Tenorhorn

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Redaktion
Oval gewickeltes Bügelhorn in Tenorlage mit drei Drehventilen und eingestecktem Kesselmundstück. Bild: KI generiert.
Oval gewickeltes Bügelhorn in Tenorlage mit drei Drehventilen und eingestecktem Kesselmundstück. Bild: KI generiert.

Zusammenfassung

Das Tenorhorn ist ein Blechblasinstrument der Bügelhornfamilie und steht in B. In Deutschland, Österreich und Böhmen wird es oval gewickelt und mit Drehventilen gebaut. Im Blasorchester besetzt es die Mittelstimme zwischen den Flügelhörnern und den Bässen und trägt dort Gegenmelodien und Nachschläge. Vom Baritonhorn und vom Euphonium trennt es nicht die Stimmung, sondern die Mensur, denn alle drei stehen in B und haben dieselben Griffe.

Das Tenorhorn ist ein Blechblasinstrument der Bügelhornfamilie, das in B steht und in Deutschland, Österreich und Böhmen fast immer oval gewickelt gebaut wird. Drei Drehventile verändern die Tonhöhe, der Schallbecher zeigt schräg nach oben. Im Blasorchester besetzt das Tenorhorn die Mittelstimme: Es liegt unter den Flügelhörnern und über den Bässen und trägt dort Gegenmelodien und Nachschläge. Mit dem Baritonhorn und dem Euphonium teilt es Stimmung, Tonumfang und Griffe und unterscheidet sich von beiden nur in Mensur und Bauart.

BStimmung
3Drehventile
270 cmRohrlänge
ovalBauform

Was ist ein Tenorhorn?

Das Tenorhorn gehört zu den Bügelhörnern, also zu den Blechblasinstrumenten mit weitem, überwiegend konischem Rohr. Diese Bauweise geht auf die Saxhörner zurück, die Adolphe Sax in den 1840er Jahren als geschlossene Familie von der hohen bis zur tiefen Lage entwarf. Den Ton erzeugt der Spieler an einem Kesselmundstück, das tiefer und weiter ausfällt als das einer Trompete und deshalb eine langsamere Lippenschwingung verlangt.

MerkmalTenorhorn
FamilieBügelhorn, Tenorlage
StimmungB
Ventilemeist drei Drehventile, seltener vier
Bauformoval gewickelt, Becher schräg nach oben
Rohrverlaufüberwiegend konisch, engste Mensur seiner Gruppe
Rohrlängerund 270 Zentimeter
NotationViolinschlüssel in B, klingt eine große None tiefer
VerbreitungBlasorchester in Deutschland, Österreich, Böhmen, Schweiz

Was unterscheidet Tenorhorn, Baritonhorn und Euphonium?

Alle drei stehen in B, haben rund 2,7 Meter Rohr, denselben Tonumfang und dieselben Griffe. Ein Spieler wechselt zwischen ihnen, ohne umzulernen. Der Unterschied liegt in der Mensur, also in der Weite des Rohrs, und in der Bauform.

  • Tenorhorn hat von den dreien die engste Mensur. Es klingt schlanker und setzt sich in der Mittelstimme gegen Trompeten und Klarinetten durch.
  • Baritonhorn ist weiter gebaut und klingt dadurch voller und dunkler. In der deutschen Blasmusik wird es oval gewickelt wie das Tenorhorn, was die Verwechslung zusätzlich begünstigt.
  • Euphonium hat die weiteste Mensur und den größten Schallbecher. Es steht meist aufrecht, trägt oft ein viertes Ventil und klingt am rundesten.
gleiche Rohrlänge, rund 2,7 Meter Tenorhorn engste Mensur in B eng Baritonhorn weitere Mensur in B mittel Euphonium weiteste Mensur in B weit
Die drei Instrumente stehen in derselben Stimmung und tragen dieselbe Rohrlänge. Unterschiedlich sind die Rohrweite und der Durchmesser des Schallbechers, hier als blaue Kante rechts.

Tenorhorn, Baritonhorn und Euphonium unterscheiden sich nicht in der Tonhöhe. Wer sie an der Stimmung auseinanderhalten will, kommt nicht weiter: Alle drei stehen in B, decken denselben Umfang ab und lesen dieselben Noten. Auseinander hält man sie an der Rohrweite und am Durchmesser des Schallbechers, in dieser Reihenfolge von eng nach weit.

Warum meint tenor horn in England nicht das Tenorhorn?

Der englische Begriff tenor horn bezeichnet ein Instrument in Es, nicht das deutsche Tenorhorn in B. Es entspricht dem deutschen Althorn und klingt eine Quarte höher. Was in Deutschland Tenorhorn heißt, führen britische Brass Bands dagegen als baritone.

Aus diesem Grund führen übersetzte Besetzungslisten regelmäßig in die Irre. Wer eine britische Brass-Band-Partitur für ein deutsches Blasorchester einrichtet, ordnet die tenor horn Stimmen dem Althorn zu und die baritone Stimmen dem Tenorhorn oder dem Baritonhorn.

