Metronom nutzen

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Redaktion
Ein mechanisches Metronom mit ausschlagendem Pendel. Foto: swooshed / Pixabay.
Ein mechanisches Metronom mit ausschlagendem Pendel. Foto: swooshed / Pixabay.

Zusammenfassung

Ein Metronom gibt einen gleichmäßigen Puls in Schlägen pro Minute vor und deckt damit auf, wo das eigene Tempo schwankt. Fast immer passiert das an den schwierigen Stellen: Dort wird der Spieler langsamer, an den leichten schneller. Das übliche Vorgehen beginnt in einem Tempo, in dem die Stelle fehlerfrei gelingt, und steigert es in kleinen Schritten. Das Metronom ersetzt kein Zeitgefühl, es prüft es.

Ein Metronom gibt einen gleichmäßigen Puls vor, gemessen in Schlägen pro Minute. Sein Nutzen liegt nicht darin, das Tempo vorzuschreiben, sondern darin, Abweichungen sichtbar zu machen. Wer ohne Metronom spielt, hört sich selbst als gleichmäßig, weil er die Schwankung mitdenkt. Sobald ein fremder Klick danebenläuft, tritt jede Beschleunigung und jedes Zögern hervor.

bpmEinheit des Tempos
40 bis 208Bereich mechanischer Metronome
2 und 4Zählzeiten für Fortgeschrittene
PendelBauprinzip des mechanischen Geräts

Was macht ein Metronom?

Ein Metronom erzeugt in festen Abständen ein Signal, an dem sich der Spieler ausrichtet. Der Abstand ergibt sich aus der eingestellten Zahl: 60 bedeutet einen Schlag je Sekunde, 120 zwei. Das mechanische Metronom arbeitet mit einem Federwerk und einem Pendel, dessen Gewicht sich verschieben lässt. Sitzt das Gewicht weit oben, schwingt das Pendel langsam, weiter unten schneller.

MerkmalMetronom
Aufgabegibt einen gleichmäßigen Puls vor und macht Abweichungen hörbar
EinheitSchläge pro Minute, abgekürzt bpm
Bauformenmechanisches Pendelmetronom, elektronisches Gerät, App, Funktion im Stimmgerät
Bereich mechanischetwa 40 bis 208 Schläge pro Minute
ZusatzfunktionenBetonung der Eins, Unterteilung in Achtel und Triolen, Taktartwahl
Was es zeigtan welchen Stellen das eigene Tempo einbricht oder davonläuft
Was es nicht ersetzteigenes Zeitgefühl, Ensembleerfahrung, freies Tempo im Vortrag
Typisches Vorgehenim fehlerfreien Tempo beginnen, in kleinen Schritten steigern

Warum deckt das Metronom Tempoabweichungen auf?

Das Metronom deckt Abweichungen auf, weil es sich als einzige Instanz nicht anpasst. Der Spieler dagegen passt sich unbewusst der Schwierigkeit an: An einer schweren Passage wird er langsamer, weil die Finger mehr Zeit brauchen, an einer leichten schneller, weil nichts bremst. Beides fällt beim Spielen nicht auf, weil das eigene Zeitempfinden mitwandert.

Genau darin liegt der diagnostische Wert. Wer eine Passage mit Klick spielt und dabei aus dem Takt gerät, hat den Ort gefunden, an dem geübt werden muss. Häufig steht er zwei Takte vor der Stelle, die als schwierig gilt: Dort bremst der Spieler bereits ab, um die schwere Passage vorzubereiten. Wie sich Puls, Metrum und Rhythmus voneinander unterscheiden, ist die Grundlage dieser Beobachtung.

Wie steigere ich mit dem Metronom das Tempo?

Die Tempoarbeit folgt vier Schritten, und der erste bestimmt den Erfolg der übrigen.

  • Ausgangstempo finden heißt, das höchste Tempo zu suchen, bei dem die Stelle fehlerfrei gelingt. Es liegt oft deutlich niedriger, als es sich anfühlt.
  • Wiederholen heißt, die Stelle in diesem Tempo mehrfach sauber zu spielen, bevor die Zahl steigt.
  • Steigern heißt, in kleinen Schritten zu erhöhen. Wenige Schläge pro Schritt reichen aus, weil der Körper die Bewegung sonst nicht mitnimmt, sondern neu improvisiert.
  • Zurückgehen heißt, nach einem Fehler eine Stufe abzusenken statt es noch einmal zu versuchen. Der Fehler zeigt, dass die Stufe zu früh kam.

Diese Arbeit gehört in die Stellenarbeit einer Übeeinheit, nicht in den Durchlauf des ganzen Stücks. Das notierte Höchsttempo je Stelle ist zugleich das brauchbarste Fortschrittsmaß, das ein Übender hat.

