
44 Bands
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Diese Rubrik sammelt Porträts von Bands, Solokünstlern und Komponisten. Jedes Porträt beantwortet dieselben Fragen: Wer spielt oder schrieb, wie entsteht der charakteristische Klang, und welche Werke tragen den Namen.
Der Schwerpunkt liegt auf dem Handwerk, nicht auf der Biografie. Warum AC/DC nach zwei Gitarren klingt und nicht nach einer, wie Kraftwerk einen Sequencer als Rhythmusgruppe einsetzt, wie Bach eine Fuge aus einem einzigen Thema aufbaut: Das sind die Fragen, die ein Porträt hier beantwortet.
Legenden bleiben draußen oder stehen ausdrücklich als Legende gekennzeichnet. Der Giftmord an Mozart fand nicht statt, das Armengrab ebenso wenig, und "Schicksal klopft an die Pforte" stammt von einem Biografen, dessen Berichte als unzuverlässig gelten.

ABBA
ABBA war eine schwedische Popgruppe aus Stockholm, die 1972 zusammenfand: Agnetha Fältskog, Björn Ulvaeus, Benny Andersson und Anni-Frid Lyngstad. Ihr Erkennungsmerkmal sind zwei Frauenstimmen, die eine Melodie meist im Terzabstand führen und dabei wie eine einzige breite Stimme klingen. Benny Andersson und Björn Ulvaeus schrieben die Stücke und bauten sie im Studio Spur für Spur auf. 1974 gewann ABBA den Eurovision Song Contest in Brighton.

AC/DC
AC/DC ist eine Hard-Rock-Band, die die Brüder Malcolm und Angus Young 1973 in Sydney gegründet haben. Ihr Klang beruht auf zwei E-Gitarren mit fester Rollentrennung: eine hält den Akkordpuls, die andere spielt die Figuren darüber. Beide laufen über weit aufgedrehte Röhrenverstärker mit erstaunlich wenig Verzerrung, Effektgeräte kommen praktisch nicht vor. Seit dem Sängerwechsel 1980 singt Brian Johnson, davor sang Bon Scott.

Antonio Vivaldi
Antonio Vivaldi war ein italienischer Komponist und Geiger des Barock, geboren 1678 in Venedig und gestorben 1741 in Wien. Er unterrichtete am Ospedale della Pietà in Venedig und schrieb über 500 Konzerte. Sein Ritornellprinzip mit dem Wechsel von Tutti und Solo und die Satzfolge schnell, langsam, schnell prägen das Solokonzert bis heute. Die vier Jahreszeiten gehören zu den frühen Beispielen für Programmmusik.

Bob Dylan
Bob Dylan ist ein US-amerikanischer Songwriter, bei dem der Text die Musik bestimmt. Er begann 1961 in der Folkszene von Greenwich Village mit Gesang, Westerngitarre und einer Mundharmonika im Halter vor der Brust. 1965 stellte er auf eine elektrische Besetzung um und stieß damit einen Teil des Folkpublikums vor den Kopf. Seine Melodien folgen dem Sprachrhythmus, nicht umgekehrt. 2016 erhielt er den Nobelpreis für Literatur.

Bob Marley
Bob Marley war ein jamaikanischer Sänger und Gitarrist, der den Reggae außerhalb Jamaikas bekannt machte. 1963 gründete er in Kingston mit Bunny Wailer und Peter Tosh die Gruppe The Wailers, die zunächst Ska spielte, dann Rocksteady und ab Ende der 1960er Jahre Reggae. Sein Klang beruht auf zwei Bausteinen: einer Gitarre, die nur zwischen den Zählzeiten anschlägt, und einem Schlagzeugmuster, das die erste Zählzeit frei lässt. Bob Marley starb 1981.

Clara Schumann
Clara Schumann war eine deutsche Pianistin und Komponistin und eine der bedeutendsten Konzertpianistinnen des 19. Jahrhunderts. Sie trat von 1828 bis 1891 öffentlich auf, also über sechs Jahrzehnte, und stellte ihre Programme aus Werken anderer Komponisten zusammen statt aus eigenen Virtuosenstücken. Ihre 23 veröffentlichten Werke reichen vom Klavierkonzert a-Moll op. 7 bis zu den Liedern von 1853. Von 1878 bis 1892 unterrichtete sie am Dr. Hochs Konservatorium in Frankfurt am Main.

