Die Balalaika ist ein russisches Zupfinstrument mit dreieckigem Korpus und drei Saiten. Ihre flache Decke trägt ein kleines Schallloch, der schmale Hals Bünde aus Metall. Die rechte Hand zupft und schlägt die Saiten ohne Plektrum, die linke greift auf dem Griffbrett. Es gibt die Balalaika in einer ganzen Familie von Größen, von der hohen Prima bis zur Kontrabass-Balalaika, die gemeinsam ein Balalaika-Orchester bilden.
Wie klingt eine Balalaika?
Die Balalaika klingt hell, trocken und leicht perkussiv. Der einzelne Ton verklingt schnell, deshalb halten Spieler längere Noten mit dem Tremolo: Der Zeigefinger schlägt die Saiten in raschem Wechsel auf und ab, bis ein durchgehender Ton entsteht. Dieses Flirren prägt den Klang, den viele sofort mit russischer Volksmusik verbinden.
Wie eine Balalaika klingt, zeigt dieses Klangbeispiel:
Wie ist eine Balalaika aufgebaut?
Den dreieckigen Korpus setzen Instrumentenbauer aus mehreren keilförmigen Holzsegmenten zusammen, der Boden bleibt flach oder wölbt sich nur leicht. Auf der Decke steht der Steg, über den die drei Saiten vom unteren Rand des Korpus zu den Wirbeln am Kopf des Halses laufen.
Die Prima-Balalaika, das übliche Melodieinstrument, steht auf e, e und a. Die beiden unteren Saiten klingen also im Einklang, nur die dritte liegt eine Quarte höher. Diese ungewöhnliche Stimmung erklärt die typische Spielweise, bei der ein gleichbleibendes Saitenpaar die Melodie stützt.
Einfache Volksinstrumente tragen wenige Bünde und decken damit nur einen begrenzten Tonumfang ab. Konzertinstrumente haben deutlich mehr Bünde und reichen entsprechend höher.
Wie spielt man die Balalaika?
Der Spieler hält die Balalaika aufrecht vor dem Körper oder stützt sie auf dem Oberschenkel ab. Die rechte Hand zupft und schlägt die Saiten mit den bloßen Fingern. Nur die großen Bass- und Kontrabass-Balalaikas verlangen ein Plektrum aus Leder, weil ihre Saiten zu dick und zu straff für den Finger sind.
Die linke Hand greift anders als auf einer Gitarre: Der Daumen kommt über den Hals und greift die tiefen Saiten von oben, während die übrigen Finger die Melodie spielen. So klingen Begleitung und Melodie zugleich, ohne dass die Hand ihre Lage wechseln muss.
Woher stammt die Balalaika?
Die Balalaika stammt aus Russland und gehörte lange zur bäuerlichen Volksmusik, wo sie Tänze und Lieder begleitete. Im späten 19. Jahrhundert ordnete der Musiker Wassili Andrejew Bauform und Stimmung, stellte die Familie der Größen zusammen und gründete das erste Balalaika-Orchester. Seither steht neben dem Volksinstrument ein Konzertinstrument mit eigenem Repertoire.
Im Orchester spielt die Balalaika zusammen mit der Domra, einem russischen Zupfinstrument mit rundem Korpus. Zum festen Repertoire zählt das Lied Kalinka, das Iwan Larionow 1860 schrieb.




