Westerngitarre

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Eine Dreadnought-Westerngitarre lehnt vor einer Holzwand. Bild: KI generiert.
Eine Dreadnought-Westerngitarre lehnt vor einer Holzwand. Bild: KI generiert.

Zusammenfassung

Die Westerngitarre ist eine Akustikgitarre mit Stahlsaiten, größerem Korpus und geschlossener Kopfplatte. Stahlsaiten statt Nylonsaiten erzeugen einen helleren und kräftigeren Ton als die Konzertgitarre und machen sie zum Standardinstrument in Country, Folk, Blues und Rock. Viele Modelle tragen zusätzlich einen Cutaway für die hohen Lagen und einen Tonabnehmer, der sie elektroakustisch an einen Verstärker anschließbar macht. Die Dreadnought-Form baut dabei am häufigsten, Jumbo und Auditorium bieten größere und ausgewogenere Alternativen.

Die Westerngitarre ist eine Akustikgitarre mit Stahlsaiten und einem größeren Korpus als die Konzertgitarre. Statt Nylonsaiten bespannen Hersteller sie mit Stahlsaiten, die einen helleren und kräftigeren Ton erzeugen. Eine geschlossene Kopfplatte und häufig ein Cutaway am Korpus unterscheiden sie äußerlich von der klassischen Gitarre. Viele Modelle tragen zusätzlich einen Tonabnehmer, der sie elektroakustisch an einen Verstärker anschließbar macht. In Country, Folk, Blues und Rock ist sie das Standardinstrument für Begleitung und Solo.

StahlSaitenmaterial
6Saiten im Standardmodell
geschlossenKopfplatte
optionalCutaway und Tonabnehmer

Wie unterscheidet sich die Westerngitarre von der Konzertgitarre und der E-Gitarre?

Die Westerngitarre unterscheidet sich von der Konzertgitarre zuerst durch das Saitenmaterial: Stahl statt Nylon. Stahlsaiten ziehen stärker an der Decke, klingen heller und lauter und fühlen sich unter den Fingern härter an als die weicheren Nylonsaiten. Der Hals einer Westerngitarre fällt zudem schmaler aus, und die Kopfplatte ist geschlossen, während die Konzertgitarre eine offene Kopfplatte mit Schlitzen für die Saiten trägt.

Gegenüber der E-Gitarre bleibt der Korpus der Westerngitarre hohl und schwingfähig. Eine E-Gitarre besitzt meist einen massiven Korpus ohne Schallloch und klingt unverstärkt kaum hörbar, weil ihr die akustische Resonanzkammer fehlt. Eine Westerngitarre spielt dagegen ganz ohne Strom, ein Tonabnehmer kommt erst hinzu, wenn sie elektroakustisch verstärkt werden soll.

MerkmalWesterngitarreKonzertgitarreE-Gitarre
SaitenStahlNylonStahl, dünner
Korpusgroß, hohlkleiner, hohlmeist massiv, ohne Hohlraum
Kopfplattegeschlossenoffen, mit Schlitzengeschlossen
Klang ohne Verstärkerhell und kräftigwarm und weichleise, kaum hörbar
Typischer EinsatzCountry, Folk, Blues, RockKlassik, FlamencoRock, Metal, Blues, Jazz

Wie ist eine Westerngitarre aufgebaut?

Der Korpus einer Westerngitarre besteht aus Decke, Boden und Zargen, drei Holzteilen, die einen hohlen Resonanzraum umschließen. Die Decke schwingt am stärksten und prägt den Klang am meisten, während Boden und Zargen aus härterem Holz den Schall in den Korpus zurückwerfen. Der Hals trägt das Griffbrett mit den Bünden und endet an der geschlossenen Kopfplatte, auf der die Stimmmechaniken sitzen. Viele Modelle tragen zusätzlich einen Cutaway, eine Einbuchtung im Korpus neben dem Hals, die den Zugriff auf die hohen Lagen erleichtert.

Stahlsaiten ziehen stärker an der Decke als Nylonsaiten. Eine innere Verstrebung aus schmalen Holzleisten stützt die Decke von innen gegen diese Zugkraft, ohne ihre Schwingung zu blockieren. Ohne eine solche Verstärkung würde sich die Decke unter der Spannung der Stahlsaiten verziehen.