Wie wird das Tenorhorn notiert?

Die Tenorhornstimme steht in der deutschen Blasmusik meist im Violinschlüssel und ist nach B transponiert: Ein notiertes c erklingt als B, eine große None tiefer. Der Grund ist derselbe wie bei der Trompete. Der Griff für den Grundton soll auf allen Instrumenten der Familie derselbe bleiben, damit ein Spieler ohne Umlernen wechseln kann.

Daneben gibt es Stimmen im Bassschlüssel, die klingend notiert sind. Vor allem ältere böhmische Ausgaben und Stimmen aus dem Orchesterbereich nutzen diese Form. Ein Tenorhornist sollte beide lesen können, weil in einem gewachsenen Notenarchiv beide Schreibweisen nebeneinander liegen.

Welche Rolle spielt das Tenorhorn im Blasorchester?

Das Tenorhorn füllt die Mitte des Satzes. Über ihm liegen Flügelhörner, Trompeten und Klarinetten, unter ihm Posaunen und Tuben. In diese Lücke schreiben Arrangeure drei Aufgaben: die Gegenmelodie, die der Hauptstimme antwortet, den Nachschlag auf den unbetonten Zählzeiten und die Mittelstimme der Begleitakkorde.

In der böhmischen Blasmusik übernimmt das Tenorhorn zusätzlich häufig die Melodie, meist im Duett mit einem zweiten Tenorhorn in Terzen. Diese Besetzung prägt den Klang der Polkas und Walzer aus dieser Tradition und ist der Grund, warum viele Blasorchester zwei bis drei Tenorhornstimmen führen.

Wie schwer ist Tenorhorn lernen?

Tenorhorn lernen fällt Anfängern in der Regel leichter als Trompete lernen. Das größere Mundstück verlangt eine langsamere Lippenschwingung, und die Naturtöne liegen in dieser Lage weiter auseinander, sodass ein Ton seltener in den Nachbarton kippt. Das zweite Ventil senkt den Ton um einen Halbton, das erste um zwei und das dritte um drei, woraus sich dieselben sieben Griffe ergeben wie auf der Trompete.

Schwerer wiegt die Rolle. Wer Tenorhorn spielt, führt selten die Melodie und muss seine Stimme im Zusammenklang hören statt für sich allein. Das verlangt sicheres Zählen, ein Gefühl für den Nachschlag und ein Ohr für die Stimmen darüber und darunter.

Häufige Fragen zum Tenorhorn

Was ist der Unterschied zwischen Tenorhorn und Baritonhorn?

Tenorhorn und Baritonhorn unterscheiden sich in der Mensur, nicht in der Stimmung. Beide stehen in B, haben rund 2,7 Meter Rohr, denselben Tonumfang und dieselben Griffe. Das Baritonhorn ist weiter gebaut und trägt den größeren Schallbecher, weshalb es voller und dunkler klingt als das schlankere Tenorhorn.

In welcher Stimmung steht das Tenorhorn?

Das Tenorhorn steht in B. Seine Stimme wird in der deutschen Blasmusik meist im Violinschlüssel notiert und klingt eine große None tiefer als notiert. Daneben kommen Stimmen im Bassschlüssel vor, die klingend notiert sind und keine Transposition verlangen.

Ist das Tenorhorn dasselbe wie ein Euphonium?

Nein. Tenorhorn und Euphonium stehen zwar beide in B und teilen Tonumfang und Griffe, unterscheiden sich aber in Mensur und Bauform. Das Euphonium hat das deutlich weitere, stärker konische Rohr und den größeren Becher, steht meist aufrecht und trägt oft ein viertes Ventil. Das Tenorhorn ist enger gebaut, oval gewickelt und klingt schlanker.

Welche Rolle hat das Tenorhorn im Blasorchester?

Das Tenorhorn spielt im Blasorchester die Mittelstimme. Es liegt zwischen den Flügelhörnern und Trompeten darüber und den Posaunen und Tuben darunter und übernimmt dort Gegenmelodien, Nachschläge und die Mittelstimme der Begleitung. In der böhmischen Blasmusik führt es häufig auch die Melodie, meist im Duett mit einem zweiten Tenorhorn.

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Das Tenorsaxophon ist das zweitgrößte der vier gebräuchlichen Saxophone und steht in B. Es klingt eine große None tiefer als notiert, also eine Oktave und einen Ganzton unter dem geschriebenen Ton. In der Familie sitzt es zwischen dem Altsaxophon und dem Baritonsaxophon, die beide in Es stehen. Trotz des Messingkorpus zählt es zu den Holzblasinstrumenten, denn den Ton erzeugt ein einfaches Rohrblatt am Mundstück. Alle Saxophone teilen dasselbe Griffsystem und notieren im Violinschlüssel.

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