Bandurria

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Bandurria
Bandurria

Zusammenfassung

Die Bandurria ist ein spanisches Zupfinstrument mit sechs Doppelsaiten, also zwölf Saiten insgesamt. Ihr Korpus ist klein und birnenförmig, der Boden flach, der Hals kurz und mit Bünden besetzt. Spieler schlagen die Saitenpaare mit einem Plektrum an, meist im schnellen Tremolo. In spanischen und philippinischen Zupforchestern trägt die Bandurria die Melodie.

Die Bandurria ist ein spanisches Zupfinstrument mit sechs Doppelsaiten, also zwölf Saiten insgesamt. Ihr Korpus ist klein und birnenförmig, der Boden flach, der Hals kurz und mit Bünden besetzt. Spieler schlagen die Saitenpaare mit einem Plektrum an, meist im schnellen Tremolo. In spanischen und philippinischen Zupforchestern trägt die Bandurria die Melodie.

Wie klingt eine Bandurria?

Die Bandurria klingt hell und schneidend. Ihre Saiten aus Metall sind kurz mensuriert und sprechen scharf an. Weil jeder Ton auf zwei gleich gestimmten Saiten zugleich erklingt, wirkt er zusätzlich voller und leicht schwebend.

Einen langen Ton kann die Bandurria nicht halten. Deshalb greifen Spieler zum Tremolo und schlagen die Saitenpaare so schnell hintereinander an, dass die Melodie durchgehend klingt.

Wie eine Bandurria klingt, zeigt dieses Klangbeispiel:

Wie ist eine Bandurria aufgebaut?

Die Bandurria hat einen kleinen, birnenförmigen Korpus mit flachem Boden, eine Decke aus Fichtenholz und ein rundes Schallloch. Ihr Hals fällt auffallend kurz und breit aus, das Griffbrett trägt eng stehende Bünde aus Metall.

Die zwölf Saiten laufen paarweise über den Steg auf der Decke zu den Wirbeln am Kopf des Halses. Jedes Paar steht auf demselben Ton: Die linke Hand greift es wie eine einzelne Saite, das Plektrum trifft beide Saiten zugleich. Von tief nach hoch stehen die sechs Chöre in Quarten auf gis, cis, fis, h, e und a.

Wie spielt man die Bandurria?

Die rechte Hand führt ein Plektrum, auf Spanisch púa, und schlägt damit die Saitenchöre an. Die linke greift auf dem kurzen Griffbrett, wobei jeder Griff zwei Saiten zugleich niederdrücken muss.

Die wichtigste Technik ist das Tremolo. Der Spieler führt das Plektrum in raschem Wechsel auf und ab über einen Saitenchor und erzeugt so einen scheinbar durchgehenden Melodieton, den er über mehrere Takte tragen kann.

Im Ensemble übernimmt die Bandurria die Oberstimme. Darunter spielt der Laúd, ein größeres Instrument mit derselben Stimmung, während Gitarre und Bass die Begleitung tragen.

Woher stammt die Bandurria?

Die Bandurria stammt aus Spanien. Die heutige Form mit sechs Doppelchören ist jünger als das Instrument selbst, ältere Quellen beschreiben eine kleinere Bandurria mit weniger Saiten.

Mit der spanischen Kolonialzeit gelangte die Bandurria auf die Philippinen. Dort führt sie bis heute die Rondalla an, ein Ensemble aus Zupfinstrumenten, und die Instrumentenbauer geben ihr eine eigene Bauform mit abweichender Saitenzahl.

In Spanien selbst gehört die Bandurria zur Tuna, dem Ensemble der Studenten in historischer Tracht, und zur Estudiantina. Auch in Lateinamerika, etwa in Kuba und Chile, spielen Musiker das Instrument.

Häufige Fragen zur Bandurria

Wie viele Saiten hat eine Bandurria?

Eine Bandurria hat zwölf Saiten in sechs Doppelchören. Beide Saiten eines Chores klingen auf demselben Ton, deshalb spricht man auch von sechs Saitenpaaren. Die Chöre stehen in Quarten zueinander.

Was ist der Unterschied zwischen Bandurria und Bandura?

Die Bandurria und die Bandura teilen nur den ähnlichen Namen. Die Bandurria ist ein spanisches Instrument mit kurzem Hals, Bünden und sechs Doppelchören. Die Bandura stammt aus der Ukraine und trägt mehrere Dutzend Saiten, die über die Decke gespannt sind und ungegriffen klingen, jede für einen festen Ton.

Was ist der Unterschied zwischen Bandurria und Mandoline?

Die Bandurria hat sechs Doppelchöre in Quarten, die Mandoline vier in Quinten. Der Korpus der neapolitanischen Mandoline wölbt sich stark nach hinten, der der Bandurria bleibt flach. Beide Instrumente schlagen Spieler mit dem Plektrum an und halten lange Töne im Tremolo.

Ist die Bandurria schwer zu lernen?

Die Bandurria verlangt vor allem Kraft und Genauigkeit in der linken Hand, weil jeder Griff zwei Saiten sauber niederdrücken muss. Wer Gitarre spielt, kennt die Quartstimmung zwar, muss die Griffe aber neu lernen: Auf dem kurzen, breiten Griffbrett liegen sechs Doppelchöre eng beieinander.

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