Claude Debussy
Claude Debussy war ein französischer Komponist und der wichtigste Wegbereiter des musikalischen Impressionismus. Er löste sich von der spätromantischen Harmonik deutscher Prägung und suchte einen eigenständigen, französischen Klang jenseits von Richard Wagner. Bekannt wurde er mit dem Klavierstück Clair de Lune, mit dem Orchesterwerk La Mer und mit seiner einzigen vollendeten Oper Pelléas et Mélisande. Seine Musik setzt auf Klangfarbe und freie Akkordfolgen statt auf klassische Themenentwicklung, unter anderem mit der Ganztonleiter. Debussy lebte von 1862 bis 1918 in Frankreich und prägt bis heute Komponisten, Filmmusik und die moderne Harmonik.

David Bowie
David Bowie war ein britischer Sänger, Songwriter und Saxophonist, der seine Alben um wechselnde Kunstfiguren herum baute. Mit jeder Figur tauschte er Band, Produzent und Aufnahmeort, weshalb sich sein Werk in Phasen gliedert und nicht in einen durchgehenden Stil. Zwischen 1977 und 1979 erschienen drei Alben, die er mit Brian Eno und Tony Visconti aufnahm und die elektronische Klangflächen in die Rockmusik holten. Sein letztes Album Blackstar erschien im Januar 2016.

Descendents - Hypercaffium Spezzinate (2016)
Das ist sie also, die Neue von Milo und seinen Pop-Punk-Veteranen. In elegantem schwarz kommt sie daher und gibt uns gleich einen kleinen Einblick was der Frontsänger der Band in den dann doch 12 Jahren seit "Cool to Be You", dem letzten Album der Band, so alles getrieben hat. Ja richtig gehört, der studierte Biochemiker, mit dem Nebenjob die Punkwelt zu revolutionieren, ließ in den letzten Jahren wieder die Schulbank drücken und räumte dabei mit Sicherheit ein, zwei Preise zum "Coolsten Lehrer des Jahres" ab. Wer seine Stimme aber lieber inmitten von durchschnittlich 2-minütigen Punk-Hymnen, anstelle kühler Lehrsäle hört, ist mit Hypercaffium Spazzinate schon mal auf dem besten Weg.

Die Ärzte
Die Ärzte sind eine 1982 in Berlin gegründete Punkband in Trio-Besetzung. Farin Urlaub spielt Gitarre, Bela B sitzt am Schlagzeug, Rodrigo González spielt seit 1993 den Bass. Alle drei singen, und der Leadgesang wechselt von Stück zu Stück. 1988 löste sich die Band auf, 1993 nahm sie die Arbeit wieder auf. Kennzeichnend sind kurze Stücke, ein voller dreistimmiger Satzgesang und Texte, die mit Doppeldeutigkeit arbeiten.

Die Band Highfly
Als Sextett lassen Ludwig, Josef, Tina, Manfred, Achim und Tom ihre Zuhörer hoch fliegen. Ihre Musik begeistert die Fans und neue Zuhörer, die sie bisher noch nicht kannten, die Band HighFly, ihre Mitglieder sorgen stets für außerordentlich aufgeheizte Stimmung mit einer kraftvollen Stimme und fünf Musikern. Tänzer können nicht still halten, wenn HighFly durchstartet und voller Spaß die Bühne rockt. Auf dem Schwarz-Weiss-Ball vom 14.

Die Beatles
Die Beatles waren eine britische Band aus Liverpool, die von 1960 bis 1970 bestand. John Lennon, Paul McCartney, George Harrison und Ringo Starr begannen mit Beatmusik in Clubs und verlegten ihre Arbeit ab 1966 vollständig ins Studio. Gemeinsam mit dem Produzenten George Martin nutzten sie dort Vierspurmaschinen, Rückwärtsaufnahmen und Tonbandschleifen für Popstücke. Alben wie Revolver, Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band und Abbey Road prägen seither die Vorstellung davon, was im Studio möglich ist.

Die Rolling Stones
Die Rolling Stones sind eine britische Rockband, die 1962 in London entstand. Ihr Repertoire begann beim Chicago-Blues, aus dem die Band eigene Stücke entwickelte. Den Kern des Klangs bildet das Gitarrenspiel von Keith Richards, der eine fünfsaitige Gitarre in offener G-Stimmung spielt und Begleitung und Melodie in derselben Figur unterbringt. Zwischen 1968 und 1972 erschienen mit Beggars Banquet, Let It Bleed, Sticky Fingers und Exile on Main St. die vier Alben, an denen sich Rockbands seither orientieren.

