Die Gitarre ist ein Zupfinstrument mit einem Korpus, einem Hals und meist sechs Saiten, die über einen Sattel am Kopfende und einen Steg am Korpus gespannt sind. Metallene Bünde teilen den Hals in feste Halbtonschritte, sodass jeder Griff eine bestimmte Note trifft. Vier Bauformen teilen dieses Prinzip und unterscheiden sich vor allem in Saitenmaterial, Korpusgröße und Tonerzeugung: die Konzertgitarre mit Nylonsaiten, die Westerngitarre mit Stahlsaiten, die E-Gitarre mit Tonabnehmern und die Bassgitarre für die tiefe Lage. Dieser Artikel erklärt das gemeinsame Bauprinzip und verweist für die Einzelheiten jeder Bauform auf deren eigenen Artikel.
Wie ist eine Gitarre aufgebaut?
Eine Gitarre gliedert sich in drei Baugruppen: Kopfplatte, Hals und Korpus. Die Kopfplatte trägt die Mechaniken, mit denen der Spieler jede Saite einzeln auf ihre Tonhöhe dreht. Am Übergang zum Hals sitzt der Sattel, eine schmale Kerbleiste, die den Abstand der Saiten festlegt und sie auf die richtige Höhe über dem Griffbrett hebt. Auf dem Hals liegt das Griffbrett mit den Bünden, schmalen Streifen aus Neusilber, einer Legierung aus Kupfer, Zink und Nickel ohne Silberanteil. Jeder Bund verkürzt die schwingende Saitenlänge um einen Halbton, sobald der Spieler dahinter greift. Am Korpus endet die Saite am Steg, der sie verankert und ihre Schwingung an die Decke weitergibt.
| Merkmal | Gitarre, gemeinsames Prinzip |
|---|---|
| Familie | Zupfinstrument, Chordophon |
| Saitenzahl Standard | 6, Bassgitarre meist 4 |
| Standardstimmung | E, A, D, G, H, e, tief nach hoch |
| Bünde | 19 bis 24 je nach Bauform |
| Bundmaterial | Neusilber, eine Kupfer-Zink-Nickel-Legierung |
| Mensur Konzertgitarre | etwa 650 Millimeter |
| Tonerzeugung | Saitenschwingung, akustisch über die Decke oder elektrisch über einen Tonabnehmer |
Wie erzeugt eine Gitarre ihren Ton?
Eine gezupfte oder angeschlagene Saite schwingt zwischen Sattel und Steg und gibt diese Schwingung über den Steg an den Korpus weiter. Bei der Konzertgitarre und der Westerngitarre nimmt die Decke, meist aus Fichten- oder Zedernholz, diese Schwingung auf und überträgt sie an die Luft im Korpusinneren, die durch das Schallloch nach außen tritt und den Ton verstärkt. Bei der E-Gitarre entfällt dieser Weg weitgehend: Ein Tonabnehmer aus Magnet und Drahtspule wandelt die Saitenschwingung über Induktion direkt in ein elektrisches Signal um, das ein Verstärker hörbar macht. Deshalb kommt eine E-Gitarre auch mit einem massiven, nicht hohlen Korpus aus.
Wie ist eine Gitarre gestimmt?
Die sechs Saiten einer Gitarre klingen in der Standardstimmung von tief nach hoch auf E, A, D, G, H und e. Zwischen den meisten benachbarten Saiten liegt eine Quarte, allein zwischen der G- und der H-Saite liegt nur eine Terz. Die Bünde legen fest, an welcher Stelle eine Saite verkürzt wird: Der zwölfte Bund liegt genau in der Mitte zwischen Sattel und Steg und halbiert damit die schwingende Länge, wodurch die Saite dort exakt eine Oktave höher klingt als leer gespielt. Diese Strecke zwischen Sattel und Steg heißt Mensur und unterscheidet sich je nach Bauform: Die Konzertgitarre misst meist rund 650 Millimeter, Westerngitarre und E-Gitarre liegen oft nur wenige Millimeter darunter oder darüber.
Der zwölfte Bund halbiert die Mensur. Wer dort greift, verkürzt die schwingende Saite auf die Hälfte ihrer Länge und hört exakt eine Oktave über der leeren Saite.
