Die so genannte Laute ist im eigentlichen Sinne kein separates Instrument, sondern beschreibt eine ganze Gruppe verschiedener Saiteninstrumente. Ähnlich wie eine Gitarre bestehen Lauten grundsätzlich aus einem Gehäuse sowie einem sich daran anschließenden Instrumentenhals.
Wer meint, der Name Laute hätte etwas mit dem Tonumfang beziehungsweise der Lautstärke des Instrumentes zu tun, der irrt sich. Der Name Laute stammt ursprünglich aus dem arabischen Raum, wo er mit "Holz" übersetzt werden kann. Die Bezeichnung entstand schließlich daraus, dass zu früheren Zeiten sowohl das Gehäuse sowie auch das Plektrum, mit dem die Saiten gespielt wurden, aus Holz hergestellt waren.
Geschichte der Lauten
Lauten gehören zu den ältesten Musikinstrumenten der Welt, Überlieferungen zufolge gab es sie schon in der Zeit um 1800 v. Chr. Wie bereits erwähnt, stammt die Urform der Laute aus dem arabischen Raum, aber auch in Asien entwickelte man bereits sehr früh lautenähnliche Instrumente. Schon früh unterschied man dabei zwischen Kurzhals- und Langhalslauten - ein Unterscheidungskriterium, das auch heute noch für diese Instrumente gilt.
Ihre größte Beliebtheit konnte die Laute im ausgehenden Mittelalter feiern, insbesondere in der Zeit der Renaissance wurde sie auch "Königin der Instrumente" genannt. Viele klassische Musikstücke, die vorwiegend von diesem Instrument bestimmt sind, wurden zu dieser Zeit komponiert. Ihre Beliebtheit konnte die Laute bis gegen Ende des 17. Jahrhunderts erfolgreich verteidigen, zu dieser Zeit kamen jedoch zahlreiche andere Saiten- und Tasteninstrumente in Mode, welche sie schließlich doch verdrängten.
Aus dieser Blütezeit stammen bis heute gespielte Werke: Der englische Komponist John Dowland veröffentlichte 1597 sein First Booke of Songs mit Liedern für Gesang und Lautenbegleitung, im Barock setzte der virtuose Lautenist Silvius Leopold Weiss die Tradition fort. Verdrängt wurde die Laute in dieser Zeit vor allem von der Mandoline und der Gitarre.
Wie viele Saiten eine Laute gleichzeitig trägt, hat sich in dieser Zeit stark verändert. Die Saiten sind zu sogenannten Chören gepaart, meist zwei gleich gestimmte Saiten je Chor, nur der höchste Chor bleibt oft einzeln. Die folgende Übersicht zeigt, wie die Chorzahl von Jahrhundert zu Jahrhundert wuchs:
| Zeitraum | Anzahl der Chöre |
|---|---|
| vor 1500 | 4 bis 5 Chöre |
| ab 1500 | 6 Chöre |
| ab etwa 1600 | 7 oder mehr Chöre |
| um 1640 | bis zu 12 Chöre |
| um 1720 | 13 Chöre |
Aufbau der Laute
Fachlich zählt die Laute zu den Chordophonen, Instrumenten, deren Ton gespannte Saiten über einen Resonanzkörper erzeugen. Die Hornbostel-Sachs-Systematik, das gängige Ordnungssystem der Instrumentenkunde, führt sie genauer als Schalenhalslaute unter der Nummer 321.321, weil Hals und Korpus bei ihr eine durchgehende Einheit ohne Zargen bilden.
Die klassische Laute weist ein Gehäuse in Birnenform auf, welches mit einer dünnen Deckschicht, die meist aus Fichtenholz besteht, geschlossen ist. Darüber spannen sich die Saiten, die in so genannte Chöre eingeteilt sind. Ein Chor besteht dabei normalerweise aus einem Saitenpaar, lediglich der erste Chor besteht meist nur aus einer Saite.
Die Saiten selbst bestanden ursprünglich aus Tierdärmen, später führte man auch Saiten aus Messing, Stahl oder andere Metallen ein. Moderne Lauten können auch mit Kunststoffsaiten besetzt sein.
Der Musiktheoretiker Michael Praetorius dokumentierte 1618, welche Saitenmaterialien zu seiner Zeit gebräuchlich waren, und hielt damit den Übergang von den ursprünglichen Darmsaiten zu Metallsaiten schriftlich fest.
Wie klingt eine Laute?
Häufige Fragen zur Laute
Was ist eine Kurzhalslaute?
Eine Kurzhalslaute ist eine Laute, deren Hals kürzer ist als ihr Korpus und die keine oder nur wenige unbespielte Basssaiten trägt. Zu dieser Gruppe zählen die europäische Laute, ihr arabisches Vorbild, die Oud, und deren persischer Vorläufer, der Barbat. Bei einer Langhalslaute wie der Saz ist der Hals dagegen deutlich länger als der Korpus.
Was ist eine Erzlaute?
Eine Erzlaute ist eine Bassvariante der Laute mit einem zweiten, verlängerten Wirbelkasten, dem Teil mit den Stimmwirbeln zum Stimmen der Saiten, für zusätzliche, unbespielte Basssaiten. Der deutsche Musiktheoretiker Johann Gottfried Walther prägte den Begriff 1732 als Übersetzung des italienischen Wortes "arciliuto"; zu den Erzlauten zählen unter anderem die Theorbe und das Chitarrone.
Was ist eine Gitarrenlaute?
Eine Gitarrenlaute ist ein um 1850 in Deutschland entstandenes Instrument mit dem bauchigen Korpus einer Laute und der Besaitung einer Gitarre, meist sechs Nylonsaiten in Gitarrenstimmung. Wegen ihrer Verbreitung in der deutschen Jugendbewegung ab dem frühen 20. Jahrhundert trägt sie auch den Namen Wandervogellaute.
Wie viele Saiten hat eine Laute?
Eine Laute trägt zwischen sieben und 25 Einzelsaiten. Die meisten ihrer vier bis 13 Saitenpaare sind gleich gestimmt, nur das höchste Paar bleibt oft einzeln, sodass eine Renaissancelaute mit sechs Paaren auf elf Saiten kommt.
Worin unterscheidet sich eine Laute von einer Gitarre?
Eine Laute hat einen bauchigen Korpus aus mehreren gewölbten Holzspänen und keine geraden Seitenwände, während eine Gitarre einen flachen Korpus mit solchen Seitenwänden, den Zargen, und ebenen Decken besitzt. Zusätzlich ist der Wirbelkasten, der Teil mit den Stimmwirbeln, bei einer Laute nach hinten abgeknickt und bei einer Gitarre gerade.
Was kostet eine Laute für Einsteiger?
Eine neue Renaissancelaute mit sechs bis zehn Saitenpaaren kostet beim Lautenbauer Renatus Lechner zwischen 2.950 und 4.550 Euro, eine Barocklaute mit elf bis 13 Saitenpaaren zwischen 3.200 und 3.950 Euro, Stand 2025. Der hohe Einstiegspreis hat einen Grund: Anders als Gitarren werden Lauten kaum in Serie gefertigt, jedes Instrument entsteht als Einzelanfertigung von Hand.




