Die Bassflöte ist eine Querflöte, die eine Oktave tiefer klingt als die gewöhnliche Flöte in C. Ihr Rohr misst ausgerollt etwa 146 Zentimeter, mehr als doppelt so viel wie das einer Konzertflöte, und wäre in gerader Bauweise über einen Meter lang und für die Arme kaum zu erreichen. Deshalb trägt sie ein J- oder U-förmig gebogenes Kopfstück, das die Anblasöffnung näher an den Körper des Spielers holt. Wegen ihres Gewichts von rund zwei Kilogramm wird sie meist im Sitzen gespielt, oft zusätzlich mit einem Stützstab am Boden oder einem Trageriemen. Ihren festen Platz hat sie im Flötenchor, seltener im Orchester und in zeitgenössischer Musik.
Wie ist die Bassflöte aufgebaut?
Die Bassflöte besteht wie jede Böhm-Querflöte aus Kopfstück, Mittelstück und Fußstück, nur in etwa doppelter Länge. Am Ende des Kopfstücks liegt wie bei der normalen Flöte ein ovales Anblasloch mit Lippenplatte, kein Mundstück mit Rohrblatt. Weil das gerade Rohr über einen Meter lang wäre, biegen Hersteller das Kopfstück J-förmig, sodass es einmal zurückläuft, oder U-förmig für eine noch kürzere Reichweite zu den ersten Klappen. Die niederländische Flötenbauerin Eva Kingma baut zusätzlich ein senkrechtes Modell, bei dem das Instrumentengewicht direkt auf dem Boden steht, statt auf den Armen zu lasten. Körper und Klappenmechanik bestehen meist aus versilbertem Neusilber oder Silber, günstigere Serienmodelle auch aus Kunststoff.
| Merkmal | Bassflöte |
|---|---|
| Familie | Holzblasinstrument, Flötenfamilie (Aerophon) |
| Stimmung | C, eine Oktave tiefer als die Querflöte |
| Rohrlänge | etwa 146 cm |
| Kopfstück | J- oder U-förmig gebogen |
| Material | meist versilbertes Neusilber oder Silber, seltener Kunststoff |
| Gewicht | etwa 2 kg |
| Spielhaltung | meist sitzend, mit Stützstab oder Trageriemen |
Wie erzeugt die Bassflöte ihren Ton?
Die Bassflöte erzeugt ihren Ton wie jede Flöte an einer Kante, dem Labium, ohne Rohrblatt: Der Luftstrom bricht sich daran und regt die Luftsäule im Rohr zum Schwingen an. Weil diese Luftsäule mehr als doppelt so lang ist wie bei der Konzertflöte, braucht die Bassflöte ein deutlich größeres Luftvolumen und einen breiteren, langsameren Luftstrom, um einen tragfähigen Ton zu erzeugen. Ein zu schwacher oder zu schneller Luftstrom lässt den Ton kippen oder in die höhere Oktave überschlagen. Damit fordert die Bassflöte mehr Atemkapazität als jede andere Flöte der Familie.
Wie spielt man die Bassflöte im Sitzen?
Die Bassflöte wird überwiegend im Sitzen gespielt, weil ihr Gewicht von rund zwei Kilogramm die Arme im Stehen schnell ermüdet. Ein Stützstab, der unten am Instrument verschraubt wird und auf dem Oberschenkel oder dem Boden aufliegt, trägt einen Teil des Gewichts. Ein zusätzlicher Trageriemen um Nacken oder Schulter verteilt die restliche Last. Wer im Stehen spielt, greift meist zu einem höhenverstellbaren Bodenständer, der das Instrument von unten hält. Grifftechnik und Klappenlage entsprechen der Querflöte, nur mit weiter auseinanderliegenden Fingerpositionen, weil Rohr und Klappenabstand größer ausfallen.
Was unterscheidet die Bassflöte von der Altflöte und der Piccoloflöte?
