht daraus einen hörbaren Klang. Die beiden bekanntesten Bauarten, das Fender Rhodes und das Wurlitzer-E-Piano, entstanden in den 1950er- und 1960er-Jahren in den USA und nutzen dabei zwei unterschiedliche Tonabnehmer-Prinzipien, elektromagnetisch beim Rhodes und elektrostatisch beim Wurlitzer. Von modernen Digitalpianos, die denselben Klang rein elektronisch aus Samples oder einem Klangmodell berechnen, unterscheidet sich das elektrische Klavier durch dieses schwingende Metallteil. Jazz, Soul und Funk der 1960er- und 1970er-Jahre prägte der Klang beider Instrumente maßgeblich mit.

Elektronische Orgel
Eine elektronische Orgel erzeugt ihren Ton rein elektronisch über Oszillatoren, ohne Luftstrom wie die Pfeifenorgel und ohne rotierende Tonräder wie die Hammond-Orgel. Die US-Firma Allen Organ brachte 1939 das erste seriengefertigte Modell mit Röhren-Tonerzeugung auf den Markt, bis 1959 folgten Transistoren. In den 1970er Jahren eroberten Heimorgeln von Herstellern wie Farfisa, Yamaha und der deutschen Firma Wersi die Wohnzimmer, bis das Keyboard sie ab den 1990er Jahren verdrängte. Heute simulieren digitale Sakralorgeln mit Sampling-Technik den Klang einer Pfeifenorgel in Kirchen.

Flügel
Ein Flügel ist ein Klavier in liegender Bauform. Seine rund 230 Stahlsaiten verlaufen waagerecht in einem flügelförmigen Gehäuse auf drei Beinen, und die Hämmer schlagen sie von unten an. Flügel sind etwa 1,40 bis 3,08 Meter lang und wiegen rund 260 bis 700 Kilogramm. Neue Flügel kosten bei Thomann ab 6.790 Euro (Stand: 13. September 2026).

Harmonium
Das Harmonium ist ein Tasteninstrument, dessen Ton von durchschlagenden Metallzungen stammt. Den Wind erzeugt der Spieler selbst: Zwei Fußtritte füllen einen Balg, dessen Luftstrom die Zungen in Schwingung versetzt. Registerzüge schalten ganze Zungensätze zu und ändern damit Lautstärke und Klangfarbe. Neben dem europäischen Möbelharmonium mit Fußantrieb steht das kleine indische Harmonium, dessen Balg die linke Hand bedient.

Keyboard
Ein Keyboard ist ein elektronisches Tasteninstrument mit meist 61 leichtgängigen Tasten, mehreren hundert Klangfarben und einer Begleitautomatik. Seine Tasten tragen kein Gewicht, weil keine Hammermechanik sie bremst. Ein Digitalpiano hat dagegen 88 gewichtete Tasten und bildet den Anschlag eines Klaviers nach. Diese eine Unterscheidung entscheidet den Kauf: das Keyboard für Klangvielfalt und Begleitung, das Digitalpiano für den Klavierunterricht.

Keyboard für Anfänger
Ein Einsteiger-Keyboard braucht vor allem Anschlagdynamik und ausreichend Tasten, sonst bleibt dynamisches Spiel ungeübt und das Instrument stößt schnell an Grenzen. 61 Tasten reichen für die meisten Popsongs und Übungsstücke, volle 88 Tasten werden erst nötig, wenn klassische Klavierliteratur folgt. Beleuchtete Tasten und Begleitautomatik erleichtern den Einstieg, ersetzen aber weder Übung noch das Spiel mit beiden Händen.

Keyboard für Kinder
Ein Keyboard mit leichtgängigen, ungewichteten Tasten lässt sich mit weniger Kraftaufwand spielen als ein Klavier mit Hammermechanik, deshalb eignet es sich oft als erstes Tasteninstrument für Kinder. Schon ein kleineres Modell mit 49 oder 61 Tasten reicht für den Einstieg, solange es Anschlagdynamik bietet und in Normbreite gebaut ist. Ein übersichtliches Bedienfeld ohne verschachtelte Menüs lässt ein Kind selbstständig zwischen Klangfarben wechseln, ein eingebauter Lautsprecher mit eigenem Lautstärkeregler und ein Kopfhöreranschluss regeln die Übungslautstärke in der Wohnung. Sobald echtes Klavierspiel mit Anschlagdynamik und Tastengewicht im Vordergrund steht, führt der nächste Schritt auf ein Digitalpiano mit gewichteten Tasten.

