Appalachisches Hackbrett

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Bild: makasana photo / Shutterstock.com
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Zusammenfassung

Das Appalachische Hackbrett, im Englischen Appalachian Dulcimer oder Mountain Dulcimer genannt, ist ein Saiteninstrument aus dem Appalachengebiet der USA. Es entstand vor etwa 150 bis 200 Jahren aus europäischen Kastenzithern wie dem deutschen Scheitholt, die deutsche und schottisch-irische Einwanderer mit in die Berge brachten.

Das Appalachische Hackbrett, im Englischen Appalachian Dulcimer oder Mountain Dulcimer genannt, ist ein Saiteninstrument aus dem Appalachengebiet der USA. Es entstand vor etwa 150 bis 200 Jahren aus europäischen Kastenzithern wie dem deutschen Scheitholt, die deutsche und schottisch-irische Einwanderer mit in die Berge brachten. Anders als der Name "Hackbrett" vermuten lässt, wird es nicht geschlagen, sondern mit den Fingern oder einem Plektrum gezupft beziehungsweise angeschlagen, es zählt zu den Kastenzithern, nicht zu den Hackbrettern im engeren, europäischen Sinn. Das Instrument liegt beim Spielen quer auf dem Schoß und besitzt meist nur drei oder vier Saiten sowie ein Griffbrett mit Bünden. Es ist fester Bestandteil der traditionellen Appalachenmusik und wird häufig in Old-Time-, Bluegrass- und Folk-Musik eingesetzt.

Wie klingt das appalachische Hackbrett?

Das Appalachische Hackbrett hat einen warmen, hölzernen und leicht schwirrenden Klang, der typisch für gezupfte oder angeschlagene Saiteninstrumente mit Bünden ist. Weil es meist nur drei oder vier Saiten besitzt, von denen ein oder zwei häufig als Bordunsaiten mitklingen, entsteht ein charakteristischer, leicht archaischer Klangteppich, der an schottische und appalachische Volksmusik erinnert. Der Klang kann sehr leise und meditativ, aber kräftig angeschlagen auch rhythmisch treibend sein. Die diatonische Bundierung sorgt für einen unverwechselbaren, leicht modalen Klangcharakter, der sich deutlich von chromatisch bundierten Instrumenten wie der Gitarre unterscheidet.

Woraus besteht das appalachische Hackbrett?

Das Appalachische Hackbrett besteht aus einem länglichen, meist sanduhr- oder tropfenförmigen Klangkörper aus Holz, häufig aus Ahorn, Walnuss oder Fichte gefertigt. Über die gesamte Länge des Korpus verläuft ein schmales Griffbrett mit Bünden, die meist diatonisch statt chromatisch angeordnet sind. Gespannt werden in der Regel nur drei oder vier Metall- oder Stahlsaiten, die an einem Ende über einen Wirbelkasten mit Stimmwirbeln, am anderen Ende über einen Saitenhalter befestigt sind. Häufig ist nur eine Saite die Melodiesaite, die über den Bünden gegriffen wird, während die übrigen Saiten als Bordun frei mitschwingen. Ein oder mehrere kleine Schalllöcher in der Decke sorgen für die Resonanz. Anders als beim europäischen Hackbrett gibt es keine gespannten Metallstifte und keine Schlägel, das Instrument liegt beim Spielen flach auf dem Schoß.

Wie spielt man das appalachische Hackbrett?

Das Appalachische Hackbrett wird liegend auf dem Schoß gespielt: Der Korpus liegt quer vor dem Spieler, das Griffbrett zeigt nach oben. In der traditionellen Spielweise greift die linke Hand nur die Melodiesaite, oft mit einem kleinen Holzstab, dem sogenannten "Noter", während die rechte Hand mit einer Feder, einem Plektrum oder den Fingern über alle Saiten streicht oder zupft. Die nicht gegriffenen Saiten klingen dabei als Bordun durch, ähnlich wie bei einem Dudelsack. In moderneren Spielweisen werden auch Akkorde gegriffen, indem mehrere Saiten gleichzeitig auf unterschiedlichen Bünden abgedeckt werden, das Instrument wird dann eher wie eine kleine Gitarre gespielt.

Weil die Bünde meist diatonisch statt chromatisch angeordnet sind, bewegt sich das Griffbrett innerhalb einer Tonleiter, was den typisch modalen Klang alter Appalachen-Balladen erzeugt. Zum Stimmen wird das Instrument häufig auf offene Akkorde gestimmt, sodass bereits die leeren Saiten harmonisch klingen.

Das Spielen des Appalachischen Hackbretts erfordert weniger technische Virtuosität als viele andere Saiteninstrumente und gilt deshalb als vergleichsweise leicht erlernbar, gerade deshalb ist es bis heute ein beliebtes Einsteigerinstrument in der amerikanischen Folkmusik-Szene.

Typische Musikstile mit dem appalachischen Hackbrett

Das Appalachische Hackbrett ist eng mit der Old-Time- und Balladentradition der Appalachen verbunden, wo es traditionell zur Begleitung von Erzähl- und Liebesliedern diente. In der Folk-Revival-Bewegung der 1950er und 1960er Jahre trug vor allem die Sängerin und Instrumentenbauerin Jean Ritchie entscheidend dazu bei, das Instrument einem größeren Publikum bekannt zu machen. Auch heute wird es in Old-Time- und Bluegrass-nahen Kreisen sowie bei Contra-Dance-Musik eingesetzt, meist zur Begleitung von Gesang oder im Zusammenspiel mit Fiddle, Banjo und Gitarre. Wegen seines diatonischen, leicht modalen Klangs eignet es sich besonders für traditionelle Melodien und weniger für komplexe, chromatische Harmonik.

Bekannte Lieder mit dem appalachischen Hackbrett

Das Appalachische Hackbrett tritt seltener als Soloinstrument in bekannten Aufnahmen in Erscheinung als etwa Banjo oder Fiddle, es diente traditionell eher der Begleitung. Bekannt wurde sein Klang vor allem durch die Aufnahmen von Jean Ritchie, die zahlreiche traditionelle Appalachen-Balladen mit dem Instrument begleitete, sowie durch die Old-Time- und Folk-Revival-Bewegung, die das Hackbrett ab den 1950er Jahren wiederentdeckte. Wer den typischen Klang kennenlernen möchte, findet ihn am ehesten in traditionellen Balladenaufnahmen und in modernen Folk- und Americana-Alben, die gezielt auf das Instrument zurückgreifen.

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