Die Toten Hosen
Die Toten Hosen sind eine 1982 in Düsseldorf gegründete Punkband. Ihre Stücke sind so gebaut, dass ein Publikum den Refrain nach einmaligem Hören mitsingen kann: kurze Zeilen, wenige Töne, viel Wiederholung. Aus den Punkclubs der 1980er Jahre führte dieser Bau die Band bis in die Stadien. Sänger Campino, zwei Gitarren, Bass und Schlagzeug bilden die Besetzung. Düsseldorf und der Fußball ziehen sich als Bezug durch die Arbeit der Band.

Elvis Presley
Elvis Presley war ein US-amerikanischer Sänger, der Country, Rhythm and Blues und Gospel zu einem gemeinsamen Stil zusammenführte. Seine ersten Aufnahmen entstanden 1954 im Sun-Studio in Memphis, wo der Produzent Sam Phillips ein kurzes Bandecho über die Stimme legte. Presley sang im Bariton und griff dabei nach oben in die Tenorlage und nach unten in tiefe Basstöne. Ab 1969 tauschte er die knappe Rockabilly-Besetzung gegen eine große Showband mit Bläsern, Chören und Streichern.

Falco
Falco war der Künstlername des österreichischen Sängers Johann Hölzel, der von 1957 bis 1998 lebte. Er verband deutschsprachigen Sprechgesang mit englischen Textzeilen und elektronischer Popproduktion, Jahre bevor sich in Deutschland ein eigenes Rap-Genre entwickelte. Mit dem Stück Der Kommissar gelang ihm 1982 der internationale Durchbruch. 1986 stieg er mit Rock Me Amadeus als erster deutschsprachiger Künstler an die Spitze der US-Charts. Falco starb 1998 bei einem Autounfall in der Dominikanischen Republik.

Franz Liszt
Franz Liszt war ein ungarischer Komponist und Pianist der Romantik, der die Klaviervirtuosität seiner Zeit neu definierte und mit der sinfonischen Dichtung eine eigene Orchestergattung schuf. Nach Jahrzehnten als reisender Konzertpianist wurde er 1848 Kapellmeister in Weimar und brachte dort unter anderem Wagners Lohengrin zur Uraufführung. Ab 1865 trug er als Abbé die niederen Weihen der katholischen Kirche und lebte im Wechsel zwischen Weimar, Rom und Budapest. Seine Ungarischen Rhapsodien, die Klaviersonate h-moll und die Transzendentalen Etüden gehören bis heute zum Kernrepertoire der Klavierliteratur.

Franz Schubert
Franz Schubert war ein österreichischer Komponist der Wiener Klassik und frühen Romantik, geboren 1797 und gestorben 1828 in Wien. Er komponierte rund 600 Lieder und machte das Klavier darin zu einer eigenständigen Stimme, die das Geschehen des Textes mitträgt. Dazu schrieb er neun Sinfonien, darunter die unvollendete achte und die postum aufgeführte neunte, sowie Kammermusik wie das Forellenquintett und das Streichquintett C-Dur. Seine Liederzyklen Die schöne Müllerin und Winterreise nach Gedichten von Wilhelm Müller gehören bis heute zum Kernrepertoire des Liederabends.

Frédéric Chopin
Frédéric Chopin war ein polnisch-französischer Komponist und Pianist der Romantik, der fast ausschließlich für das Klavier schrieb. Er übernahm die polnischen Tanzformen Mazurka und Polonaise in die Kunstmusik und baute die Nocturne zu einer eigenständigen Gattung aus. Seine 24 Etüden op. 10 und op. 25 machten aus technischen Einzelaufgaben Konzertstücke. Chopin lebte ab 1831 in Paris, trat dort selten öffentlich auf und verdiente sein Geld mit Unterricht und Verlagsverträgen.

Georg Friedrich Händel
Georg Friedrich Händel war ein deutscher Komponist des Barock, geboren 1685 in Halle an der Saale und gestorben 1759 in London. Er schrieb über vierzig italienische Opern und englische Oratorien wie den Messias, dazu Orchesterwerke wie die Wassermusik und die Feuerwerksmusik. 1712 ließ er sich dauerhaft in London nieder und wurde 1727 britischer Staatsbürger. Das Händel-Werke-Verzeichnis ordnet seine Werke nach Gattungen und vergibt dafür die HWV-Nummern.

