Johann Sebastian Bach

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Redaktion
Das Bach-Denkmal vor der Thomaskirche in Leipzig. Foto: WolfBlur / Pixabay.
Das Bach-Denkmal vor der Thomaskirche in Leipzig. Foto: WolfBlur / Pixabay.

Zusammenfassung

Johann Sebastian Bach war ein deutscher Komponist und Organist des Barock. Er arbeitete in Arnstadt, Mühlhausen, Weimar und Köthen und von 1723 bis zu seinem Tod 1750 als Thomaskantor in Leipzig. Sein Kern ist der Kontrapunkt: mehrere gleichzeitig geführte Stimmen, von denen jede eine eigene Melodie trägt. Das Bach-Werke-Verzeichnis ordnet seine Werke nach Gattungen und vergibt dafür die BWV-Nummern.

Johann Sebastian Bach war ein deutscher Komponist und Organist des Barock. Er arbeitete als Hoforganist in Weimar, als Kapellmeister in Köthen und von 1723 bis zu seinem Tod als Thomaskantor in Leipzig. Sein Handwerk ist der Kontrapunkt: Bach führt mehrere Stimmen gleichzeitig, gibt jeder eine eigene Melodie und fügt sie zu einer schlüssigen Harmonie zusammen. Das Bach-Werke-Verzeichnis ordnet seine Werke und vergibt dafür die BWV-Nummern.

1685geboren in Eisenach
1750gestorben in Leipzig
27Jahre Thomaskantor
BWVWerkverzeichnis

Wer war Johann Sebastian Bach?

Johann Sebastian Bach war Komponist, Organist und Kapellmeister. Er stammte aus einer thüringischen Musikerfamilie, die über Generationen Stadtpfeifer und Organisten stellte, kam am 21. März 1685 in Eisenach zur Welt und wuchs nach dem frühen Tod der Eltern bei seinem älteren Bruder Johann Christoph in Ohrdruf auf.

Seine Laufbahn führte über Arnstadt, Mühlhausen, Weimar und Köthen nach Leipzig, wo er 1723 das Amt des Thomaskantors antrat und bis zu seinem Tod am 28. Juli 1750 blieb.

MerkmalJohann Sebastian Bach
Lebensdaten21. März 1685 bis 28. Juli 1750
GeburtsortEisenach in Thüringen
SterbeortLeipzig
EpocheBarock
WirkungsstättenArnstadt, Mühlhausen, Weimar, Köthen, Leipzig
ÄmterOrganist, Hoforganist, Konzertmeister, Kapellmeister, Thomaskantor
Prägende GattungenKantate, Passion, Orgelwerk, Konzert, Zyklus für Tasteninstrument
WerkverzeichnisBWV, nach Gattungen geordnet
Besonderheitschrieb Kontrapunkt bis zu sechs selbständigen Stimmen

Was zeichnet die Musik von Johann Sebastian Bach aus?

Die Musik von Johann Sebastian Bach beruht auf dem Kontrapunkt: Mehrere Stimmen laufen gleichzeitig, jede trägt eine eigene Melodie, und zusammen ergeben sie eine tragfähige Harmonie. Keine Stimme begleitet nur.

Die Fuge treibt dieses Verfahren am weitesten. Eine Stimme stellt das Thema allein vor. Die zweite antwortet damit eine Quinte höher, während die erste weiterspielt. So tritt Stimme für Stimme ein, bis alle das Thema einmal gebracht haben. Danach wechseln sich Zwischenspiele und neue Themeneinsätze ab, die durch verwandte Tonarten führen.

Exposition: jede Stimme bringt das Thema einmal Zwischenspiel weiterer Einsatz Sopran Alt Tenor Bass Thema freier Kontrapunkt Beantwortung freier Kontrapunkt Thema freier Kontrapunkt Beantwortung Thema Thema in der Grundtonart Beantwortung in der Dominante freier Kontrapunkt
Vier Stimmen setzen nacheinander ein. Das Thema steht in der Grundtonart, die Beantwortung eine Quinte höher in der Dominante. Nach der Exposition verbinden Zwischenspiele die weiteren Themeneinsätze.

Anders als andere musikalische Formen wiederholt die Fuge keinen ganzen Abschnitt. Zurück kehrt nur das Thema, jedes Mal in einer anderen Stimme und oft in einer anderen Tonart.

Eine Fuge ist kein Formschema, sondern ein Verfahren. Bach füllt kein festes Raster aus. Das Thema entscheidet, wie viele Stimmen einsetzen, welche Tonarten es durchläuft und wo Zwischenspiele stehen. Deshalb ist jede Fuge anders gebaut, obwohl alle demselben Prinzip folgen.

Wie weit Bach das ausreizt, zeigt Das Wohltemperierte Klavier. Jeder der beiden Teile enthält 24 Paare aus Präludium und Fuge, eines in jeder Dur- und jeder Molltonart. Möglich macht das eine temperierte Stimmung: Sie verteilt die unvermeidlichen Abweichungen so über die zwölf Töne, dass jede Tonart des Quintenzirkels brauchbar klingt. Welche Temperatur Bach genau meinte, beschreibt keine Quelle. Ob er die heute übliche gleichstufige Stimmung im Sinn hatte, ist umstritten.

