Saxhorn

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Bild: Tattoboo / Shutterstock.com
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Zusammenfassung

Das Saxhorn ist ein ventilbetriebenes Blechblasinstrument aus der Familie der Bügelhörner, das Adolphe Sax in den 1840er-Jahren in Paris entwickelte und 1845 zum Patent anmeldete. Es entstand als vollständige, klanglich einheitliche Instrumentenfamilie von der Sopran- bis zur Kontrabasslage und wurde rasch zur klanglichen Grundlage der britischen Brass-Band-Bewegung, die bis heute nahezu ausschließlich mit Saxhorn-Instrumenten (Flügelhorn,...

Das Saxhorn ist ein ventilbetriebenes Blechblasinstrument aus der Familie der Bügelhörner, das Adolphe Sax in den 1840er-Jahren in Paris entwickelte und 1845 zum Patent anmeldete. Es entstand als vollständige, klanglich einheitliche Instrumentenfamilie von der Sopran- bis zur Kontrabasslage und wurde rasch zur klanglichen Grundlage der britischen Brass-Band-Bewegung, die bis heute nahezu ausschließlich mit Saxhorn-Instrumenten (Flügelhorn, Althorn, Tenorhorn, Bariton, Euphonium, Basstuba) besetzt ist.

Wie klingt das Saxhorn?

Das Saxhorn hat durch seine konische Bohrung einen warmen, weichen und sehr homogenen Klang, der sich über die gesamte Instrumentenfamilie, von der hellen Sopranlage bis zur tiefen Kontrabasslage, erstaunlich einheitlich durchzieht. Dieser klangliche Zusammenhalt war ausdrücklich Sax' Ziel und ist bis heute das klangliche Markenzeichen der britischen Brass Band.

Woraus besteht das Saxhorn?

Das Saxhorn besitzt eine konisch gebohrte Röhre aus Messing, die, je nach Größe, zu einer kompakten Form gewickelt ist, sowie meist drei Pumpventile zur chromatischen Erweiterung des Naturtonreihenspiels. Sax entwarf die Familie ursprünglich in sieben Größen, vom kleinen Sopranino bis zur Kontrabass-Stimmung, die sich alle in Mensur und Klangcharakter entsprechen.

Historisch existierten auch "Over-the-shoulder"-Modelle mit nach hinten gerichtetem Schalltrichter, wie sie etwa in US-amerikanischen Regimentskapellen des Sezessionskriegs verbreitet waren. Entscheidend für die Verbreitung in Großbritannien war die Musikerfamilie Distin: 1844 traf der Kornettist John Distin mit seinen Söhnen in Paris auf Adolphe Sax, übernahm dessen neue Instrumentenfamilie und führte sie im Januar 1845 vor Königin Victoria und Prinz Albert vor, ein Schlüsselmoment für den Siegeszug des Saxhorns in Großbritannien.

Wie spielt man das Saxhorn?

Wie bei allen Blechblasinstrumenten wird der Ton beim Saxhorn durch das Anblasen eines Kesselmundstücks mit vibrierenden Lippen (Ansatz) erzeugt; die Ventile verlängern die Luftsäule und ermöglichen so das chromatische Spiel innerhalb und zwischen den Naturtonreihen. Die Grundtechnik entspricht der anderer Ventilblechblasinstrumente wie Trompete oder Flügelhorn, wobei die spezifische Mensur des Saxhorns einen besonders weichen Ansatz und geschmeidige Übergänge zwischen den Registern begünstigt.

Typische Musikstile mit dem Saxhorn

Das Saxhorn bildet bis heute das klangliche Rückgrat der britischen Brass Band, jener rein blechbläserisch besetzten Ensembleform, die sich seit Mitte des 19. Jahrhunderts, etwa mit Gründungen wie der Jedforest Instrumental Band (1854), rasant in Großbritannien verbreitete und bis heute in landesweiten Wettbewerben wie den National Brass Band Championships gepflegt wird. Daneben spielte die Instrumentenfamilie eine wichtige Rolle in französischen und belgischen Militärkapellen des 19. Jahrhunderts sowie in US-amerikanischen Regimentskapellen des Sezessionskriegs.

Anders als das später von Sax entwickelte Saxophon, das sich vor allem im Jazz durchsetzte, blieb das Saxhorn ein Instrument der Blaskapelle und des Ensembles: Als reine Melodie- oder Begleitstimme in mittleren und tiefen Lagen ist es auf Solowirkung im heutigen Sinn kaum ausgelegt, dafür aber unverzichtbar für den geschlossenen, homogenen Blechbläserklang, der die britische Brass-Band-Tradition bis heute prägt.

Bekannte Lieder mit dem Saxhorn

  1. Hector Berlioz' Bearbeitung seines "Chant sacré" (1844) für ein Konzert mit Adolphe Sax' neuen Instrumenten, eine der frühesten prominenten Präsentationen des Saxhorn-Klangs.
  2. Das Repertoire der Musikerfamilie Distin, die das Saxhorn ab 1844/45 in Großbritannien bekannt machte, unter anderem mit einer Vorführung vor Königin Victoria.
  3. Das Repertoire der britischen Brass-Band-Bewegung, deren Instrumentierung seit Gründungen wie der Jedforest Instrumental Band (1854) auf der Saxhorn-Familie basiert.
  4. Werke des britischen Brass-Band-Komponisten Eric Ball, dessen Kompositionen bis heute zum Kernrepertoire der Saxhorn-basierten Brass Band gehören.
  5. Die überlieferten Instrumente und Notenbestände US-amerikanischer Regimentskapellen des Sezessionskriegs (etwa der bekannten Kapelle des 26. Regiments aus North Carolina), die in der historischen Aufführungspraxis bis heute nachgespielt werden.

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