Die Arghul ist ein Instrument, welches aus Arabien stammt. Das arabische Blasinstrument zeigt schon in seiner Vorgeschichte viele klare Vorteile. Bis in das ägyptische Reich kann die Geschichte zurückgeführt werden. Besonders in der alten ägyptischen Folklore wurde sehr häufig mit diesem Instrument gespielt. Zur Begleitung von Tänzen und vor allem auf verschiedenen Festen, durfte der Arghul niemals fehlen.
Aufbau der Arghul
Das Einfachrohrblattinstrument besteht aus einer doppelten Rohrpfeife, die mit Rohrblättern umfasst ist. Ein wichtiger Bestandteil der Arghul sind die zwei parallel angeordneten Schallohre, die von den gewachsten Fäden umwickelt sind und so das Instrument zusammenhalten.
Meistens hat das eigentliche Melodierohr fünf bis sieben Grifflöcher. Diese Grifflöcher werden wie eine Art Bohrung in das Rohr gefertigt und dienen dem eigentlichen Tonumfang. Durch diese Grifflöcher können verschiedene Tonskalen ermöglicht werden. Meistens hat jedes dieser Rohre eine andere Oktave.
Mittlerweile wird der Arghul in drei verschiedene Größen angeboten. Je nachdem, welche Musikrichtung und vor allem welchen Stil der Musiker vertritt, kann der Spieler sich direkt ein passendes Instrument aussuchen.
- Bei dem großen Arghul handelt es sich um ein Melodierohr, welches eine Größe von ca. 45 Zentimeter umfasst. Das Bordunrohr, auf Arabisch ardiyya (der Grund), ist mit 55 Zentimetern das längere der beiden Rohre und trägt zusätzlich verschiedene Aufsätze, mit denen es sich noch weiter verlängern lässt.
- Des Weiteren kann ein mittleres Arghul erworben werden. Mit einer Größe von 30 bis 35 Zentimeter, gehört dieses Gerät zu der mittleren Klasse.
- Das kleinste Arghul ist unter dieser Größe zu finden. Bei diesem Instrument handelt es sich um eines der Kleinsten, mit der die verschiedenen Tonklänge gespielt werden können.
Eigentlich sind selten Unterschiede zu erkennen. Allein die Größe ist bei diesem Instrument nicht entscheidend. Der Arghul ähnelt sogar dem Mijwiz, einem verwandten Doppelrohrinstrument der Levante: Beide haben parallel angeordnete Melodierohre und können deshalb einen Gleichklang erzeugen, doch der Mijwiz besitzt zwei gleich lange Rohre ohne Bordun. Bis heute ist die Arghul als traditionelles Instrument in Ägypten, Palästina, Syrien, dem Libanon und Jordanien in Gebrauch, vor allem zur Begleitung von Bauchtanz und Dabke.
Ist die Arghul eine Flöte?
Nein, die Arghul ist keine Flöte, sondern ein Rohrblattinstrument: Der Ton entsteht, weil ein dünnes Schilfblatt am Mundstück in Schwingung gerät, nicht weil Luft über eine offene Kante strömt wie bei einer Flöte. Wer nach einer arabischen Langflöte sucht, meint oft den Nay, ein offenes Rohr ohne Rohrblatt aus derselben Region, das mit einem ganz anderen Ansatz gespielt wird.
Wie wird die Arghul gespielt?
Weil das Bordunrohr ohne Pause durchklingen soll, braucht die Arghul die Zirkularatmung: Der Spieler presst mit den Wangen weiter Luft ins Mundstück, während er gleichzeitig durch die Nase einatmet, sodass der Ton nie abreißt. Dieselbe Technik verlangt auch die Alghoza, eine indische Doppelflöte nach demselben Prinzip aus Melodie- und Bordunrohr, allerdings ohne Rohrblatt.
Welche Instrumente sind mit der Arghul verwandt?
Die Arghul zählt zu den Rohrblattinstrumenten wie die Schalmei. Im arabischen Raum gehören außerdem der Mizmar und der Zamr zu ihren nächsten Verwandten, beide ebenfalls Rohrblattinstrumente mit ähnlichem Klangcharakter.
Wie klingt eine Arghul?
Häufige Fragen zur Arghul
Ist die Arghul eine Flöte?
Nein, die Arghul ist ein Rohrblattinstrument, keine Flöte. Ein dünnes Schilfblatt am Mundstück erzeugt den Ton, während bei einer Flöte Luft über eine offene Kante strömt. Viele Suchende kennen den Namen Arghul noch nicht und suchen deshalb nach einer arabischen Langflöte.
Wie viele Grifflöcher hat eine Arghul?
Das Melodierohr der Arghul hat fünf bis sieben Grifflöcher, mit denen der Spieler eine Tonskala von rund einer Oktave greift. Das zweite Rohr, das Bordunrohr, hat keine Grifflöcher und hält durchgehend denselben Ton.
Woher kommt die Arghul?
Die Arghul stammt aus dem Alten Ägypten und wird seither in der ägyptischen Folklore gespielt. Heute ist sie als traditionelles Instrument außerdem in Palästina, Syrien, dem Libanon und Jordanien in Gebrauch.
Was unterscheidet die Arghul vom Mijwiz?
Die Arghul hat ein kurzes Melodierohr und ein deutlich längeres Bordunrohr, der Mijwiz dagegen zwei gleich lange Rohre ohne Bordun. Beide Instrumente gehören zur selben Familie arabischer Doppelrohrpfeifen.
Wie spielt man die Arghul?
Die Arghul wird mit Zirkularatmung gespielt: Der Spieler presst mit den Wangen weiter Luft ins Mundstück, während er durch die Nase einatmet. Nur so bleibt der Ton des Bordunrohrs ohne Unterbrechung hörbar.
Quellen
- Arghul, Wikipedia (englisch), abgerufen am 7. Oktober 2026
- Arghul, Lexikon der Musikinstrumente, abgerufen am 7. Oktober 2026
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