Die Bassett-Klarinette ist eine Sonderbauform der Klarinette mit einem nach unten erweiterten Tonumfang. Ihr gerader Korpus folgt dem Bauplan der gewöhnlichen Klarinette, nur der untere Teil ist verlängert und trägt zusätzliche Klappen, die bis zum notierten, tiefen c hinabreichen statt beim tiefen e der Standardklarinette zu enden. Meist steht sie in A, seltener in B. Von der Standardklarinette bis zum Bassetthorn nimmt sie eine eigene Zwischenstellung ein: Sie klingt wie eine gewöhnliche Klarinette, reicht aber tiefer hinab. Bekannt ist sie vor allem, weil Mozart sein Klarinettenkonzert KV 622 und sein Klarinettenquintett KV 581 für genau dieses Instrument schrieb.
Was ist eine Bassett-Klarinette?
Eine Bassett-Klarinette ist eine Klarinette mit einer nach unten verlängerten Bassettlage: einer zusätzlichen Klappenmechanik im unteren Rohrteil, die den Tonumfang um vier Halbtöne unter das tiefe e der Standardklarinette hinaus erweitert, bis zum notierten c. Tonerzeugung, Mundstück und Rohrblatt entsprechen exakt der gewöhnlichen Klarinette: Ein einfaches Rohrblatt schwingt gegen die Bahn des Mundstücks und regt die Luftsäule im zylindrischen Rohr an. Die Bassett-Klarinette ist also kein eigenständiges Instrument mit eigener Tonerzeugung, sondern eine Klarinette mit erweitertem unterem Register. Wer eine gewöhnliche A- oder B-Klarinette beherrscht, greift auf der Bassett-Klarinette dieselben Griffe und bedient die vier Zusatzklappen zusätzlich mit dem rechten Daumen und kleinen Finger.
Wie unterscheidet sich die Bassett-Klarinette vom Bassetthorn?
Die Bassett-Klarinette unterscheidet sich vom Bassetthorn in Stimmung und Bauform, obwohl beide Instrumente dieselbe Bassettlage tragen. Die Bassett-Klarinette steht in A oder B, also in denselben Stimmungen wie die gewöhnliche Klarinette, und behält deren geraden Korpus bei. Das Bassetthorn dagegen steht eine Quarte tiefer in F, und sein Korpus ist zwischen Mundstück und Oberstück abgeknickt oder, bei modernen Instrumenten, im Bogen geführt, damit die längere Luftsäule in Reichweite der Arme bleibt. Beide Bauformen erweitern den Tonumfang nach unten, aber die Bassett-Klarinette bleibt dabei eine Klarinette in Standardstimmung, während das Bassetthorn ein eigenständiges, tiefer stehendes Instrument der Klarinettenfamilie ist. Verwechslungen entstehen, weil beide Namen dieselbe Vorsilbe Bassett tragen und beide auf dieselbe Erweiterungsmechanik zurückgehen.
Wie ist die Bassett-Klarinette aufgebaut?
Die Bassett-Klarinette besteht wie die gewöhnliche Klarinette aus Mundstück, Birne, Oberstück und Unterstück, trägt am unteren Ende aber ein verlängertes Zusatzstück mit eigenem, meist metallenem Schallbecher. In diesem Zusatzstück liegen vier weitere Klappen, die eb, d, cis und c erreichen; der rechte Daumen und der kleine Finger bedienen sie, während die übrige Grifftechnik unverändert bleibt. Historische Instrumente aus dem 18. Jahrhundert bauten Instrumentenmacher aus Buchsbaumholz, moderne Nachbauten meist aus Grenadillholz, wie es auch bei der gewöhnlichen Klarinette üblich ist.
| Merkmal | Bassett-Klarinette |
|---|---|
| Familie | Holzblasinstrument, Klarinettenfamilie |
| Stimmung | meist A, seltener B |
| Tonumfang | vier Halbtöne tiefer als die Standardklarinette, bis zum notierten c |
| Korpusform | gerade, wie die Standardklarinette |
| Bauzeit des Originals | um 1788, Wien, für Anton Stadler |
| Erbauer des Originals | Theodor Lotz, kaiserlich-königlicher Hofinstrumentenmacher |
| Abgrenzung | Bassetthorn steht tiefer in F und hat einen abgeknickten Korpus |
Wie weit reicht der Tonumfang der Bassett-Klarinette?
Der Tonumfang der Bassett-Klarinette reicht vier Halbtöne tiefer als der einer Standardklarinette. Die Standardklarinette endet nach unten beim notierten kleinen e, die Bassett-Klarinette dagegen bei c und schließt damit auch eb, d und cis mit ein. Nach oben unterscheiden sich beide Instrumente nicht: Griffe, Überblasstelle und oberes Register sind identisch, weil ausschließlich der untere Rohrteil verlängert ist.
