
138 Saiteninstrumente
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Saiteninstrumente erzeugen ihren Ton über gespannte Saiten, deren Schwingung ein Resonanzkörper verstärkt. Wie die Saite in Bewegung gerät, unterscheidet die Untergruppen: Zupfen, Streichen oder Anschlagen.
Diese Rubrik führt die Gitarrenfamilie und die übergreifenden Saitenthemen. Ihr Schwerpunkt liegt auf der Westerngitarre, die hier von der Bauform über Decken- und Zargenholz bis zu Saiten, Plektren, Stimmgeräten und Pflege in einer Tiefe beschrieben ist, die sonst nur Fachbücher erreichen.
Gezupfte Instrumente außerhalb der Gitarrenfamilie stehen bei den Zupfinstrumenten, gestrichene bei den Streichinstrumenten. Diese Trennung hält jedes Instrument an genau einem Ort.

12-saitige Gitarre
Eine 12-saitige Gitarre bespannt jede ihrer sechs Saiten mit einer zweiten, eng danebenliegenden Saite und verdoppelt den Satz so auf zwölf Saiten in sechs Paaren. Die weitaus meisten gebauten Instrumente sind Westerngitarren mit Stahlsaiten, daneben gibt es die elektrische 12-saitige Gitarre und, deutlich seltener, klassische Bauformen mit Nylonsaiten. Der Bluesmusiker Huddie "Lead Belly" Ledbetter machte das Instrument ab den 1930er-Jahren bekannt, Roger McGuinn prägte mit einer elektrischen Rickenbacker 1965 bei The Byrds den charakteristischen "Jangle"-Klang des Folk-Rock, und in den 1970er-Jahren setzten Led Zeppelin und die Eagles die 12-saitige Gitarre gezielt für dichte, volltönende Passagen ein. Aufbau, Saitenpaare und Klang der akustischen Bauform beschreibt der eigene Artikel zur 12-saitigen Westerngitarre.

12-saitige Westerngitarre
Eine 12-saitige Westerngitarre verdoppelt jede der sechs Saiten einer gewöhnlichen Westerngitarre zu einem eng nebeneinander gespannten Paar. Bei den vier tiefen Paaren E, A, D und G klingt eine zusätzliche Saite eine Oktave höher, bei den beiden hohen Paaren H und e liegt eine zweite Saite im selben Ton daneben. Aus der leichten Schwebung zwischen den beiden Saiten eines Paares entsteht ein voller, dichter Klang, der einer einzelnen Saite fehlt. Der höhere Gesamtzug der zwölf Saiten verlangt einen stabileren Hals und meist einen größeren Korpus als bei einer 6-saitigen Westerngitarre.

Akustische Gitarre
Eine akustische Gitarre erzeugt ihren Ton allein über einen hohlen Resonanzkorpus, ganz ohne Strom und Verstärker. Der Begriff ist ein Oberbegriff: Die Westerngitarre mit Stahlsaiten und die klassische Gitarre mit Nylonsaiten gehören beide dazu, weil sie dieses Bauprinzip teilen. Davon grenzt sich die E-Gitarre ab, deren Korpus bei den meisten Modellen massiv ist und deren Ton erst ein Tonabnehmer und ein Verstärker hörbar machen. Dieser Artikel erklärt den Unterschied zwischen akustischer und elektrischer Gitarre und zeigt, welche Bauformen zur akustischen Gitarre zählen.
Anemochord
Ein Anemochord ist ein Tasteninstrument, dessen Saiten ein Luftstrom in Schwingung versetzt. Blasebälge liefern die Luft, die Klaviatur lenkt sie: Wer eine Taste drückt, öffnet den Weg für die Luft zu der zugehörigen Saite. Solange die Taste unten bleibt, klingt der Ton weiter. Johann Jacob Schnell baute das Instrument 1789 in Paris, sein Tonumfang lag bei etwa fünf Oktaven.

Äolische Harfe
Die Äolische Harfe ist ein Saiteninstrument, das der Wind spielt: Er streicht über die Saiten eines langen, flachen Holzkastens und regt sie zum Schwingen an. Alle Saiten tragen denselben Grundton, und je nach Windstärke klingen unterschiedliche Teiltöne. Deshalb erzeugt das Instrument Akkorde aus der Obertonreihe statt einer Melodie. Ihr Name geht auf Aiolos zurück, den Herrscher über die Winde.

