Sac de gemecs

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Bild: Lukassek / Shutterstock.com
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Zusammenfassung

Der Sac de gemecs ist ein traditioneller katalanischer Dudelsack, ein Aerophon aus Windsack, doppelrohrblattbetriebener Melodiepfeife und Bordunpfeife(n). Seine Tradition in Katalonien (Spanien) reicht bis ins 12. Jahrhundert zurück; verwandte Bauformen sind die Buna in Andorra und die Xeremia auf den Balearen.

Der Sac de gemecs ist ein traditioneller katalanischer Dudelsack, ein Aerophon aus Windsack, doppelrohrblattbetriebener Melodiepfeife und Bordunpfeife(n). Seine Tradition in Katalonien (Spanien) reicht bis ins 12. Jahrhundert zurück; verwandte Bauformen sind die Buna in Andorra und die Xeremia auf den Balearen.

Wie klingt der Sac de gemecs?

Der Sac de gemecs erzeugt einen kräftigen, schnarrenden Klang, der von einem konstant klingenden Bordunton und einer nasalen, durchdringenden Melodiestimme aus dem Doppelrohrblatt geprägt ist. Wie bei anderen Dudelsacktypen entsteht dieser typische, unaufhörlich fortlaufende Klang durch den Luftsack, der Melodie- und Bordunpfeife gleichzeitig und ohne Unterbrechung mit Luft versorgt.

Woraus besteht der Sac de gemecs?

Das Instrument besteht aus einem kleinen Ledersack, traditionell aus einer ganzen Ziegen- oder Schafshaut, mit drei Öffnungen: dem Blasrohr (Tudell), über das der Spieler den Sack mit dem Mund aufbläst, der Melodiepfeife (Grall) mit Grifflöchern und einem Doppelrohrblatt, sowie einer oder mehreren Bordunpfeifen (Bordó), die einen gleichbleibenden Begleitton erzeugen. Der Sack dient dabei als Luftreservoir, das kontinuierlichen Ton auch während des Einatmens ermöglicht.

Wie spielt man den Sac de gemecs?

Der Spieler bläst den Sack zunächst über das Blasrohr auf und hält ihn anschließend mit dem Arm unter konstantem Druck, sodass ein gleichmäßiger Luftstrom zu Melodiepfeife und Bordun fließt. Die Melodie wird ausschließlich durch das Öffnen und Schließen der Grifflöcher mit den Fingern gestaltet; da der Ton nie abreißt, lassen sich einzelne Töne nicht durch Zungenstoß artikulieren, stattdessen setzt der Spieler kurze Verzierungsgriffe ein, um Tonwechsel hörbar zu machen. Häufig spielt derselbe Musiker parallel eine kleine Handtrommel (Tabal), um den Tanzrhythmus zu betonen.

Typische Musikstile mit dem Sac de gemecs

Der Sac de gemecs begleitet traditionelle katalanische Volkstänze und wird sowohl solo als auch in kleinen Ensembles gespielt. Nach einem Rückgang im 20. Jahrhundert erlebt das Instrument seit den 1980er- und 1990er-Jahren eine deutliche Wiederbelebung.

Bekannte Lieder mit dem Sac de gemecs

Zu den Gruppen, die den Sac de gemecs aktiv pflegen, zählen Els Cosins del Sac, Cobla Manxaire und Els Salanc'aires aus Saint-Laurent-de-la-Salanque. Zentrale Treffpunkte der Szene sind das Festival Cornamusam im katalanischen Olot sowie das Firasac-Treffen in Vilanova i la Geltrú, bei denen sich Spieler, Instrumentenbauer und Lehrende jährlich austauschen, die Instrumentenpflege lebt bis heute vor allem von dieser aktiven Vereins- und Festivalkultur statt von einzelnen kommerziellen Hits.

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