Welche Bauformen der Gitarre gibt es?
Vier Bauformen teilen das Prinzip aus Korpus, Hals und Bünden, unterscheiden sich aber deutlich im Klang und im Material.
- Konzertgitarre: Nylonsaiten, ein breiterer, flacher Hals und ein warmer, weicher Ton, meist mit den Fingern gezupft. Aufbau und Klang beschreibt der Artikel zur klassischen Gitarre.
- Westerngitarre: Stahlsaiten, ein größerer Korpus und ein hellerer, lauterer Ton als die Konzertgitarre. Bauformen und Hölzer erklärt der Artikel zur Westerngitarre.
- E-Gitarre: ein massiver oder halbhohler Korpus, Tonabnehmer statt Schallloch und ein Verstärker für die Lautstärke. Geschichte und Technik beschreibt der Artikel zur E-Gitarre.
- Bassgitarre: meist vier Saiten, eine Oktave tiefer gestimmt als die vier tiefen Gitarrensaiten, und eine längere Mensur. Details liefert der Artikel zur Bassgitarre.
Woher stammt die Gitarre?
Die heutige sechssaitige Gitarre mit Einzelsaiten löste im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert in Spanien, Frankreich und Italien die fünfchörige Barockgitarre ab, deren Saiten paarweise nebeneinanderlagen. Die Form, die bis heute als Konzertgitarre gilt, geht auf den spanischen Gitarrenbauer Antonio de Torres zurück: Er vergrößerte ab der Mitte des 19. Jahrhunderts in Sevilla den Korpus, verstärkte die Decke mit einer fächerförmigen Beleistung und legte die Mensur auf etwa 650 Millimeter fest. Aus dieser Form entwickelten sich später die stahlbesaitete Westerngitarre in Nordamerika und, im 20. Jahrhundert, die elektrisch verstärkte E-Gitarre.
Wie spielt man eine Gitarre?
Zwei Anschlagsarten prägen das Gitarrenspiel: das Zupfen einzelner Saiten mit den Fingern oder Fingernägeln und das Anschlagen mehrerer Saiten zugleich mit einem Plektrum. Beim Fingerpicking übernimmt meist der Daumen die tiefen Saiten und die übrigen Finger die hohen. Für einen Akkord greift die linke Hand mehrere Saiten gleichzeitig hinter verschiedenen Bünden; beim Barrégriff legt sich ein Finger flach über mehrere Saiten und ersetzt so den Sattel an einer höheren Position, wodurch sich derselbe Griff über den ganzen Hals verschieben lässt.
Häufige Fragen zur Gitarre
Wie viele Saiten hat eine Gitarre?
Eine Gitarre hat in der Standardausführung sechs Saiten, gestimmt von tief nach hoch auf E, A, D, G, H und e. Die zwölfsaitige Gitarre verdoppelt jede Saite, die Bassgitarre trägt dagegen meist nur vier Saiten in tieferer Stimmung.
Woraus bestehen die Bünde einer Gitarre?
Die Bünde einer Gitarre bestehen aus Neusilber, einer Legierung aus Kupfer, Zink und Nickel ohne Silberanteil. Sie teilen den Hals in feste Halbtonschritte, sodass jeder Griff hinter einem Bund eine bestimmte Note trifft.
Was unterscheidet eine Konzertgitarre von einer Westerngitarre?
Eine Konzertgitarre trägt Nylonsaiten und einen schmaleren Hals, eine Westerngitarre Stahlsaiten und meist einen größeren Korpus. Die Stahlbesaitung macht den Ton der Westerngitarre heller und lauter, verlangt dafür aber mehr Kraft in den Fingerspitzen.
Wie funktioniert der Tonabnehmer einer E-Gitarre?
Der Tonabnehmer einer E-Gitarre besteht aus einem Magneten und einer Drahtspule und wandelt die Schwingung der Stahlsaiten über Induktion in ein elektrisches Signal um. Ein Verstärker macht dieses Signal hörbar, deshalb kommt eine E-Gitarre auch ohne großen, hohlen Resonanzkörper aus.