Die sechs Saiten einer Westerngitarre stimmt der Spieler in der Standardstimmung von der tiefsten zur höchsten auf E, A, D, G, H und E. Zwölfsaitige Modelle verdoppeln jede der vier tiefen Saiten eine Oktave höher und die beiden hohen Saiten im Gleichklang, was den Ton voller und schwebender macht, aber das Greifen erschwert.

Standardstimmung der Westerngitarre E A D G H E dick dünn
Die sechs Saiten einer Westerngitarre in Standardstimmung, von der dicksten zur dünnsten Saite: E, A, D, G, H, E.

Welche Bauformen hat die Westerngitarre?

Die Dreadnought ist die meistgebaute Bauform und liefert einen ausgewogenen Klang mit kräftigen Bässen. Die Jumbo-Form baut noch größer und lauter, dafür schwerer zu halten. Auditorium-Modelle fallen tailliert und etwas kleiner aus als die Dreadnought und gelten wegen ihres ausgeglichenen Frequenzbilds als Favorit für Studioaufnahmen. Die kompakte Parlour-Form baut am kleinsten, klingt leiser und mittenbetont und eignet sich für Fingerstyle in kleinen Räumen.

Was bewirkt ein Tonabnehmer bei der Westerngitarre?

Ein Tonabnehmer wandelt die Schwingung der Saiten in ein elektrisches Signal um und macht eine Westerngitarre elektroakustisch. Ohne ihn bleibt das Instrument rein akustisch und braucht für Lautstärke ausschließlich seinen Korpus. Mit Tonabnehmer lässt sich die Westerngitarre an einen Verstärker oder ein Mischpult anschließen, ohne dass ein Mikrofon vor dem Schallloch stehen muss, was auf der Bühne Rückkopplungen verringert.

Welche Musikgenres prägt die Westerngitarre?

Country, Folk, Blues und Rock setzen die Westerngitarre am häufigsten ein, meist für Akkordbegleitung, oft aber auch für Melodie und Soli. Im Folk trägt sie einen Song häufig allein, mit Akkorden, Fingerpicking und eingestreuten Melodietönen. Im Pop übernimmt sie dagegen eher eine Hintergrundrolle und stützt Gesang und Rhythmus mit einfachen Akkorden.

Häufige Fragen zur Westerngitarre

Was unterscheidet eine Westerngitarre von einer Konzertgitarre?

Eine Westerngitarre unterscheidet sich von einer Konzertgitarre vor allem durch die Saiten: Sie trägt Stahlsaiten statt Nylonsaiten und klingt dadurch heller und kräftiger. Ihr Korpus fällt meist größer aus, der Hals schmaler, und die Kopfplatte ist geschlossen statt offen mit Schlitzen wie bei der Konzertgitarre. Viele Westerngitarren tragen zudem einen Cutaway und einen Tonabnehmer, zwei Merkmale, die bei der Konzertgitarre selten vorkommen.

Braucht eine Westerngitarre einen Verstärker?

Eine Westerngitarre braucht keinen Verstärker, denn ihr hohler Korpus überträgt die Schwingung der Stahlsaiten von selbst hörbar in den Raum. Ein Verstärker kommt erst ins Spiel, wenn die Gitarre einen Tonabnehmer trägt und auf einer Bühne oder bei einer Aufnahme lauter oder gezielter klingen soll. Ohne Tonabnehmer bleibt nur ein Mikrofon vor dem Schallloch, um sie elektronisch zu verstärken.

Wie viele Saiten hat eine Westerngitarre?

Eine Westerngitarre hat im Standardmodell sechs Saiten, gestimmt von der tiefsten zur höchsten auf E, A, D, G, H und E. Seltener gebaute Modelle tragen zwölf Saiten: Dabei verdoppeln Hersteller die vier tiefen Saiten eine Oktave höher und die beiden hohen Saiten im Gleichklang, was den Klang voller und schwebender macht. Sieben Saiten kommen nur in wenigen Traditionen vor, etwa in der russischen und der brasilianischen Gitarrenmusik.

Was ist ein Cutaway bei einer Westerngitarre?

Ein Cutaway bei einer Westerngitarre ist die Einbuchtung im Korpus direkt neben dem Hals, die die hohen Lagen des Griffbretts leichter erreichbar macht. Zwei Formen sind gebräuchlich: der venezianische Cutaway mit runder Kontur und der florentinische mit spitz zulaufender Kante. Der Ausschnitt kostet etwas Korpusvolumen, der Unterschied im Klang bleibt aber gering. Nicht jede Westerngitarre trägt einen Cutaway, er zählt zu den optionalen Ausstattungsmerkmalen.

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