Wie klingt der Koto?
Der Klang des Koto ist einzigartig und unverwechselbar. Er hat einen warmen, weichen und melodischen Klang, der durch die 13 Saiten erzeugt wird, von denen jede über eine eigene, kleine Stegbrücke aus Elfenbein oder Kunststoff läuft. Der Klang des Koto ist sehr sanft und beruhigend, aber auch ausdrucksstark, da mehrere Saiten gleichzeitig gezupft werden können. Er reicht von sanften, fließenden Melodien bis zu schnelleren, perlenden Läufen, wenn die Saiten rasch nacheinander angeschlagen werden. Der Klang des Koto ist einzigartig und kann nur durch das Zupfen der Saiten mit den Plektren erzeugt werden.Woraus besteht der Koto?
Der Koto ist ein japanisches Zupfinstrument, das aus einem langen, schmalen Holzkorpus besteht, der mit 13 Saiten bespannt ist. Der Korpus ist in der Regel aus Kiri-Holz (Paulownia) gefertigt, leicht gewölbt und innen hohl, wodurch er als Resonanzkörper dient. Er hat eine Länge von etwa 180 cm und ruht beim Spielen auf dem Boden vor dem Musiker. An der Unterseite befinden sich zwei ausgeschnittene Öffnungen, durch die der Klang nach außen dringt. Die Saiten sind aus Seide oder, bei modernen Instrumenten, aus Nylon oder Tetron gefertigt und an beiden Enden im Korpus verankert. Über jede einzelne Saite ist eine kleine, bewegliche Stegbrücke (Ji) aus Elfenbein, Holz oder Kunststoff gesetzt; verschiebt man sie entlang der Saite, verändert sich deren Tonhöhe. Auf diese Weise kann der Koto für jedes Musikstück neu gestimmt werden, wobei traditionelle Stimmungen sich deutlich von der westlichen Tonleiter unterscheiden. Zum Spielen trägt der Musiker drei Plektren aus Elfenbein oder Kunststoff, die an Daumen, Zeige- und Mittelfinger der rechten Hand befestigt werden. Kleinere und größere Varianten des Koto, etwa mit 17 oder 20 Saiten, wurden im 20. Jahrhundert für ein erweitertes Klangspektrum entwickelt, sind aber seltener als das klassische 13-saitige Instrument.Wie spielt man den Koto?
Der Koto wird im Sitzen gespielt, traditionell im japanischen Kniesitz (Seiza) vor dem Instrument. Bevor gespielt wird, müssen die 13 Saiten gestimmt werden: Dazu verschiebt der Spieler die beweglichen Stegbrücken so lange, bis jede Saite die gewünschte Tonhöhe hat. Zum Zupfen trägt der Spieler an Daumen, Zeige- und Mittelfinger der rechten Hand kleine Plektren aus Elfenbein oder Kunststoff, die Tsume genannt werden. Mit ihnen werden die Saiten angeschlagen, gezupft oder in schnellen Läufen überstrichen. Die linke Hand wird links von den Stegbrücken auf den Saiten eingesetzt. Durch Herunterdrücken einer Saite hinter der Brücke kann der Spieler den Ton nach oben ziehen (Oshide) oder ihn durch Ziehen und Loslassen mit Vibrato versehen. Auch Glissandi, bei denen mehrere Saiten nacheinander überstrichen werden, gehören zur typischen Spieltechnik. Zusätzlich gibt es Techniken wie das Abdämpfen einer klingenden Saite mit der linken Hand oder das gleichzeitige Anschlagen mehrerer Saiten für Akkorde. Durch die Kombination dieser Techniken kann der Koto sowohl meditative, ruhige Klänge als auch schnelle, virtuose Läufe erzeugen. Manche Stücke verlangen zudem ein schnelles, tremoloartiges Zupfen einer einzelnen Saite, das sogenannte Nagashizume, oder das gezielte Verstimmen und Zurückstimmen einer Saite während des Spiels, um besondere Klangeffekte zu erzeugen. Das Erlernen des Koto erfordert daher nicht nur Fingerfertigkeit in der rechten Hand, sondern auch ein feines Gehör für die Tonhöhenkontrolle mit der linken Hand. Der Koto ist ein sehr flexibles Instrument, das solistisch, im Ensemble oder als Begleitung für Gesang eingesetzt werden kann.Typische Musikstile mit dem Koto
Der Koto steht im Zentrum der sogenannten Sokyoku-Musik, der traditionellen japanischen Kotomusik. Zu den bekanntesten Ensembleformen zählt das Sankyoku, bei dem der Koto gemeinsam mit der Shamisen, einer dreisaitigen Laute, und der Shakuhachi, einer Bambusflöte, gespielt wird. Diese Ensembleform entwickelte sich vor allem während der Edo-Zeit und bildet bis heute den Kern des klassischen Koto-Repertoires. Historisch haben sich mehrere Spielschulen herausgebildet, etwa die Ikuta- und die Yamada-Schule, die sich unter anderem in der Form der Plektren, in der Sitzhaltung und in Details der Stimmung unterscheiden. Im 20. Jahrhundert erweiterte der Komponist und Kotospieler Michio Miyagi das traditionelle Repertoire um westlich beeinflusste Kompositionen und trug damit wesentlich zur Entwicklung der modernen Kotomusik bei, die bis heute sowohl in traditionellem als auch in zeitgenössischem Kontext gespielt wird. Neben der klassischen und modernen Konzertmusik wird der Koto in Japan außerdem im schulischen Musikunterricht eingesetzt, da er als besonders zugängliches traditionelles Instrument gilt.Bekannte Lieder mit dem Koto
Das klassische Koto-Repertoire trägt feste Titel, die japanische Koto-Schulen seit Jahrhunderten weitergeben. "Rokudan no Shirabe" gilt als das bekannteste Solostück, die Überlieferung schreibt es Yatsuhashi Kengyo zu, der im 17. Jahrhundert die bis heute gebräuchliche Stimmung einführte. Daneben steht "Midare", das die feste Abschnittslänge der Danmono-Form bewusst aufbricht.
Michio Miyagi komponierte 1929 "Haru no Umi" für Koto und Shakuhachi. Das Stück erreichte über Rundfunk und Schallplatte ein Massenpublikum und läuft in Japan bis heute zu jedem Neujahr aus den Lautsprechern. Miyagi verband darin die traditionelle Spielweise mit westlicher Harmonik und entwickelte dafür neue Koto-Bauformen, darunter ein Instrument mit siebzehn Saiten.
Das Volkslied "Sakura Sakura" kennt fast jeder Koto-Schüler, weil es die Grundstimmung des Instruments unmittelbar hörbar macht. Außerhalb des klassischen Repertoires setzen Filmkomponisten und Videospielmusiker den Koto gezielt ein, wenn eine Szene in Japan spielt, und Fusion-Projekte kombinieren ihn mit Klavier, Streichern oder Gitarre.




