Gitarre lernen

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Redaktion
Eine Akustikgitarre neben einem Akkordheft und einem Stimmgerät. Bild: KI generiert.
Eine Akustikgitarre neben einem Akkordheft und einem Stimmgerät. Bild: KI generiert.

Zusammenfassung

Gitarre lernen beginnt mit wenigen Akkorden und dem Wechsel zwischen ihnen, nicht mit einzelnen Tönen. Drei bis vier Griffe tragen die ersten Lieder, die eigentliche Arbeit steckt im schnellen Wechsel bei laufender Schlaghand. Die Fingerkuppen brauchen mehrere Wochen, bis sich Hornhaut bildet, und genau dort brechen die meisten Anfänger ab. Nylonsaiten sind dabei schonender als Stahlsaiten.

Gitarre lernen fängt mit Akkorden an, nicht mit einzelnen Tönen. Drei bis vier Griffe reichen für die ersten Lieder, und die eigentliche Arbeit steckt nicht im Greifen, sondern im Wechsel von einem Griff zum nächsten. Dazwischen liegt eine körperliche Hürde: Die Fingerkuppen der Greifhand tun in den ersten Wochen weh, bis sich Hornhaut bildet. Genau an dieser Stelle hören die meisten Anfänger auf.

6Saiten
E A d g h eStandardstimmung
3 bis 4Akkorde für die ersten Lieder
NylonSaiten für den Start

Wie fängt man mit der Gitarre an?

Der Einstieg auf der Gitarre beginnt mit zwei Akkorden und dem Wechsel zwischen ihnen.

E-Moll und A-Moll eignen sich dafür, weil beide ohne den Zeigefinger auskommen und die Hand die Grundform kennenlernt: Der Daumen liegt flach hinten am Hals, die Finger stehen aufrecht auf den Kuppen, und jeder Finger drückt kurz vor dem Bundstäbchen, nicht mittig im Bundfeld und nicht auf dem Draht.

Die rechte Hand schlägt zunächst nur auf die Zählzeit, vier Schläge pro Takt, alle abwärts. Erst wenn der Wechsel zwischen den Griffen ohne Pause klappt, kommen Aufschläge und weitere Schlagmuster dazu.

Was braucht man zum Gitarrelernen?

Zum Gitarrelernen braucht es eine Gitarre in passender Größe, ein Stimmgerät und ein Liederbuch mit Akkordsymbolen.

Für den Start ist die klassische Gitarre mit Nylonsaiten die schonendere Wahl. Nylon steht unter geringerer Spannung als Stahl, drückt weniger in die Kuppen und verlangt der Greifhand weniger Kraft ab. Der Hals ist dafür breiter, was das Greifen einzelner Saiten erleichtert. Stahlsaiten einer Westerngitarre klingen lauter und obertonreicher, kosten am Anfang aber genau die Finger, die noch keine Hornhaut haben.

Ein Clip-Stimmgerät am Kopf der Gitarre ist Pflichtausstattung. Eine verstimmte Gitarre klingt auch bei richtigem Griff falsch, und Anfänger schieben das dann auf ihre Hand. Dazu kommen ein Gurt oder eine Fußbank, Ersatzsaiten und Plektren.

MerkmalGitarre lernen
Sinnvolles Einstiegsalterab etwa sechs Jahren mit einer halben oder Dreiviertelgitarre, ab etwa zwölf Jahren die volle Größe
AusstattungKonzertgitarre passender Größe, Clip-Stimmgerät, Fußbank oder Gurt, Ersatzsaiten, Plektren
Zeit bis zum ersten Liedwenige Wochen für ein Lied mit drei Griffen, je nach Übezeit
Typische Übezeit pro Wochefünf bis sieben kurze Einheiten, zusammen etwa ein bis drei Stunden
Häufigste Anfängerhürdeschmerzende Fingerkuppen in den ersten Wochen, danach der Barrégriff
KostenGrößenordnung: unterer bis mittlerer dreistelliger Bereich für Gitarre, Stimmgerät und Zubehör

Wie lange dauert es bis zum ersten Lied auf der Gitarre?

Ein Lied mit drei Griffen gelingt bei täglichem Üben oft nach wenigen Wochen. Die Spanne ist keine Zusage, sie hängt an der Übezeit und daran, wie stur der Anfänger den Wechsel zwischen den Griffen übt.

Das Tempo entscheidet dabei der Wechsel, nicht das Greifen. Deshalb ist die sinnvollste Übung am Anfang keine Melodie, sondern ein Wechsel zwischen zwei Akkorden im Metronomtakt.

Wie übt man Akkordwechsel auf der Gitarre?

Akkordwechsel übt man in kurzen Schleifen zwischen genau zwei Griffen, langsam und mit gleichbleibender Schlaghand.