Appalachisches Hackbrett
Das Appalachische Hackbrett, im Englischen Appalachian Dulcimer oder Mountain Dulcimer genannt, ist ein Saiteninstrument aus dem Appalachengebiet der USA. Es entstand vor etwa 150 bis 200 Jahren aus europäischen Kastenzithern wie dem deutschen Scheitholt, die deutsche und schottisch-irische Einwanderer mit in die Berge brachten.

Arpa nottolini
Die Arpa Nottolini, auch Arpa Viggianese genannt, ist eine traditionelle italienische Volksharfe, die ihren Ursprung im 18./19. Jahrhundert im Ort Viggiano in der süditalienischen Region Basilikata hat, nicht, wie oft fälschlich behauptet, in der Toskana oder auf Sizilien. Sie ist eine Variante der Harfe. Wandermusiker aus Viggiano trugen die kleine, tragbare Harfe im 19. Jahrhundert bis nach Nordamerika und in andere Teile Europas, weshalb Viggiano bis heute als "Dorf der Harfenbauer" bekannt ist.

Arpeggione
Das Arpeggione ist ein seltenes Streichinstrument, das 1823 in Wien vom Instrumentenbauer Johann Georg Staufer erfunden wurde. Es gilt als Bogengitarre: Körperform, Bünde und die sechs Saiten erinnern an eine Gitarre, gespielt wird es aber aufrecht zwischen den Knien und mit einem Bogen gestrichen, ganz wie ein Cello. Es hat einen tiefen, warmen Klang, der sich gut für romantische Musik eignet. Populär wurde es vor allem durch Franz Schuberts "Sonate für Arpeggione und Klavier" (D.

Bağlama (Saz)
Die Bağlama, auch Saz genannt, ist eine türkische Langhalslaute mit birnenförmigem Korpus und beweglich aufgebundenen Bünden, die eine ganze Familie von Bauformen von der Cura bis zum Divan Sazı umfasst. Weil ihre Bünde nicht fest eingelassen, sondern verschiebbar gebunden sind, spielt sie mikrotonale Zwischentöne der türkischen Makam-Musik, die auf Instrumenten mit festen Bünden wie der Gitarre nicht liegen. Sie trägt die Aşık-Tradition anatolischer Sänger-Dichter, die alevitischen Semah-Zeremonien und die moderne türkische Volks- und Popmusik.

Baglamas
Der Baglamas ist eine verkleinerte Version des Bouzouki. Dieses Instrument ist mit drei Doppelsaiten versehen und in den Stimmungen D-a-d erhältlich. Außerdem wird das Rebetiko als Rhythmus, und Melodieinstrument verwendet. Der Begriff Baglama ist als Saiteninstrument zu verstehen, welches vor allem in mehreren Ländern des Mittelmeerraums verwendet wird.

Bajo Sexto
Das Bajo Sexto ist eine mexikanische Bassgitarre, die aus zwölf Saiten besteht. Das Instrument ist vor allem mit der mexikanischen Folklore in Verbindung zu bringen. Besonders bei diesem Tanz, wird mit dem Bajo Sexto gespielt, welches den Rhythmus und den Klang bringen soll. Außerdem wird das Instrument auch in der Tex-Mex-Musik eingesetzt.

Bandola
Bandola ist der Name für mehrere Zupfinstrumente aus der Lautenfamilie, die in Kolumbien und Venezuela beheimatet sind. Die venezolanische Bandola llanera hat vier Einzelsaiten und begleitet den Joropo. Die kolumbianische Bandola andina hat sechs Saitenchöre mit zwölf bis sechzehn Saiten und führt die Melodie in Trío típico und Estudiantina. Beide gehen auf spanische Lauten der Kolonialzeit zurück, haben sich aber unabhängig voneinander entwickelt.

