Biwa

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Zusammenfassung

Die Biwa ist eine japanische Kurzhalslaute mit birnenförmigem Korpus, vier oder fünf Saiten und nur vier bis sechs, dafür sehr hohen Bünden. Wer sie spielt, sitzt dabei und führt den Bachi, ein großes keilförmiges Plektrum, das die Saiten anreißt und dabei auch die Decke trifft. Aus China kam die Biwa im 8. Jahrhundert nach Japan, wo sie seit dem Mittelalter vor allem erzählenden Gesang begleitet.

Die Biwa ist eine japanische Kurzhalslaute mit birnenförmigem Korpus, die man mit einem großen keilförmigen Plektrum spielt, dem Bachi. Sie trägt vier oder fünf Saiten und nur vier bis sechs Bünde, die dafür mehrere Zentimeter hoch stehen. Nach Japan kam sie im 8. Jahrhundert aus China, wo ihr Vorbild Pipa heißt. Ihre Hauptaufgabe ist bis heute die Begleitung von erzählendem Gesang.

Wie klingt eine Biwa?

Die Biwa klingt trocken, scharf und stark perkussiv. Der Bachi reißt die Saiten nicht nur an, er trifft beim Abwärtsschlag auch die Decke, sodass jeder Ton einen hörbaren Schlag mitbringt. Dazu kommt ein schnarrendes Nebengeräusch, das an der Auflage der Saiten entsteht: Es heißt sawari und gilt nicht als Fehler, sondern als Teil des Klangs.

Wie eine Biwa klingt, zeigt dieses Klangbeispiel:

Wie ist eine Biwa aufgebaut?

Der Korpus der Biwa ist flach und birnenförmig. Der Instrumentenbauer höhlt ihn aus einem Stück Holz aus, meist Maulbeerbaum, und schließt ihn mit einer dünnen Decke. Der kurze Hals knickt am oberen Ende scharf nach hinten ab, wo die Stimmwirbel sitzen.

Die wenigen Bünde sind das eigentliche Kennzeichen der Biwa. Sie stehen so hoch, dass die greifende Hand die Saite zwischen ihnen unterschiedlich tief herunterdrücken und den Ton dadurch um mehrere Halbtöne nach oben ziehen kann. Darin liegt der Unterschied zur Pipa, deren Hals dicht mit flachen Bünden belegt ist.

Bespannt war die Biwa traditionell mit Seidensaiten, heute auch mit Nylon. An der Anschlagstelle schützt ein aufgeleimtes Stück Leder oder Hartholz die Decke vor dem Bachi. Dasselbe Plektrum, ebenfalls Bachi genannt, führt auch die Shamisen.

Wie spielt man Biwa?

Wer Biwa spielt, sitzt am Boden und hält das Instrument steil aufrecht vor dem Oberkörper; nur in der Hofmusik Gagaku liegt es waagerecht im Schoß. Die rechte Hand führt den Bachi, die linke greift zwischen den hohen Bünden.

Der Bachi schlägt einzelne Saiten an oder fährt über alle zugleich. Die Biwa begleitet den Gesang dabei nicht durchgehend: Sie setzt zwischen den gesungenen und gesprochenen Abschnitten kurze Zwischenspiele, die den Text gliedern.

Welche Bauformen der Biwa gibt es?

Die Biwa gibt es in mehreren Bauformen, die je zu einer eigenen Tradition gehören. Die Gaku-Biwa spielt in der Hofmusik Gagaku, die Heike-Biwa begleitet den Vortrag des Epos Heike Monogatari. Die Satsuma-Biwa aus Südjapan ist die kräftigste Bauform und wird mit dem breitesten Bachi geschlagen, die Chikuzen-Biwa aus Fukuoka klingt weicher und trägt oft fünf Saiten. Zusammen mit der Koto und der Shamisen bildet die Biwa den Kern der klassischen japanischen Saiteninstrumente.

Woher stammt die Biwa?

Die Biwa stammt aus China und geht dort auf die Pipa zurück, die selbst aus Zentralasien nach Ostasien gelangte. Im 8. Jahrhundert kam sie mit der Hofmusik nach Japan; Instrumente aus dieser Zeit liegen bis heute im Schatzhaus Shosoin in Nara. Vom Mittelalter an zogen blinde Wandermönche durch das Land, die Biwa-hoshi, und trugen das Heike Monogatari vor, das Epos vom Untergang des Taira-Klans.

Der Biwa-See östlich von Kyoto hat seinen Namen vom Instrument, weil seine Umrisse an dessen Korpus erinnern. Die umgekehrte Erklärung, das Instrument sei nach dem See benannt, hält sich hartnäckig, trifft aber nicht zu.

Häufige Fragen zur Biwa

Wie viele Saiten hat eine Biwa?

Eine Biwa hat je nach Bauform vier oder fünf Saiten. Die Gaku-Biwa der Hofmusik und die Satsuma-Biwa tragen vier, die jüngere Chikuzen-Biwa meist fünf.

Womit spielt man die Biwa?

Die Biwa spielt man mit dem Bachi, einem keilförmigen Plektrum aus Holz. Es ist so groß, dass die Hand es wie einen Fächer hält, und trifft beim Anschlag neben den Saiten auch die Decke. Ein Bogen kommt bei der Biwa nicht zum Einsatz.

Was ist der Unterschied zwischen Biwa und Pipa?

Die Biwa ist die japanische, die Pipa die chinesische Laute derselben Familie, und historisch stammt die Biwa von der Pipa ab. Die Biwa hat nur vier bis sechs sehr hohe Bünde und wird mit dem Bachi geschlagen, die Pipa dagegen zahlreiche flache Bünde und wird mit den Fingernägeln gezupft.

Wofür wird die Biwa gespielt?

Die Biwa begleitet in Japan vor allem erzählenden Gesang, das sogenannte Katarimono. Daneben gehört sie zum festen Instrumentarium der Hofmusik Gagaku und taucht in neuerer Zeit in Film- und Theatermusik auf.

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