Beim Theremin bewegt der Spieler die Hände frei im Raum, ohne das Instrument je zu berühren. Zwei Antennen registrieren jede Bewegung und übersetzen sie in Tonhöhe und Lautstärke. Erfunden hat dieses ungewöhnliche Prinzip der russische Physiker Lew Termen im Jahr 1920, und bis heute gilt das Theremin als eines der am schwersten zu erlernenden Musikinstrumente.
Was ist ein Theremin?
Beim Theremin handelt es sich um ein elektronisches Musikinstrument, das auch Ätherophon oder Thereminvox genannt wird. Der russische Physiker und ausgebildete Cellist Lew Sergejewitsch Termen entwickelte es 1920 am Physikalisch-Technischen Institut in Petrograd, dem heutigen Sankt Petersburg, aus Versuchen mit Näherungssensoren. 1928 erhielt er dafür in den USA das Patent Nr. 1.661.058. Wladimir Lenin sah eine frühe Vorführung des Instruments und ließ anschließend 600 Exemplare für die Sowjetunion bauen.
Wie bereits angedeutet, kann das Instrument berührungsfrei gespielt werden. Zwei Antennen erzeugen dafür ein elektromagnetisches Feld: Die rechte, senkrecht stehende Antenne steuert die Tonhöhe, die linke, schleifenförmige Antenne die Lautstärke. Nähert sich die Hand der rechten Antenne, steigt der Ton, entfernt sie sich, sinkt er. Nach demselben Prinzip regelt die linke Hand über die zweite Antenne die Lautstärke.
Warum das Theremin zu den schwierigsten Instrumenten zählt
Das Spiel auf einem Theremin ist äußerst schwierig. Es bedarf in der Regel einer jahrelangen Übung und Erfahrung, um halbwegs fehlerfrei spielen zu können. Dies wird insbesondere dadurch bedingt, dass das Instrument lediglich akustische Rückmeldungen auf die Bewegungen des Spielers bietet, jedoch keinerlei feste Anspielpunkte oder sonstige Orientierungen wie Tasten, Bünde oder Saiten.
In der Vergangenheit gab es daher vielfach Versuche, die Wellen, welche von den Schwingungen der Antennen ausgehen, optisch sichtbar zu machen, um dem Spieler die Bedienung des Instrumentes zu erleichtern. Ein solches System konnte sich jedoch bis heute nicht durchsetzen.
Wegen seines besonderen, hell und unwirklich wirkenden Klangs wird das Theremin sehr gerne für die Komposition von Filmmusiken eingesetzt. Hier kommt es insbesondere in Science-Fiction- und Mystery-Filmen zum Einsatz. In Deutschland gibt es nur sehr wenige Personen, die ein Theremin gut spielen können; international gilt die russisch-amerikanische Geigerin Clara Rockmore als die bedeutendste Virtuosin der Instrumentengeschichte, heute setzt etwa die deutsche Musikerin Carolina Eyck das Theremin professionell ein.
Wie klingt ein Theremin?
Sie fragen sich nun, wie ein Musikinstrument klingt, das man zum Spielen nicht berühren muss? Das folgende Video zeigt, wie voll und harmonisch ein Theremin klingen kann.
Ein bekanntes Missverständnis betrifft den Song Good Vibrations der Beach Boys von 1966: Er nutzt kein echtes Theremin, sondern ein Tannerin, auch Electro-Theremin genannt, das mit einem Bandmanual statt mit freier Handbewegung gespielt wird. Ein echtes Theremin ist dagegen bei Whole Lotta Love von Led Zeppelin aus dem Jahr 1969 zu hören.




