Altklarinette

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Bild: Port_Folio / Shutterstock.com
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Zusammenfassung

Die Altklarinette ist eine Klarinette in Es, seltener in F, und schließt klanglich die Lücke zwischen der B-Klarinette und der Bassklarinette. Ein gebogener Metallhals führt zum Mundstück, ein aufwärts gerichteter Metallschallbecher schließt den geraden Korpus nach unten ab, weil ein gerades Rohr dieser Länge nicht mehr in Spielhaltung passen würde. Sie trägt dieselbe Grifftechnik wie die B-Klarinette und transponiert eine große Sexte tiefer. Ihr Haupteinsatzgebiet ist das Blasorchester, wo sie die Mittellage zwischen dem Klarinettensatz und der Bassklarinette füllt, dazu der Klarinettenchor. Vom verwandten Bassetthorn unterscheidet sie sich durch die tiefere Stimmung in Es und das Fehlen der erweiterten Bassettklappen.

Die Altklarinette ist eine Klarinette in Es, seltener in F, und schließt klanglich die Lücke zwischen der B-Klarinette und der Bassklarinette. Ein gebogener Metallhals führt vom geraden Korpus zum Mundstück, ein aufwärts gerichteter Metallschallbecher schließt das Instrument nach unten ab. Beide Biegungen lösen ein Längenproblem: Gerade gebaut würde die Altklarinette weit über die Reichweite der Arme hinausragen. Sie trägt dasselbe Rohrblatt und dieselbe Grifftechnik wie die B-Klarinette, transponiert aber eine große Sexte tiefer. Ihr Haupteinsatzgebiet ist das Blasorchester, wo sie die Mittellage zwischen dem Klarinettensatz und der Bassklarinette füllt.

EsStimmung, seltener F
Sexteklingt tiefer als notiert
Mittellagezwischen B- und Bassklarinette
BlasorchesterHaupteinsatzgebiet

Wie ist die Altklarinette aufgebaut?

Der Korpus der Altklarinette verläuft gerade und besteht wie bei der B-Klarinette aus Grenadillholz oder aus Kunststoff, fällt insgesamt aber länger aus. Am oberen Ende ersetzt ein gebogener Metallhals die kurze Birne der B-Klarinette und bringt das Mundstück mit dem Einfachrohrblatt in eine spielbare Höhe. Am unteren Ende folgt statt des geraden Schallbechers ein aufwärts gebogener Metallbecher, der den Klang nach vorn statt nach unten abstrahlt. Klappen und Grifflöcher liegen im Böhm-System, sodass ein B-Klarinettist ohne neues Griffbild umsteigt und nur die andere Stimmung im Kopf mitrechnet.

Der gebogene Hals und der aufwärts gerichtete Becher lösen ein Längenproblem, kein Klangziel. Bassklarinette und Bassetthorn biegen ihr Rohr aus demselben Grund: Ein gerades Instrument dieser Länge würde nicht mehr in Spielhaltung passen.

MerkmalAltklarinette
FamilieHolzblasinstrument mit Einfachrohrblatt
StimmungEs im Regelfall, F in seltenen historischen Bauformen
TranspositionEs-Instrument klingt eine große Sexte tiefer als notiert
Bauformgerader Korpus, gebogener Metallhals, aufwärts gerichteter Metallschallbecher
GriffsystemBöhm-System, identische Grifftabelle wie die B-Klarinette
WerkstoffeGrenadillholz oder Kunststoff, Hals und Becher aus Metall
HaupteinsatzBlasorchester und Klarinettenchor als Mittelstimme
Verwandte InstrumenteBassetthorn in F mit Bassettklappen, Bassklarinette in B eine Oktave unter der B-Klarinette

In welcher Stimmung steht die Altklarinette?

Die gebräuchliche Altklarinette steht in Es und klingt eine große Sexte tiefer als notiert; ein notiertes c erklingt als es. Im 19. Jahrhundert bauten Werkstätten daneben auch Altklarinetten in F, die eine reine Quinte tiefer klingen. Diese F-Bauform ist heute selten, weil das nah verwandte Bassetthorn und die Es-Altklarinette denselben Tonraum abdecken. Wie bei jedem transponierenden Holzblasinstrument der Klarinettenfamilie bleibt die Grifftabelle dabei gleich, nur die klingende Tonhöhe verschiebt sich.

Wie unterscheidet sich die Altklarinette vom Bassetthorn?