Wie nutze ich das Metronom auf Zählzeit 2 und 4?

Der Klick auf 2 und 4 verlagert die Verantwortung für den Takt zum Spieler. Bei dieser Übung hört er das Metronom nicht auf der Eins, sondern auf den leichten Zählzeiten. Die Eins muss er selbst setzen, und zwar so, dass der nächste Klick genau dorthin fällt, wo er ihn erwartet. Wer dabei driftet, merkt es sofort, weil der Klick plötzlich zwischen den Noten landet.

Zählzeit 1 2 3 4 1 2 3 4 jede Zählzeit Anfang 1 und 3 halbes Tempo 2 und 4 Fortgeschrittene
Gefüllte Kreise zeigen einen Klick, leere eine Zählzeit ohne Signal, über zwei Takten im Viervierteltakt. Je weniger Klicks das Metronom gibt, desto mehr Takt muss der Spieler selbst tragen.

Der Klick auf 2 und 4 stammt aus dem Jazz und der populären Musik, wo die Snare des Schlagzeugs genau dort steht. In welcher Taktart die Übung überhaupt sinnvoll ist, hängt vom Betonungsmuster ab, das die jeweilige Taktart vorgibt.

Das Metronom ersetzt kein Zeitgefühl, es prüft es. Wer dauerhaft nur mit Klick spielt, verlagert die Zeitführung nach außen und merkt es erst im Ensemble. Deshalb gehört zu jeder Metronomübung ein Durchgang ohne Klick, in dem der Spieler das Tempo allein hält.

Welche Metronome gibt es?

  • Mechanisches Pendelmetronom arbeitet ohne Strom, steht sichtbar auf dem Instrument und zeigt den Puls zusätzlich als Pendelausschlag. Es braucht einen waagerechten Untergrund und regelmäßiges Aufziehen.
  • Elektronisches Metronom erlaubt beliebige Zahlen statt fester Rasterstufen, betont die Eins und unterteilt in Achtel, Triolen und Sechzehntel.
  • App leistet dasselbe wie ein elektronisches Gerät und lässt sich mit Kopfhörern nutzen, was bei lauten Instrumenten der entscheidende Punkt ist.
  • Stimmgerät mit Metronomfunktion spart ein Gerät auf dem Notenpult, bietet aber meist weniger Unterteilungen.

Wo hilft ein Metronom nicht?

Ein Metronom hilft nicht dort, wo das Tempo bewusst schwankt. Ritardando, Accelerando und Rubato sind gestaltete Abweichungen und keine Fehler. Ein Stück, das durchgehend am Klick klebt, verliert genau diese Ebene.

Ebenso wenig hilft es beim Zusammenspiel: Im Ensemble richtet sich jeder nach den anderen, nicht nach einem Gerät. Und es hilft nicht gegen falsche Töne. Wer eine Passage noch nicht greifen kann, spielt sie mit Klick genauso falsch, nur gleichmäßiger.

Häufige Fragen zum Metronom

Wie stelle ich ein Metronom richtig ein?

Am Metronom stellt man die Schläge pro Minute ein, die für die Zählzeit gelten sollen, meist für die Viertelnote. Beim Üben zählt nicht die Tempoangabe der Noten, sondern das höchste Tempo, in dem die Stelle fehlerfrei gelingt. Am mechanischen Gerät verschiebt das Gewicht am Pendel die Zahl: weiter oben langsamer, weiter unten schneller.

Auf welche Zählzeit soll das Metronom klicken?

Am Anfang klickt das Metronom auf jeder Zählzeit, weil der Spieler dann die meisten Anhaltspunkte hat. Sitzt eine Stelle, halbiert man die Klicks auf 1 und 3, später auf 2 und 4. Mit jeder Stufe trägt der Spieler mehr Takt selbst, und Abweichungen fallen früher auf.

Macht Üben mit Metronom das Spiel steif?

Das Metronom macht das Spiel steif, wenn es der einzige Bezugspunkt bleibt. Als Prüfmittel eingesetzt, hat es diesen Effekt nicht: Man schaltet es für eine Passage ein, findet die Stelle mit der Schwankung, arbeitet daran und spielt danach ohne Klick. Gestaltete Temposchwankungen im Vortrag übt man ohnehin ohne Metronom.

Reicht eine Metronom-App?

Eine App reicht für alle üblichen Aufgaben aus und bietet meist mehr Unterteilungen als ein mechanisches Gerät. Ihr Vorteil liegt beim Kopfhörer, mit dem der Klick auch neben einem lauten Instrument hörbar bleibt. Das mechanische Metronom hat dafür den sichtbaren Pendelausschlag und braucht keine Aufmerksamkeit auf einem Bildschirm.

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