Frédéric Chopin

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Redaktion
Das Chopin-Denkmal im Warschauer Łazienki-Park. Foto: allphotobangkok / Pixabay.
Das Chopin-Denkmal im Warschauer Łazienki-Park. Foto: allphotobangkok / Pixabay.

Zusammenfassung

Frédéric Chopin war ein polnisch-französischer Komponist und Pianist der Romantik, der fast ausschließlich für das Klavier schrieb. Er übernahm die polnischen Tanzformen Mazurka und Polonaise in die Kunstmusik und baute die Nocturne zu einer eigenständigen Gattung aus. Seine 24 Etüden op. 10 und op. 25 machten aus technischen Einzelaufgaben Konzertstücke. Chopin lebte ab 1831 in Paris, trat dort selten öffentlich auf und verdiente sein Geld mit Unterricht und Verlagsverträgen.

Frédéric Chopin war ein polnisch-französischer Komponist und Pianist der Romantik, der fast ausschließlich für das Klavier schrieb. Er übernahm die polnischen Tanzformen Mazurka und Polonaise in die Kunstmusik und baute die Nocturne zu einer eigenständigen Gattung aus. Seine Etüden machten aus technischen Einzelaufgaben Konzertstücke und erweiterten den Anspruch an Hand und Fingersatz. Chopin lebte ab 1831 in Paris, trat dort selten öffentlich auf und verdiente sein Geld mit Unterricht und Verlagsverträgen. Er starb 1849 mit 39 Jahren.

1810geboren
1849gestorben
KlavierBesetzung fast aller Werke
op. 65letzte Opuszahl zu Lebzeiten

Wer war Frédéric Chopin?

Frédéric Chopin war Komponist und Pianist und gehört zur ersten Generation der Romantik. Er wuchs in Warschau auf, studierte dort bei Józef Elsner und verließ Polen 1830 zu einer Konzertreise. Wenige Wochen später begann der Novemberaufstand, und Chopin kehrte nie zurück. 1831 kam er über Wien nach Paris und blieb. Das Geburtsjahr 1810 steht fest, der Tag nicht: Der Taufeintrag nennt den 22. Februar, die Familie nannte den 1. März.

MerkmalFrédéric Chopin
Lebensdaten1810 bis 1849
GeburtsortŻelazowa Wola bei Warschau
SterbeortParis
EpocheRomantik
WirkungsstättenWarschau, Wien, Paris
WerkgattungenMazurka, Polonaise, Nocturne, Etüde, Walzer, Prélude, Ballade, Scherzo
Besetzungfast ausschließlich Klavier solo
BesonderheitSein Grab liegt in Paris, sein Herz in Warschau

Warum schrieb Chopin fast nur für Klavier?

Chopin schrieb für das Instrument, das er selbst beherrschte, und für die Räume, in denen er auftrat. Er komponierte am Klavier, und sein Publikum saß nicht im großen Saal, sondern im Pariser Salon vor einem Flügel.

Die wenigen Werke mit anderer Besetzung stammen fast alle aus den frühen Jahren, darunter die beiden Klavierkonzerte in e-Moll und f-Moll. Spät kam die Cellosonate g-Moll op. 65 hinzu. Eine Oper, eine Sinfonie oder ein Streichquartett schrieb er nie.

Was ist das Rubato bei Chopin?

Rubato heißt, dass der Spieler einzelne Töne früher oder später anschlägt, als der Takt sie erwartet. Die Länge des Takts bleibt dabei gleich: Was die Melodie an einer Stelle dehnt, holt sie an der nächsten wieder auf. Zeitgenossen und Schüler berichteten übereinstimmend, dass Chopin die linke Hand im Takt hielt und nur die rechte frei führte.

Taktbeginn Taktende Strenger Takt 1 2 3 4 Rubato Die Töne rücken auseinander und wieder zusammen, der Takt bleibt gleich lang
Oben liegen die vier Schläge in gleichem Abstand. Unten kommen die mittleren Töne später und drängen sich danach zusammen, Taktbeginn und Taktende bleiben an derselben Stelle.

Rubato verschiebt Töne, es dehnt nicht den Takt. Wer ein Stück von Chopin langsamer werden lässt und danach nicht aufholt, spielt kein Rubato, sondern ändert das Tempo. Die Begleitung liefert das Maß, an dem die Melodie ihre Freiheit misst. Deshalb verlangt Rubato zwei voneinander unabhängige Hände.

Wie brachte Chopin die polnischen Tänze in die Kunstmusik?

Chopin übernahm zwei polnische Tanzformen und schrieb sie als Konzertstücke weiter, nicht als Musik zum Tanzen. Beide stehen im Dreiertakt, und beide behalten bei ihm ihre kennzeichnende Betonung.

  • Mazurka setzt den Akzent auf die zweite oder dritte Zählzeit statt auf die erste. Chopin schrieb über fünfzig davon und übernahm dabei Wendungen der ländlichen Spielpraxis: liegende Quinten im Bass, Melodietöne außerhalb der Dur-Moll-Ordnung, kurze Wiederholungsfiguren.
  • Polonaise ist ein Schreittanz mit einer festen Rhythmusfigur auf der ersten Zählzeit. Chopin gab ihr einen großen Tonumfang, volle Akkordgriffe und eine feierliche Anlage. Die Polonaise As-Dur op. 53 gehört zu seinen bekanntesten Stücken.

