
18 Zupfinstrumente
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Zupfinstrumente erzeugen ihren Ton, indem Finger oder ein Plektrum die Saite auslenken und loslassen. Der Ton beginnt mit dem Anriss am lautesten und klingt danach ab, anders als bei gestrichenen Instrumenten, deren Ton so lange trägt, wie der Bogen läuft.
Diese Rubrik sammelt die gezupften Instrumente außerhalb der Gitarrenfamilie: Harfe, Laute, Mandoline, Banjo, Balalaika und Zither ebenso wie die japanische Koto, die chinesische Pipa, die westafrikanische Kora und die persische Setar.
Die Bauformen unterscheiden sich stärker als in jeder anderen Familie. Bei einer Harfe läuft jede Saite frei zwischen Hals und Resonanzkörper und klingt nur einen Ton. Bei einer Laute verkürzt der greifende Finger dieselbe Saite zu vielen Tonhöhen. Bei einer Zither spannen sich die Saiten über einen flachen Kasten ohne Hals.

Akustische Bassgitarre
Die akustische Bassgitarre gehört zur Familie der Gitarren und deckt deren Bassbereich ab: großer hohler Korpus mit Schallloch, Bünde auf dem Griffbrett und vier Saiten auf E, A, D und G, eine Oktave tiefer als die vier tiefen Gitarrensaiten. Sie erzeugt ihren Ton ohne Strom, bleibt dabei aber leise und setzt sich gegen andere Instrumente kaum durch. Deshalb tragen fast alle Modelle einen eingebauten Tonabnehmer.

Angelica
Die Angelica ist ein bekanntes Zupfinstrument aus der Barockzeit . Schon in dieser Epoche wurde das Instrument mit 16 oder sogar 17 Saiten erbaut. Eigentlich steht die Angelica zwischen der Laute , der Harfe und auch der Thorbe. Dies bedeutet vor allem auch, dass mit diesem Instrument die Barocklaute wiedergegeben werden können.

Ardin
Ardin ist eine bekannte und interessante Winkelharfe , die meistens von Frauen gespielt wird. Die Harfe stammt aus der westafrikanischen Sahara und ist die einzige Winkelharfe die in Afrika gespielt wird. Ihre Bauform ist eigentlich einer altägyptischen Wurzel ähnlich. Geschichte der Ardin Einer der ältesten Harfen in Afrika sind die Bodenharfen, die vor vielen Jahren schon auf den verschiedenen Wandmalereien zu sehen waren.

Balalaika
Die Balalaika ist ein russisches Zupfinstrument mit dreieckigem Korpus und drei Saiten. Ihre flache Decke trägt ein kleines Schallloch, der schmale Hals Bünde aus Metall. Die rechte Hand zupft und schlägt die Saiten ohne Plektrum, längere Töne hält sie mit dem Tremolo. Es gibt die Balalaika in einer ganzen Familie von Größen, von der hohen Prima bis zur Kontrabass-Balalaika.

Bandura
Die Bandura ist ein ukrainisches Zupfinstrument, das Lauten- und Zitherprinzip verbindet: Basssaiten laufen über einen unbundierten Hals, die deutlich zahlreicheren Prystrunky frei über die Decke des Resonanzkörpers. Je nach Bauform trägt sie zwischen 12 und 68 Saiten, historisch diatonisch, in der modernen Konzertbauform chromatisch gestimmt. Gespielt wird sie von Banduristen, einer Tradition wandernder, oft blinder Sänger, die im 20. Jahrhundert auch unter sowjetischer Verfolgung litt.

Bandurria
Die Bandurria ist ein spanisches Zupfinstrument mit sechs Doppelsaiten, also zwölf Saiten insgesamt. Ihr Korpus ist klein und birnenförmig, der Boden flach, der Hals kurz und mit Bünden besetzt. Spieler schlagen die Saitenpaare mit einem Plektrum an, meist im schnellen Tremolo. In spanischen und philippinischen Zupforchestern trägt die Bandurria die Melodie.

Banjo
Das Banjo ist ein Zupfinstrument mit rundem Korpus, über den ein Fell gespannt ist. Ein loser Steg auf dem Fell überträgt die Schwingung der Saiten, deshalb klingt das Banjo hell und perkussiv. Am weitesten verbreitet sind das fünfsaitige Banjo der amerikanischen Old-Time- und Bluegrassmusik und das viersaitige Tenorbanjo aus frühem Jazz und irischer Volksmusik.

Barbat
Der Barbat ist eine persische Kurzhalslaute mit birnenförmigem Korpus und bundlosem Griffbrett. Sein Hals ist kurz, der Wirbelkasten am Ende nach hinten abgeknickt. Der Barbat gilt als Vorläufer der arabischen Oud und damit auch der europäischen Laute. Belegt ist er in der Zeit der Sassaniden, im 20. Jahrhundert bauten iranische Werkstätten ihn neu.

Beganna
Die Beganna ist ein Instrument, welches bis heute noch nicht allzu bekannt geworden ist. In der damaligen Zeit gab es besonders in Äthiopien sehr viele Spieler, die sich mit der Musik und vor allem dem Spielen des Instruments befasst haben. Eigentlich kann die Beganna als große Leier bezeichnet werden, die mit acht oder sogar zehn unterschiedlichen Saiten versehen ist. Auf diesen Saiten kann der Spieler die Töne erzielen, die zu einem sehr sanften und schönen Musikstück führen können.

Berda
Die Berda ist ein Instrument, welches aus der südslawischen und ungarischen Richtung stammt. In diesem Teil des Landes wird das Instrument vor allem als Volksinstrument angesehen. Das Konstruktionsprinzip der Berda ist ähnlich mit dem Kontrabass. Beide Instrumente sind mit Bünden versehen und haben einen stark, ähnlichen Korpus.

