Bongos sind ein Paar kleiner Handtrommeln, die ein Holzsteg fest miteinander verbindet. Die kleinere und höher klingende Trommel heißt Macho, die größere und tiefere Hembra. Der Spieler klemmt das Paar zwischen die Knie und schlägt es mit Fingern und Handflächen an, nicht mit Schlägeln. Bongos stammen aus dem Osten Kubas und gehören seit den Anfängen des Son cubano zu dessen fester Besetzung.
Was sind Bongos?
Bongos sind ein einziges Instrument aus zwei Trommeln, kein zufälliges Paar. Der Steg zwischen den Kesseln ist verschraubt oder verleimt, sodass der Abstand der beiden Felle immer gleich bleibt und die Hände blind zwischen ihnen wechseln. Beide Kessel sind unten offen, kurz und aus Holz, die Felle liegen auf einem Spannreifen und werden über Schrauben nachgezogen.
| Merkmal | Bongos |
|---|---|
| Familie | Fellklinger, Paar aus zwei Handtrommeln |
| Tonerzeugung | Anschlag mit Fingerkuppen und Handflächen |
| Trommeln | Macho, klein und hoch, sowie Hembra, groß und tief |
| Felldurchmesser | rund 7 Zoll und rund 8,5 Zoll |
| Kessel | Holz, kurz, unten offen, durch einen Steg fest verbunden |
| Fell | Kalb- oder Ziegenfell, daneben Kunststoff |
| Stimmung | unbestimmt, Spannschrauben am Spannreifen |
| Spielhaltung | sitzend, das Paar zwischen den Knien |
| Herkunft | Ostkuba, Son cubano |
Wie sind Bongos aufgebaut?
Der Macho misst am Fell rund 7 Zoll, die Hembra rund 8,5 Zoll. Der Größenunterschied von etwa anderthalb Zoll genügt, damit beide Trommeln klar voneinander unterscheidbar klingen, ohne dass der Spieler die Hand weit bewegen muss. Beide Felle sind straff gespannt, deutlich straffer als bei großen Handtrommeln. Kleiner Durchmesser und hohe Spannung ergeben zusammen den hellen, kurzen Ton, an dem man Bongos in jedem Ensemble erkennt.
Bis in die 1940er Jahre stimmten Spieler ihre Bongos am Feuer: Wärme trocknet das Naturfell, es zieht sich zusammen und klingt höher. Seither übernehmen Spannschrauben diese Aufgabe, die Stimmung hält damit auch bei feuchter Luft.
Wie spielt man Bongos?
Der Spieler sitzt, hält das Paar zwischen den Knien und legt den Macho auf seine linke Seite. Die Knie klemmen die Kessel fest, lassen die offene Unterseite aber frei, damit die Luft entweichen kann. Wer die Kessel zu fest einklemmt, dämpft den Ton.
Geschlagen wird mit den Fingern und der Handfläche, und jede Schlagart ergibt einen anderen Ton. Ein Schlag mit den Fingerkuppen auf den Fellrand klingt hell und kurz, der Daumenballen in der Fellmitte dumpf, ein aufgelegter Finger dämpft das Fell und erzeugt einen gestopften Ton.
Bongos tragen nicht den Grundpuls, sondern die Verzierung. Ihre kleinen, straffen Felle klingen zu hoch und zu kurz, um ein Ensemble zu tragen. Diese Aufgabe übernehmen im kubanischen Ensemble die tieferen Trommeln. Der Bongospieler füllt stattdessen die Lücken zwischen den Schlägen und reagiert auf Sänger und Solisten.
Das Grundmuster im Son heißt Martillo, spanisch für Hammer. Der Spieler wechselt darin gleichmäßig zwischen beiden Trommeln, wobei die linke Hand meist auf dem Macho bleibt und die rechte Hand die Betonungen setzt. Im Montuno, dem gesteigerten zweiten Teil eines Stücks, legt er die Bongos weg und greift zur Campana, einer großen Handglocke aus Blech, die zur Familie der Kuhglocke gehört.
Was unterscheidet Bongos von der Conga?
