Koto

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A Japanese koto: long paulownia-wood board about 180cm. Bild: KI generiert.
A Japanese koto: long paulownia-wood board about 180cm. Bild: KI generiert.

Zusammenfassung

Der Koto ist eine japanische Wölbbrettzither mit traditionell 13 Saiten, die jeweils über einen eigenen, beweglichen Steg laufen und dadurch einzeln gestimmt werden. Der Spieler sitzt vor dem etwa 1,80 Meter langen Korpus aus Kiri-Holz und zupft die Saiten mit drei Plektren, den Tsume, die an Daumen, Zeige- und Mittelfinger der rechten Hand sitzen. Das Instrument geht auf die chinesische Zheng zurück und kam während der Nara-Zeit (710 bis 794) über die Gagaku-Hofmusik nach Japan. Seit 1921 ergänzt eine vom Musiker Michio Miyagi entwickelte 17-saitige Bassvariante, der Jushichigen, das klassische Instrument.

Der Koto ist eine japanische Wölbbrettzither mit traditionell 13 Saiten. Jede Saite liegt auf einem eigenen, frei verschiebbaren Steg, dem Ji, über den sie einzeln gestimmt wird. Der Spieler sitzt vor dem etwa 1,80 Meter langen Korpus aus Kiri-Holz (Paulownia) und zupft die Saiten mit drei Plektren, den Tsume, die an Daumen, Zeige- und Mittelfinger der rechten Hand sitzen. Das Instrument geht auf die chinesische Zheng zurück und kam während der Nara-Zeit über die Gagaku-Hofmusik an den japanischen Kaiserhof. Die traditionelle Koto-Musik trägt den Sammelnamen Sokyoku.

13Saiten (Standard)
17Saiten der Bassvariante
3Tsume-Plektren
180 cmKorpuslänge

Wie ist der Koto aufgebaut?

Der Koto besteht aus einem langen, leicht gewölbten Korpus aus Kiri-Holz (Paulownia), der innen hohl ist und dadurch als Resonanzkörper wirkt. Der Korpus misst rund 1,80 Meter und liegt beim Spielen auf dem Boden vor dem Musiker; zwei Öffnungen an der Unterseite lassen den Klang nach außen dringen. Über die Decke sind 13 Saiten gespannt, früher aus Seide, heute meist aus Tetron oder Nylon. Jede Saite läuft an einem Ende über eine feste Brücke und ist am anderen Ende festgeknotet; dazwischen trägt sie ihren eigenen beweglichen Steg, den Ji, meist aus Kunststoff oder Holz, früher auch aus Elfenbein.

MerkmalKoto
FamilieWölbbrettzither mit beweglichen Stegen, Zupfinstrument
HerkunftJapan, aus der chinesischen Zheng über die Gagaku-Hofmusik der Nara-Zeit (710 bis 794)
Saitenzahl13 (Standard), Bassvariante mit 17 Saiten seit 1921
Saitenmaterialfrüher Seide, heute meist Tetron oder Nylon
Korpuslängerund 1,80 Meter
KorpusholzKiri-Holz (Paulownia), gewölbt und hohl
Stege13 bewegliche Stege (Ji), einer je Saite
Spielweisedrei Plektren (Tsume) an Daumen, Zeige- und Mittelfinger der rechten Hand

Wie wird der Koto gestimmt?

Der Koto wird über die Position der 13 beweglichen Stege gestimmt, nicht über Wirbel wie bei einer Gitarre. Rückt der Spieler einen Ji näher an die feste Brücke, verkürzt sich die schwingende Länge der Saite und der Ton steigt; verschiebt er ihn in die Gegenrichtung, sinkt der Ton. Für die klassische Musik nutzt der Koto meist die Hirajoshi-Stimmung, eine pentatonische Tonfolge mit charakteristischen kleinen Halbtonschritten, die der Musiker Yatsuhashi Kengyo im 17. Jahrhundert für das Instrument einführte. Weil jeder der 13 Stege einzeln sitzt, kann der Spieler die Stimmung zwischen zwei Stücken vollständig ändern, ohne eine Saite auszutauschen.

Nicht die Saite, sondern ihr beweglicher Steg bestimmt den Ton des Koto. Alle 13 Saiten sind gleich beschaffen und ähnlich gespannt; ihre Tonhöhe ergibt sich allein aus der Position ihres eigenen Ji. Für ein neues Stück verschiebt der Spieler die Stege, statt Saiten auszutauschen.

Wie spielt man den Koto?

Der Koto-Spieler kniet oder sitzt vor dem Instrument und zupft die Saiten mit drei Plektren, den Tsume, die er an Daumen, Zeige- und Mittelfinger der rechten Hand trägt. Die Tsume bestehen aus Elfenbein oder Kunststoff und schlagen, ziehen oder überstreichen die Saiten in schnellen Läufen. Die linke Hand arbeitet auf der anderen Seite des Ji: Drückt sie eine Saite dort herunter, spannt sie den Abschnitt zwischen Steg und fester Brücke zusätzlich und hebt den Ton, eine Technik namens Oshide. Ziehen und Loslassen derselben Stelle erzeugt Vibrato, das Überstreichen mehrerer Saiten nacheinander ein Glissando.

