Die Konzertgitarre gilt für viele Einsteiger als das leichter zu greifende der beiden akustischen Gitarrenmodelle, weil ihre Nylonsaiten weicher auf den Fingerkuppen liegen und unter geringerer Spannung stehen als die Stahlsaiten einer Westerngitarre. Wer zum ersten Mal ein Instrument sucht, profitiert von dieser geringeren Einstiegshürde, muss sich aber auch auf einen breiteren Hals und den fehlenden Cutaway einstellen. Dieser Ratgeber zeigt, worauf Anfänger beim ersten Kauf einer Konzertgitarre achten, welches Zubehör von Anfang an sinnvoll ist und welche Fehler beim Kauf den Einstieg unnötig erschweren.
Warum gilt die Konzertgitarre für Anfänger als leichterer Einstieg als die Westerngitarre?
Die Konzertgitarre gilt vor allem deshalb als leichterer Einstieg, weil ihre Saiten aus Nylon bestehen und unter geringerer Zugspannung stehen als die Stahlsaiten einer Westerngitarre. Nylon ist weicher als Stahl und schneidet deshalb weniger in die ungeübte Haut der Greifhand; wie der Beitrag zum Gitarre lernen zeigt, sind schmerzende Fingerkuppen der häufigste Grund, warum Anfänger in den ersten Wochen aufgeben. Die geringere Saitenspannung wirkt zusätzlich auf die ersten Akkorde selbst: Offene Griffe wie E-Moll oder A-Moll lassen sich mit weniger Kraft sauber niederdrücken, weil die Saite dem Finger weniger Widerstand entgegensetzt. Für eine ungeübte Hand, die noch keine Kraft und Ausdauer in den Fingerkuppen aufgebaut hat, macht dieser Unterschied den Wechsel zwischen den ersten zwei bis drei Akkorden spürbar leichter. Den vollständigen Vergleich zwischen Nylon- und Stahlsaiten führt der Beitrag Westerngitarre oder Konzertgitarre weiter aus.
Welche Nachteile hat der Einstieg an der Konzertgitarre?
Der Einstieg an der Konzertgitarre hat zwei Nachteile, die vor allem am Anfang auffallen: den breiteren Hals und den fehlenden Zugang zu den hohen Lagen. Eine Konzertgitarre trägt am Sattel typischerweise eine Halsbreite von etwa 5,0 bis 5,2 Zentimetern, eine Westerngitarre dagegen meist nur 4,3 bis 4,5 Zentimeter. Für eine kleine Hand bedeutet das anfangs eine ungewohnte Spannweite zwischen den Fingern, besonders bei Akkorden, die mehrere benachbarte Saiten gleichzeitig greifen. Der zweite Nachteil betrifft den Korpus: Konzertgitarren im Einstiegssegment haben in aller Regel keinen Cutaway, also keine Aussparung an der Zarge, die den Zugriff auf die oberen Bünde erleichtert. Wer später hohe Lagen jenseits des zwölften Bundes spielen will, muss dafür weiter am Hals hinaufgreifen, als es ein Cutaway erlauben würde. Für die ersten offenen Akkorde in den unteren Lagen spielt das noch keine Rolle, wird aber relevant, sobald Melodien oder Soli höher auf dem Griffbrett liegen.
Worauf achtet ein Anfänger beim ersten Kauf einer Konzertgitarre?
Beim ersten Kauf zählt für einen Anfänger die solide Grundverarbeitung mehr als teures Tonholz. Eine sauber verleimte Decke, ein gerader Hals und exakt abgerichtete Bünde beeinflussen die Bespielbarkeit unmittelbar, während die Holzart der Decke den Klang erst dann prägt, wenn ein Spieler sie überhaupt heraushören kann. Ebenso wichtig sind sauber gefeilte Sattelkerben an Kopfplatte und Steg: Sitzt eine Saite in einer zu tiefen oder schief geschnittenen Kerbe, rutscht sie beim Stimmen oder erzeugt ein Schnarren, das sich wie ein Bundproblem anhört, aber am Sattel liegt. Wer ein Instrument im Laden greift, sollte deshalb weniger auf die Optik von Furnier oder Einlagen achten als auf glatt abgerichtete Bundenden, eine gerade Halskrümmung entlang der Saiten und eine Stimmmechanik, die ohne Spiel dreht. Wie Decke, Hals und Steg einer Konzertgitarre grundsätzlich zusammenspielen, beschreibt der Beitrag zur klassischen Gitarre.
| Kriterium | Worauf es ankommt |
|---|---|
| Verarbeitung | saubere Verleimung, gerader Hals, glatt abgerichtete Bundenden |
| Sattelkerben | exakt gefeilt, Saite liegt fest, ohne zu rutschen oder zu schnarren |
| Halsbreite | zur Handgröße passend, am Sattel meist 5,0 bis 5,2 Zentimeter |
| Saitenlage | niedrig genug für sauberes Greifen, ohne dass die Saiten schnarren |
| Stimmmechanik | dreht ohne Spiel und hält die Stimmung über mehrere Tage |
Braucht ein Anfänger zusätzliches Zubehör zur Konzertgitarre?
