Konzertgitarrensaiten sind das Verschleißteil der Konzertgitarre: Sie verlieren mit der Zeit an Klangfülle und Stimmstabilität, unabhängig davon, wie sorgfältig das Instrument sonst behandelt wird. Für die drei hohen Saiten ist reines Nylon bis heute der Standard, während die drei tiefen Saiten einen Kern aus Nylon oder einem Kompositmaterial tragen, der mit einem Metalldraht umsponnen ist. Fluorocarbon bietet für die hohen Saiten eine hellere, dichtere Alternative zu Nylon. Anders als bei Stahlsaiten geben Hersteller die Zugstärke nicht in Zoll an, sondern als light, normal oder hard tension. Dieser Artikel ordnet Materialien, Zugstärken und Wechselintervalle für die Konzertgitarre ein.
Aus welchen Materialien bestehen Konzertgitarrensaiten heute?
Konzertgitarrensaiten bestehen heute aus zwei grundverschiedenen Aufbauten für hohe und tiefe Saiten. Die drei hohen Saiten sind einfache, ungewickelte Stränge aus reinem Nylon, einem weichen Kunststoff, der einen warmen, runden Ton liefert. Die drei tiefen Saiten tragen einen Kern aus mehrsträhnigem Nylon oder aus einem Kompositmaterial, um den ein dünner Metalldraht gewickelt ist, meist versilbertes Kupfer. Diese Umwicklung gibt den tiefen Saiten die zusätzliche Masse, die sie für ihre tiefere Stimmung brauchen, ohne dass der Kern selbst dicker und damit steifer werden muss.
Fluorocarbon ist die gängigste Alternative zu Nylon bei den drei hohen Saiten. Der Kunststoff ist dichter als Nylon, sodass eine Fluorocarbon-Saite für dieselbe Tonhöhe dünner ausfallen kann als eine Nylon-Saite. Das ergibt einen helleren, klareren Ton mit mehr Durchsetzungskraft, während Nylon wärmer und weicher klingt. Composite-Kerne für die tiefen Saiten mischen mehrere Kunstfasern, um Klangeigenschaften von Nylon und Fluorocarbon in einer Saite zu verbinden.
| Material | Klangcharakter | Eigenschaft |
|---|---|---|
| Nylon (hohe Saiten) | warm, weich, rund | Standardmaterial seit Jahrzehnten |
| Fluorocarbon (hohe Saiten) | hell, klar, mehr Durchsetzungskraft | dichter als Nylon, dadurch dünnerer Saitenquerschnitt |
| Nylon- oder Composite-Kern, metallumsponnen (tiefe Saiten) | voll, tragend | Umwicklung meist aus versilbertem Kupfer |
Was bedeuten die Zugstärken (Tensions) von Konzertgitarrensaiten?
Die Zugstärke von Konzertgitarrensaiten wird als light, normal oder hard tension angegeben, nicht als genaues Zoll-Maß wie bei Stahlsaiten. Normal tension ist die gängige Grundausstattung und passt auf die meisten Konzertgitarren. Light tension liegt darunter und steht unter geringerer Spannung, hard tension darüber und steht unter höherer Spannung. Die genaue Spannung in Kilogramm unterscheidet sich von Hersteller zu Hersteller, auch innerhalb derselben Bezeichnung.
Die Zugstärke wirkt sich auf Spielgefühl und Lautstärke aus. Saiten mit hard tension verlangen mehr Fingerkraft, um sie auf das Griffbrett niederzudrücken, liefern dafür mehr Energie an die Decke des Instruments und klingen tendenziell lauter und druckvoller. Saiten mit light tension lassen sich leichter greifen und schonen die Finger, bringen dafür weniger Substanz in den Ton. Welche Zugstärke am besten passt, hängt auch vom Instrument selbst ab: Eine leicht gebaute Decke reagiert auf hard tension anders als eine massiv gebaute.
Wie unterscheiden sich Konzertgitarrensaiten von den Stahlsaiten der Westerngitarre?
Konzertgitarrensaiten stehen insgesamt unter deutlich geringerer Zugkraft als die Stahlsaiten einer Westerngitarre, selbst in der Ausführung hard tension. Das macht sie angenehmer für die Fingerkuppen, weil weniger Kraft nötig ist, um sie niederzudrücken, und weil Nylon im Gegensatz zu Stahldraht keine scharfe Kante hat, die in die Haut schneidet. Wie sich Stahlsaiten und Nylonsaiten darüber hinaus in Bauweise und Klang unterscheiden, beschreibt der Vergleich Westerngitarre oder Konzertgitarre im Detail. Auch der Artikel zum Gitarre lernen nennt diesen Vorteil: Gerade zu Beginn, wenn sich die Fingerkuppen erst noch an das Spiel gewöhnen müssen, macht die geringere Zugkraft der Nylonsaiten den Einstieg spürbar leichter.
