Basstrommel

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Bild: mweichse / Shutterstock.com
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Zusammenfassung

Die Basstrommel ist eine der größten Trommeln des Orchesters und liefert einen tiefen Ton ohne feste Tonhöhe. Ihr zylindrischer Kessel trägt beidseitig ein Fell aus Kunststoff oder Kalbshaut, das über Spannschrauben reguliert wird. Im Sinfonieorchester steht sie frei in einem Ständer und wird im Stehen mit einem weich gepolsterten Schlägel angeschlagen, in Blaskapelle und Marschkapelle trägt ein Musiker sie am Gurt. Der gleiche Name bezeichnet außerdem die liegende Bassdrum im Schlagzeug, die über ein Fußpedal gespielt wird.

Die Basstrommel ist eine der größten Trommeln des Orchesters und liefert einen tiefen Ton ohne feste Tonhöhe. Ein zylindrischer Kessel trägt beidseitig ein Fell, meist aus Kunststoff oder Kalbshaut, das über Spannschrauben reguliert wird. Im Sinfonieorchester steht sie frei in einem Ständer, ein Musiker schlägt sie im Stehen mit einem weich gepolsterten Schlägel an. In Blaskapelle und Marschkapelle trägt ein Musiker sie am Gurt vor dem Körper und schlägt sie während des Gehens an. Der gleiche Name bezeichnet außerdem die liegend montierte Bassdrum im Schlagzeug, die über ein Fußpedal gespielt wird.

70 bis 100 cmDurchmesser
2Felle
ohnefeste Tonhöhe
18. Jh.Ankunft in Europa

Was unterscheidet die Basstrommel von der Bassdrum im Schlagzeug?

Der Name Basstrommel bezeichnet zwei verschiedene Bauformen mit demselben tiefen Klangcharakter. Im Sinfonieorchester steht sie frei stehend in einem Ständer, ein Musiker schlägt sie im Stehen mit einem Handschlägel an. Im Schlagzeug liegt die gleichnamige Bassdrum flach auf dem Boden und wird über eine Fußmaschine bedient, während der Schlagzeuger sitzt. Dieser Artikel behandelt die eigenständige Orchester-Basstrommel; wie die Bassdrum im Zusammenspiel mit Snare, Toms und Hi-Hat funktioniert, steht im Artikel zum Schlagzeug.

Wie ist die Basstrommel aufgebaut?

Der Kessel der Basstrommel ist zylindrisch und meist aus mehrfach kreuzverleimtem Holz gefertigt, etwa Buche, Ahorn oder Birke. Beide Öffnungen tragen ein Fell, historisch aus Kalbshaut, heute meist aus Kunststofffolie, das über einen Spannreifen mit zehn bis sechzehn Schrauben reguliert wird. Nur eines der beiden Felle wird angeschlagen, das gegenüberliegende schwingt frei mit und formt den Klang mit. Der Durchmesser liegt üblicherweise zwischen 70 und 100 Zentimetern, die Tiefe des Kessels zwischen 40 und 60 Zentimetern. Im Ständer hängt die Trommel frei, sodass beide Felle ungehindert schwingen können.

MerkmalBasstrommel im Orchester
KlassifikationMembranophon ohne feste Tonhöhe
KesselZylindrisch, Holz (Buche, Ahorn, Birke)
FelleBeidseitig, Kunststoff oder Kalbshaut
Durchmesser70 bis 100 Zentimeter
AnschlagWeich gepolsterter Schlägel
AufstellungFrei stehend im Ständer
Orchester 70 bis 100 cm Schlagzeug ca. 56 cm (22 Zoll) Durchmesser im Vergleich, von oben gesehen
Die Basstrommel im Orchester baut deutlich größer als die Bassdrum im Schlagzeug, die meist 22 Zoll misst.

Welchen Ton erzeugt die Basstrommel?

Die Basstrommel erzeugt keinen bestimmten Ton, sondern ein tiefes, breites Klangspektrum ohne erkennbare Tonhöhe. Anders als bei der Pauke, deren Kessel eine feste Stimmung ergibt, lässt sich die Basstrommel nicht auf einen Ton einstellen; die Spannung der Felle verändert nur die Klangfarbe, nicht eine Note. Komponisten notieren für sie deshalb keine Tonhöhe, sondern ausschließlich den Rhythmus.

Die Basstrommel hat keine feste Tonhöhe. Sie wirkt als Klangfläche und rhythmischer Akzent, nicht als Ton im harmonischen Gefüge, ein wesentlicher Unterschied zur stimmbaren Pauke.

