
9 Elektronische Musikinstrumente
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Elektronische Musikinstrumente erzeugen ihren Klang als elektrische Spannung, nicht als Luftschwingung. Erst ein Lautsprecher macht daraus hörbaren Schall. Daraus folgt ihre wichtigste gemeinsame Eigenschaft: Der Klang hängt nicht mehr an einem Resonanzkörper und lässt sich in Grenzen frei formen.
Die Rubrik umfasst drei Gruppen. Klangerzeuger wie Synthesizer und Drum Machine bilden Wellenformen von Grund auf. Sampler und E-Drums spielen aufgezeichnete Klänge ab. Steuergeräte wie DJ-Controller und Loop-Station erzeugen selbst keinen Ton, sondern lenken vorhandenes Material.
Das Theremin nimmt eine Sonderstellung ein. Es ist das einzige Instrument, das ohne jede Berührung gespielt wird: Die Hände verändern elektrische Felder um zwei Antennen und steuern damit Tonhöhe und Lautstärke.

DJ-Controller
Ein DJ-Controller ist ein Bedienpult für DJ-Software. Er erzeugt selbst keinen Klang, sondern meldet jede Bewegung von Jogwheels, Fadern und Tasten als Steuerbefehl an den Rechner, auf dem die Musik liegt und gemischt wird. Zwei Kanalzüge, ein Crossfader und Tasten für Cue-Punkte bilden nach, was zuvor zwei Plattenspieler und ein Mischpult leisteten. Die meisten Geräte tragen eine Soundkarte mit zwei getrennten Ausgängen, damit der DJ den nächsten Titel im Kopfhörer vorhört, während das Publikum den laufenden hört.

Drum Machine
Eine Drum Machine ist ein elektronisches Musikinstrument , das Percussion erzeugt. Drum-Maschinen können Drum-Kits oder andere Percussion-Instrumente nachahmen, aber auch einzigartige Sounds erzeugen. Moderne Drumcomputer ermöglichen es dem Anwender, seinen eigenen Rhythmus zu programmieren. Drum Machines können Sounds mit analoger Synthese erzeugen oder vorab aufgenommene Samples abspielen.

E-Drums
E-Drums sind ein elektronisches Schlagzeug: Der Spieler trifft Pads, deren Sensoren den Schlag messen und im angeschlossenen Klangmodul eine gespeicherte Aufnahme abrufen. Das Pad selbst klingt kaum, den Ton erzeugt erst das Modul. Deshalb regelt der Spieler die Lautstärke am Gerät oder legt sie ganz auf den Kopfhörer. Lautlos sind E-Drums trotzdem nicht: Der Anschlag auf dem Pad und vor allem die Fußmaschine tragen Trittschall in die Decke darunter.

Griffbrett-Synthesizer
Der Griffbrett-Synthesizer, im englischsprachigen Raum meist als "Continuum Fingerboard" bekannt, ist ein elektronisches Musikinstrument ohne Saiten oder Tasten. Er besteht aus einer glatten, leicht nachgiebigen Spielfläche, die auf Fingerdruck, -position und seitliche Bewegung reagiert und diese Bewegungen in Steuersignale für einen internen oder externen Synthesizer umwandelt.

Loop-Station
Eine Loop-Station nimmt eine gespielte Phrase auf und gibt sie unmittelbar danach in Schleife wieder. Über die laufende Schleife legt der Musiker weitere Spuren, bis aus einer einzelnen Stimme ein mehrstimmiger Satz wird. Genau deshalb kann eine einzelne Person damit mehrstimmig auftreten. Bedient wird das Gerät meist mit den Füßen, damit die Hände am Instrument bleiben. Entscheidend ist der Zeitpunkt, an dem der Musiker die Schleife schließt: Ein Versatz von wenigen Millisekunden kehrt bei jedem Durchlauf wieder und summiert sich hörbar auf.

Sampler
Ein Sampler ist ein elektronisches oder digitales Musikinstrument , das Tonaufnahmen (oder "Samples") von echten Instrumentenklängen (z. Klavier, Geige oder Trompete), Ausschnitte aus aufgenommenen Songs (z. ein fünfsekündiges Bassgitarrenriff aus einem Funksong) oder andere Sounds (z. Sirenen und Meereswellen) verwendet.

Synclavier
Der Synclavier ist ein Elektrophon, ein digitales Synthesizer- und Sampling-System ("Workstation"), das in den USA entwickelt wurde. Ein erster Prototyp entstand 1975 am Dartmouth College durch Jon Appleton, Sydney Alonso und Cameron Jones; 1977 brachte die von ihnen gegründete New England Digital Corporation aus Vermont das kommerzielle Modell Synclavier I auf den Markt.

Synthesizer
Ein Synthesizer ist ein elektronisches Musikinstrument, das Töne durch elektrische Schaltungen oder Software erzeugt, statt sie über schwingende Saiten, Felle oder Luftsäulen zu gewinnen. Ein Oszillator liefert die Rohschwingung, ein Filter formt deren Klangfarbe, und ein Verstärker mit Hüllkurve legt fest, wie ein Ton beginnt und endet. Subtraktive Synthese nimmt einer obertonreichen Schwingung Frequenzen weg, additive Synthese baut den Ton umgekehrt aus einzelnen Sinustönen auf. Analoge Synthesizer wie der Minimoog von 1970 steuern diese Stufen über elektrische Spannungen, digitale Modelle wie der Yamaha DX7 von 1983 berechnen sie als Zahlenfolgen. Gespielt wird der Synthesizer meist über eine Tastatur, gesteuert werden kann er aber auch über Sequenzer, Gitarren-Controller oder externe Geräte ohne eigene Tasten.

Theremin
Das Theremin ist ein elektronisches Musikinstrument, das ganz ohne Berührung gespielt wird. Die Hände bewegen sich frei im Raum vor zwei Antennen: Die rechte steuert die Tonhöhe, die linke die Lautstärke. Der russische Physiker Lew Termen entwickelte es 1920 in Petrograd, dem heutigen Sankt Petersburg. Wegen der fehlenden Anspielpunkte gilt es als eines der schwierigsten Instrumente überhaupt.
Häufige Fragen zu Elektronische Musikinstrumente
Wie erzeugt ein Synthesizer seinen Klang?
Ein Synthesizer erzeugt seinen Klang über Oszillatoren, die elektrische Schwingungen in Grundformen wie Sägezahn oder Rechteck liefern. Filter nehmen anschließend Frequenzanteile weg, Hüllkurven steuern den zeitlichen Verlauf von Lautstärke und Klangfarbe.
Was ist der Unterschied zwischen Synthesizer und Sampler?
Ein Synthesizer erzeugt Klänge von Grund auf aus elektrischen Schwingungen. Ein Sampler spielt dagegen aufgezeichnete Klänge ab und verändert sie in Tonhöhe und Verlauf. Der eine baut den Klang, der andere bearbeitet vorhandenes Material.
Sind E-Drums leise genug für eine Wohnung?
E-Drums sind deutlich leiser als ein akustisches Schlagzeug, aber nicht lautlos. Der Anschlag auf den Pads bleibt hörbar, und vor allem überträgt die Fußmaschine Trittschall in die Decke darunter. Eine entkoppelnde Unterlage ist deshalb in Mehrfamilienhäusern meist notwendig.