Banjo

3 Min. Lesezeit
Banjo
Banjo

Zusammenfassung

Das Banjo ist ein Zupfinstrument mit rundem Korpus, über den ein Fell gespannt ist. Ein loser Steg auf dem Fell überträgt die Schwingung der Saiten, deshalb klingt das Banjo hell und perkussiv. Am weitesten verbreitet sind das fünfsaitige Banjo der amerikanischen Old-Time- und Bluegrassmusik und das viersaitige Tenorbanjo aus frühem Jazz und irischer Volksmusik.

Das Banjo ist ein Zupfinstrument mit einem runden Korpus, über den ein Fell gespannt ist. Ein loser Steg auf dem Fell überträgt die Schwingung der Saiten, deshalb klingt das Banjo hell und perkussiv statt weich wie eine Gitarre. Am Korpus sitzt ein langer Hals mit Bünden und Saiten aus Metall. Am weitesten verbreitet sind das fünfsaitige Banjo der amerikanischen Old-Time- und Bluegrassmusik und das viersaitige Tenorbanjo aus frühem Jazz und irischer Volksmusik.

Wie klingt ein Banjo?

Das Banjo klingt hell, spitz und kurz. Der Ton setzt hart ein und verklingt schnell wieder, weil das gespannte Fell jeden Anschlag wie eine kleine Trommel beantwortet.

Wie laut ein Banjo wird, entscheidet der Resonator: Bluegrass-Banjos tragen hinten eine Schale aus Holz, die den Schall nach vorn wirft. Old-Time-Banjos bleiben offen und klingen deutlich weicher.

Wie ein Banjo klingt, zeigt dieses Klangbeispiel:

Wie ist ein Banjo aufgebaut?

Den Korpus bildet ein runder Holzkranz, über den ein Fell gespannt ist. Früher nahmen die Instrumentenbauer dafür Tierhaut, heute meist Kunststoff. Ein Kranz aus Metallhaken hält das Fell unter Spannung; wer sie nachzieht, verändert die Ansprache.

Die Saiten laufen vom Saitenhalter über den Steg bis zu den Wirbeln am Kopf des Halses. Der Steg steht lose auf dem Fell, allein der Saitenzug hält ihn dort. Das Griffbrett trägt Bünde aus Metall, die die Tonhöhe festlegen.

Welche Banjo-Typen gibt es?

Das fünfsaitige Banjo ist die älteste noch gebräuchliche Form. Seine fünfte Saite ist kürzer als die übrigen, beginnt erst am fünften Bund und hat ihren Wirbel seitlich im Hals. Sie klingt hoch, und der Daumen zupft sie als gleichbleibenden Begleitton mit. Die übliche Stimmung heißt offenes G, weil die leeren Saiten zusammen einen G-Dur-Akkord ergeben.

Viersaitige Banjos gibt es in zwei Bauformen. Das Tenorbanjo hat den kürzeren Hals und weniger Bünde und prägt den Klang des frühen Jazz und der irischen Volksmusik. Das Plektrumbanjo ist länger mensuriert und entspricht einem fünfsaitigen Banjo ohne dessen kurze Saite.

Daneben gibt es Mischformen aus dem Korpus des Banjos und dem Hals eines anderen Instruments: Das Gitarrenbanjo trägt sechs Saiten und lässt sich greifen wie eine Gitarre, das Ukulelenbanjo entspricht einer Ukulele, das Mandolinenbanjo einer Mandoline.

Wie spielt man Banjo?

Auf dem fünfsaitigen Banjo herrschen zwei Techniken vor. Beim Clawhammer schlägt die rechte Hand mit dem Nagel des Zeige- oder Mittelfingers von oben auf die Saite, während der Daumen die kurze fünfte Saite anreißt. Diese Technik trägt die Old-Time-Musik der Appalachen.

Im Bluegrass greifen Spieler dagegen zum Dreifingeranschlag: Daumen, Zeige- und Mittelfinger tragen Fingerpicks aus Metall und zupfen feste Tonfolgen, die sich mit der Melodie verweben. Earl Scruggs gab dieser Spielweise ihren Namen, sein Stück Foggy Mountain Breakdown gilt als ihr bekanntestes Beispiel.

Auf dem viersaitigen Banjo schlägt die rechte Hand mit dem Plektrum durchlaufende Akkorde an und trägt den Rhythmus der Band.

Woher stammt das Banjo?