Keyboard kaufen
Wer ein Keyboard kaufen will, muss zunächst zwischen einem klassischen Keyboard mit Begleitautomatik und einem Digitalpiano mit gewichteten Tasten unterscheiden. Danach entscheiden sechs Kriterien über das passende Modell: Tastenzahl, Anschlagdynamik, Polyphonie, Begleitautomatik, eingebaute Lautsprecher und Preisklasse. 61 Tasten tragen die meisten Lieder, Anschlagdynamik sorgt für unterschiedliche Lautstärken je nach Anschlagstärke, und die Polyphonie legt fest, wie viele Töne gleichzeitig klingen dürfen. Einsteiger-, Mittelklasse- und Profigeräte unterscheiden sich in all diesen Punkten und in der Preisspanne deutlich.

Keyboard oder Digitalpiano?
Keyboard und Digitalpiano unterscheiden sich vor allem in der Tastatur: Das Keyboard spielt sich über leichtgängige, ungewichtete Tasten, meist 61 an der Zahl, das Digitalpiano über 88 gewichtete Tasten mit nachgebildeter Hammermechanik. Daraus folgt der jeweilige Zweck: Das Keyboard bringt Klangvielfalt und eine Begleitautomatik für schnelles Musizieren in vielen Stilen mit, das Digitalpiano zielt auf ein klaviergetreues Spielgefühl für klassisches Repertoire und Klavierunterricht. Mobilität, Gewicht und Kosten unterscheiden sich ebenfalls, ohne dass ein Typ dem anderen grundsätzlich überlegen ist. Wer beide Eigenschaften kennt, entscheidet nach Einsatzzweck statt nach vermeintlicher Qualität.

Keyboard Pflege
Ein Keyboard braucht im Vergleich zu akustischen Instrumenten kaum Pflege, weil es weder Saiten noch eine Mechanik zum Stimmen besitzt und seine elektronische Klangerzeugung über Jahre stabil bleibt. Die Pflege beschränkt sich auf die Reinigung von Tasten und Gehäuse mit einem trockenen oder leicht feuchten Tuch, eine passende Stromversorgung über Netzteil oder Batterien und einen Lagerort ohne direkte Sonne und hohe Luftfeuchtigkeit. Aggressive Reiniger und Lösungsmittel gehören ebenso wenig ans Instrument wie ausgelaufene Batterien im Fach. Defekte Tasten oder Kontakte, Anschlussprobleme und Software- oder Firmware-Fehler gehören in die Fachwerkstatt, nicht in die Eigenpflege.

Keyboard-Marken
Casio, Yamaha, Korg und Roland bauen die bekanntesten Keyboard- und Arranger-Baureihen, alle vier mit Sitz in Japan. Dieser Überblick nennt zu jeder Marke Gründungsjahr, Herkunftsland und bekannte Produktlinien als Fakten über das Sortiment, ohne eine Rangfolge aufzustellen. Er beschränkt sich auf Keyboards mit ungewichteten Tasten und Begleitautomatik und grenzt sie von den gewichteten Digitalpianos derselben Hersteller ab.

Keyboard-Zubehör
Keyboard-Zubehör umfasst alle Gegenstände, die das Spielen und Üben ergänzen, ohne selbst Teil des Instruments zu sein: Ständer, Sustain-Pedal, Netzteil, Kopfhörer, Tasche oder Case sowie ein Notenständer. Ein X-Ständer klappt platzsparend zusammen und eignet sich für den Transport, ein Z-Ständer steht fester und lässt sich nur auf eine feste Höhe einstellen. Viele Keyboards nehmen nur einen einfachen Taster als Sustain-Pedal, kein volles Klavierpedalgefühl, und laufen zwar auch batteriebetrieben, das Netzteil bleibt aber die dauerhaftere Lösung. Dieser Ratgeber erklärt zu jeder Kategorie, was sie leistet und worauf beim Kauf zu achten ist.

Klavier
Das Klavier ist ein Tasteninstrument mit Hammermechanik: Ein filzbezogener Hammer schlägt gegen gespannte Stahlsaiten und fällt sofort zurück, sodass die Saite frei ausschwingt. Weil der Hammer die Geschwindigkeit des Anschlags an die Saite weitergibt, bestimmt der Finger die Lautstärke jedes einzelnen Tons. Bartolomeo Cristofori baute das erste Instrument dieser Bauart um 1700 in Florenz. Ein heutiges Klavier hat 88 Tasten und zwei bis drei Pedale.