Wie spielt man die Basstrommel im Orchester?

Der Musiker schlägt die Basstrommel im Stehen mit einem einzelnen Schlägel an, dessen Kopf mit Filz oder Fell gepolstert ist. Ein einzelner Schlag setzt einen rhythmischen Akzent oder verstärkt einen dramatischen Moment in der Partitur. Für eine anhaltende Rolle führt der Musiker zwei weiche Schlägel abwechselnd schnell gegen das Fell, wodurch ein durchgehendes, grollendes Klangband entsteht, ohne dass einzelne Schläge hörbar bleiben. Legt der Spieler unmittelbar nach dem Anschlag die Hand an das Fell, dämpft er den Nachklang für einen kurzen, trockenen Ton.

Woher stammt die Basstrommel?

Die Basstrommel gehört zu den Instrumenten der Janitscharenmusik, der Militärmusik des Osmanischen Reichs, die im 18. Jahrhundert nach Europa gelangte. Polen erhielt in den 1720er-Jahren eine vollständige türkische Musikkapelle als Geschenk des Sultans, Russland folgte 1725, danach Preußen und Österreich; bis in die 1770er-Jahre hatten die meisten europäischen Höfe eigene Janitscharenkapellen mit Basstrommel, Becken und Triangel aufgebaut. Aus diesem Klangbild übernahmen Komponisten der Wiener Klassik die drei Instrumente als eigene Klangfarbe für Militärisches und Feierliches.

Joseph Haydn setzt die Basstrommel zusammen mit Pauke, Becken und Triangel im zweiten und vierten Satz seiner Sinfonie Nr. 100 ein, die am 31. März 1794 in London uraufgeführt wurde und ihren Beinamen Militärsinfonie diesen Klängen verdankt. Ludwig van Beethoven lässt die Basstrommel in seiner neunten Sinfonie im vierten Satz erstmals zusammen mit Triangel und Becken einsetzen, in der marschartigen Passage alla marcia über der Ode-an-die-Freude-Melodie, und greift die drei Instrumente im abschließenden Prestissimo erneut auf.

Welche Rolle spielt die Basstrommel in Blaskapelle und Marschkapelle?

In Blaskapelle und Marschkapelle trägt ein Musiker die Basstrommel während des Gehens an einem Gurt vor dem Körper und schlägt sie mit einem Schlägel mit rundem Filzkopf an. Anders als im Orchester steht dabei kein Ständer zur Verfügung, die Trommel hängt am Körper des Spielers. Sie liefert der gesamten Formation einen hörbaren Grundschlag, an dem sich Bläser und Marschierende gleichermaßen orientieren, vergleichbar mit der Funktion, die die Bassdrum im Schlagzeug für eine Band übernimmt.

Häufige Fragen zur Basstrommel

Hat die Basstrommel eine feste Tonhöhe?

Die Basstrommel hat keine feste Tonhöhe. Ihr Kessel und ihre beidseitige Fellspannung erzeugen ein tiefes, breites Klangspektrum ohne erkennbaren Einzelton. Das unterscheidet sie von der Pauke, deren Kessel auf einen bestimmten Ton gestimmt werden kann.

Was unterscheidet die Basstrommel von der Bassdrum im Schlagzeug?

Die Basstrommel im Orchester steht frei in einem Ständer und wird im Stehen mit einem Handschlägel gespielt, während die gleichnamige Bassdrum im Schlagzeug liegend montiert ist und über ein Fußpedal bedient wird. Beide erzeugen einen tiefen, unbestimmten Ton, unterscheiden sich aber in Bauweise, Spielhaltung und musikalischem Umfeld.

Wie groß ist eine Basstrommel?

Eine Basstrommel im Orchester misst üblicherweise zwischen 70 und 100 Zentimetern im Durchmesser bei einer Kesseltiefe von 40 bis 60 Zentimetern. Damit zählt sie zu den größten Instrumenten im Orchester. Die Bassdrum im Schlagzeug fällt mit rund 56 Zentimetern deutlich kleiner aus.

Woher kommt die Basstrommel?

Die Basstrommel stammt aus der Janitscharenmusik des Osmanischen Reichs und gelangte im 18. Jahrhundert über diplomatische Geschenke ganzer türkischer Musikkapellen nach Europa, zuerst in den 1720er-Jahren nach Polen. Komponisten der Wiener Klassik wie Joseph Haydn und Ludwig van Beethoven übernahmen sie zusammen mit Becken und Triangel als Klangfarbe für Militärisches und Feierliches.

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