Das Banjo ist ein Zupfinstrument mit einem runden Korpus, über den ein Fell gespannt ist. Ein loser Steg auf dem Fell überträgt die Schwingung der Saiten, deshalb klingt das Banjo hell und perkussiv statt weich wie eine Gitarre. Am Korpus sitzt ein langer Hals mit Bünden und Saiten aus Metall. Am weitesten verbreitet sind das fünfsaitige Banjo der amerikanischen Old-Time- und Bluegrassmusik und das viersaitige Tenorbanjo aus frühem Jazz und irischer Volksmusik.
Wie klingt ein Banjo?
Das Banjo klingt hell, spitz und kurz. Der Ton setzt hart ein und verklingt schnell wieder, weil das gespannte Fell jeden Anschlag wie eine kleine Trommel beantwortet.
Wie laut ein Banjo wird, entscheidet der Resonator: Bluegrass-Banjos tragen hinten eine Schale aus Holz, die den Schall nach vorn wirft. Old-Time-Banjos bleiben offen und klingen deutlich weicher.
Wie ein Banjo klingt, zeigt dieses Klangbeispiel:
Wie ist ein Banjo aufgebaut?
Den Korpus bildet ein runder Holzkranz, über den ein Fell gespannt ist. Früher nahmen die Instrumentenbauer dafür Tierhaut, heute meist Kunststoff. Ein Kranz aus Metallhaken hält das Fell unter Spannung; wer sie nachzieht, verändert die Ansprache.
Die Saiten laufen vom Saitenhalter über den Steg bis zu den Wirbeln am Kopf des Halses. Der Steg steht lose auf dem Fell, allein der Saitenzug hält ihn dort. Das Griffbrett trägt Bünde aus Metall, die die Tonhöhe festlegen.
Welche Banjo-Typen gibt es?
Das fünfsaitige Banjo ist die älteste noch gebräuchliche Form. Seine fünfte Saite ist kürzer als die übrigen, beginnt erst am fünften Bund und hat ihren Wirbel seitlich im Hals. Sie klingt hoch, und der Daumen zupft sie als gleichbleibenden Begleitton mit. Die übliche Stimmung heißt offenes G, weil die leeren Saiten zusammen einen G-Dur-Akkord ergeben.
Viersaitige Banjos gibt es in zwei Bauformen. Das Tenorbanjo hat den kürzeren Hals und weniger Bünde und prägt den Klang des frühen Jazz und der irischen Volksmusik. Das Plektrumbanjo ist länger mensuriert und entspricht einem fünfsaitigen Banjo ohne dessen kurze Saite.
Daneben gibt es Mischformen aus dem Korpus des Banjos und dem Hals eines anderen Instruments: Das Gitarrenbanjo trägt sechs Saiten und lässt sich greifen wie eine Gitarre, das Ukulelenbanjo entspricht einer Ukulele, das Mandolinenbanjo einer Mandoline.
Wie spielt man Banjo?
Auf dem fünfsaitigen Banjo herrschen zwei Techniken vor. Beim Clawhammer schlägt die rechte Hand mit dem Nagel des Zeige- oder Mittelfingers von oben auf die Saite, während der Daumen die kurze fünfte Saite anreißt. Diese Technik trägt die Old-Time-Musik der Appalachen.
Im Bluegrass greifen Spieler dagegen zum Dreifingeranschlag: Daumen, Zeige- und Mittelfinger tragen Fingerpicks aus Metall und zupfen feste Tonfolgen, die sich mit der Melodie verweben. Earl Scruggs gab dieser Spielweise ihren Namen, sein Stück Foggy Mountain Breakdown gilt als ihr bekanntestes Beispiel.
Auf dem viersaitigen Banjo schlägt die rechte Hand mit dem Plektrum durchlaufende Akkorde an und trägt den Rhythmus der Band.
Woher stammt das Banjo?
Das Banjo geht auf westafrikanische Zupflauten zurück, deren Korpus aus einer mit Fell bespannten Kalebasse besteht. Versklavte Afrikaner brachten diesen Instrumententyp in die Karibik und nach Nordamerika. Dort entstand daraus im 19. Jahrhundert die heutige Bauform mit Holzkranz und bundiertem Hals. Die verbreitete Annahme, das Banjo stamme aus Südamerika, trifft nicht zu.
Pete Seeger machte das fünfsaitige Banjo über die Folkbewegung einem breiten Publikum bekannt.




