E-Drums

6 Min. Lesezeit
Redaktion
Elektronisches Schlagzeug mit Mesh-Head-Pads und Beckenpads an einem Rack, daneben das Klangmodul. Bild: KI generiert.
Elektronisches Schlagzeug mit Mesh-Head-Pads und Beckenpads an einem Rack, daneben das Klangmodul. Bild: KI generiert.

Zusammenfassung

E-Drums sind ein elektronisches Schlagzeug: Der Spieler trifft Pads, deren Sensoren den Schlag messen und im angeschlossenen Klangmodul eine gespeicherte Aufnahme abrufen. Das Pad selbst klingt kaum, den Ton erzeugt erst das Modul. Deshalb regelt der Spieler die Lautstärke am Gerät oder legt sie ganz auf den Kopfhörer. Lautlos sind E-Drums trotzdem nicht: Der Anschlag auf dem Pad und vor allem die Fußmaschine tragen Trittschall in die Decke darunter.

E-Drums sind ein elektronisches Schlagzeug. Der Spieler trifft nicht Felle und Becken, sondern Pads, in denen ein Sensor den Schlag misst und an ein Klangmodul meldet. Erst dieses Modul erzeugt den Ton: Es ruft eine gespeicherte Aufnahme ab und gibt sie über Kopfhörer, Aktivbox oder Mischpult aus. Das Pad selbst gibt kaum Klang ab, deshalb bestimmt der Regler am Modul die Lautstärke und nicht die Kraft des Anschlags.

PadAnschlagfläche
ModulKlangquelle
Kopfhörerleises Üben
Trittschallbleibt im Bau

Was sind E-Drums?

E-Drums bilden den Aufbau eines Schlagzeugs mit Sensorflächen nach. Ein Rack trägt Pads für Snare, Toms und Becken, dazu kommen ein Pad für die Bassdrum und ein Pedal, das die Hi-Hat steuert. Alle Pads laufen über Kabel in ein Klangmodul, das jeder Schlagfläche einen Klang zuordnet. Gegenüber dem akustischen Schlagzeug wandert die Klangerzeugung damit aus dem Instrument in ein Gerät.

MerkmalE-Drums
Gattungelektronisches Schlaginstrument
TonerzeugungSensor im Pad löst eine Aufnahme im Klangmodul aus
AnschlagflächenPads mit Netzfell oder Gummiauflage
BassdrumFußmaschine auf einem Pad oder Trigger-Pedal ohne Schlägel
Hi-HatPad mit eigenem Pedal, das die Öffnung meldet
AusgabeKopfhörer, Aktivbox oder Mischpult
LautstärkeKlang regelbar, Anschlag- und Trittgeräusch nicht
Platzbedarfein Rack, deutlich schmaler als ein akustisches Set

Wie erzeugen E-Drums ihren Klang?

Den Klang liefert das Modul, nicht das Pad. Unter der Schlagfläche sitzt ein Sensor, der die Erschütterung in eine elektrische Spannung wandelt. Aus der Höhe dieser Spannung liest das Modul ab, wie hart der Spieler getroffen hat, und wählt dazu eine passende Aufnahme. Ein leiser Schlag ruft eine leise eingespielte Trommel ab, ein harter eine laut eingespielte. Deshalb ändert sich mit der Lautstärke auch die Klangfarbe und nicht nur der Pegel.

Diese Klänge sind Aufnahmen echter Trommeln, keine berechneten Schwingungen. Darin unterscheiden sich E-Drums von einem Synthesizer, der seinen Klang aus Oszillatoren aufbaut. Und anders als eine Drum Machine, die einen einprogrammierten Rhythmus von selbst abspielt, geben E-Drums nur aus, was der Spieler in diesem Moment anschlägt.

Weg 1: der Klang, regelbar Pad mit Sensor misst den Schlag Klangmodul ruft die Aufnahme ab Kopfhörer oder Box Lautstärke am Regler Weg 2: die Erschütterung, nicht regelbar Fußmaschine und Stock auf dem Pad Trittschall, kein Regler dazwischen Boden, Decke der Wohnung darunter
Der Klangweg lässt sich bis auf null herunterdrehen. Der zweite Weg führt am Modul vorbei direkt in den Baukörper.

