Das Schlagzeug ist kein einzelnes Instrument, sondern ein Set aus mehreren Trommeln und Becken, das eine einzige Person gleichzeitig bedient. Beide Hände führen Sticks, der rechte Fuß tritt die Fußmaschine der Bassdrum, der linke Fuß das Pedal der Hi-Hat. Was in einer Marschkapelle vier Trommler verteilen, spielt am Set ein Mensch allein. Diese Bedienung mit vier Gliedmaßen ist der Kern des Instruments, nicht die Zahl der Trommeln.
Was ist ein Schlagzeug?
Ein Schlagzeug ist eine Zusammenstellung eigenständiger Schlaginstrumente auf Ständern und Halterungen, die so um einen Hocker stehen, dass der Spieler jedes Teil im Sitzen erreicht. Die Snare des Sets ist dieselbe kleine Trommel, die im Orchester auf einem eigenen Ständer steht, und die Bassdrum ist eine liegend montierte Basstrommel. Neu ist die Bedienung durch eine Person.
Keine Trommel des Sets hat eine bestimmte Tonhöhe. Der Spieler stimmt trotzdem, aber relativ zueinander: Er spannt die Felle so, dass Bassdrum, Standtom, Hängetom und Snare von unten nach oben eine hörbare Staffelung ergeben. Ein Schlagzeug spielt deshalb keine Melodie, sondern gliedert die Zeit.
| Merkmal | Schlagzeug |
|---|---|
| Familie | Schlaginstrumente, Set aus Fell- und Metallinstrumenten |
| Tonerzeugung | Anschlag auf gespannte Felle und auf Bronzebecken |
| Tonhöhe | unbestimmt, die Trommeln sind relativ zueinander gestimmt |
| Standardaufbau | Bassdrum, Snare, Hängetom, Standtom, Hi-Hat, Ride, Crash |
| Bassdrum | 20 oder 22 Zoll Durchmesser, liegend, mit Fußmaschine |
| Snare | 14 Zoll Durchmesser, meist 5,5 Zoll tief |
| Kesselholz | Ahorn, Birke oder Pappel, mehrlagig verleimt |
| Becken | Bronze, meist Legierungen aus Kupfer und Zinn |
| Schlägel | Sticks aus Hickory oder Ahorn, dazu Besen und Rods |
Wie ist ein Schlagzeug aufgebaut?
Der Standardaufbau umfasst sieben Teile, und ihre Anordnung folgt der Reichweite des Spielers. Die Bassdrum liegt vor ihm auf dem Boden und trägt die Fußmaschine, die Snare steht zwischen seinen Knien, links davon die Hi-Hat mit ihrem eigenen Pedal. Über der Bassdrum hängt das Hängetom, rechts daneben steht das Standtom auf drei eigenen Beinen. Ride und Crash sitzen auf hohen Ständern.
Die rechte Hand kreuzt dabei über die linke zur Hi-Hat oder wandert zum Ride, die linke Hand bleibt auf der Snare. Linkshänder bauen das Set spiegelverkehrt auf.
Welche Trommeln und Becken gehören zum Schlagzeug?
Trommelgrößen werden in Zoll angegeben, zuerst der Durchmesser, dann die Kesseltiefe. Die folgenden Maße gelten als Standard.
- Bassdrum misst 20 oder 22 Zoll im Durchmesser und liegt auf der Seite. Die Fußmaschine führt einen Schlägel gegen das Schlagfell.
- Snare misst 14 Zoll im Durchmesser und meist 5,5 Zoll in der Tiefe. Sie liefert den lautesten und schärfsten Einzelschlag des Sets.
- Hängetom misst meist 12 Zoll und hängt über der Bassdrum. Es ist die höchste der drei Tom-Toms.
- Standtom misst 16 Zoll und steht rechts vom Spieler auf drei eigenen Beinen.
- Hi-Hat besteht aus zwei gegeneinander stehenden Becken von 14 Zoll. Das Pedal schließt sie, der Stick schlägt sie geschlossen oder halb offen an.
- Ride misst 20 bis 22 Zoll und trägt den durchlaufenden Puls. Sein Anschlag bleibt einzeln hörbar, statt zu verschwimmen.
- Crash misst 16 bis 18 Zoll, spricht sofort an und klingt schnell wieder ab. Er setzt Akzente an Übergängen.
Wie spielt man Schlagzeug mit Händen und Füßen?
Die vier Gliedmaßen übernehmen vier verschiedene Aufgaben und laufen dabei nicht im Gleichschritt. Im gebräuchlichsten Grundschlag der Rockmusik schlägt die rechte Hand die Hi-Hat auf jeder Achtel, die linke Hand die Snare auf den Zählzeiten zwei und vier, der rechte Fuß die Bassdrum auf eins und drei. Der linke Fuß hält die Hi-Hat geschlossen oder öffnet sie kurz.
