Synclavier

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Bild: PrinceOfLove / Shutterstock.com
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Zusammenfassung

Der Synclavier ist ein Elektrophon, ein digitales Synthesizer- und Sampling-System ("Workstation"), das in den USA entwickelt wurde. Ein erster Prototyp entstand 1975 am Dartmouth College durch Jon Appleton, Sydney Alonso und Cameron Jones; 1977 brachte die von ihnen gegründete New England Digital Corporation aus Vermont das kommerzielle Modell Synclavier I auf den Markt.

Der Synclavier ist ein Elektrophon, ein digitales Synthesizer- und Sampling-System ("Workstation"), das in den USA entwickelt wurde. Ein erster Prototyp entstand 1975 am Dartmouth College durch Jon Appleton, Sydney Alonso und Cameron Jones; 1977 brachte die von ihnen gegründete New England Digital Corporation aus Vermont das kommerzielle Modell Synclavier I auf den Markt. Das Instrument verfügt über FM-basierte digitale Klangerzeugung, ab den 1980er Jahren zusätzlich über hochauflösendes Sampling, einen Sequenzer und später eine MIDI-Anbindung.

Wie klingt der Synclavier?

Der Synclavier besitzt einen sehr sauberen, glasklaren digitalen Klang, der sich deutlich von analogen Synthesizern seiner Zeit unterscheidet. Er deckt eine breite Palette ab, von tiefen, druckvollen Bässen bis zu scharfen, glockenartigen Höhen, und lässt sich mit Effekten wie Delay, Hall und Chorus weiter verfeinern. Durch die Kombination aus FM-Synthese und Sampling konnte der Synclavier sowohl klassische synthetische Klänge als auch realistisch nachgebildete akustische Instrumente erzeugen, ein Grund für seine große Beliebtheit bei Filmkomponisten und Popproduzenten der 1980er Jahre.

Woraus besteht der Synclavier?

Der Synclavier wurde von der New England Digital Corporation als modulares System konzipiert, das je nach Ausbaustufe als reiner digitaler Synthesizer, als Sampler oder als vollständige Musikproduktionsstation genutzt werden konnte. Zur Grundausstattung gehörten ein Tastaturcontroller mit bis zu 61 Tasten, ein Terminal zur Steuerung der Software sowie ein oder mehrere Festplattenlaufwerke für Samples und Sequenzen. Spätere Modelle (ab der Synclavier II, 1980) ergänzten die reine FM-Klangerzeugung um hochauflösendes digitales Sampling und einen leistungsfähigen Sequenzer.

Zur Bedienung standen neben der Tastatur weitere Eingabegeräte wie ein Aftertouch-Controller und Fußpedale sowie ein spezielles Bedienterminal zur Verfügung, über das Klänge geladen, bearbeitet und automatisiert werden konnten. Wegen des hohen Preises, ein voll ausgestattetes System kostete in den 1980er Jahren teils mehrere Hunderttausend US-Dollar, blieb der Synclavier vor allem großen Studios und finanzstarken Künstlern vorbehalten.

Wie spielt man den Synclavier?

Gespielt wird der Synclavier über seine eingebaute Tastatur, ähnlich wie bei einem Klavier oder einem klassischen Synthesizer. Anders als bei rein analogen Instrumenten ist das Tastenspiel jedoch nur ein Teil der Bedienung: Über das Kontrollterminal wählt der Musiker Klangprogramme aus, lädt oder erstellt Samples und kann komplexe Sequenzen programmieren, die automatisch abgespielt werden.

Eine Besonderheit des Synclaviers war die Möglichkeit, eigene Klänge, etwa Schlagzeug- oder Orchesterklänge, einzusampeln und direkt in eine Komposition einzubauen. In Verbindung mit dem internen Sequenzer ließen sich so ganze Arrangements am Instrument selbst produzieren, ohne dass weitere Instrumente oder Musiker nötig waren. Dieser Werkstatt-Charakter machte den Synclavier zu einem der ersten vollwertigen digitalen Produktionssysteme und zu einem Vorläufer heutiger DAWs (Digital Audio Workstations).

Typische Musikstile mit dem Synclavier

In den 1980er Jahren war der Synclavier vor allem in Pop- und Rockproduktionen sowie im Filmscore gefragt, weil er realistisch gesampelte Orchester- und Perkussionsklänge mit satten synthetischen Sounds verbinden konnte. Gleichzeitig nutzten Komponisten aus dem Bereich der Neuen Musik und der elektroakustischen Musik das System für experimentelle, oft ausschließlich am Synclavier produzierte Werke.

Bekannte Lieder mit dem Synclavier

1. "Beat It" von Michael Jackson (1982): Für den Track wurden im Rahmen der aufwendigen Studioproduktion von Quincy Jones Synclavier-Klänge und -Percussion eingesetzt. 2. "The Reflex" von Duran Duran (1984): Produzent Nile Rodgers setzte den Synclavier für markante Sound-Effekte und Percussion-Elemente ein. 3. "Money for Nothing" von Dire Straits (1985): Der treibende, perkussive Synclavier-Sound prägt den Rhythmus des Songs mit. 4. "Jazz from Hell" von Frank Zappa (1986): Das komplette Instrumentalalbum wurde, bis auf ein Live-Stück, vollständig am Synclavier komponiert und eingespielt und gilt als eines der konsequentesten Beispiele für den Einsatz des Instruments.

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