Eine Konzertgitarre braucht keine aufwendige, aber eine regelmäßige Pflege: ein trockenes Tuch nach dem Spielen, gelegentliches Ölen des unlackierten Griffbretts und eine stabile Luftfeuchtigkeit für den Holzkorpus. Wie vorsichtig der Lack dabei behandelt werden muss, hängt von der Oberfläche ab, denn nicht jede Konzertgitarre trägt dieselbe Beschichtung. Traditionelle Schellackpolitur, auch French Polish genannt, findet sich vor allem bei hochwertigeren und oft in Handarbeit gefertigten Instrumenten und verträgt spürbar weniger Wärme, Feuchtigkeit und Lösungsmittel als der Kunstharzlack, mit dem viele Einsteiger- und Mittelklasse-Fabrikate ab Werk lackiert sind. Größere Eingriffe wie die Halseinstellung, das Abrichten der Bünde oder tiefere Lackschäden gehören dagegen in die Fachwerkstatt für Gitarrenbau.
Wie reinigt man Korpus und Hals einer Konzertgitarre?
Ein trockenes, weiches Tuch entfernt nach jedem Spielen Handschweiß und Hautfette von Korpus und Hals einer Konzertgitarre, bevor sie sich im Lack festsetzen. Ohne dieses kurze Abwischen bleiben Fett und Schweiß auf der Oberfläche stehen, greifen den Lack über Wochen und Monate an und lassen ihn stumpf oder fleckig werden, besonders an den Stellen, die der Unterarm und die Greifhand am häufigsten berühren. Ein Mikrofasertuch eignet sich dafür besser als ein grobes Baumwolltuch, weil es keine Fasern oder Kratzer hinterlässt.
Staub, der sich am Steg, unter den Saiten oder in der Nähe des Schalllochs sammelt, lässt sich mit demselben trockenen Tuch entfernen, bei schwer zugänglichen Stellen auch mit einem weichen Pinsel. Auf Sprühreiniger, Möbelpolitur oder Feuchttücher aus dem Haushalt sollte grundsätzlich verzichtet werden, weil sie Bestandteile enthalten können, die für Instrumentenlack nicht vorgesehen sind. Für hartnäckigeren Schmutz gibt es speziell für Gitarrenlack hergestellte Pflegemittel, die aber nur sparsam und nicht bei jedem Spielen zum Einsatz kommen müssen.
Was unterscheidet die Pflege von schellackpolierten und kunstharzlackierten Konzertgitarren?
Schellackpolitur ist deutlich empfindlicher gegenüber Wärme, Feuchtigkeit und Lösungsmitteln wie Alkohol als der Kunstharzlack, mit dem viele Fabrikate ab Werk beschichtet sind. Die Politur besteht aus mehreren hauchdünnen, von Hand aufgetragenen Schichten aus in Alkohol gelöstem Schellack und bleibt dadurch so dünn, dass sie die Schwingung der Decke kaum bremst. Genau diese Dünnheit macht die Oberfläche aber auch verletzlich: Schon mäßige Wärme, etwa durch direkte Sonne, eine Heizung in der Nähe oder ein warmes Auto, kann sie weich werden lassen, stehende Feuchtigkeit kann sie milchig anlaufen lassen, und Alkohol oder andere Lösungsmittel lösen sie bei Kontakt sofort an. Kunstharzlack, wie er bei den meisten Einsteiger- und Mittelklasse-Fabrikaten gespritzt wird, ist deutlich widerstandsfähiger gegenüber all diesen Einflüssen und verzeiht auch ein gelegentlich etwas feuchteres Tuch eher.
Wer nicht sicher weiß, welche Oberfläche die eigene Konzertgitarre trägt, findet die Angabe meist in der Produktbeschreibung des Herstellers oder erfragt sie beim Fachhändler. Im Zweifel gilt die vorsichtigere Regel: nur trocken abwischen, nie mit alkoholhaltigen Mitteln oder Möbelpflegeprodukten in Berührung bringen und das Instrument nicht in der prallen Sonne oder im Auto liegen lassen.
| Merkmal | Schellackpolitur (French Polish) | Kunstharzlack |
|---|---|---|
| Schichtstärke | sehr dünn, mehrere hauchfeine Lagen von Hand aufgetragen | dickere, meist maschinell gespritzte Schicht |
| Empfindlichkeit gegenüber Wärme | hoch, wird schon bei mäßiger Hitze weich | deutlich geringer |
| Empfindlichkeit gegenüber Feuchtigkeit | hoch, kann matt oder milchig anlaufen | gering bis mittel |
| Empfindlichkeit gegenüber Alkohol und Lösungsmitteln | löst sich bei Kontakt sofort an | deutlich widerstandsfähiger |
| Verbreitung | hochwertige, oft in Handarbeit gefertigte Instrumente | Einsteiger- und Mittelklasse-Fabrikate |
Schellackpolitur ist keine Regel bei jeder Konzertgitarre, sondern ihre empfindlichste Oberfläche. Bei einer Westerngitarre mit Stahlsaiten und meist kunstharzlackiertem Korpus fällt diese Unterscheidung weit seltener ins Gewicht, siehe dazu die Pflege der Westerngitarre. Bei der Konzertgitarre entscheidet dagegen die Preisklasse und Bauweise, welche Oberfläche vorliegt und wie vorsichtig sie behandelt werden muss.
Wie pflegt man das Griffbrett einer Konzertgitarre?