Die Altklarinette unterscheidet sich vom Bassetthorn durch die höhere Stimmung und den fehlenden erweiterten Tonumfang. Das Bassetthorn steht in F, einen Ganzton höher als die gebräuchliche Es-Altklarinette, und trägt zusätzliche Bassettklappen, die den Tonumfang in eine sonst nicht erreichbare Tiefe erweitern. Die Altklarinette baut man normalerweise ohne diese Zusatzklappen und mit demselben Tonumfang wie die B-Klarinette. Äußerlich ähneln sich beide Instrumente durch den gebogenen Hals und den aufwärts gerichteten Schallbecher, weshalb Zuhörer sie leicht verwechseln, obwohl sie in Stimmung und Tonumfang unterschiedliche Instrumente sind.

Wo kommt die Altklarinette zum Einsatz?

Ihr Haupteinsatzgebiet ist das Blasorchester. Dort füllt sie die Mittellage zwischen dem Klarinettensatz in B und der Bassklarinette und trägt Stimmen, die sonst zwischen beiden Registern liegen würden. Ein sinfonisches Blasorchester besetzt die Altklarinette meist einfach, neben mehreren B-Klarinetten und ein bis zwei Bassklarinetten. Daneben übernimmt sie im Klarinettenchor eine feste Mittelstimme zwischen den hohen und den tiefen Klarinetten. Im Sinfonieorchester und im Jazz gehört sie dagegen nicht zur festen Besetzung; wechselt dort ein Bläser auf eine tiefere Klarinette, greift er in aller Regel zur Bassklarinette.

Woher stammt die Altklarinette?

Als früher Bauort der Altklarinette gilt die Dresdner Werkstatt von Heinrich Grenser, der ab 1808 Instrumente dieser Art fertigte. Der Klarinettist Iwan Müller spielte um 1809 eine Altklarinette in F mit sechzehn Klappen, zu einer Zeit, in der gewöhnliche Klarinetten meist nur zehn bis zwölf Klappen trugen. Später verbesserte der Instrumentenbauer Adolphe Sax, der auch das Saxophon entwickelte, die Mechanik weiter. Die heute übliche Es-Stimmung und das Böhm-Klappensystem setzten sich erst im Lauf des 19. Jahrhunderts durch, parallel zur Standardisierung der übrigen Klarinettenfamilie.

Welche Musik prägt die Altklarinette?

Das bekannteste Werk mit eigener Altklarinettenstimme ist Percy Graingers Lincolnshire Posy für Blasorchester aus dem Jahr 1937. Die Partitur sieht eine Altklarinette in Es vor, und im dritten Satz, Rufford Park Poachers, führt sie zusammen mit der Piccoloflöte die Melodie. Außerhalb solcher Bläserliteratur bleibt die Altklarinette ein Ausnahmeinstrument, weder im Sinfonieorchester noch im Jazz zählt sie zur festen Besetzung.

Häufige Fragen zur Altklarinette

In welcher Stimmung steht eine Altklarinette?

Eine Altklarinette steht im Regelfall in Es und klingt eine große Sexte tiefer als notiert. Seltener bauten Werkstätten im 19. Jahrhundert auch Altklarinetten in F, die eine reine Quinte tiefer klingen; diese Bauform ist heute weitgehend vom Bassetthorn und von der Es-Altklarinette abgelöst.

Was unterscheidet Altklarinette und Bassetthorn?

Altklarinette und Bassetthorn unterscheiden sich in Stimmung und Tonumfang: Die Altklarinette steht in Es, das Bassetthorn einen Ganzton höher in F. Das Bassetthorn trägt zusätzliche Bassettklappen für einen erweiterten tiefen Tonumfang, den die Altklarinette in ihrer üblichen Bauform nicht besitzt. Äußerlich ähneln sich beide Instrumente durch den gebogenen Hals und den aufwärts gerichteten Schallbecher.

Wo wird die Altklarinette eingesetzt?

Die Altklarinette wird vor allem im Blasorchester eingesetzt, wo sie die Mittellage zwischen dem B-Klarinettensatz und der Bassklarinette füllt. Auch im Klarinettenchor übernimmt sie eine feste Mittelstimme. Im Sinfonieorchester und im Jazz gehört sie nicht zur festen Besetzung.

Kann eine B-Klarinettistin die Altklarinette spielen?

Ja, eine B-Klarinettistin kann die Altklarinette ohne neues Griffsystem spielen, weil beide Instrumente dieselbe Grifftabelle im Böhm-System teilen. Umzustellen sind vor allem der höhere Luftbedarf des größeren Instruments und die andere Transposition, denn ein notiertes c erklingt auf der Es-Altklarinette als es statt als b.

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