Bianqing

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Redaktion
A bianqing. Bild: KI generiert.
A bianqing. Bild: KI generiert.

Zusammenfassung

Das Bianqing ist ein altes chinesisches Idiophon aus der Zeit der Shang-Dynastie, das aus einer Reihe L-förmiger Klangsteine aus Stein oder Jade besteht. Die Steine sind in unterschiedlichen Größen und Stärken gefertigt und in einem lackierten Holzrahmen aufgehängt. Jeder Stein erzeugt beim Anschlagen einen eigenen, festen Ton, sodass sich mit dem gesamten Satz eine Tonleiter spielen lässt.

Das Bianqing ist ein altes chinesisches Idiophon aus der Zeit der Shang-Dynastie, das aus einer Reihe L-förmiger Klangsteine aus Stein oder Jade besteht. Die Steine sind in unterschiedlichen Größen und Stärken gefertigt und in einem lackierten Holzrahmen aufgehängt. Jeder Stein erzeugt beim Anschlagen einen eigenen, festen Ton, sodass sich mit dem gesamten Satz eine Tonleiter spielen lässt. Das Bianqing wurde in der zeremoniellen Hofmusik, der sogenannten Yayue, eingesetzt und war ein zentrales Instrument bei rituellen Zeremonien und Opferfeiern am kaiserlichen Hof. Es zählt zu den ältesten bekannten gestimmten Instrumenten Chinas und gilt als klanglicher Gegenpart zu den bronzenen Glockenspielen derselben Musiktradition.

Wie klingt das Bianqing?

Der Klang des Bianqing ist klar, hell und lang ausklingend. Da die Klangsteine aus Stein oder Jade gefertigt sind, entsteht beim Anschlagen ein reiner, fast glockenartiger Ton ohne störende Nebengeräusche. Jeder Stein besitzt eine feste, klar definierte Tonhöhe, wodurch das gesamte Instrument in sich sehr sauber und rein klingt. Der Klang des Bianqing gilt in der chinesischen Musiktheorie als Ausdruck von Reinheit und Beständigkeit und wurde deshalb besonders in feierlichen, rituellen Zusammenhängen geschätzt.

Woraus besteht das Bianqing?

Das Bianqing besteht aus einem Satz L-förmiger, flacher Klangsteine aus Stein oder Jade, die in abgestufter Größe und Dicke gefertigt sind. Je nach Größe und Materialstärke erzeugt jeder Stein beim Anschlagen einen anderen Ton, sodass der gesamte Satz eine vollständige Tonreihe abdeckt. Die Steine hängen einzeln an Schnüren in zwei Reihen an einem waagerechten Balken, der auf einem aufwendig verzierten, meist lackierten Holzrahmen ruht. Historische Sätze umfassten häufig sechzehn oder mehr Klangsteine. Gespielt wird das Bianqing mit einem Schlägel aus Holz oder Horn, mit dem die einzelnen Steine gezielt angeschlagen werden.

Die Tonhöhe der einzelnen Klangsteine hängt von ihrer Größe, Dicke und der genauen Form ab: Dickere und kürzere Steine erzeugen höhere Töne, während größere, dünnere Steine tiefer klingen. Die Herstellung eines vollständigen, exakt gestimmten Satzes erforderte daher großes handwerkliches Können und war ausschließlich spezialisierten Werkstätten vorbehalten.

Wie spielt man das Bianqing?

Um das Bianqing zu spielen, steht oder sitzt der Musiker vor dem aufgehängten Rahmen mit den Klangsteinen und schlägt mit einem Schlägel gezielt einzelne Steine an. Da jeder Stein einen festen Ton hat, entsteht die Melodie dadurch, dass die Steine in der richtigen Reihenfolge angeschlagen werden. Die Lautstärke und Klangfarbe lassen sich durch die Härte des Anschlags und die Stelle, an der der Schlägel auf den Stein trifft, leicht variieren.

In der zeremoniellen Hofmusik wurde das Bianqing meist gemeinsam mit dem Bianzhong, einem verwandten Instrument aus gestimmten Bronzeglocken, gespielt. Nach altchinesischer Musiktheorie standen Stein und Metall für unterschiedliche, sich ergänzende Klangqualitäten, weshalb beide Instrumente häufig gemeinsam in großen rituellen Ensembles eingesetzt wurden, oft ergänzt durch Saiteninstrumente, Flöten und weitere Idiophone.

Typische Musikstile mit dem Bianqing

Das Bianqing war ein zentrales Instrument der Yayue, der zeremoniellen Hofmusik des alten China, die bei Staatsritualen, Opferzeremonien und höfischen Feierlichkeiten erklang. Diese Musiktradition reicht bis in die Shang- und Zhou-Dynastie zurück und war eng mit konfuzianischen Vorstellungen von Ordnung, Harmonie und Ritual verbunden. Da das Bianqing außerordentlich aufwendig herzustellen war, blieb es lange Zeit dem kaiserlichen Hof und bedeutenden Tempelanlagen vorbehalten. Heute wird es vor allem im Rahmen von Rekonstruktionen historischer Hofmusik sowie in Museen und bei kulturellen Veranstaltungen gespielt, die die klassische chinesische Ritualmusik wiederaufleben lassen.

Eines der bedeutendsten archäologischen Zeugnisse für diese Instrumentenfamilie ist der 1978 entdeckte Fundkomplex aus dem Grab des Markgrafen Yi von Zeng aus dem 5. Jahrhundert vor Christus, in dem neben einem umfangreichen Satz bronzener Bianzhong-Glocken auch Klangsteine gefunden wurden. Dieser Fund gilt als einer der wichtigsten Belege für die hoch entwickelte Musikkultur des alten China und zeigt, wie genau die Tonhöhen der einzelnen Steine und Glocken bereits vor mehr als zweitausend Jahren aufeinander abgestimmt wurden.

Bekannte Lieder mit dem Bianqing

Da die Yayue-Hofmusik über lange Zeiträume vor allem rituell überliefert wurde, sind nur wenige einzelne Stücke mit gesichertem Bezug zum Bianqing als benannte Kompositionen erhalten. Bekannt sind vor allem die rituellen Kontexte, in denen das Instrument erklang, etwa bei Opferzeremonien und höfischen Festen. Moderne Ensembles, die sich der Rekonstruktion historischer chinesischer Hofmusik widmen, führen das Bianqing gemeinsam mit Bianzhong-Glockenspielen und weiteren traditionellen Instrumenten wieder auf und machen seinen charakteristischen Klang so einem heutigen Publikum zugänglich.

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Bongos

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