Barbitos
Der Barbitos ist ein Instrument, welches aus Griechenland stammt. Dieses Instrument ist ein antikes Saiteninstrument und gehört zu den Leiern. Selbst bekannte Lyriker haben sich oft mit diesem Instrument befasst und haben dieses für die begleitenden Gesänge benutzt. Große Lyriker, unter denen auch Alkaios und Sappho zählen, sind mit diesem Bereich gemeint.

Bassgitarre
Die Bassgitarre ist ein Zupfinstrument mit vier Saiten in Standardstimmung E, A, D und G, eine Oktave tiefer als die vier tiefsten Gitarrensaiten. Sie erzeugt ihren Ton elektrisch als E-Bass über Tonabnehmer oder akustisch über einen hohlen Resonanzkörper. Leo Fender brachte 1951 mit dem Fender Precision Bass die erste kommerziell erfolgreiche E-Bassgitarre auf den Markt, nachdem Paul Tutmarc um 1936 mit dem Audiovox Model 736 einen frühen, kommerziell erfolglosen Vorläufer gebaut hatte. In Band und Ensemble bildet sie zusammen mit dem Schlagzeug die Rhythmusgruppe und trägt das harmonische Fundament.

Bisernica
Die Bisernica ist ein kroatisches Volksinstrument, welches unter die kleinsten Instrumente des Tamburica Ensembles zählt. Dieses Instrument ist sogar unter dem Namen Samica und Prim bekannt. Die Bisernica besitzt üblicherweise drei Doppelsaiten . Diese ergeben eine vierstimmige, zweistimmige oder sogar eine einstimmige Variante.

Biwa
Die Biwa ist eine japanische Kurzhalslaute mit birnenförmigem Korpus, vier oder fünf Saiten und nur vier bis sechs, dafür sehr hohen Bünden. Wer sie spielt, sitzt dabei und führt den Bachi, ein großes keilförmiges Plektrum, das die Saiten anreißt und dabei auch die Decke trifft. Aus China kam die Biwa im 8. Jahrhundert nach Japan, wo sie seit dem Mittelalter vor allem erzählenden Gesang begleitet.

Braucht man für das Spiele einer Westerngitarre Unterricht?
Der Einstieg in die Welt der Westerngitarre ist auf viele Arten möglich - neben dem Unterricht durch einen professionellen Lehrer kann man sich das Westerngitarre Spielen selbst beibringen. Der Unterricht an einer Musikschule ist oft sehr kostspielig, weshalb sich viele Anfänger dazu entscheiden, das Instrument auf eigene Faust zu erlernen. Doch nicht immer ist das auch der richtige Weg. Wie bringt man sich das Spielen selbst bei.

Cavaquinho
Der Cavaquinho ist ein kleines, viersaitiges Zupfinstrument aus der Minho-Region im Norden Portugals mit einem taillierten Korpus wie eine Miniaturgitarre. In Brasilien trägt er als Rhythmusinstrument Samba und Choro, in Portugal begleitet er die Melodie der Fado-Gitarre. Vier einzelne Stahlsaiten und eine hohe Stimmung geben ihm einen hellen, perkussiven Klang. Mit der Ukulele ist er eng verwandt, auch wenn nicht der Cavaquinho selbst, sondern seine Madeirenser Verwandten Braguinha und Rajão 1879 den Weg nach Hawaii antraten.

Charango
Der Charango ist ein kleines, zehnsaitiges Zupfinstrument aus der Lautenfamilie, das in den Anden Boliviens und Perus beheimatet ist. Traditionell bildete der Panzer eines Gürteltiers, des Quirquincho, die gewölbte Rückseite des Korpus, heute bauen Instrumentenmacher ihn meist aus Holz. Das Instrument entstand während der spanischen Kolonialzeit aus der Vihuela und trägt seine fünf Doppelchöre in der re-entranten Stimmung G, C, E, A, E. Heute gilt der Charango als zentrales Instrument der andinen Folklore, von Huayño bis zur Nueva-Canción-Bewegung.

Chitarra battente
Die Chitarra battente ist ein gitarrenähnliches Zupfinstrument aus Süditalien, bespannt mit vier bis fünf Metallsaitenchören statt Nylon oder Darm. Ihr gewölbter Boden aus schmalen Holzstreifen ähnelt einer Laute, und ihr Name, abgeleitet vom italienischen battere, schlagen, beschreibt den kräftigen, perkussiven Anschlag mit Plektrum oder Fingern. Seit mindestens dem 17. Jahrhundert begleitet sie in Kalabrien, Kampanien und Apulien Tanz und Gesang, allen voran die Tarantella.