Das Metronom läuft dabei so langsam, dass der Wechsel ohne Stocken passt. Die Schlaghand hört nie auf, auch wenn die Greifhand zu spät kommt: Ein leerer Schlag ist besser als eine Pause, weil der Takt weiterläuft. Hilfreich ist außerdem, gemeinsame Finger stehen zu lassen. Zwischen E-Moll und A-Moll bleiben zwei Finger im selben Bund, sie rutschen nur eine Saite weiter.

E-Moll A-Moll D-Dur G-Dur 23 231 132 213 EAdghe EAdghe EAdghe EAdghe
Vier Griffe, mit denen sich viele Lieder begleiten lassen. Die Zahl im Punkt nennt den Finger, ein Kreis über dem Sattel bedeutet leere Saite, ein Kreuz eine Saite, die stumm bleibt.

Der Wechsel zwischen den Akkorden ist die eigentliche Übung. Einen Griff zu greifen dauert Minuten, ihn im laufenden Takt gegen einen anderen zu tauschen dauert Tage. Wer zwei Akkorde im Wechsel übt statt fünf Akkorde nacheinander, spielt schneller ein ganzes Lied.

Braucht man Gitarrenunterricht?

Nein, Gitarre lässt sich mit Video und Liederbuch allein lernen, und viele tun genau das. Unterricht spart trotzdem Zeit, weil ein Lehrer drei Dinge sieht, die der Anfänger selbst nicht bemerkt: die Daumenhaltung hinter dem Hals, die verkrampfte Schulter und den Finger, der eine Nachbarsaite abdämpft.

Wer allein lernt, filmt sich regelmäßig von der Seite. Auf der Aufnahme fällt auf, wenn die Schlaghand beim Akkordwechsel stehen bleibt. Noten braucht die Gitarre erst, wenn klassische Literatur dazukommt, und dann lohnt sich der Schritt zum Notenlesen.

Welche Hürden treten beim Gitarrelernen auf?

Die häufigsten Hürden beim Gitarrelernen betreffen die Greifhand.

  • Schmerzende Fingerkuppen sind der häufigste Abbruchgrund. Die Haut braucht mehrere Wochen regelmäßigen Spiels, bis sich eine Hornhaut bildet. Kurz und täglich zu üben hilft mehr als eine lange Einheit, nach der die Kuppen tagelang wund sind.
  • Schnarrende Saiten entstehen, wenn der Finger zu weit vom Bundstäbchen entfernt drückt oder eine Nachbarsaite berührt. Das ist eine Frage der Fingerstellung, nicht der Kraft.
  • Der Barrégriff kommt nach den offenen Akkorden und legt einen Finger quer über alle sechs Saiten. Er verlangt Ausdauer im Zeigefinger und gelingt zuerst in den mittleren Bünden.
  • Zu viele Akkorde auf einmal bremsen. Drei sichere Griffe tragen ein Lied, acht unsichere tragen keins.

Wer den Klang der Stahlsaiten sucht oder mit Verzerrung spielen will, wechselt später zur E-Gitarre. Die Grifftechnik der linken Hand bleibt dabei dieselbe, wie der Abschnitt zum E-Gitarre lernen zeigt.

Häufige Fragen zum Gitarrelernen

Ist Gitarre lernen schwer?

Gitarre lernen ist im Einstieg leichter als bei den meisten anderen Instrumenten, weil drei Griffe für die ersten Lieder reichen. Schwer ist nicht das Greifen, sondern der Wechsel zwischen den Griffen im laufenden Takt, und dazu kommen in den ersten Wochen schmerzende Fingerkuppen. Wer diese Phase durchhält, spielt danach meist schnell weiter.

Wie lange tun die Fingerkuppen beim Gitarrelernen weh?

Die Fingerkuppen tun beim Gitarrelernen einige Wochen weh, bis sich an den Kuppen der Greifhand eine Hornhaut gebildet hat. Regelmäßiges kurzes Üben beschleunigt das, lange Einheiten mit wunden Kuppen bremsen es. Nylonsaiten belasten die Haut weniger als Stahlsaiten.

Sollten Anfänger mit Nylonsaiten oder Stahlsaiten beginnen?

Anfänger fahren mit Nylonsaiten besser. Nylon steht unter geringerer Spannung, drückt weniger in die Fingerkuppen und verlangt weniger Kraft in der Greifhand. Stahlsaiten klingen lauter und obertonreicher, sind aber härter zur Haut und verlangen eine längere Gewöhnungsphase.

Muss man zum Gitarrelernen Noten lesen können?

Zum Gitarrelernen sind Noten nicht nötig. Akkordsymbole über dem Liedtext und Tabulaturen, die Saite und Bund als Zahlen angeben, reichen für Begleitung, Rock und Pop völlig aus. Notenschrift verlangen erst die klassische Gitarrenliteratur und das Ensemblespiel.

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