Klavier für Anfänger
Für den Einstieg reicht meist ein E-Piano mit gewichteter Tastatur und nachgebildeter Hammermechanik, ein akustisches Klavier ist keine Voraussetzung. Wichtig sind volle 88 Tasten, damit kein Stück an fehlenden Tasten scheitert, sowie Anschlagdynamik, damit ein härterer Anschlag lauter klingt. Dazu gehören eine höhenverstellbare Klavierbank und bei einem E-Piano Kopfhörer für ungestörtes Üben. Der häufigste Kauffehler ist ein zu kleines oder ungewichtetes Keyboard, das den späteren Umstieg auf ein vollwertiges Instrument erschwert.

Klavier für Kinder
Für ein Kind gilt am Klavier dieselbe Tastenbreite wie für einen Erwachsenen, ein eigenes Kindermodell mit schmaleren Tasten gibt es nicht. Passend gemacht wird der Einstieg über eine höhenverstellbare Klavierbank und, sobald der Unterricht beginnt, über die volle Tastenzahl von 88 Tasten statt eines kleinen Keyboards. Eine gewichtete Tastatur mit Anschlagdynamik baut von Anfang an die richtige Anschlagstechnik auf, wichtig vor allem beim späteren Umstieg auf ein akustisches Klavier. Ein Kopfhörerausgang am E-Piano hält das Üben in der Wohnung leise, während ein akustisches Klavier immer in voller Lautstärke klingt.

Klavier kaufen
Wer ein Klavier kauft, entscheidet zuerst zwischen einem akustischen Instrument mit schwingenden Saiten und einem digitalen E-Piano mit Sample- oder Modeling-Klängen. Die Tastatur ist dabei das wichtigste Prüfkriterium: Ein akustisches Klavier bewegt den Hammer über eine echte mechanische Hebelkette, ein E-Piano bildet dieses Gewicht über eine gewichtete Mechanik nach und misst die Anschlaggeschwindigkeit elektronisch. Pedale, die Polyphonie-Anzahl beim E-Piano und die grobe Preisspanne der jeweiligen Klasse entscheiden mit über die Wahl. Dieser Ratgeber ordnet die wichtigsten Kaufkriterien und nennt die Prüfpunkte für ein gebrauchtes akustisches Klavier.

Klavier Pflege
Ein akustisches Klavier braucht regelmäßige Pflege, damit Stimmung, Mechanik und Optik über Jahrzehnte erhalten bleiben: Ein Klavierstimmer stimmt es ein- bis zweimal im Jahr, ein fester Standort hält Luftfeuchtigkeit und Temperatur stabil, und Gehäuse sowie Tasten bekommen eine schonende Reinigung. Diese drei Aufgaben unterscheiden das akustische Klavier deutlich von einem E-Piano, das ohne Stimmung auskommt und im Alltag kaum Pflege braucht. Die tägliche Pflege durch den Besitzer und die fachliche Arbeit des Klavierbauers ergänzen sich dabei und lassen sich klar trennen.
Häufige Fragen zu Tasteninstrumente
Was ist der Unterschied zwischen Klavier und Cembalo?
Der Unterschied liegt in der Tonerzeugung. Beim Klavier schlägt ein Hammer die Saite an, weshalb der Anschlag die Lautstärke steuert. Beim Cembalo zupft ein Kiel die Saite, wodurch jeder Ton annähernd gleich laut klingt. Dynamik entsteht dort über Registerwechsel statt über den Anschlag.
Warum zählt die Orgel zu den Tasteninstrumenten?
Die Orgel zählt wegen ihrer Bedienung zu den Tasteninstrumenten, obwohl sie den Ton wie ein Blasinstrument erzeugt. Die Taste öffnet lediglich ein Ventil, die Luft aus dem Windwerk bringt anschließend die Pfeife zum Klingen.
Braucht man zum Klavierlernen gewichtete Tasten?
Zum Klavierlernen sind gewichtete Tasten wichtig, weil die Finger den Widerstand der Hammermechanik gewohnt sein müssen. Wer auf leichtgängigen Tasten übt, entwickelt einen anderen Anschlag und muss ihn beim Wechsel an ein akustisches Klavier neu aufbauen.