Die klassische Gitarre ist ein Zupfinstrument mit sechs Nylonsaiten, das mit den Fingern der rechten Hand gespielt wird. Im deutschen Sprachgebrauch bezeichnen klassische Gitarre und Konzertgitarre dasselbe Instrument, nur aus unterschiedlichem Blickwinkel benannt: der eine Name über das Repertoire, der andere über den Auftrittsort. Ein breiterer Hals und weichere Nylonsaiten unterscheiden sie von der stahlbesaiteten Westerngitarre. Ihre moderne Bauform geht auf den spanischen Gitarrenbauer Antonio de Torres im 19. Jahrhundert zurück, der Korpusgröße, Form und die fächerförmige Beleistung der Decke festlegte.
Ist die klassische Gitarre dasselbe Instrument wie die Konzertgitarre?
Ja, klassische Gitarre und Konzertgitarre meinen im Deutschen dasselbe Instrument: eine Gitarre mit sechs Nylonsaiten, breitem Hals und einer offenen Kopfplatte mit Schlitzmechanik. Musikgeschäfte und Lehrbücher verwenden beide Bezeichnungen austauschbar, je nachdem, ob der Fokus auf dem klassischen Repertoire oder auf dem Konzertsaal als typischem Auftrittsort liegt. Davon zu unterscheiden ist die Flamenco-Gitarre: Sie teilt Nylonsaiten und Bauprinzip, besitzt aber meist einen Korpus aus Zypressenholz, eine niedrigere Saitenlage und häufig ein Schlagbrett, das den perkussiven Anschlag der Flamenco-Technik verträgt. Wer eine klassische Gitarre kaufen möchte, findet ausführliche Kaufkriterien und Preisklassen im Ratgeber Konzertgitarre kaufen.
Klassische Gitarre und Konzertgitarre bezeichnen dasselbe Instrument. Der eine Name beschreibt es über sein Repertoire, der andere über seinen Auftrittsort. Beide meinen die nylonbesaitete Gitarre mit breitem Hals und offener Kopfplatte.
Wie ist die klassische Gitarre aufgebaut?
Der Korpus besteht aus einer Decke, meist aus Fichten- oder Zedernholz, sowie aus Boden und Zargen aus Palisander, Mahagoni oder, bei manchen Modellen, Zypresse. Im Korpusinneren sorgt eine fächerförmige Beleistung aus dünnen Holzleisten für Stabilität und verteilt die Schwingung der Decke gleichmäßig; diese Bauweise etablierte Antonio de Torres im 19. Jahrhundert und legte damit die Grundform der modernen klassischen Gitarre fest. Der Hals besteht meist aus Zedern- oder Mahagoniholz und trägt ein Griffbrett aus Ebenholz oder Palisander mit 19 bis 20 Bünden aus gehärtetem Metalldraht, nicht aus Holz. Am unteren Korpusende sitzt der Steg, an dem die Saiten festgeknotet werden, denn Nylonsaiten brauchen anders als Stahlsaiten keine Kugelenden. Am Kopf der Gitarre stimmen Schlitzmechaniken aus Metall die sechs Saiten.
| Merkmal | Klassische Gitarre |
|---|---|
| Saiten | 6, Nylon (3 umsponnen, 3 blank) |
| Stimmung | E, A, D, G, H, e (tief nach hoch) |
| Mensur | meist 650 Millimeter |
| Bünde | 19 bis 20, aus Metall |
| Decke | Fichte oder Zeder |
| Boden und Zargen | Palisander, Mahagoni oder Zypresse |
| Halsbreite am Sattel | rund 50 bis 52 Millimeter, breiter als bei der Westerngitarre |
| Kopfplatte | offen, mit Schlitzmechanik |
Wie ist die klassische Gitarre gestimmt?
Die klassische Gitarre wird von der tiefsten zur höchsten Saite auf E, A, D, G, H und e gestimmt. Die drei tiefen Saiten bestehen aus einem Nylonkern mit Metallumspinnung, die drei hohen Saiten aus reinem, blankem Nylon. Diese Kombination erzeugt den weichen, obertonarmen Klang, der die klassische Gitarre von der helleren Stahlsaiten-Gitarre unterscheidet. Die Mensur, also die schwingende Saitenlänge zwischen Sattel und Steg, beträgt bei den meisten Modellen 650 Millimeter; kleinere Bauformen für Kinder oder Anfänger fallen kürzer aus.
Wie spielt man die klassische Gitarre?
Die rechte Hand zupft die Saiten mit den Fingerkuppen oder Fingernägeln. Die spanische Fingerbezeichnung teilt ihr die Buchstaben p, i, m und a zu: Daumen (pulgar) für die Basssaiten, Zeigefinger (índice), Mittelfinger (medio) und Ringfinger (anular) für die höheren Saiten. Der kleine Finger bleibt beim klassischen Spiel meist ungenutzt. Die linke Hand greift Töne und Akkorde auf dem Griffbrett; da der Hals breiter ist als bei der Westerngitarre, liegt zwischen den Saiten mehr Abstand, was einzelne Töne innerhalb eines Akkords leichter sauber trennt. Ein Plektrum kommt in der klassischen Spielweise nicht zum Einsatz.
