Cembalo

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Zusammenfassung

Das Cembalo ist ein Tasteninstrument, bei dem ein Kiel die Saite zupft, statt sie anzuschlagen. Deshalb beeinflusst der Anschlag die Lautstärke kaum, und der Ausdruck entsteht über Artikulation, Verzierung und Registerwechsel. Das Cembalo war das führende Tasteninstrument des Barock, verlor seine Stellung im späten 18. Jahrhundert an das Hammerklavier und kehrte im 20. Jahrhundert mit der historischen Aufführungspraxis zurück.

Das Cembalo ist ein Tasteninstrument, bei dem ein Kiel die Saite zupft. Drückt der Spieler eine Taste, hebt sich eine schmale Holzleiste, die Docke, deren Plättchen die Saite im Vorbeigleiten anreißt. Weil der Kiel die Saite immer gleich stark erfasst, ändert ein härterer Anschlag die Lautstärke kaum. Das Cembalo war das führende Tasteninstrument des Barock.

Wie erzeugt ein Cembalo seinen Ton?

Ein Cembalo erzeugt den Ton durch Zupfen, nicht durch Schlagen. An jeder Taste hängt eine senkrechte Docke, die beim Tastendruck nach oben fährt; ein Kiel aus Vogelfeder, Leder oder heute meist Kunststoff steht seitlich daraus hervor und reißt die Saite an. Beim Loslassen weicht der Kiel an der Saite vorbei nach unten aus, und ein Filzstück dämpft den Ton ab.

Daraus folgt die auffälligste Eigenschaft: Der Anschlag steuert die Lautstärke praktisch nicht. Beim Klavier gibt der Hammer die Geschwindigkeit des Fingers an die Saite weiter, beim Clavichord bleibt die Tangente bis zum Ende des Tons an der Saite stehen. Das Cembalo gewinnt seinen Ausdruck woanders.

Wie klingt ein Cembalo?

Ein Cembalo klingt hell, obertonreich und durchsichtig, mit einem hörbaren Anzupfgeräusch zu Beginn jedes Tons. Der Ton setzt scharf ein und verliert schnell an Kraft, weshalb sich mehrstimmige Sätze klar auseinanderhalten lassen.

Wie ist ein Cembalo aufgebaut?

Ein Cembalo hat ein flügelförmiges Holzgehäuse, in dem die Saiten in Verlängerung der Tasten nach hinten verlaufen. Der Korpus ist leichter gebaut als beim Klavier, weil die Saiten aus Messing und Eisen mit weit geringerer Spannung aufgezogen sind.

Über den Saiten liegt die Dockenreihe, für jeden Ton eine Docke je Saitenchor. Größere Instrumente haben zwei Manuale und mehrere Chöre mit eigener Klangfarbe, darunter oft einen, der eine Oktave höher klingt. Registerzüge schalten die Chöre zu oder ab, ähnlich wie an der Pfeifenorgel.

Wie spielt man Cembalo?

Cembalisten gestalten den Ausdruck über Artikulation, Verzierung und Registerwahl statt über die Anschlagstärke. Die Länge und Trennung der Töne übernimmt die Aufgabe, die am Klavier die Dynamik erfüllt: Ein knapp abgesetzter Ton wirkt betont, ein gebundener tritt zurück. Triller, Vorschläge und Mordente heben einzelne Noten zusätzlich hervor.

Im Ensemble spielt das Cembalo den Generalbass. Der Spieler bekommt nur eine Basslinie mit Ziffern und setzt die Akkorde beim Spielen selbst dazu.

Woher stammt das Cembalo?

Die ersten Nachrichten über das Cembalo stammen aus dem späten 14. Jahrhundert, seine große Zeit hatte es vom 16. bis ins 18. Jahrhundert. Der italienische Name ist die Kurzform von clavicembalo; im Französischen heißt das Instrument clavecin, im Englischen harpsichord.

Mit dem Hammerklavier verlor das Cembalo im späten 18. Jahrhundert seine Stellung und verschwand fast vollständig. Die Cembalistin Wanda Landowska holte es zu Beginn des 20. Jahrhunderts zurück auf die Bühne.

Welche Musik schrieben Komponisten für das Cembalo?

Den Kern des Repertoires bilden Werke des Barock: Domenico Scarlatti hinterließ über 500 meist einsätzige Sonaten, François Couperin vier Bände Pièces de clavecin, Jean-Philippe Rameau und Georg Friedrich Händel je mehrere Suitensammlungen. Von Johann Sebastian Bach stammen die Goldberg-Variationen, die er ausdrücklich für ein Cembalo mit zwei Manualen schrieb.

Ebenso wichtig war die begleitende Rolle: In Oper, Kirchen- und Kammermusik des 17. und 18. Jahrhunderts saß fast immer ein Cembalo am Generalbass.

Häufige Fragen zum Cembalo

Was ist der Unterschied zwischen Cembalo und Klavier?

Cembalo und Klavier unterscheiden sich in der Tonerzeugung. Im Cembalo zupft ein Kiel die Saite, im Klavier schlägt ein Hammer sie an und fällt zurück. Deshalb bleibt die Lautstärke am Cembalo weitgehend gleich, während sie am Klavier an jedem Finger hängt.

Kann man auf dem Cembalo laut und leise spielen?

Auf dem Cembalo lässt sich die Lautstärke eines einzelnen Tons kaum über den Anschlag steuern, weil der Kiel die Saite immer gleich zupft. Größere Stufen entstehen, wenn der Spieler weitere Saitenchöre zuschaltet oder auf ein zweites Manual wechselt.

Was ist ein Lautenzug am Cembalo?

Der Lautenzug ist eine zusätzliche Dämpfung am Cembalo. Er legt kleine Stücke aus Filz oder Leder an die Saiten, sodass der Ton kurz und trocken abklingt und an eine gezupfte Laute erinnert.

Wird das Cembalo heute noch gespielt?

Das Cembalo wird heute regelmäßig gespielt, vor allem in Ensembles für Alte Musik, die Barockmusik auf historischen oder nachgebauten Instrumenten aufführen. Seit der Wiederentdeckung im frühen 20. Jahrhundert gehört es wieder zur Ausbildung an Musikhochschulen.

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