Bongos und Conga gehören beide zur kubanischen Perkussion, sind aber in Bauweise, Haltung und Aufgabe verschieden. Die Conga ist eine einzelne, hohe Fasstrommel mit rund 11 bis 12 Zoll Felldurchmesser, die auf dem Boden oder einem Ständer steht und im Stehen oder Sitzen gespielt wird. Bongos sind ein festes Paar kleiner Trommeln, das der Spieler zwischen den Knien hält.
Daraus folgt der Unterschied im Klang und in der Rolle. Die Conga klingt tief und tragend und liefert den durchgehenden Grundrhythmus, die Bongos klingen hoch und kurz und setzen darüber Verzierungen. In einer vollen Salsabesetzung spielen beide gleichzeitig, meist von zwei verschiedenen Musikern.
Woher stammen die Bongos?
Bongos entstanden im Osten Kubas, in der Region um Santiago de Cuba, im späteren 19. Jahrhundert. Sie verbinden afrikanische Trommelbauweisen mit europäischen Elementen der spanischen Kolonialzeit, wie sie in der ländlichen Musik Ostkubas zusammentrafen.
Mit dem Son cubano kamen die Bongos in den 1910er und 1920er Jahren nach Havanna und von dort über Schallplatten in die ganze Karibik. Im Mambo, im Cha-cha-chá und später in der Salsa blieben sie fester Bestandteil der Besetzung. Auch außerhalb lateinamerikanischer Stile sind sie verbreitet, weil sie leicht sind, wenig Platz brauchen und wie das Cajón ohne Verstärkung in kleinen Besetzungen tragen.
Wie schwer ist Bongos lernen?
Ein hörbarer, sauberer Ton gelingt schneller als bei größeren Handtrommeln, weil das straffe Fell auch auf leichte Schläge anspricht. Der Einstieg über den Martillo dauert wenige Wochen, denn das Muster wiederholt sich und liegt gleichmäßig in den Händen.
Anspruchsvoll wird es bei der Klangfarbe. Ein erfahrener Spieler unterscheidet offene, gedämpfte und gestopfte Schläge sicher und trifft sie im Tempo, ohne hinzusehen. Wer aus dem Rock oder Pop kommt, muss außerdem umlernen: Bongos verlangen keinen kräftigen Schlag, sondern eine kontrollierte, lockere Hand.
Häufige Fragen zu Bongos
Was ist der Unterschied zwischen Bongos und Congas?
Bongos sind ein festes Paar kleiner Handtrommeln mit rund 7 und 8,5 Zoll Felldurchmesser, das zwischen den Knien gespielt wird. Die Conga ist eine einzelne, hohe Fasstrommel mit rund 11 bis 12 Zoll, die auf dem Boden oder einem Ständer steht. Bongos klingen hoch und kurz und setzen Verzierungen, die Conga klingt tief und trägt den Grundrhythmus.
Welche Trommel der Bongos ist der Macho?
Der Macho ist die kleinere der beiden Bongotrommeln und klingt höher. Sein Fell misst rund 7 Zoll. Die größere Trommel heißt Hembra, misst rund 8,5 Zoll und klingt tiefer. Der Spieler legt den Macho üblicherweise auf seine linke Seite.
Spielt man Bongos mit Schlägeln?
Bongos werden mit den bloßen Händen gespielt, mit Fingerkuppen, Fingern und Handflächen. Schlägel kommen nur in Ausnahmefällen zum Einsatz, etwa wenn eine Partitur einen harten, gleichmäßigen Anschlag verlangt. Sie nehmen den Bongos die Bandbreite an Klangfarben, weil sich offene, gedämpfte und gestopfte Schläge nicht mehr unterscheiden lassen.
Wie stimmt man Bongos?
Bongos werden über Spannschrauben am Spannreifen gestimmt, die der Spieler ringsum gleichmäßig anzieht. Eine feste Tonhöhe gibt es nicht, üblich ist ein deutlicher Abstand zwischen Macho und Hembra, oft etwa eine Quarte. Naturfelle reagieren auf Luftfeuchtigkeit und brauchen deshalb häufiger eine Korrektur als Kunststofffelle.




