
15 Instrumente aus Europa
Herkunft, Aufbau und Klang im Überblick

Blasinstrumente
Oboe
Die Oboe ist ein Holzblasinstrument mit Doppelrohrblatt und steht in C. Ihren Ton erzeugen zwei gegeneinander schwingende Schilfblätter, die der Spieler zwischen die Lippen nimmt. Der Spalt zwischen ihnen ist so schmal, dass die Oboe den höchsten Blasdruck aller Blasinstrumente verlangt und dabei am wenigsten Luft verbraucht. Im Orchester gibt sie den Stimmton a, und die meisten Oboisten schaben ihre Rohre selbst.

Blasinstrumente
Querflöte
Die Querflöte ist das in C stehende Sopraninstrument der Flötenfamilie und die Flöte, die im Sinfonieorchester den Flötensatz führt. Ihr Ton entsteht ohne jedes Rohrblatt: Der Spieler bläst einen flachen Luftstrom über die Kante des Mundlochs, wo dieser sich bricht. Die heutige Bauform mit ihrer Klappenmechanik geht auf Theobald Böhm zurück. Sie zählt zu den Holzblasinstrumenten, obwohl sie fast immer aus Metall besteht.

Blasinstrumente
Trompete
Die Trompete ist das höchste Blechblasinstrument des Orchesters. Der Spieler erzeugt den Ton mit den eigenen Lippen im Kesselmundstück, drei Ventile verlängern das Rohr und füllen die Lücken zwischen den Naturtönen. Die gebräuchliche B-Trompete klingt einen Ganzton tiefer als notiert und trägt rund 134 Zentimeter Rohr in ihrer kompakten Form.

Blasinstrumente
Saxophon
Das Saxophon ist trotz seines Metallkorpus ein Holzblasinstrument mit einfachem Rohrblatt und zählt organologisch damit nicht zu den Blechblasinstrumenten. Adolphe Sax, gebürtig aus Dinant im heutigen Belgien, entwickelte und patentierte es 1846 in Paris, wo er seit 1842 lebte und arbeitete, "in Belgien entwickelt" trifft also nur auf Sax' Herkunft zu, nicht auf den Entstehungsort des Instruments.

Saiteninstrumente
Gitarre
Die Gitarre ist ein Zupfinstrument mit Korpus, Hals und meist sechs Saiten, die über einen Sattel am Kopfende und einen Steg am Korpus gespannt sind. Metallene Bünde teilen den Hals in feste Halbtonschritte, sodass jeder Griff eine bestimmte Note trifft. Konzertgitarre, Westerngitarre, E-Gitarre und Bassgitarre teilen dieses Bauprinzip, unterscheiden sich aber in Saitenmaterial, Korpusgröße und Tonerzeugung. Dieser Artikel erklärt Aufbau, Stimmung und Herkunft der Gitarre und verweist für die Einzelheiten jeder Bauform auf deren eigenen Artikel.

Streichinstrumente
Geige
Die Geige ist das kleinste und höchstklingende Streichinstrument der Violinfamilie und wird meist mit einem Bogen gestrichen. Ihre vier Saiten stehen in Quinten auf G, D, A und E, ein Korpus aus Fichtenholz und Ahornholz verstärkt ihre Schwingung. Neben dem Bogenstrich (Arco) kennt die Spieltechnik das Zupfen (Pizzicato) und das Anschlagen der Saite mit der Bogenstange (Col legno). Die Geige bildet zusammen mit Bratsche, Cello und Kontrabass die Streichergruppe des Orchesters und trägt darin die höchste Stimme. International heißt das Instrument Violine, umgangssprachlich und in der Volksmusik meist Geige.

Blasinstrumente
Klarinette
Die Klarinette ist ein Holzblasinstrument, dessen Ton ein einzelnes Rohrblatt am Mundstück erzeugt. Ihr Rohr verläuft zylindrisch und ist am Mundstück geschlossen, deshalb überbläst sie nicht in die Oktave, sondern in die Duodezime. Daraus folgt der Rest des Instruments: ein Grundregister über 19 Halbtöne, ein dichtes Klappenwerk und ein Tonumfang von gut dreieinhalb Oktaven. Im Sinfonieorchester stehen B- und A-Klarinette nebeneinander, in Blasorchester, Jazz und Klezmer spielt fast immer die B-Klarinette.