Wie oft sollte man Konzertgitarrensaiten wechseln?
Wie oft Konzertgitarrensaiten einen Wechsel brauchen, hängt vor allem von der Spielhäufigkeit ab. Wer täglich oder mehrmals wöchentlich übt, wechselt die Saiten meist alle ein bis drei Monate. Bei ein bis zwei Übungseinheiten pro Woche reicht häufig ein Wechsel alle drei bis sechs Monate. Wer die Gitarre nur gelegentlich spielt, kommt mit einem Satz oft ein Jahr oder länger aus, sofern keine Anzeichen für Verschleiß auftreten.
- Matter Klang: Die Saite verliert Obertöne und Brillanz, der Ton wirkt gedämpft, weil Hautfett und Schmutz sich in die Oberfläche und die Windungen der Umwicklung setzen.
- Intonationsprobleme: Die Saite hält die Stimmung schlechter oder klingt in höheren Lagen des Griffbretts spürbar unsauber, weil sie sich ungleichmäßig gedehnt hat.
- Sichtbarer Verschleiß an der Umwicklung: Die Metallwicklung der tiefen Saiten franst an den am meisten gespielten Stellen sichtbar aus oder verfärbt sich dunkel.
Nylon und Fluorocarbon rosten anders als Stahl nicht, altern aber trotzdem: Sie dehnen sich mit der Zeit dauerhaft, verlieren an Elastizität und werden spröder, was das Bruchrisiko erhöht.
Worauf achtet man beim Saitenwechsel einer Konzertgitarre?
Konzertgitarrensaiten werden am Steg verknotet statt mit einem Kugelende befestigt, wie es bei Stahlsaiten üblich ist. Jede Saite hat kein festes Endstück; stattdessen führt sie eine Öffnung im Steg, wird über sich selbst gelegt und ein- oder zweifach durchgezogen, sodass der entstehende Knoten sie unter Zugspannung an Ort und Stelle hält. Dieses Prinzip unterscheidet den Saitenwechsel einer Konzertgitarre grundlegend von dem einer Westerngitarre, bei der die Saite mit ihrem Kugelende hinter einem Stegstift im Korpus verankert wird.
Neue Nylonsaiten halten die Stimmung erst nach mehreren Tagen. Nylon dehnt sich unter Zugspannung deutlich stärker als Stahldraht, deshalb verstimmt sich eine frisch aufgezogene Saite in den ersten Tagen immer wieder. Häufiges Nachstimmen beschleunigt diesen Vorgang.
Häufige Fragen zu Konzertgitarrensaiten
Welches Material haben Konzertgitarrensaiten?
Konzertgitarrensaiten bestehen bei den drei hohen Saiten aus reinem Nylon oder aus Fluorocarbon als hellerer, dichterer Alternative. Die drei tiefen Saiten tragen einen Kern aus Nylon oder einem Kompositmaterial, der mit einem Metalldraht umsponnen ist, meist versilbertem Kupfer. Diese Kombination aus blanken und umsponnenen Saiten ist bei Konzertgitarren seit Jahrzehnten Standard.
Was bedeutet die Zugstärke (Tension) bei Konzertgitarrensaiten?
Die Zugstärke, englisch Tension, gibt bei Konzertgitarrensaiten an, unter wie viel Spannung eine Saite steht, eingeteilt in die Kategorien light, normal und hard tension statt in ein genaues Zoll-Maß. Normal tension ist die gängige Grundausstattung. Höhere Tension verlangt mehr Fingerkraft und klingt tendenziell lauter, niedrigere Tension lässt sich leichter greifen und schont die Finger.
Wie oft sollte man Konzertgitarrensaiten wechseln?
Wie oft man Konzertgitarrensaiten wechseln sollte, richtet sich nach der Spielhäufigkeit: bei täglichem Spiel alle ein bis drei Monate, bei ein bis zwei Übungseinheiten pro Woche alle drei bis sechs Monate, bei seltenem Spiel oft ein Jahr oder länger. Matter Klang, Intonationsprobleme und sichtbarer Verschleiß an der Umwicklung der tiefen Saiten zeigen unabhängig vom Kalender an, dass ein Wechsel fällig ist.
Warum werden Konzertgitarrensaiten am Steg verknotet statt mit Kugelende befestigt?
Konzertgitarrensaiten haben kein Kugelende wie Stahlsaiten, deshalb werden sie am Steg der Konzertgitarre verknotet: Die Saite führt durch eine Öffnung im Steg, wird über sich selbst gelegt und durchgezogen, sodass der Knoten sie unter der eigenen Zugspannung hält. Bei der Westerngitarre übernimmt stattdessen ein Kugelende hinter einem Stegstift diese Funktion.