Wie laut sind E-Drums wirklich?

E-Drums sind leise genug für die Mietwohnung, lautlos aber nicht. Über Kopfhörer verschwindet der Schlagzeugklang vollständig aus dem Raum. Zwei Geräusche bleiben, die kein Regler erfasst: das Klopfen des Stocks auf der Schlagfläche und der Tritt der Fußmaschine. Das Klopfen bleibt Luftschall auf Gesprächslautstärke. Der Tritt dagegen wandert als Erschütterung über Pedalbrett und Rack in den Estrich und ist in der Wohnung darunter als dumpfes Pochen zu hören, auch wenn der Spieler selbst nichts hört als seinen Kopfhörer.

Genau diesen zweiten Weg kann der Spieler dämpfen. Ein Podest aus zwei Platten mit einer elastischen Zwischenlage entkoppelt das Set vom Boden. Mesh-Pads schlagen leiser an als Gummipads. Ein weicher Schlägel an der Fußmaschine trifft gedämpfter als ein harter, und ein Trigger-Pedal ohne Schlägel nimmt den Aufprall ganz heraus.

E-Drums lösen das Lautstärkeproblem nur zur Hälfte. Der Luftschall verschwindet mit dem Kopfhörer, der Körperschall nicht. Wer im Mehrfamilienhaus spielt, entscheidet die Frage deshalb nicht am Modul, sondern an der Entkopplung des Sets vom Fußboden.

Was unterscheidet E-Drums vom akustischen Schlagzeug?

Fünf Punkte geben bei der Wahl regelmäßig den Ausschlag.

KriteriumAkustisches SchlagzeugE-Drums
Lautstärkeliegt fest, Dämpfer senken sie und verändern dabei den Klangfrei regelbar, über Kopfhörer nach außen fast still
PlatzKessel in voller Größe, Becken auf eigenen Ständernflache Pads an einem Rack, teils zusammenklappbar
Klangvielfaltein Satz Trommeln, andere Klänge nur durch Umbau und Stimmenviele Klangsätze im Modul, Wechsel auf Knopfdruck
SpielgefühlFell und Becken antworten unmittelbar, jede Anschlagstelle klingt andersMesh-Pads kommen nahe heran, Beckenpads schwingen nicht aus wie Metall
WartungFelle wechseln, stimmen, Hardware nachziehenkeine Felle stimmen, dafür Kabel, Sensoren und Modulsoftware

Welche Pads verwenden E-Drums?

Die Bauart der Pads entscheidet über Spielgefühl und Anschlaggeräusch.

  • Mesh-Head-Pads tragen ein gewebtes Netzfell auf einem Spannreifen. Der Spieler stellt die Spannung wie an einer Trommel ein, der Stock springt ähnlich zurück wie auf einem echten Fell, und der Anschlag bleibt vergleichsweise leise.
  • Gummipads kosten weniger und halten mehr aus, geben dem Stock aber einen härteren Rückschlag und klopfen lauter.
  • Positional Sensing wertet aus, wie weit von der Mitte entfernt der Stock auftrifft, und ruft dafür eine andere Aufnahme ab. Rand und Mitte einer Snare klingen dadurch verschieden.
  • Mehrere Zonen trennen Fell und Spannreifen voneinander. Erst damit gelingt der Rimshot, bei dem der Stock Fell und Reifen zugleich trifft.
  • Hi-Hat-Controller melden dem Modul, wie weit das Pedal gedrückt ist. Daraus entstehen offene, halboffene und geschlossene Klänge sowie das Zischen beim Schließen.
  • Choke-Erkennung am Beckenpad stoppt den Klang, sobald der Spieler den Rand greift.

Wie spielt man E-Drums?

Stocktechnik, Sitzhaltung und die Koordination der vier Gliedmaßen bleiben dieselben wie am akustischen Set. Wer auf E-Drums lernt, nimmt das Gelernte also mit. Zwei Punkte weichen ab: Die Pads liegen näher beieinander als die Kessel eines Drumsets, und die Beckenpads geben keinen Nachhall an den Arm zurück.

Im Modul stellt der Spieler eine Anschlagkurve ein. Sie bestimmt, welche Kraft welchen Pegel ergibt. Eine flache Kurve macht leise Schläge besser hörbar und verzeiht ungleichmäßigen Anschlag, eine steile Kurve verlangt saubere Dynamik. Wer sein eigenes Spiel prüfen will, stellt sie steil.

