Das Althorn ist ein Blechblasinstrument aus der Familie der Bügelhörner (Saxhörner), die der belgische Instrumentenbauer Adolphe Sax um 1840 entwickelte. Trotz des ähnlich klingenden Namens hat es mit dem Waldhorn wenig zu tun: Statt der engen, weit aufgerollten Windungen des Waldhorns besitzt das Althorn ein oval gewickeltes, konisches Rohr, das eher an eine große Trompete oder ein Tenorhorn erinnert. Es ist in Es (Eb) gestimmt und liegt klanglich zwischen Flügelhorn und Tenorhorn. Als Blechblasinstrument erzeugt es einen warmen, vollen Ton und wird vor allem in Blasorchestern, Brass Bands und der böhmisch-mährischen Blasmusik eingesetzt. Dort übernimmt es meist Mittelstimmen und harmonische Füllfunktionen, seltener die Melodie. Es ist ein sehr flexibles Instrument, das sowohl als Soloinstrument als auch in einer Gruppe gespielt werden kann.
Wie klingt das Althorn?
Das Althorn hat einen tiefen, vollen Klang, der eine warme und weiche Atmosphäre schafft. Es besitzt einen runden Ton, der sich gut in ein Blasorchester einfügt und dort meist die harmonische Mittelstimme trägt. Der Klang des Althorns ist sehr melodisch und hat eine starke Präsenz, ohne den Grundklang des Ensembles zu dominieren. Es ist ein Instrument, das eine warme und einladende Atmosphäre schafft und ein wunderbarer Begleiter für Tenorhorn, Bariton und Posaune ist, mit denen es klanglich eng verwandt ist.
Woraus besteht das Althorn?
Das Althorn ist ein Blechblasinstrument mit einem oval gewickelten, konisch gebohrten Rohr aus Messing. Anders als beim Waldhorn ist die Windung nicht kreisrund, sondern oval und kompakt, ähnlich wie bei Tenorhorn oder Bariton. Aufgerollt misst das Rohr rund zwei Meter, gestimmt ist das Instrument in Es. Am oberen Ende sitzt ein kesselförmiges Mundstück aus Metall, das dem Spieler einen klaren, vollen Ansatzton ermöglicht. Zur Tonerzeugung besitzt das Althorn drei Ventile, meist Pumpventile, bei manchen Bauformen auch Drehventile -, mit denen sich die Rohrlänge verändern und so die volle chromatische Tonleiter spielen lässt. Der Schalltrichter ist vergleichsweise klein und nach vorn oder leicht nach oben gerichtet.
Wie spielt man das Althorn?
Das Althorn ist ein in der Brass Band und im Blasorchester weit verbreitetes Instrument. Es ähnelt in seiner Spielweise und im Klang dem Tenorhorn und dem Bariton, mit denen es die ovale Bauform und den vollen, runden Ton teilt.
Grundsätzlich wird das Althorn wie alle Blechblasinstrumente durch das Vibrieren der Lippen auf dem Mundstück zum Klingen gebracht. Der Ton wird durch das Drücken der drei Ventile verändert, die den Luftstrom im Instrument verlängern oder verkürzen und so unterschiedliche Grundtöne freigeben.
Beim Spielen des Althorns ist es wichtig, auf eine korrekte Haltung zu achten, um eine optimale Atemunterstützung zu gewährleisten. Die Lippen sollten entspannt sein und eine runde Form bilden, um den Ton sauber und resonant zu produzieren. Der Luftstrom sollte durch eine entspannte Bauchmuskulatur gesteuert werden.
Je nach Musikstil und Stimmung können verschiedene Spieltechniken und Effekte auf dem Althorn angewendet werden. Durch die Verwendung von Dämpfern lassen sich besondere Klangnuancen erzeugen, und mit der Glissando-Technik können melodische Linien gleitend miteinander verbunden werden.
Typische Musikstile mit dem Althorn
Das Althorn ist vor allem ein Instrument der Blasmusik: In Blasorchestern, Brass Bands und insbesondere in der böhmisch-mährischen Blasmusik übernimmt es typischerweise Mittelstimmen, Begleitfiguren und den charakteristischen "Um-pa"-Rhythmus zu Polkas und Märschen. In sinfonischen Blasorchestern kommt es gelegentlich auch solistisch zum Einsatz, meist jedoch als klangliches Bindeglied zwischen den hohen Trompeten und den tiefen Posaunen und Tuben. In der Militärmusik, etwa bei den Märschen von John Philip Sousa, ist das Althorn traditionell Teil der Mittelstimmenbegleitung. In Sinfonieorchester oder Kammermusik ist es dagegen kaum vertreten, dort übernimmt meist das klanglich verwandte Waldhorn vergleichbare Aufgaben.
Bekannte Lieder mit dem Althorn
Das Althorn tritt in der Regel nicht solistisch in bekannten Titeln in Erscheinung, sondern liefert im Hintergrund die harmonische Mittelstimme klassischer Blasmusik- und Marschrepertoires, etwa in den weltberühmten Märschen von John Philip Sousa wie "The Stars and Stripes Forever" oder "The Liberty Bell". Auch in der böhmisch-mährischen Blasmusik und bei Polka- und Marschkapellen ist sein voller, runder Klang allgegenwärtig, ohne dass einzelne Stücke untrennbar mit dem Instrument verbunden wären. Wer den typischen Althornklang kennenlernen möchte, findet ihn am ehesten in Aufnahmen klassischer Blaskapellen und Brass Bands.