Giuseppe Verdi
Giuseppe Verdi war ein italienischer Opernkomponist des 19. Jahrhunderts und der prägende Name der italienischen Oper seiner Epoche. Er schrieb rund 26 Opern, von denen Rigoletto, La Traviata und Aida bis heute zu den meistgespielten Werken der Gattung zählen. Verdi stellte die Singstimme und die dramatische Zuspitzung in den Mittelpunkt und ordnete das Orchester dieser Stimme unter, statt es in den Vordergrund zu rücken. Er lebte von 1813 bis 1901, in den Jahrzehnten der italienischen Einigung, und saß zeitweise selbst im ersten italienischen Parlament.

Helene Fischer
Helene Fischer ist eine deutsche Sängerin, die Schlager und Pop zu einem eigenen, tanzbaren Sound verbindet. Sie wurde 1984 in Krasnojarsk in der damaligen Sowjetunion geboren und kam 1988 mit ihrer Familie nach Deutschland. Nach einer Ausbildung in Gesang und Tanz für die Musical-Bühne veröffentlichte sie 2005 ihr erstes Album und wurde 2013 mit Farbenspiel und den Singles Atemlos durch die Nacht und Herzbeben zu einer der meistgehörten deutschsprachigen Popkünstlerinnen ihrer Generation. Seit 2013 moderiert und bestreitet sie zudem die jährliche ZDF-Sendung Die Helene Fischer Show. Ihre Bühnenshows sind für aufwendige Akrobatik-Elemente und große Tänzer-Ensembles bekannt.

Herbert Grönemeyer
Herbert Grönemeyer ist ein deutscher Sänger, Songwriter und Schauspieler aus Bochum, dessen Alben seit 1984 fast durchgehend die deutschen Charts anführen. Sein unverkennbares Merkmal ist eine nasale, oft rau gefärbte Stimme, die Silben verschleift und Wörter rhythmisch verschiebt. Vor seiner Musikkarriere sang er am Schauspielhaus Bochum und übernahm 1981 die Rolle des Leutnants Werner in Wolfgang Petersens Film Das Boot. Mit dem Album 4630 Bochum gelang ihm 1984 der Durchbruch als Musiker, mit Mensch 2002 sein bis heute erfolgreichstes Album. Seit 1998 produziert Alex Silva seine Musik.

Jimi Hendrix
Jimi Hendrix war ein US-amerikanischer Gitarrist und Sänger, der Rückkopplung und Verzerrung als musikalisches Material behandelte statt als Störung. Er spielte als Linkshänder eine für Rechtshänder gebaute Stratocaster umgedreht und umgekehrt bespannt, was den Klang der einzelnen Saiten verändert. Seine Signalkette aus Wah-Wah, Fuzz und Univibe vor einem Stapel Marshall-Verstärker prägte den psychedelischen Rock. Zu Lebzeiten erschienen drei Studioalben und ein Livealbum.
Häufige Fragen zu Bands
Was unterscheidet eine Band von einem Ensemble?
Eine Band ist eine feste Gruppe, die ihr Repertoire überwiegend selbst schreibt und als Einheit auftritt. Ein Ensemble stellt sich für ein Werk oder eine Besetzung zusammen und interpretiert fremde Kompositionen. Der Unterschied liegt in der Dauerhaftigkeit und in der Frage, wer die Musik verfasst.
Welche Besetzung hat eine klassische Rockband?
Eine klassische Rockband besteht aus Schlagzeug, E-Bass, einer oder zwei E-Gitarren und Gesang. Das Schlagzeug und der Bass bilden die Rhythmusgruppe und legen Puls und Harmoniegrund fest, die Gitarren übernehmen Akkorde und Melodielinien. Keyboards kommen je nach Stilrichtung dazu.
Warum klingen zwei Bands mit derselben Besetzung verschieden?
Zwei Bands mit derselben Besetzung klingen verschieden, weil der Klang aus Spielweise und Arrangement entsteht, nicht aus der Instrumentenliste. Wie stark die Gitarren verzerren, wie eng Bass und Schlagzeug am Puls liegen, wie viele Instrumente gleichzeitig spielen und in welcher Lage sie das tun: Diese Entscheidungen trennen zwei Quartette deutlicher als jedes Instrument.
Was unterscheidet einen Komponisten von einem Songwriter?
Ein Komponist schreibt ein Werk in Noten aus und legt damit auch die Besetzung und die Stimmführung fest. Ein Songwriter entwirft Melodie, Harmoniefolge und Text, während Arrangement und Klang oft erst im Studio mit der Band entstehen. Die Grenze verläuft entlang der Frage, wie viel die Notation bereits festlegt.