Das Griffbrett einer Konzertgitarre besteht meist aus unlackiertem Palisander oder Ebenholz und wird deshalb anders behandelt als der lackierte Korpus. Nach dem Spielen genügt ein trockenes Tuch, um Staub und Hautfette von den Bünden und der Griffbrettoberfläche zu entfernen. Wirkt das Holz mit der Zeit trockener, zeigt sich das an einer stumpfen, leicht rauen Oberfläche oder an feinen Rissen entlang der Maserung. In diesem Fall trägt ein dünner Film speziellen Griffbrettöls, aufgetragen beispielsweise beim ohnehin fälligen Saitenwechsel, wieder Feuchtigkeit ins Holz ein. Überschüssiges Öl wird nach kurzer Einwirkzeit abgewischt, damit es nicht in den Bundritzen klebrig zurückbleibt. Wie oft dieses Ölen nötig ist, hängt stark vom Raumklima ab und liegt bei den meisten Instrumenten nur bei wenigen Malen im Jahr.
Warum ist Luftfeuchtigkeit für eine Konzertgitarre wichtig?
Der Holzkorpus einer Konzertgitarre reagiert empfindlich auf Schwankungen der Luftfeuchtigkeit, weil Decke, Boden und Zargen bei Feuchtigkeitsverlust schrumpfen und bei zu hoher Feuchtigkeit aufquellen. Zu trockene Luft kann die dünne Decke aus Fichte oder Zeder, wie sie beim Bau der klassischen Gitarre verwendet wird, verziehen, absenken oder Risse entlang der Maserung verursachen, zu feuchte Luft lässt sie sich aufwölben und die Saitenlage über den Bünden ansteigen. Ein Richtwert für die Lagerung liegt bei 45 bis 55 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit, ohne dass die Gitarre über längere Zeit deutlich darüber oder darunter steht.
Ein Gitarrenständer in einem Raum mit stabilem Klima reicht für den täglichen Gebrauch aus, solange das Instrument nicht direkt neben der Heizung oder im vollen Sonnenlicht auf der Fensterbank steht. Beide Bedingungen entziehen dem Holz gezielt Feuchtigkeit und beschleunigen genau die Verformungen, vor denen ein stabiles Raumklima schützen soll. Für längere Spielpausen, den Transport oder trockene Heizungsperioden im Winter schützt ein gepolsterter Gitarrenkoffer das Instrument zusätzlich vor schwankendem Klima, weil die Luft im geschlossenen Koffer träger auf Veränderungen im Raum reagiert als die Gitarre selbst.
Was gehört bei der Konzertgitarre in die Fachwerkstatt?
Drei Arbeiten an der Konzertgitarre gehören in die Fachwerkstatt für Gitarrenbau und nicht in die Eigenpflege. Eine spürbar veränderte Halskrümmung verlangt eine Einstellung durch einen erfahrenen Gitarrenbauer, weil ein Eingriff am Hals ohne das passende Werkzeug und Wissen das Instrument dauerhaft beschädigen kann. Das Abrichten der Bünde gleicht Unebenheiten aus, die sich über Jahre durch Spielverschleiß bilden, und verlangt Spezialwerkzeug, das in der Werkstatt vorhanden ist. Größere Lackschäden, etwa nach einem Stoß, einem Sturz oder Kontakt mit Wasser oder Lösungsmitteln, wie auch die Reparatur eines Risses in der Decke, lassen sich am zuverlässigsten dort ausbessern, weil die passende Nacharbeit von der jeweiligen Lackart abhängt und eine unsachgemäße Eigenreparatur den Schaden meist vergrößert.
Häufige Fragen zur Konzertgitarren-Pflege
Muss man eine Konzertgitarre nach jedem Spielen reinigen?
Eine Konzertgitarre sollte nach jedem Spielen kurz mit einem trockenen, weichen Tuch abgewischt werden, damit Handschweiß und Hautfette sich nicht im Lack festsetzen. Dieser kurze Handgriff dauert nur wenige Sekunden und verhindert, dass die Oberfläche über Wochen und Monate stumpf oder fleckig wird.
Hat jede Konzertgitarre eine Schellackpolitur?
Nicht jede Konzertgitarre trägt eine Schellackpolitur. Traditionelle Schellackpolitur, auch French Polish genannt, findet sich vor allem bei hochwertigeren und oft in Handarbeit gefertigten Instrumenten, während viele Einsteiger- und Mittelklasse-Fabrikate stattdessen einen robusteren Kunstharzlack tragen. Welche Oberfläche vorliegt, verrät meist die Produktbeschreibung des Herstellers oder der Fachhändler.
Darf man eine Konzertgitarre mit einem feuchten Tuch reinigen?
Ob ein leicht feuchtes Tuch für eine Konzertgitarre infrage kommt, hängt von der Oberfläche ab. Kunstharzlack verträgt ein leicht angefeuchtetes Tuch, solange anschließend trocken nachgewischt wird, während Schellackpolitur allein mit einem trockenen Tuch behandelt werden sollte, weil Feuchtigkeit sie milchig anlaufen lassen kann.
Wie viel Luftfeuchtigkeit braucht eine Konzertgitarre?
Für eine Konzertgitarre gilt ein Richtwert von 45 bis 55 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit als stabile Lagerbedingung. Zu trockene Luft lässt die Decke aus Fichte oder Zeder schrumpfen und reißen, zu feuchte Luft lässt sie aufquellen und sich verziehen.




