Querflöte

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Redaktion
Versilbertes Instrument in drei Teilen, Mundloch im Kopfstück und Klappenmechanik auf Achsen entlang des Korpus. Bild: KI generiert.
Versilbertes Instrument in drei Teilen, Mundloch im Kopfstück und Klappenmechanik auf Achsen entlang des Korpus. Bild: KI generiert.

Zusammenfassung

Die Querflöte ist das in C stehende Sopraninstrument der Flötenfamilie und die Flöte, die im Sinfonieorchester den Flötensatz führt. Ihr Ton entsteht ohne jedes Rohrblatt: Der Spieler bläst einen flachen Luftstrom über die Kante des Mundlochs, wo dieser sich bricht. Die heutige Bauform mit ihrer Klappenmechanik geht auf Theobald Böhm zurück. Sie zählt zu den Holzblasinstrumenten, obwohl sie fast immer aus Metall besteht.

Die Querflöte ist das in C stehende Sopraninstrument der Flötenfamilie und die Flöte, die im Sinfonieorchester und im Blasorchester den Flötensatz führt. Sie klingt wie notiert, umfasst drei Oktaven ab dem c' und misst rund 67 Zentimeter. Der Spieler hält sie quer vor sich, daher der Name. Wer die Gattung als Ganzes sucht, findet sie im Überblick zur Flöte; dieser Artikel behandelt die Konzertflöte.

CStimmung
67 cmLänge
3Oktaven Umfang
BöhmKlappensystem

Was ist eine Querflöte?

Die Querflöte ist eine randgeblasene Flöte. Der Spieler bläst nicht in ein Rohr hinein, sondern quer über ein Loch im Kopfstück, und genau daran unterscheidet sie sich von der Blockflöte, bei der ein Kanal die Luft führt. Sie zerfällt in drei Teile: Kopfstück mit Mundloch und Stimmkork, Mittelstück mit dem größten Teil der Mechanik und Fußstück. Gestimmt wird über das Kopfstück, das der Spieler ein Stück herauszieht oder hineinschiebt.

MerkmalQuerflöte
FamilieHolzblasinstrument, randgeblasene Flöte
TonerzeugungLuftstrom bricht sich an der Kante des Mundlochs
StimmungC, klingt wie notiert
Tonumfangc' bis c'''', mit H-Fuß ab dem h
BohrungKorpus zylindrisch, Kopfstück zum geschlossenen Ende hin verjüngt
KlappensystemBöhm-System, meist 16 Klappen
Werkstoffversilbertes Neusilber, Silber, Gold, seltener Grenadill
Längerund 67 Zentimeter
TeileKopfstück, Mittelstück, Fußstück

Wie erzeugt die Querflöte ihren Ton?

Die Querflöte erzeugt ihren Ton an einer Schneidekante, ohne jedes Rohrblatt. Der Spieler legt die Unterlippe an den Rand des Mundlochs und bläst einen flachen, gebündelten Luftstrom über die gegenüberliegende Kante. Dort teilt sich der Strom: Ein Teil fährt in das Rohr hinein, ein Teil geht darüber hinweg. Diese Teilung kippt in schneller Folge hin und her, und der Takt, in dem sie kippt, ist die Tonhöhe.

Vorgegeben wird dieser Takt von der Luftsäule im Rohr. Deckt der Spieler mehr Tonlöcher ab, wird die Säule länger und der Ton tiefer. Bläst er den Strom schneller und schmaler, springt der Ton bei gleichem Griff in die nächste Oktave. Deshalb hängt an der Querflöte fast alles am Ansatz: Winkel, Geschwindigkeit und Breite des Luftstroms entscheiden zugleich über Tonhöhe, Lautstärke und Klangfarbe. Ein großer Teil der Luft strömt dabei am Instrument vorbei, weshalb die Querflöte deutlich mehr Luft verbraucht als eine Oboe.

Warum ist die Querflöte ein Holzblasinstrument?

Die Einteilung der Blasinstrumente folgt der Tonerzeugung, nicht dem Werkstoff. Ein Blechblasinstrument heißt so, weil die Lippen des Spielers in einem Mundstück schwingen. Bei einem Holzblasinstrument schwingt entweder ein Rohrblatt oder ein Luftstrom an einer Kante. Die Querflöte gehört damit zu den Holzblasinstrumenten, auch wenn ihr Korpus aus Neusilber, Silber oder Gold besteht. Umgekehrt zählt das Saxophon aus Messing aus demselben Grund zu den Holzbläsern, denn es trägt ein Rohrblatt.

Der Name kommt außerdem aus der Baupraxis. Bis ins 19. Jahrhundert baute man Querflöten aus Buchsbaum, Grenadill oder Ebenholz, erst Böhm setzte das Metallrohr durch. Die Einordnung blieb, und Grenadillflöten baut man bis heute.

Die Querflöte ist ein Holzblasinstrument aus Metall. Über die Familie entscheidet, wie der Ton entsteht, nicht woraus das Instrument gebaut ist. An der Kante des Mundlochs bricht sich ein Luftstrom, und genau das macht die Querflöte zur Flöte.

Wie funktioniert das Böhm-System der Querflöte?