Blasinstrumente
Fagott
Das Fagott ist ein Holzblasinstrument mit Doppelrohrblatt und die tiefste reguläre Stimme der Holzbläser im Sinfonieorchester. Sein Name geht auf das italienische fagotto zurück, zu Deutsch Bündel, und beschreibt die Bauweise: Das rund zweieinhalb Meter lange Rohr ist auf sich selbst zurückgefaltet und in vier Teile zerlegbar. Den Ton erzeugen zwei gegeneinander schwingende Rohrblättchen am Ende eines gebogenen Metallrohrs, des S-Bogens.

Zupfinstrumente
Balalaika
Die Balalaika ist ein russisches Zupfinstrument mit dreieckigem Korpus und drei Saiten. Ihre flache Decke trägt ein kleines Schallloch, der schmale Hals Bünde aus Metall. Die rechte Hand zupft und schlägt die Saiten ohne Plektrum, längere Töne hält sie mit dem Tremolo. Es gibt die Balalaika in einer ganzen Familie von Größen, von der hohen Prima bis zur Kontrabass-Balalaika.

Tasteninstrumente
Klavier
Das Klavier ist ein Tasteninstrument mit Hammermechanik: Ein filzbezogener Hammer schlägt gegen gespannte Stahlsaiten und fällt sofort zurück, sodass die Saite frei ausschwingt. Weil der Hammer die Geschwindigkeit des Anschlags an die Saite weitergibt, bestimmt der Finger die Lautstärke jedes einzelnen Tons. Bartolomeo Cristofori baute das erste Instrument dieser Bauart um 1700 in Florenz. Ein heutiges Klavier hat 88 Tasten und zwei bis drei Pedale.

Streichinstrumente
Bratsche
Die Bratsche ist eines der bekanntesten Streichinstrumente und gleicht in ihrer Bauform der Violine - mit dem Unterschied, dass sie etwas größer ist. Folgerichtig gehört die Bratsche zur Familie der Violinen und übernimmt innerhalb dieser die Alt-Stimme. Man bezeichnet die Bratsche daher auch als Viola . Beiden Instrumenten gemeinsam sind die drei A-, D- und G-Saiten.

Zupfinstrumente
Harfe
Die Harfe ist ein Zupfinstrument, dessen Saiten frei in einem dreieckigen Rahmen aus Korpus, Hals und Säule schwingen. Die moderne Konzertharfe trägt 47 Saiten und sieben Pedale, mit denen die Füße während des Spiels die Tonart wechseln. Kleinere Hakenharfen kommen ohne Pedalmechanik aus und stellen die Halbtöne über Hebel an jeder einzelnen Saite ein.

Streichinstrumente
Cello
Das Cello ist das zweittiefste Streichinstrument der Violinfamilie. Sein vollständiger Name lautet Violoncello. Es hat vier Saiten, die in Quinten auf C, G, d und a gestimmt sind, und klingt damit eine Oktave tiefer als die Bratsche. Gespielt wird es sitzend, mit dem Korpus zwischen den Knien und dem Stachel als Stütze auf dem Boden.

Handzuginstrumente
Akkordeon
Das Akkordeon ist ein Handzuginstrument, bei dem ein Balg Luft durch frei schwingende Metallzungen presst. Die Tasten und Knöpfe öffnen dabei nur die Ventile, den Ton erzeugt die Zunge. Auf der rechten Seite liegt die Melodieseite, entweder als Klaviatur beim Pianoakkordeon oder als Knopfreihen beim Knopfakkordeon, auf der linken Seite die Bassknöpfe für Bässe und fertige Akkorde. Registerschalter kombinieren mehrere Zungensätze und verändern damit die Klangfarbe.

Streichinstrumente
Kontrabass
Der Kontrabass ist das größte und tiefste Streichinstrument des Orchesters. Seine vier Saiten stehen in Quarten auf E, A, D und G, und er klingt eine Oktave tiefer, als die Noten ihn schreiben. Damit fällt er aus der Violinfamilie heraus: Seine Bauform geht auf die Gambenfamilie zurück. Wer ihn spielt, steht dabei oder sitzt auf einem hohen Hocker.