An der Orgel schrieb Bach für ein Instrument, das ihm eine Stimme mehr gab. Die Pfeifenorgel hat ein Pedalklavier, sodass eine einzelne Person mit den Füßen einen selbständigen Bass führt und mit den Händen zwei bis drei weitere Stimmen.

Welche Werke schrieb Johann Sebastian Bach?

Johann Sebastian Bach schrieb für Kirche, Hof und Unterricht, aber keine Oper. Diese Werke stehen heute im Zentrum des Repertoires:

  • Das Wohltemperierte Klavier (BWV 846 bis 893), zwei Teile mit je 24 Präludien und Fugen durch alle Tonarten.
  • Die Brandenburgischen Konzerte (BWV 1046 bis 1051), sechs Konzerte mit jeweils anderer Besetzung, die Bach 1721 dem Markgrafen Christian Ludwig von Brandenburg widmete.
  • Johannes-Passion (BWV 245) und Matthäus-Passion (BWV 244), beide für den Leipziger Karfreitagsgottesdienst; die Matthäus-Passion verlangt zwei Chöre und zwei Orchester.
  • Messe in h-Moll (BWV 232), die Bach am Ende seines Lebens aus neuen und älteren Sätzen zusammenstellte.
  • Goldberg-Variationen (BWV 988), eine Aria mit 30 Variationen für ein Cembalo mit zwei Manualen.
  • Die Kunst der Fuge (BWV 1080), eine Folge von Fugen und Kanons über ein einziges Thema, unvollendet geblieben.
  • Rund 200 Kirchenkantaten, die überwiegend in Leipzig für die Sonn- und Feiertage entstanden.

Welche Stellung hatte Johann Sebastian Bach zu Lebzeiten?

Zu Lebzeiten kannte man Johann Sebastian Bach vor allem als Organisten und als Sachverständigen für Orgeln, weniger als Komponisten. Als der Leipziger Rat einen neuen Thomaskantor suchte, stand Bach nicht an erster Stelle: Erst nachdem Georg Philipp Telemann und Christoph Graupner absagten, bekam er die Stelle.

Das Amt verlangte Verwaltung und Unterricht ebenso wie Musik. Bach verantwortete die Musik in den Leipziger Hauptkirchen, unterrichtete an der Thomasschule und lieferte für jeden Sonn- und Feiertag eine Kantate. Über Zuständigkeiten und Geld stritt er wiederholt mit dem Rat, was die erhaltenen Ratsprotokolle festhalten.

Im Druck erschien zu seinen Lebzeiten nur ein kleiner Teil seines Werks, darunter die vier Teile der Clavier-Übung und das Musikalische Opfer. Das meiste blieb handschriftlich und wanderte über Schüler und Söhne weiter.

Welchen Einfluss hat Johann Sebastian Bach bis heute?

Johann Sebastian Bach steht heute im Zentrum von Repertoire und Ausbildung. Den Anstoß dafür gab eine einzelne Aufführung: Am 11. März 1829 leitete Felix Mendelssohn Bartholdy in der Berliner Singakademie die Matthäus-Passion, die erste Aufführung dieses Werks seit Bachs Tod. 1850 gründete sich die Bach-Gesellschaft und gab bis 1900 sämtliche damals bekannten Werke heraus.

Im Unterricht dient Bach als Maßstab für den Tonsatz: Wer vierstimmigen Chorsatz lernt, arbeitet an seinen Choralharmonisierungen. Seine Kantaten, Motetten und Passionen bilden den Kernbestand der Chormusik in Kirche und Konzert.

Häufige Fragen zu Johann Sebastian Bach

Was ist eine Fuge bei Johann Sebastian Bach?

Eine Fuge bei Johann Sebastian Bach ist ein mehrstimmiger Satz über ein einziges Thema. Eine Stimme stellt das Thema allein vor, die nächste beantwortet es eine Quinte höher, danach setzen die übrigen Stimmen nacheinander ein. Zwischenspiele ohne vollständiges Thema verbinden die weiteren Einsätze. Bach schrieb Fugen für Orgel, Cembalo, Streicher und Chor.

Was bedeutet BWV bei Johann Sebastian Bach?

BWV steht für Bach-Werke-Verzeichnis, das Wolfgang Schmieder 1950 vorlegte. Es ordnet die Werke nach Gattungen: Am Anfang stehen die Kantaten, am Ende die Kammer- und Orchestermusik. Eine niedrige BWV-Nummer sagt deshalb nichts darüber, wann ein Stück entstanden ist.

Wie viele Kinder hatte Johann Sebastian Bach?

Johann Sebastian Bach hatte 20 Kinder aus zwei Ehen, sieben mit Maria Barbara Bach und dreizehn mit Anna Magdalena Bach. Weniger als die Hälfte erreichte das Erwachsenenalter. Vier Söhne wurden Komponisten: Wilhelm Friedemann, Carl Philipp Emanuel, Johann Christoph Friedrich und Johann Christian Bach.

Warum wurde die Musik von Johann Sebastian Bach wiederentdeckt?

Die Musik von Johann Sebastian Bach kam durch die Berliner Aufführung der Matthäus-Passion am 11. März 1829 unter Felix Mendelssohn Bartholdy zurück in die Öffentlichkeit. Unter Fachleuten war Bach nie vergessen, Mozart und Beethoven kannten seine Werke. Erst 1829 wurde aus dieser Kennerschaft ein breites Publikumsinteresse.

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