Chitarrone
Der Chitarrone ist eine sehr lang gebaute Bassform der Laute aus der italienischen Renaissance. Ein zweiter Wirbelkasten am Ende eines verlängerten Halsabschnitts trägt freischwingende Basssaiten, während ein kürzerer, bebundener Hals die gegriffenen Chöre führt. Chitarrone und Theorbe bezeichnen dasselbe Instrument unter zwei Namen aus verschiedenen Epochen. Von der eng verwandten Erzlaute unterscheidet ihn ein zusätzliches Halsstück zwischen den beiden Wirbelkästen. Als Generalbassinstrument prägte der Chitarrone die frühe italienische Oper, allen voran bei Claudio Monteverdi.

Cimbalom
Das Cimbalom ist ein ungarisches Hackbrett: Zwei Schlägel schlagen Metallsaiten an, die über einen trapezförmigen Resonanzkasten gespannt sind. Es gehört zur Familie der Hackbretter und geschlagenen Zithern, nicht zu den Zupfinstrumenten, denn niemand zupft oder streicht die Saiten. Der Budapester Instrumentenbauer József Schunda entwickelte 1874 die moderne Konzertform mit vier Beinen, erweitertem Tonumfang und einem Dämpferpedal. Neben dieser Konzertform spielen ungarische und Roma-Musiker bis heute kleinere, tragbare Cimbalom-Varianten ohne Pedal.
Cort Westerngitarre
Cort ist ein südkoreanisches Unternehmen, welches im Jahre 1973 gegründet wurde und auf die Produktion von Gitarren spezialisiert ist. Der Hersteller fertigt seine Instrumente sowohl unter eigenem Namen, als auch für andere Marken an. Da eine Vielzahl von Marken mit Gitarren von Cort beliefert werden, zählt das Unternehmen als einer der größten Gitarrenhersteller weltweit. Sämtliche Produktionsstandorte sind in Asien lokalisiert; Südkorea besitzt als Heimatland des Herstellers die größte Manufaktur, gefolgt von China und Indonesien.

Crwth
Der Crwth ist ein historisches walisisches Streichinstrument mit rechteckigem Rahmen und sechs Darmsaiten. Vier Saiten laufen über ein bundloses Griffbrett und werden mit dem Bogen gestrichen, zwei liegen seitlich daneben und klingen nur als gezupfter Bordun. Belegt ist der Crwth spätestens seit dem 12. Jahrhundert in Wales, wo er bis ins 18. Jahrhundert gespielt wurde, dann aber aus der lebendigen Praxis verschwand. Seit dem späten 20. Jahrhundert bauen einzelne Instrumentenmacher ihn anhand historischer Vorbilder neu.
Häufige Fragen zu Saiteninstrumente
Was ist der Unterschied zwischen Westerngitarre und Konzertgitarre?
Die Westerngitarre trägt Stahlsaiten, die Konzertgitarre Nylonsaiten. Daraus folgt alles Weitere: Die Westerngitarre klingt lauter und brillanter, braucht einen stabileren Hals mit Halsstab und hat ein schmaleres Griffbrett. Die Konzertgitarre klingt weicher und ist für die Fingerkuppen angenehmer.
Wie viele Saiten hat eine Gitarre?
Eine Gitarre hat in der Standardausführung sechs Saiten, gestimmt auf E, A, d, g, h und e. Daneben gibt es zwölfsaitige Gitarren, bei denen jede Saite einen zusätzlichen Begleiter erhält, sowie siebensaitige Modelle mit einer tiefen H-Saite.
Welche Gitarre eignet sich für Anfänger?
Für Anfänger eignet sich die Konzertgitarre mit Nylonsaiten, weil sie deutlich weniger Druck auf die Fingerkuppen ausübt und schneller sauber klingt. Wer Pop und Rock begleiten möchte, greift dagegen früh zur Westerngitarre, weil deren Klangbild dort erwartet wird.