Theobald Böhm, Flötist und Flötenbauer in München, setzte die Tonlöcher dorthin, wo sie akustisch hingehören, und machte sie so groß, wie es der Klang verlangt. Damit lagen sie außerhalb der Reichweite der Finger. Böhm löste das mit Achsen, Hebeln und Ringklappen: Ein Finger schließt sein eigenes Loch und über die Mechanik zugleich ein zweites, das er nie erreichen würde.

1847 stellte Böhm die Zylinderflöte vor, deren Korpus zylindrisch verläuft und deren Kopfstück sich zum geschlossenen Ende hin verjüngt. Diese Bauform gilt bis heute. Zwei Varianten stehen zur Wahl: offene Klappen mit einem Loch im Deckel, die eine genaue Fingerhaltung verlangen und Zwischentöne erlauben, sowie geschlossene Klappen, die verzeihender sind. Die sogenannte E-Mechanik verbessert die Ansprache des dreigestrichenen e.

Welche Flöten stehen neben der Querflöte?

Die Querflöte ist die mittlere Stimme einer Familie, die nach oben und unten weitergeht. Alle Mitglieder tragen das Böhm-System und dieselben Griffe, ein Querflötist wechselt also ohne Umlernen.

  • Piccoloflöte klingt eine Oktave höher als notiert und ist mit rund 32 Zentimetern die kürzeste der Familie.
  • Altflöte steht in G und klingt eine reine Quarte tiefer als die Querflöte.
  • Bassflöte steht in C und klingt eine Oktave tiefer; ihr Kopfstück ist gebogen, damit der Spieler das Mundloch erreicht.
  • Kontrabassflöte klingt zwei Oktaven tiefer, ihr Rohr misst ausgerollt rund 2,6 Meter und ist mehrfach gefaltet.

Diese Größen ergänzen den Satz, sie ersetzen die Querflöte nicht: Altflöte und Bassflöte tragen den Flötenchor nach unten, die Piccoloflöte setzt die Spitze darauf. Steht in einer Partitur schlicht Flöte, ist die Querflöte in C gemeint.

Piccoloflöte ab d'' Querflöte in C ab c' Altflöte in G ab g Bassflöte in C ab c klingende Tonhöhe c c' c'' c''' c'''' c'''''
Ein Feld entspricht einer Oktave. Die Querflöte in C reicht vom c' drei Oktaven aufwärts, die Altflöte setzt eine Quarte tiefer an, die Bassflöte eine Oktave tiefer. Die Piccoloflöte beginnt beim d'' und erreicht mit dem c''''' den höchsten Ton des Orchesters.

Welche Musik prägt die Querflöte?

Johann Sebastian Bach schrieb mit der Partita a-Moll BWV 1013 ein Werk für Flöte allein, ohne jede Begleitung. Von Wolfgang Amadeus Mozart stammen die Flötenkonzerte in G-Dur KV 313 und in D-Dur KV 314.

Im 20. Jahrhundert wurde die Querflöte zur Trägerin der Klangfarbe. Claude Debussy eröffnete sein Orchesterstück Prélude à l'après-midi d'un faune mit einem Flötensolo und schrieb mit Syrinx ein Stück für Flöte allein, das bis heute zum Prüfrepertoire gehört.

Häufige Fragen zur Querflöte

Warum ist die Querflöte ein Holzblasinstrument, obwohl sie aus Metall besteht?

Die Querflöte zählt zu den Holzblasinstrumenten, weil die Familienzuordnung an der Tonerzeugung hängt und nicht am Werkstoff. Ihr Ton entsteht an der Kante des Mundlochs, an der sich der Luftstrom bricht, und nicht durch schwingende Lippen in einem Mundstück wie bei Trompete oder Horn. Aus demselben Grund gilt auch das Saxophon aus Messing als Holzblasinstrument.

Welchen Tonumfang hat die Querflöte?

Die Querflöte umfasst drei Oktaven vom c' bis zum c''''. Mit einem H-Fuß, der das Fußstück um einen Halbton verlängert, reicht sie bis zum h hinunter. Sie steht in C und transponiert nicht, ein notiertes c erklingt also als c.

Was ist der Unterschied zwischen Querflöte und Blockflöte?

Der Unterschied liegt in der Luftführung. Bei der Blockflöte lenkt ein fester Kanal im Kopf die Luft auf die Schneidekante, der Ton kommt also fast von selbst. Bei der Querflöte formt der Spieler den Luftstrom mit den Lippen und richtet ihn selbst auf die Kante des Mundlochs. Deshalb dauert der erste Ton auf der Querflöte länger, und deshalb hat der Spieler mehr Einfluss auf Klangfarbe und Lautstärke.

Wie schwer ist Querflöte lernen?

Querflöte lernen scheitert am Anfang meist am Ansatz, nicht an den Griffen. Der Luftstrom muss schmal und im richtigen Winkel auf die Kante treffen, sonst kommt kein Ton. Ist dieser Punkt erreicht, geht es zügig weiter, weil die Griffe im Böhm-System übersichtlich liegen. Für Kinder gibt es Flöten mit gebogenem Kopfstück, das die Armhaltung verkürzt und einen Einstieg vor dem zehnten Lebensjahr erlaubt.

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