Nach dem gescheiterten Novemberaufstand lebten viele Polen im Pariser Exil. Sie hörten Chopins Mazurken und Polonaisen als Musik der verlorenen Heimat, und diese Lesart hängt ihnen bis heute an.

Was machte Chopin aus der Nocturne?

Die Nocturne stammt nicht von Chopin. Der irische Pianist John Field prägte den Typ um 1810: eine gesangliche Melodie in der rechten Hand über gebrochenen Akkorden in der linken. Chopin übernahm diese Anlage und baute sie aus.

Bei ihm kehrt die Melodie verziert wieder, statt gleich zu bleiben. Der Mittelteil setzt einen Gegensatz in Tonart, Lautstärke und Bewegung. Die linke Hand greift weiter über die Tastatur, weil das Pedal die Töne zusammenbindet. Rund zwanzig Nocturnes sind erhalten, die bekannteste steht in Es-Dur und stammt aus op. 9.

Wie veränderte Chopin die Klaviertechnik?

Chopin behandelte die fünf Finger als ungleich und nutzte diese Ungleichheit, statt sie wegzuüben. Als Ausgangsstellung ließ er die Hand so aufsetzen, dass die längeren Finger auf den Obertasten liegen. Daraus folgen Fingersätze, die vor ihm als falsch galten, etwa der Daumen auf einer schwarzen Taste oder das Übersetzen langer Finger übereinander.

Die 24 Etüden op. 10 und op. 25 machten aus je einer technischen Aufgabe ein Konzertstück. Op. 10 Nr. 1 spannt die rechte Hand über weit gebrochene Akkorde, op. 25 Nr. 6 läuft durchgehend in Terzen. Vor Chopin waren Etüden Übungsmaterial, danach standen sie auf dem Programm. Dazu kam eine genaue Pedalschrift: Chopin notierte, wann das rechte Pedal fällt und wann es wieder hochgeht, und rechnete es als festen Bestandteil des Klangs mit.

Wie lebte Chopin in Paris?

Chopin lebte vom Unterricht und vom Verkauf seiner Werke an Verlage. Öffentlich trat er nur wenige Dutzend Mal auf; sein Ort war der Salon mit wenigen Dutzend Zuhörern. Seine Schülerinnen und Schüler kamen aus dem wohlhabenden Pariser Bürgertum und dem Adel, und die Stundenhonorare trugen den größten Teil seines Einkommens.

Den Winter 1838 auf 1839 verbrachte er mit der Schriftstellerin George Sand auf Mallorca, die folgenden Sommer bis 1846 auf ihrem Landsitz in Nohant, wo ein großer Teil seiner späten Werke entstand. 1848 reiste er nach England und Schottland und gab in London seinen letzten öffentlichen Auftritt. Er starb 1849 in Paris nach einer langjährigen Lungenkrankheit.

Seine Stücke blieben danach im Repertoire, weil Pianistinnen und Pianisten sie weiterspielten. Clara Schumann nahm Werke von ihm früh in ihre Programme auf, als Auftretende sonst vor allem eigene Stücke spielten. In der klassischen Musik gehört Chopin heute zum Kernbestand der Klavierliteratur.

Häufige Fragen zu Frédéric Chopin

Welche Werke schrieb Frédéric Chopin?

Frédéric Chopin schrieb fast ausschließlich für Klavier solo: Mazurken, Polonaisen, Nocturnes, Etüden, Walzer, Préludes, Balladen, Scherzi und drei Sonaten. Außerhalb davon stehen zwei Klavierkonzerte in e-Moll und f-Moll, die Cellosonate g-Moll op. 65 und einige polnische Lieder. Die zu Lebzeiten veröffentlichten Werke tragen die Opuszahlen 1 bis 65.

Was bedeutet Rubato bei Chopin?

Rubato bedeutet bei Chopin, dass die Melodie einzelne Töne vorzieht oder verzögert, während die Begleitung im Takt bleibt. Der Takt behält seine Länge, denn die Melodie holt die geliehene Zeit wieder ein. Diese Aufteilung zwischen freier rechter und taktfester linker Hand haben mehrere seiner Schüler beschrieben.

Was ist der Unterschied zwischen Mazurka und Polonaise bei Chopin?

Der Unterschied liegt in Betonung und Charakter. Die Mazurka betont die zweite oder dritte Zählzeit des Dreiertakts und bleibt bei Chopin knapp, oft nur wenige Zeilen lang. Die Polonaise trägt eine feste Rhythmusfigur auf der ersten Zählzeit und ist breiter angelegt. Beide Tänze stammen aus Polen und stehen im Dreiertakt.

Wo ist Frédéric Chopin begraben?

Frédéric Chopin ist auf dem Pariser Friedhof Père Lachaise begraben. Sein Herz liegt getrennt davon in Warschau, eingemauert in einem Pfeiler der Heilig-Kreuz-Kirche. Diese Trennung geht auf seinen eigenen Wunsch zurück: Er hatte Polen 1830 verlassen und nie wieder betreten.

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