Harfe

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Zusammenfassung

Die Harfe ist ein Zupfinstrument, dessen Saiten frei in einem dreieckigen Rahmen aus Korpus, Hals und Säule schwingen. Die moderne Konzertharfe trägt 47 Saiten und sieben Pedale, mit denen die Füße während des Spiels die Tonart wechseln. Kleinere Hakenharfen kommen ohne Pedalmechanik aus und stellen die Halbtöne über Hebel an jeder einzelnen Saite ein.

Die Harfe ist ein Zupfinstrument, dessen Saiten frei in einem dreieckigen Rahmen aus Korpus, Hals und Säule schwingen. Wer Harfe spielt, reißt die Saiten mit den Fingerkuppen an, ohne Bogen und ohne Plektrum. Die moderne Konzertharfe trägt 47 Saiten und sieben Pedale, kleinere Hakenharfen kommen ohne Pedale aus.

Wie klingt eine Harfe?

Die Harfe klingt weich und schwingt lange nach, weil kein Dämpfer die Saiten stoppt: Jeder angerissene Ton bleibt stehen, bis er von selbst verklingt oder die Handfläche ihn abdämpft. Daraus entsteht auch das bekannteste Klangbild der Harfe, das Glissando: Ein Finger streicht über die Saitenreihe, und alle Töne stehen gleichzeitig im Raum.

Wie eine Harfe klingt, zeigt dieses Klangbeispiel:

Wie ist eine Harfe aufgebaut?

Eine Harfe besteht aus drei Teilen, die einen Dreiecksrahmen bilden: dem Resonanzkörper, an dem die Saiten unten befestigt sind, dem geschwungenen Hals mit den Stimmwirbeln und der Säule, die den Zug der Saiten auffängt. Die Säule unterscheidet die Rahmenharfe von den älteren Bogen- und Winkelharfen, deren Rahmen offen bleibt.

Die 47 Saiten decken rund sechseinhalb Oktaven ab und wechseln je nach Lage das Material: im Bass umsponnener Stahl, in der Mittellage Darm, in der Höhe Nylon. Alle C-Saiten sind rot eingefärbt, alle F-Saiten schwarz oder dunkelblau, sonst fände die Hand im dichten Saitenfeld keinen Anhaltspunkt. Eine Konzertharfe misst rund 180 Zentimeter und wiegt zwischen 35 und 40 Kilogramm.

Wie funktioniert die Pedalmechanik der Harfe?

Die sieben Pedale der Konzertharfe verstimmen jeweils alle Saiten eines Tonnamens gleichzeitig. Jedes rastet in drei Stufen: oben klingen die zugehörigen Saiten erniedrigt, in der Mitte natürlich, unten erhöht. Tritt die Harfenistin das C-Pedal nach unten, klingen alle C-Saiten des Instruments als Cis.

Die Mechanik läuft verborgen in Säule und Hals. Jedes Pedal zieht über Stangen kleine Gabelscheiben am oberen Ende der betroffenen Saiten; ihre Stifte greifen die Saite und verkürzen deren schwingende Länge um genau einen Halbton. Diese Doppelpedalmechanik ließ Sébastien Érard 1810 patentieren, und erst sie machte die Harfe in allen Tonarten spielbar.

Wie spielt man Harfe?

Wer Harfe spielt, sitzt und lehnt das Instrument an die rechte Schulter, den Rahmen zwischen den Knien. Beide Hände arbeiten mit je vier Fingern: Daumen, Zeige-, Mittel- und Ringfinger reißen die Saiten an, der kleine Finger bleibt außen vor, weil er zu kurz ist.

An der Konzertharfe arbeiten zusätzlich die Füße an den Pedalen, während die Hände weiterspielen. Die Pedalwechsel stehen in den Noten und müssen so früh vorbereitet sein, dass im Klang nichts davon zu hören ist.

Woher stammt die Harfe?

Die Harfe stammt aus dem Alten Orient. Bogenharfen, bei denen ein gebogener Stab die Saiten trägt, sind in Mesopotamien und Ägypten seit dem 3. Jahrtausend vor Christus nachgewiesen, später kamen Winkelharfen dazu. Beiden fehlt die Säule.

Die dreieckige Rahmenharfe entstand im mittelalterlichen Europa. Zu den ältesten erhaltenen Exemplaren zählt die Wartburg-Harfe aus dem späten 14. Jahrhundert. In Irland wurde die Harfe zum Nationalsymbol und führt bis heute das Staatswappen. In Westafrika läuft bei der Kora die Saitenebene über einen hohen Steg, weshalb sie zu den Harfenlauten zählt.

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Häufige Fragen zur Harfe

Wie viele Saiten hat eine Harfe?

Eine Konzertharfe hat 47 Saiten, Hakenharfen je nach Bauart rund 22 bis 38. Die Saiten sind diatonisch gestimmt, entsprechen also den weißen Tasten eines Klaviers; die Halbtöne kommen erst über Pedale oder Hebel dazu.

Wozu dienen die Pedale an der Harfe?

Die Pedale der Harfe verändern die Stimmung ganzer Saitengruppen um einen Halbton. Sieben Pedale genügen, weil jedes für einen Tonnamen zuständig ist und alle Saiten dieses Namens zugleich umstellt. Ohne sie ließe sich auf dem diatonisch gestimmten Saitenfeld keine Tonart wechseln.

Was unterscheidet die Konzertharfe von der keltischen Harfe?

Die Konzertharfe ist größer, hat 47 Saiten und wechselt die Tonart über sieben Pedale mitten im Spiel. Die keltische Harfe, genauer Hakenharfe, ist kleiner und leichter und stellt die Halbtöne über Hebel an jeder einzelnen Saite ein. Für den Einstieg greifen die meisten deshalb zur Hakenharfe.

Ist Harfe schwer zu lernen?

Harfe lernen fängt leichter an als bei den meisten Instrumenten, weil jede Saite ihren Ton ohne Griff hergibt. Anspruchsvoll wird es an der Konzertharfe, sobald die Füße die Pedale übernehmen. Die Fingerkuppen brauchen zudem einige Wochen, bis sie den Saitenzug schmerzfrei aushalten.

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