Das Banjo geht auf westafrikanische Zupflauten zurück, deren Korpus aus einer mit Fell bespannten Kalebasse besteht. Versklavte Afrikaner brachten diesen Instrumententyp in die Karibik und nach Nordamerika. Dort entstand daraus im 19. Jahrhundert die heutige Bauform mit Holzkranz und bundiertem Hals. Die verbreitete Annahme, das Banjo stamme aus Südamerika, trifft nicht zu.

Pete Seeger machte das fünfsaitige Banjo über die Folkbewegung einem breiten Publikum bekannt.

Unsere Bajo Empfehlungen

Anzeige: Produktlinks sind Affiliate-Links. Kaufst du darüber, erhalten wir eine Provision. Am Preis ändert das nichts.

Häufige Fragen zum Banjo

Wie viele Saiten hat ein Banjo?

Ein Banjo hat vier oder fünf Saiten, je nach Bauform. Beim fünfsaitigen Banjo ist die fünfte Saite kürzer als die anderen und beginnt erst am fünften Bund. Gitarrenbanjos tragen sechs Saiten.

Ist Banjo schwer zu lernen?

Banjo lernen fällt im Einstieg leichter als bei vielen anderen Saiteninstrumenten: Die Bünde geben die Tonhöhe vor, und die leeren Saiten ergeben in offener G-Stimmung bereits einen Akkord. Anspruchsvoll wird die rechte Hand, denn Clawhammer und Dreifingeranschlag verlangen eine gleichmäßige, schnelle Bewegung.

Was ist der Unterschied zwischen Banjo und Gitarre?

Das Banjo hat einen runden, mit Fell bespannten Korpus, die Gitarre einen taillierten Holzkorpus mit hölzerner Decke. Deshalb klingt das Banjo hell und kurz, die Gitarre voller und länger. Außerdem hat das gebräuchlichste Banjo fünf Saiten, die Gitarre sechs.

Welche Musik spielt man auf dem Banjo?

Auf dem Banjo spielt man vor allem Old-Time, Bluegrass und Country. Das viersaitige Tenorbanjo gehört zum frühen Jazz und zur irischen Volksmusik.

Weitere Artikel in Zupfinstrumente

Barbat

Barbat

Der Barbat ist eine persische Kurzhalslaute mit birnenförmigem Korpus und bundlosem Griffbrett. Sein Hals ist kurz, der Wirbelkasten am Ende nach hinten abgeknickt. Der Barbat gilt als Vorläufer der arabischen Oud und damit auch der europäischen Laute. Belegt ist er in der Zeit der Sassaniden, im 20. Jahrhundert bauten iranische Werkstätten ihn neu.

Beganna

Beganna

Die Beganna ist ein Instrument, welches bis heute noch nicht allzu bekannt geworden ist. In der damaligen Zeit gab es besonders in Äthiopien sehr viele Spieler, die sich mit der Musik und vor allem dem Spielen des Instruments befasst haben. Eigentlich kann die Beganna als große Leier bezeichnet werden, die mit acht oder sogar zehn unterschiedlichen Saiten versehen ist. Auf diesen Saiten kann der Spieler die Töne erzielen, die zu einem sehr sanften und schönen Musikstück führen können.

Berda

Berda

Die Berda ist ein Instrument, welches aus der südslawischen und ungarischen Richtung stammt. In diesem Teil des Landes wird das Instrument vor allem als Volksinstrument angesehen. Das Konstruktionsprinzip der Berda ist ähnlich mit dem Kontrabass. Beide Instrumente sind mit Bünden versehen und haben einen stark, ähnlichen Korpus.

Çeng

Çeng

Der Çeng ist eine historische Winkelharfe, die vom 15. bis ins 18. Jahrhundert in der Hofmusik des Osmanischen Reichs gespielt wurde und auf die persische Winkelharfe čang zurückgeht. Als offene Winkelharfe ohne Stützpfeiler spannt er jede Saite einzeln zwischen einem gebogenen Resonanzkörper und einem geraden Saitenträger, gezupft mit beiden Händen. Der ähnlich klingende Name der chinesischen Guzheng täuscht: Beide Instrumente sind nicht verwandt und gehören unterschiedlichen Familien an, die Guzheng ist eine Zither, der Çeng eine Harfe. Aus der Musizierpraxis verschwand der Çeng bereits im 18. Jahrhundert, seit den 1980er Jahren bauen einzelne Instrumentenmacher ihn nach historischen Beschreibungen und Miniaturmalereien wieder auf.