Die Bassflöte klingt eine volle Oktave tiefer als die Querflöte, die Altflöte dagegen nur eine reine Quarte, also deutlich weniger. Beide Instrumente tragen deshalb ein gebogenes Kopfstück, doch die Altflöte kommt wegen der geringeren Längendifferenz mit einer kürzeren Biegung aus. Am anderen Ende der Familie steht die Piccoloflöte: Sie misst nur rund 32 Zentimeter und klingt eine Oktave höher als die Querflöte, während die Bassflöte mit 146 Zentimetern Rohrlänge das genaue Gegenstück bildet.
Gibt es noch tiefere Flöten als die Bassflöte?
Ja, zwei Flöten klingen noch tiefer als die Bassflöte. Die Kontrabassflöte liegt eine weitere Oktave darunter, klingt also zwei Oktaven tiefer als die Querflöte, und braucht dafür ein noch größeres Luftvolumen. Die Subkontrabassflöte unterbietet sie je nach Stimmung in G oder C um eine weitere Quarte bis Oktave und erreicht mit 4,6 bis 5,5 Metern Rohrlänge die Ausmaße der größten Blasinstrumente überhaupt. Beide Instrumente baut praktisch niemand in Serie: Sie entstehen nur auf Bestellung bei spezialisierten Flötenbauern wie Eva Kingma in den Niederlanden oder Kotato & Fukushima in Japan.
Wo wird die Bassflöte gespielt?
Die Bassflöte hat ihren festen Platz im Flötenchor, wo sie zusammen mit Piccolo-, Quer- und Altflöten das tiefe Fundament bildet. Diese reine Flötenbesetzung setzte sich erst im Lauf des 20. Jahrhunderts durch, obwohl es die Bassflöte selbst schon länger gab: Der italienische Flötenbauer Abelardo Albisi baute 1910 ein frühes Modell, das Albisiphon, das Komponisten wie Pietro Mascagni und Riccardo Zandonai in ihren Opern einsetzten. Hans Pfitzner schrieb 1917 in seiner Oper Palestrina eine frühe Orchesterpartie für die C-Bassflöte. Im Orchester bleibt sie bis heute die Ausnahme, weil sie ohne Verstärkung leicht in der Klangmasse untergeht. Häufiger tritt sie in der zeitgenössischen Musik auf, wo Komponistinnen und Komponisten gezielt eigene Werke für ihren dunklen, luftigen Klang schreiben.
Die Bassflöte braucht Atem statt Kraft. Ihr Ton entsteht wie bei jeder Flöte an einer Kante, doch die lange Luftsäule verlangt ein größeres Luftvolumen als jedes andere Mitglied der Flötenfamilie.
Häufige Fragen zur Bassflöte
Wie tief klingt die Bassflöte im Vergleich zur Querflöte?
Die Bassflöte klingt eine volle Oktave tiefer als die gewöhnliche Querflöte in C. Ihr Rohr misst dafür rund 146 Zentimeter, mehr als doppelt so viel wie das einer Konzertflöte. Die Grifftechnik bleibt dabei nahezu identisch, nur die Töne liegen eine Oktave darunter.
Warum hat die Bassflöte ein gebogenes Kopfstück?
Die Bassflöte hat ein gebogenes Kopfstück, weil ihr Rohr in gerader Bauweise über einen Meter lang und für die Arme kaum zu erreichen wäre. Ein J-förmiges oder ein U-förmiges Kopfstück führt das Rohr einmal zurück und bringt die Anblasöffnung so nah an den Körper des Spielers.
Ist die Bassflöte schwerer zu spielen als eine Querflöte?
Ja, die Bassflöte verlangt mehr Kraft und Atemvolumen als eine normale Querflöte. Ihr Gewicht von rund zwei Kilogramm macht eine Stütze am Boden oder einen Trageriemen nötig, und die längere Luftsäule braucht einen breiteren, langsameren Luftstrom. Grifftechnik und Notenlesen unterscheiden sich dagegen kaum von der Querflöte.
Gibt es Flöten, die noch tiefer klingen als die Bassflöte?
Ja, die Kontrabassflöte klingt eine weitere Oktave tiefer als die Bassflöte, und die Subkontrabassflöte unterbietet auch sie noch einmal. Beide Instrumente baut niemand in Serie, sie entstehen nur auf Bestellung bei spezialisierten Flötenbauern wie Eva Kingma oder Kotato & Fukushima.