Häufige Fragen zu E-Drums

Sind E-Drums leise genug für eine Mietwohnung?

E-Drums sind leise genug für die meisten Mietwohnungen, aber nicht lautlos. Der Klang lässt sich am Modul regeln oder ganz auf den Kopfhörer legen. Das Klopfen der Stöcke auf den Pads und der Tritt der Fußmaschine bleiben hörbar, und der Tritt überträgt sich als Erschütterung in die Decke der Wohnung darunter. Ein entkoppeltes Podest unter dem Set senkt genau diesen Anteil.

Was ist der Unterschied zwischen E-Drums und einem akustischen Schlagzeug?

E-Drums erzeugen ihren Klang in einem Modul, das akustische Schlagzeug im Instrument selbst. Daraus folgen die übrigen Unterschiede: regelbare statt fester Lautstärke, viele Klangsätze statt eines Satzes Trommeln, weniger Platzbedarf, dafür ein Spielgefühl, das dem Fell nahekommt, es aber nicht erreicht. Technik und Koordination sind auf beiden Instrumenten gleich.

Was bringen Mesh-Heads bei E-Drums?

Mesh-Heads sind gewebte Netzfelle und verbessern an E-Drums zwei Dinge. Sie geben beim Anschlag nach, sodass der Stock ähnlich zurückspringt wie auf einem echten Fell, und sie klopfen leiser als eine Gummiauflage. Ihre Spannung lässt sich am Spannreifen einstellen, damit der Spieler den Rückprall seinem Anschlag anpasst.

Braucht man für E-Drums einen Verstärker?

Zum Üben brauchen E-Drums keinen Verstärker, ein Kopfhörer am Modul genügt. Sobald das Set im Raum hörbar sein soll, etwa in der Bandprobe, braucht es eine Aktivbox oder einen Weg ins Mischpult. Das Klangmodul liefert ein Linesignal und keine Verstärkerleistung, eingebaute Lautsprecher hat es nicht.

Weitere Artikel in Elektronische Musikinstrumente

Griffbrett-Synthesizer

Griffbrett-Synthesizer

Der Griffbrett-Synthesizer, im englischsprachigen Raum meist als "Continuum Fingerboard" bekannt, ist ein elektronisches Musikinstrument ohne Saiten oder Tasten. Er besteht aus einer glatten, leicht nachgiebigen Spielfläche, die auf Fingerdruck, -position und seitliche Bewegung reagiert und diese Bewegungen in Steuersignale für einen internen oder externen Synthesizer umwandelt.

Loop-Station

Loop-Station

Eine Loop-Station nimmt eine gespielte Phrase auf und gibt sie unmittelbar danach in Schleife wieder. Über die laufende Schleife legt der Musiker weitere Spuren, bis aus einer einzelnen Stimme ein mehrstimmiger Satz wird. Genau deshalb kann eine einzelne Person damit mehrstimmig auftreten. Bedient wird das Gerät meist mit den Füßen, damit die Hände am Instrument bleiben. Entscheidend ist der Zeitpunkt, an dem der Musiker die Schleife schließt: Ein Versatz von wenigen Millisekunden kehrt bei jedem Durchlauf wieder und summiert sich hörbar auf.

Sampler

Sampler

Ein Sampler ist ein elektronisches oder digitales Musikinstrument , das Tonaufnahmen (oder "Samples") von echten Instrumentenklängen (z. Klavier, Geige oder Trompete), Ausschnitte aus aufgenommenen Songs (z. ein fünfsekündiges Bassgitarrenriff aus einem Funksong) oder andere Sounds (z. Sirenen und Meereswellen) verwendet.

Synclavier

Synclavier

Der Synclavier ist ein Elektrophon, ein digitales Synthesizer- und Sampling-System ("Workstation"), das in den USA entwickelt wurde. Ein erster Prototyp entstand 1975 am Dartmouth College durch Jon Appleton, Sydney Alonso und Cameron Jones; 1977 brachte die von ihnen gegründete New England Digital Corporation aus Vermont das kommerzielle Modell Synclavier I auf den Markt.