Ein Stimmgerät und ein Ständer gehören von Anfang an zur Grundausstattung, auch wenn beide nicht am Instrument selbst hängen. Ein Clip-Stimmgerät an der Kopfplatte zeigt sofort, ob eine Saite sauber gestimmt ist, denn eine leicht verstimmte Nylonsaite klingt für ein ungeübtes Ohr zunächst nicht falsch, verdirbt aber jeden Akkordwechsel, weil der Anfänger den Fehler dann bei der eigenen Hand statt am Instrument sucht. Ein Ständer schützt die Gitarre zwischen den Übungseinheiten vor Stößen und davor, ungesichert an einer Wand zu lehnen, wo sie leicht umkippt. Beide Anschaffungen kosten wenig gemessen am Instrument selbst und verhindern, dass die Gitarre nach jeder Übung erst mühsam verstaut werden muss und deshalb seltener aus der Ecke kommt.
Was sind typische Anfängerfehler beim Kauf einer Konzertgitarre?
Der häufigste Anfängerfehler beim Kauf ist ein Instrument mit zu hoher Saitenlage. Steht die Saite am zwölften Bund mehrere Millimeter über dem Griffbrett, statt nur knapp darüber zu verlaufen, braucht jeder Griff spürbar mehr Kraft, und schon einfache offene Akkorde fühlen sich schwer an, obwohl das eigentliche Problem am Instrument liegt und nicht an der Technik des Spielers. Eine zu hohe Saitenlage lässt sich in einer Fachwerkstatt nachträglich senken, ein Neuinstrument mit diesem Mangel ab Werk sollte aber gar nicht erst gekauft werden. Der zweite typische Fehler ist eine Halsbreite, die nicht zur Handgröße passt: Eine sehr kleine Hand tut sich an einem vollen Konzertgitarrenhals oft schwerer als an einer schmaleren Halbgrößen- oder Dreiviertelgitarre, während eine große Hand auf einem zu schmalen Hals die Finger gegenseitig blockiert. Wer vor dem Kauf nicht probegreift und stattdessen allein nach Optik oder Marke entscheidet, übernimmt beide Risiken ungeprüft.
Häufige Fragen zur Konzertgitarre für Anfänger
Ist die Konzertgitarre leichter zu lernen als die Westerngitarre?
Die Konzertgitarre gilt für die meisten Anfänger als leichter zu lernen als die Westerngitarre, weil ihre Nylonsaiten weicher auf den Fingerkuppen liegen und unter geringerer Spannung stehen. Beide Eigenschaften erleichtern die ersten offenen Akkorde und die Gewöhnungsphase, bis sich Hornhaut an den Fingerkuppen gebildet hat. Der breitere Hals der Konzertgitarre kann diesen Vorteil bei sehr kleinen Händen teilweise wieder aufheben.
Welche Nachteile hat die Konzertgitarre gegenüber der Westerngitarre?
Die Konzertgitarre hat gegenüber der Westerngitarre einen breiteren Hals, was für kleine Hände zunächst ungewohnt ist, und im Einstiegssegment meist keinen Cutaway, was das Greifen hoher Lagen jenseits des zwölften Bundes erschwert. Klanglich liefert sie einen weicheren, leiseren Ton als die stahlbesaitete Westerngitarre, was sich für ruhiges Fingerpicking eignet, aber weniger für lautes Schrammelspiel.
Worauf sollte ein Anfänger beim Kauf einer Konzertgitarre achten?
Ein Anfänger sollte beim Kauf einer Konzertgitarre auf eine solide Grundverarbeitung mit geradem Hals und sauber gefeilten Sattelkerben achten, nicht auf teures Tonholz. Eine niedrige, aber schnarrfreie Saitenlage und eine zur Handgröße passende Halsbreite sind wichtiger als Furnier oder Einlagen, weil sie die Bespielbarkeit direkt beeinflussen.
Braucht ein Anfänger sofort Zubehör zur Konzertgitarre?
Ein Anfänger braucht zur Konzertgitarre von Anfang an mindestens ein Stimmgerät und einen Ständer. Das Stimmgerät stellt sicher, dass jeder Akkord auf einem sauber gestimmten Instrument geübt wird, der Ständer schützt die Gitarre zwischen den Übungseinheiten vor Stößen und Stürzen.




