Das Bassetthorn ist ein Holzblasinstrument der Klarinettenfamilie und klingt über ein einfaches Rohrblatt. Es steht in F und liegt damit eine Quarte tiefer als die B-Klarinette. Eine zusätzliche Klappenmechanik am unteren Ende erweitert seinen Tonumfang in die Tiefe; diese Bassettlage gab dem Instrument seinen Namen. Bekannt wurde das Bassetthorn vor allem durch Wolfgang Amadeus Mozart.
Wie klingt ein Bassetthorn?
Das Bassetthorn klingt dunkler und gedeckter als die Klarinette, deren Tonerzeugung es teilt. In der Mittellage wirkt der Ton weich und gesangartig, in der erweiterten Tiefe samtig und matt. Diese verhaltene Farbe passt zu getragener, feierlicher Musik und erklärt, warum Mozart das Instrument für Trauermusik und für die Priesterszenen der Zauberflöte wählte.
Wie ein Bassetthorn klingt, zeigt dieses Klangbeispiel:
Wie ist ein Bassetthorn aufgebaut?
Ein Bassetthorn besteht aus mehreren Holzteilen, heute meist aus Grenadill, und trägt am oberen Ende ein Klarinettenmundstück mit einfachem Rohrblatt. Zwischen Mundstück und Oberstück sitzt kein Birnenstück wie bei der Klarinette, sondern ein gebogener S-Bogen, der das Mundstück in eine bequeme Höhe bringt.
Der Korpus ist länger als der einer Klarinette und trägt eine aufwendige Klappenmechanik. Am unteren Ende schließt ein kleiner, meist nach oben gebogener Metallschallbecher an. Die frühen Instrumente aus dem 18. Jahrhundert bauten die Instrumentenmacher aus geraden Teilstücken zusammen, die sie im Winkel oder im Halbkreis zusammensetzten und mit Leder überzogen; erst im 19. Jahrhundert setzte sich die schlanke, gestreckte Form durch, die heute üblich ist.
Wie spielt man Bassetthorn?
Wer Bassetthorn spielt, greift dieselben Griffe wie auf der Klarinette. Das Rohrblatt liegt auf der Unterlippe, der Luftstrom bringt es zum Schwingen, die Finger bedienen Grifflöcher und Klappen. Die Zusatzklappen für die Bassetttöne liegen am unteren Ende und laufen über die Daumen.
Deshalb kommen fast alle Bassetthornisten von der B- oder A-Klarinette. Umzustellen sind vor allem die Atemführung, weil die tiefe Lage mehr Luft braucht, und das Notenlesen: Das Bassetthorn ist ein transponierendes Instrument in F, ein notiertes c erklingt eine Quinte tiefer als f.
Woher stammt das Bassetthorn?
Die ersten Bassetthörner entstanden um 1770 in Bayern, als Erbauer gelten die Passauer Instrumentenmacher Mayrhofer. Um die lange Luftsäule handhabbar zu halten, knickten sie den Korpus ab. In der Wiener Klassik fand das Instrument schnell Freunde, unter ihnen der Klarinettist Anton Stadler, für den Mozart auch sein Klarinettenkonzert schrieb.
Im 19. Jahrhundert verdrängte die Bassklarinette das Bassetthorn aus dem Orchester, weil sie lauter und durchsetzungsfähiger klingt. Erst mit der historischen Aufführungspraxis ab dem späten 20. Jahrhundert kehrte das Bassetthorn zurück. Heute bauen Werkstätten es wieder regelmäßig, gespielt wird es fast ausschließlich in klassischer Musik und in Klarinettenensembles.
Welche Werke prägen das Bassetthorn?
Den Kern bilden die Werke Mozarts. Im Requiem übernehmen zwei Bassetthörner die Stimmen, die sonst den Oboen zufallen, in der Serenade für 13 Blasinstrumente, der Gran Partita, gehören sie zur Stammbesetzung, und in der Arie Non più di fiori aus La clemenza di Tito begleitet ein Bassetthorn die Sängerin als obligate Solostimme. In der Zauberflöte prägt der Klang zweier Bassetthörner die Szenen um Sarastro.
Aus der Romantik stammen die beiden Konzertstücke von Felix Mendelssohn Bartholdy für Klarinette, Bassetthorn und Klavier. Später griff vor allem Richard Strauss in seinen Opern auf den dunklen Klang zurück.