Die Bassett-Klarinette ist eine Klarinette mit vier zusätzlichen tiefen Tönen, kein eigenes Instrument. Tonerzeugung, Mundstück, Rohrblatt und Korpusform bleiben unverändert, nur der untere Rohrteil wächst um eine Klappenmechanik, die bis zum notierten c hinabreicht.
Welche Rolle spielt die Bassett-Klarinette in Mozarts Musik?
Mozart schrieb sein Klarinettenkonzert A-Dur KV 622 und sein Klarinettenquintett A-Dur KV 581 ursprünglich für die Bassett-Klarinette, und zwar für seinen Freund, den Wiener Klarinettisten Anton Stadler. Beide Werke nutzen gezielt die vier tiefen Zusatztöne, die eine gewöhnliche Klarinette nicht spielen kann. Die eigenhändigen Notenmanuskripte Mozarts sind verschollen; erhalten sind nur spätere Druckausgaben, die diese tiefen Passagen um Töne nach oben versetzen, weil die Bassett-Klarinette als Instrument bald nach Mozarts Tod aus der Praxis verschwand und Verleger für die gewöhnliche Klarinette drucken mussten. Über ein Jahrhundert lang erklangen Konzert und Quintett deshalb ausschließlich in dieser angepassten Fassung. Erst im 20. Jahrhundert rekonstruierten Instrumentenbauer die Bassett-Klarinette anhand historischer Beschreibungen und Abbildungen neu, sodass beide Werke heute auch wieder in einer der Originalfassung angenäherten Version zu hören sind, mit den tiefen Tönen an der von Mozart vorgesehenen Stelle.
Wer spielt heute Bassett-Klarinette?
Bassett-Klarinette spielen heute vor allem Klarinettistinnen und Klarinettisten, die sich auf die historische Aufführungspraxis der Wiener Klassik spezialisiert haben. Sie ist ein Zusatzinstrument: Wer sie erlernt, beherrscht bereits die gewöhnliche A- oder B-Klarinette und übt zusätzlich die vier neuen Klappen für die Bassettlage sowie den höheren Luftbedarf im tiefen Register ein. Außerhalb der Werke, die Mozart für Stadler schrieb, und einzelner weiterer Kompositionen der Wiener Klassik hat die Bassett-Klarinette kein eigenes Repertoire; im modernen Sinfonieorchester, im Blasorchester und im Jazz kommt ausschließlich die gewöhnliche Klarinette zum Einsatz. Wo ein noch tieferes Register gefragt ist, etwa in der Orchesterliteratur der Romantik, übernimmt das seit dem 19. Jahrhundert die Bassklarinette, die eine ganze Oktave unter der B-Klarinette liegt und mit der Bassett-Klarinette nicht zu verwechseln ist.
Häufige Fragen zur Bassett-Klarinette
Was ist der Unterschied zwischen Bassett-Klarinette und Bassetthorn?
Der Unterschied zwischen Bassett-Klarinette und Bassetthorn liegt in Stimmung und Korpusform. Die Bassett-Klarinette steht wie die gewöhnliche Klarinette in A oder B und hat einen geraden Korpus. Das Bassetthorn steht eine Quarte tiefer in F und trägt einen abgeknickten oder gebogenen Korpus. Beide Instrumente teilen dieselbe erweiterte Bassettlage nach unten, sind aber eigenständige Bauformen.
Für welche Werke schrieb Mozart die Bassett-Klarinette?
Mozart schrieb sein Klarinettenkonzert A-Dur KV 622 und sein Klarinettenquintett A-Dur KV 581 für die Bassett-Klarinette, beide für den Wiener Klarinettisten Anton Stadler. Die Originalmanuskripte sind verschollen, die frühen Druckausgaben versetzen die tiefen Passagen deshalb nach oben. Seit der Rekonstruktion des Instruments im 20. Jahrhundert lassen sich beide Werke wieder in einer der Originalfassung angenäherten Version aufführen.
Wie tief reicht der Tonumfang einer Bassett-Klarinette?
Der Tonumfang einer Bassett-Klarinette reicht bis zum notierten kleinen c und damit vier Halbtöne tiefer als der einer Standardklarinette, die beim notierten e endet. Eine zusätzliche Klappenmechanik im unteren Rohrteil erschließt die vier Zwischentöne eb, d, cis und c. Nach oben unterscheidet sich der Tonumfang nicht von dem der gewöhnlichen Klarinette.
In welcher Stimmung steht eine Bassett-Klarinette?
Eine Bassett-Klarinette steht meist in A, seltener in B, also in denselben Stimmungen wie die gewöhnliche Klarinette. Damit unterscheidet sie sich von ihrer tiefer stehenden Verwandten, dem Bassetthorn in F. Die Stimmung bestimmt, wie weit die notierten Töne von der klingenden Tonhöhe abweichen, ändert aber nichts am erweiterten Tonumfang nach unten.