Was unterscheidet die klassische Gitarre von der Westerngitarre?
Der auffälligste Unterschied liegt im Saitenmaterial: Nylon bei der klassischen Gitarre, Stahl bei der Westerngitarre. Stahlsaiten stehen unter deutlich höherer Zugspannung, klingen heller und lauter und verlangen einen schmaleren Hals, weil die dünneren Saiten weniger Abstand brauchen. Nylonsaiten liegen dagegen weicher unter den Fingern und eignen sich besser für Fingerpicking ohne Plektrum. Die Kopfplatte der klassischen Gitarre ist offen und trägt Schlitzmechaniken, während viele Westerngitarren eine geschlossene Kopfplatte mit Gitarrenmechanik verwenden. Wer beide Bauformen im Detail vergleichen möchte, findet die Einzelheiten im Artikel Westerngitarre oder Konzertgitarre.
Welche Musik prägt die klassische Gitarre?
Das Hauptrepertoire der klassischen Gitarre stammt aus dem Spanien des 19. Jahrhunderts, unter anderem von Fernando Sor, der zahlreiche Studien für das Instrument komponierte, und von Francisco Tárrega, dessen Stücke Recuerdos de la Alhambra und Gran Vals bis heute zum Standardrepertoire zählen. Im 20. Jahrhundert erweiterte der spanische Gitarrist Andrés Segovia das Repertoire um Transkriptionen und neu komponierte Werke und etablierte die klassische Gitarre als Konzertinstrument neben Klavier und Streichinstrumenten. Joaquín Rodrigos Concierto de Aranjuez für Gitarre und Orchester aus dem Jahr 1939 gehört seither zu den bekanntesten Orchesterwerken für das Instrument. Auch außerhalb Spaniens entstand bedeutendes Repertoire, etwa die Etüden und Préludes des brasilianischen Komponisten Heitor Villa-Lobos. Der Flamenco nutzt zwar dieselbe Fingertechnik, greift aber, wie oben beschrieben, meist zur eigens dafür gebauten Flamenco-Gitarre.
Woher stammt die klassische Gitarre?
Die klassische Gitarre entwickelte sich aus kleineren, leiser klingenden Gitarrenformen, die im Spanien des frühen 19. Jahrhunderts verbreitet waren. Antonio de Torres vergrößerte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts den Korpus, verbreiterte die Taille und führte die fächerförmige Beleistung ein, wodurch die Decke lauter und ausgewogener schwingt. Diese von Torres geprägte Größe und Form gilt bis heute als Standard für den Bau klassischer Gitarren. Mit der Konzerttätigkeit spanischer Gitarristen im 20. Jahrhundert verbreitete sich das Instrument darüber hinaus als eigenständiges Konzertinstrument in ganz Europa und Amerika.
Häufige Fragen zur klassischen Gitarre
Ist die klassische Gitarre dasselbe wie eine Konzertgitarre?
Ja, klassische Gitarre und Konzertgitarre sind zwei deutsche Bezeichnungen für dasselbe nylonbesaitete Zupfinstrument mit breitem Hals und offener Kopfplatte. Der eine Name betont das klassische Repertoire, der andere den Konzertsaal als typischen Auftrittsort. Die verwandte, aber baulich eigenständige Flamenco-Gitarre trägt meist einen Korpus aus Zypressenholz und eine niedrigere Saitenlage.
Wie viele Saiten hat eine klassische Gitarre?
Eine klassische Gitarre hat sechs Nylonsaiten, gestimmt von tief nach hoch auf E, A, D, G, H und e. Die drei tiefen Saiten sind mit Metall umsponnen, die drei hohen Saiten bestehen aus reinem, blankem Nylon.
Wie viele Bünde hat eine klassische Gitarre?
Eine klassische Gitarre hat üblicherweise 19 bis 20 Bünde aus gehärtetem Metalldraht, die in ein Griffbrett aus Ebenholz oder Palisander eingelassen sind. Die Bünde bestehen entgegen einer verbreiteten Annahme nicht aus Holz.
Was unterscheidet die klassische Gitarre von der Westerngitarre?
Die klassische Gitarre trägt Nylonsaiten und einen breiteren Hals, die Westerngitarre Stahlsaiten und einen schmaleren Hals. Stahlsaiten klingen heller und lauter, stehen aber unter höherer Zugspannung als Nylonsaiten. Deshalb eignet sich die klassische Gitarre besonders für Fingerpicking ohne Plektrum, während die Westerngitarre häufig mit Plektrum gespielt wird.