Schlagzeug lernen heißt, vier voneinander unabhängige Bewegungen zu koordinieren. Genau darin unterscheidet sich das Set von jeder Einzeltrommel. Ein Anfänger spielt jede Stimme für sich schnell richtig, die Schwierigkeit liegt darin, sie gleichzeitig und gegeneinander laufen zu lassen. Diese Unabhängigkeit heißt im Unterricht Koordination und wird über Jahre systematisch geübt.
Die Schlagfläche verändert den Klang. Ein Schlag in die Fellmitte der Snare klingt voll, ein Rimshot trifft Fell und Spannreifen zugleich und ist deutlich lauter, ein Besen über das raue Fell erzeugt ein durchgehendes Rauschen statt einzelner Schläge.
Wie schwer ist Schlagzeug lernen?
Ein einfacher Grundschlag gelingt vielen Anfängern in den ersten Stunden, weil das Instrument keine Tonhöhe verlangt: Wer trifft, klingt richtig. Schwierig wird es, wo Hände und Füße unterschiedliche Muster gleichzeitig ausführen, und beim gleichmäßigen Tempo ohne Metronom.
Ein akustisches Set erreicht am Spielplatz Spitzenpegel über 100 Dezibel, weshalb Gehörschutz zum Standard gehört. Für Wohnungen greifen Spieler auf ein Übungspad, gedämpfte Mesh-Felle oder ein elektronisches Set zurück. Kinder steigen ein, sobald sie mit den Füßen die Pedale erreichen, meist ab etwa sieben Jahren.
Woher stammt das Schlagzeug?
Das Schlagzeug entstand Anfang des 20. Jahrhunderts in den Vereinigten Staaten, und der Anlass war wirtschaftlich. In Blaskapellen trug jeder Musiker eine Trommel, in den Theater- und Tanzorchestern der Städte sollte dagegen eine einzige Person alle Schlaginstrumente abdecken.
Die Fußmaschine löste das Problem. Sie kam kurz nach 1900 serienreif auf den Markt und gab dem Spieler eine Hand frei, sodass er Bassdrum und Snare zugleich bedienen konnte. In den 1920er Jahren kam die Hi-Hat dazu, entstanden aus tief am Boden montierten Fußbecken, die auf Standhöhe gebracht wurden. Seit den 1950er Jahren ersetzen Kunststofffelle das Kalbfell, das auf Feuchtigkeit empfindlich reagierte.
Welche Musik prägt das Schlagzeug?
Im Jazz trägt das Ridebecken den fortlaufenden Puls, während Snare und Bassdrum unregelmäßige Akzente gegen die Melodie setzen. Gene Krupa machte in den 1930er Jahren im Swing das Schlagzeugsolo zu einem eigenständigen Auftritt.
Rock und Pop stellten den Backbeat in den Mittelpunkt: die betonte Snare auf zwei und vier. In Metal und verwandten Stilen kommt eine Doppelfußmaschine oder eine zweite Bassdrum hinzu, sodass beide Füße durchgehende schnelle Schlagfolgen spielen.
Häufige Fragen zum Schlagzeug
Warum schnarrt die Snare beim Schlagzeug?
Die Snare des Schlagzeugs schnarrt, weil unter ihr ein Teppich aus Metallspiralen quer über das Resonanzfell gespannt ist. Trifft der Stick das obere Schlagfell, überträgt die Luft im Kessel den Schlag auf das untere Fell. Dieses schwingt gegen die Spiralen, die sofort zurückschlagen und den kurzen, rauschenden Nachklang erzeugen. Ein Hebel an der Zarge hebt den Teppich vom Fell ab, dann klingt die Trommel wie ein kleines Tom.
Aus welchen Teilen besteht ein Schlagzeug?
Ein Standardschlagzeug besteht aus sieben Teilen: Bassdrum mit Fußmaschine, Snare, einem Hängetom, einem Standtom, einer Hi-Hat mit Pedal, einem Ridebecken und einem Crashbecken. Dazu kommen Hocker, Ständer und Halterungen. Größere Sets ergänzen weitere Toms und Becken, kleinere Jazzsets kommen mit einem einzigen Tom aus.
Was ist der Unterschied zwischen Ride und Crash beim Schlagzeug?
Ride und Crash sind zwei Becken mit unterschiedlicher Aufgabe. Das Ride ist größer und dicker, es liefert bei jedem Anschlag einen deutlich abgegrenzten Ton und eignet sich deshalb für den durchlaufenden Puls. Das Crash ist kleiner und dünner, spricht schlagartig an und klingt rasch ab, weshalb es Akzente und Übergänge markiert.
Wie stimmt man ein Schlagzeug?
Ein Schlagzeug wird nicht auf feste Töne gestimmt, sondern über die Fellspannung eingestellt. Der Spieler zieht die Stimmschrauben am Spannreifen ringsum gleichmäßig an und prüft am Fellrand vor jeder Schraube, ob überall dieselbe Spannung anliegt. Ungleiche Spannung erzeugt ein Schweben im Nachklang. Danach stimmt er die Trommeln so gegeneinander, dass sie von der Bassdrum bis zur Snare deutlich abgestuft klingen.