Feste Brücke Ji (beweglicher Steg) Befestigung Zupfzone: rechte Hand mit Tsume Daumen, Zeige- und Mittelfinger zupfen hier Oshide-Zone: linke Hand Herunterdrücken hebt den Ton der Saite
Die feste Brücke und der bewegliche Ji trennen die Saite in zwei Zonen: Rechts zupft die rechte Hand, links des Ji hebt die linke Hand den Ton durch Herunterdrücken.

Was unterscheidet den Koto vom Guzheng?

Der Koto trägt traditionell 13 Saiten, der Guzheng in der seit 1961 üblichen Bauform 21. Beide Instrumente gehen auf denselben chinesischen Vorläufer zurück, die Zheng: Der Koto kam während der Nara-Zeit (710 bis 794) über die Gagaku-Hofmusik nach Japan und blieb seither bei 13 Saiten, während sich der Guzheng in China unabhängig weiterentwickelte und erst 1961 auf 21 Saiten festgelegt wurde. Auch die Stimmung unterscheidet beide: Der Koto nutzt in der klassischen Musik meist die Hirajoshi-Stimmung mit ihren charakteristischen kleinen Halbtonschritten, der Guzheng eine gleichmäßigere pentatonische Stimmung ohne diese Schritte. Zum Zupfen tragen beide Instrumente Plektren an Daumen, Zeige- und Mittelfinger der rechten Hand: beim Koto heißen sie Tsume, beim Guzheng schlicht Plektren.

Woher stammt der Koto?

Der Koto stammt von der chinesischen Zheng ab und kam während der Nara-Zeit (710 bis 794) als Teil des Gagaku-Hoforchesters an den japanischen Kaiserhof. Dort blieb er zunächst ein Instrument der Hofmusik und buddhistischer Tempel. Im 17. Jahrhundert löste der blinde Musiker Yatsuhashi Kengyo (1614 bis 1685) den Koto aus diesem höfischen Rahmen: Er übertrug Stimmungen der Shamisen auf den Koto, darunter die bis heute gebräuchliche Hirajoshi-Stimmung, und schuf damit ein Repertoire für ein Publikum außerhalb des Hofes. Wegen dieser Neuerungen gilt er als Begründer der modernen Koto-Musik.

Welche Musik prägt den Koto?

Die traditionelle Koto-Musik trägt den Sammelnamen Sokyoku. Aus der Edo-Zeit stammen die beiden bis heute aktiven Spielschulen: die Ikuta-Schule, die Ikuta Kengyo 1695 in Kyoto gründete und die eng mit der Shamisen-Musik Jiuta verbunden ist, und die später in Edo entstandene Yamada-Schule, in der dem Koto gegenüber der begleitenden Shamisen die führende Stimme zukommt. Gemeinsam mit der Shamisen und der Bambusflöte Shakuhachi bildet der Koto zudem das Ensemble Sankyoku. Zum klassischen Repertoire zählt "Rokudan no Shirabe", ein Solostück von Yatsuhashi Kengyo in der Hirajoshi-Stimmung, dazu das Volkslied "Sakura Sakura".

Im 20. Jahrhundert erweiterte der Komponist Michio Miyagi das Repertoire um westlich beeinflusste Stücke und baute 1921 eine 17-saitige Bassvariante, den Jushichigen, für einen größeren Tonumfang. Sein 1929 komponiertes Duett "Haru no Umi" für Koto und Shakuhachi läuft in Japan bis heute jedes Jahr zum Neujahrsfest im Rundfunk.

Häufige Fragen zu Koto

Wie viele Saiten hat ein Koto?

Ein Koto hat in der Standardbauform 13 Saiten, jede über einen eigenen beweglichen Steg gestimmt. Seit 1921 ergänzt eine vom Musiker Michio Miyagi entwickelte Bassvariante mit 17 Saiten, der Jushichigen, das klassische Instrument um einen größeren Tonumfang. Modelle mit noch mehr Saiten existieren, bleiben aber selten.

Was unterscheidet den Koto vom Guzheng?

Der Koto unterscheidet sich vom Guzheng vor allem in der Saitenzahl und der Stimmung: Der Koto trägt traditionell 13 Saiten und wird meist in der Hirajoshi-Stimmung mit ihren kleinen Halbtonschritten gespielt, der Guzheng in der seit 1961 üblichen Bauform 21 Saiten und eine gleichmäßigere pentatonische Stimmung. Beide Instrumente gehen auf denselben chinesischen Vorläufer zurück, die Zheng, entwickelten sich in Japan und China aber unabhängig voneinander weiter.

Wie wird ein Koto gestimmt?

Ein Koto wird über die Position seiner 13 beweglichen Stege gestimmt, nicht über Wirbel. Rückt der Spieler einen Steg näher an die feste Brücke, steigt der Ton der betreffenden Saite, in der Gegenrichtung sinkt er. Für die klassische Musik nutzt der Koto meist die Hirajoshi-Stimmung, die der Musiker Yatsuhashi Kengyo im 17. Jahrhundert für das Instrument einführte.

Wer komponierte "Haru no Umi" für Koto?

"Haru no Umi" komponierte der japanische Musiker Michio Miyagi 1929 als Duett für Koto und Shakuhachi. Das Stück gehört bis heute zu den bekanntesten Werken der modernen Koto-Musik und läuft in Japan traditionell zum Neujahrsfest im Rundfunk. Miyagi entwickelte im selben Jahrzehnt auch die 17-saitige Bassvariante des Koto, den Jushichigen.

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