Sackpfeife

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Bild: Nail Bikbaev / Shutterstock.com
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Zusammenfassung

Sackpfeife ist der deutsche Oberbegriff für Dudelsäcke im Allgemeinen, Aerophone aus einem Luftsack, einer mit Rohrblatt versehenen Melodiepfeife (Chanter) und einer oder mehreren Bordunpfeifen. Es handelt sich nicht um einen einzelnen, spezifischen Instrumententyp, sondern um eine über ganz Europa und Teile des Nahen Ostens verbreitete Familie von Volksinstrumenten ohne einheitlichen Ursprungsort; im deutschsprachigen Raum sind historisch etwa...

Sackpfeife ist der deutsche Oberbegriff für Dudelsäcke im Allgemeinen, Aerophone aus einem Luftsack, einer mit Rohrblatt versehenen Melodiepfeife (Chanter) und einer oder mehreren Bordunpfeifen. Es handelt sich nicht um einen einzelnen, spezifischen Instrumententyp, sondern um eine über ganz Europa und Teile des Nahen Ostens verbreitete Familie von Volksinstrumenten ohne einheitlichen Ursprungsort; im deutschsprachigen Raum sind historisch etwa das Hümmelchen und der Bock belegt.

Wie klingt die Sackpfeife?

Charakteristisch für alle Sackpfeifen ist der ununterbrochene, schnarrende Klang: Melodiepfeife und Bordun(e) erklingen gleichzeitig und ohne Pausen, da der Luftsack für einen konstanten Luftstrom sorgt, auch während der Spieler einatmet. Je nach Bauform und Rohrblatttyp reicht die Klangfarbe von weich-nasal bis sehr laut und durchdringend.

Woraus besteht die Sackpfeife?

Ein luftdichter Sack, historisch aus Tierhaut, heute oft aus synthetischem Material, wird über ein Blasrohr mit dem Mund oder, bei manchen Bauformen, über einen unter dem Arm betriebenen Blasebalg aufgeblasen. Der Sack speist konstant unter Druck stehende Luft in die Melodiepfeife (Chanter), die mit einem Rohrblatt, je nach Bauform ein einfaches oder ein Doppelrohrblatt, und Grifflöchern ausgestattet ist, sowie in eine oder mehrere separat angebrachte Bordunpfeifen, die einen festen, gleichbleibenden Ton erzeugen. Entscheidend ist: Die Tonhöhe der Melodie wird ausschließlich über die Grifflöcher am Chanter bestimmt, nicht, wie fälschlich angenommen, über die Lippenspannung des Spielers oder die Sackspannung.

Wie spielt man die Sackpfeife?

Nach dem Aufblasen des Sacks hält der Spieler ihn mit dem Arm unter konstantem Druck, sodass Chanter und Bordun ununterbrochen klingen. Die eigentliche Melodie entsteht allein durch das Öffnen und Schließen der Grifflöcher mit den Fingern; da der Luftstrom nie abbricht, lassen sich Töne nicht per Zungenstoß trennen, Musiker verwenden stattdessen kurze Verzierungsgriffe ("Cuts"), um einzelne Töne hörbar voneinander abzusetzen. Das gleichzeitige Klingen von Melodie und Bordun erfordert zudem, dass Chanter und Bordunpfeifen exakt zueinander gestimmt sind.

Typische Musikstile mit der Sackpfeife

Historisch begleitete die Sackpfeife in ganz Europa Tanz- und Festmusik. In Deutschland erlebte sie seit Beginn der 1990er-Jahre durch die Mittelalterszene und die dort entstandenen Mittelaltermärkte eine breite Wiederbelebung, verbunden mit der Entwicklung der lauteren, bühnentauglichen "Marktsackpfeife".

Bekannte Lieder mit der Sackpfeife

Maßgeblich für die moderne deutsche Sackpfeifen-Szene waren Mittelalter-Folk-Bands wie Corvus Corax aus Berlin, die seit den späten 1980er-Jahren mit mehreren Sackpfeifern gleichzeitig auftreten und alte Spielmannsmusik neu interpretieren, sowie In Extremo, Schelmish und Spilwut, die das Instrument ab den 1990er-Jahren einem breiten Publikum auf Mittelaltermärkten und Festivals bekannt machten.

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