Çeng
Der Çeng ist eine historische Winkelharfe, die vom 15. bis ins 18. Jahrhundert in der Hofmusik des Osmanischen Reichs gespielt wurde und auf die persische Winkelharfe čang zurückgeht. Als offene Winkelharfe ohne Stützpfeiler spannt er jede Saite einzeln zwischen einem gebogenen Resonanzkörper und einem geraden Saitenträger, gezupft mit beiden Händen. Der ähnlich klingende Name der chinesischen Guzheng täuscht: Beide Instrumente sind nicht verwandt und gehören unterschiedlichen Familien an, die Guzheng ist eine Zither, der Çeng eine Harfe. Aus der Musizierpraxis verschwand der Çeng bereits im 18. Jahrhundert, seit den 1980er Jahren bauen einzelne Instrumentenmacher ihn nach historischen Beschreibungen und Miniaturmalereien wieder auf.

Geomungo
Der Geomungo, auch Komungo genannt, ist ein traditionelles koreanisches Saiteninstrument aus der Familie der Halbröhrenzithern. Er entstand im Königreich Goguryeo, also bereits im 4. bis 6. Jahrhundert nach Christus, und zählt damit zu den ältesten noch gespielten Instrumenten Koreas.

Harfe
Die Harfe ist ein Zupfinstrument, dessen Saiten frei in einem dreieckigen Rahmen aus Korpus, Hals und Säule schwingen. Die moderne Konzertharfe trägt 47 Saiten und sieben Pedale, mit denen die Füße während des Spiels die Tonart wechseln. Kleinere Hakenharfen kommen ohne Pedalmechanik aus und stellen die Halbtöne über Hebel an jeder einzelnen Saite ein.

Kissar
Die Kissar ist ein traditionelles Zupfinstrument aus Nordostafrika. Es handelt sich um eine Schalenleier mit fünf Saiten, die vor allem bei nubischen, Beja- und Nuba-Gemeinschaften im Grenzgebiet von Ägypten, Sudan, Eritrea und Äthiopien verbreitet ist. Der Korpus besteht aus einer flachen, runden Holzschale, die mit einer Schafshaut bespannt ist und als Resonanzboden dient.

Kora
Die Kora ist ein 21-saitiges Harfenlaute-Instrument (Chordophon) aus Westafrika und gilt als eines der komplexesten Saiteninstrumente der Welt. Sie ist seit Jahrhunderten fest in der Griot-Tradition, Jaliya genannt, der Mandinka in Mali, Senegal, Gambia und Guinea verwurzelt, wo sie von Angehörigen bestimmter Musikerfamilien zur Begleitung von Gesang, Geschichtenerzählung und Preisliedern gespielt wird.

Koto
Der Koto ist eine japanische Wölbbrettzither mit traditionell 13 Saiten, die jeweils über einen eigenen, beweglichen Steg laufen und dadurch einzeln gestimmt werden. Der Spieler sitzt vor dem etwa 1,80 Meter langen Korpus aus Kiri-Holz und zupft die Saiten mit drei Plektren, den Tsume, die an Daumen, Zeige- und Mittelfinger der rechten Hand sitzen. Das Instrument geht auf die chinesische Zheng zurück und kam während der Nara-Zeit (710 bis 794) über die Gagaku-Hofmusik nach Japan. Seit 1921 ergänzt eine vom Musiker Michio Miyagi entwickelte 17-saitige Bassvariante, der Jushichigen, das klassische Instrument.

Laute
Die so genannte Laute ist im eigentlichen Sinne kein separates Instrument, sondern beschreibt eine ganze Gruppe verschiedener Saiteninstrumente. Ähnlich wie eine Gitarre bestehen Lauten grundsätzlich aus einem Gehäuse sowie einem sich daran anschließenden Instrumentenhals. Wer meint, der Name Laute hätte etwas mit dem Tonumfang beziehungsweise der Lautstärke des Instrumentes zu tun, der irrt sich. Der Name Laute stammt ursprünglich aus dem arabischen Raum , wo er mit "Holz" übersetzt werden kann.

Mandoline
Die Mandoline ist als durch Zupfen gespieltes Saiteninstrument in die Familie der Lauten einzuordnen. Ihre Entwicklung geht zurück bis ins Mittelalter, insbesondere im 16. Jahrhundert war die Mandoline eines der bevorzugten Instrumente in Orchestern. Später, insbesondere in den Anfängen des 20.
Häufige Fragen zu Zupfinstrumente
Was ist der Unterschied zwischen Harfe, Laute und Zither?
Die Unterscheidung folgt der Bauform. Bei der Harfe steht jede Saite senkrecht zur Decke und klingt nur einen Ton. Bei der Laute laufen die Saiten über einen Hals, den der Spieler greift, um dieselbe Saite in mehreren Tonhöhen zu nutzen. Bei der Zither spannen sich die Saiten über einen flachen Korpus ohne Hals.
Wie funktionieren die Pedale einer Konzertharfe?
Die sieben Pedale einer Konzertharfe rasten in drei Stufen und verändern jeweils alle Saiten eines Stammtons in allen Oktaven. Die obere Stufe erniedrigt, die mittlere gibt den Grundton, die untere erhöht. So spielt eine Harfe mit 47 Saiten alle Tonarten.
Warum gehört das Banjo nicht zu den Gitarren?
Das Banjo unterscheidet sich im Resonanzkörper. Statt einer Holzdecke trägt es ein gespanntes Fell über einem runden Rahmen, das dem Instrument seinen kurzen, perkussiven Klang gibt. Genau dieser Aufbau macht es zu einem eigenen Instrument und nicht zu einer Gitarrenvariante.