Die Bassett-Klarinette ist eine erweiterte Bauform der Klarinette mit einem größeren Tonumfang nach unten. Sie wurde um 1788 bis 1790 in Wien von dem Instrumentenbauer Theodor Lotz entwickelt, und zwar für den Klarinettisten Anton Stadler, einen engen Freund Wolfgang Amadeus Mozarts. Anders als eine gewöhnliche Klarinette reicht die Bassett-Klarinette bis zum tiefen, geschriebenen C hinunter und erweitert den Tonraum damit um vier zusätzliche Halbtöne nach unten. Sie ist ein reines Rohrblattinstrument mit einem einfachen Rohrblatt, genau wie die normale Klarinette, und hat mit der Oboe nichts zu tun. Es ist ein sehr flexibles Instrument, das eine breite Palette von Klangfarben und Dynamiken ermöglicht. Bekannt wurde die Bassett-Klarinette vor allem durch Mozart, der sie eigens für Stadler mit besonderen Werken bedachte. Nach Stadlers Tod geriet das Instrument über viele Jahrzehnte fast in Vergessenheit und wird heute wieder von spezialisierten Klarinettistinnen und Klarinettisten im Rahmen der historischen Aufführungspraxis gespielt.
Wie klingt die Bassett-Klarinette?
Die Bassett-Klarinette hat einen warmen, vollen Klang, der sich durch eine Mischung aus tiefen und hellen Tönen auszeichnet. Der Klang ist sehr ausdrucksstark und hat eine starke Präsenz, die sich besonders im erweiterten tiefen Register zeigt, das die gewöhnliche Klarinette nicht besitzt. Im Vergleich zur Standardklarinette klingt sie insgesamt dunkler und voller, bleibt dabei aber genauso beweglich und farbenreich in den mittleren und hohen Lagen. Er hat eine sehr klare und ausgeprägte Tonalität, die sich durch eine starke Präsenz und eine reiche Harmonik auszeichnet.
Woraus besteht die Bassett-Klarinette?
Die Bassett-Klarinette ist im Aufbau eine gewöhnliche Klarinette mit einem einfachen Rohrblatt und einem schnabelförmigen Mundstück, wie man es von der normalen Klarinette kennt - eine Oboe oder ein Doppelrohrblatt ist daran nicht beteiligt. Historisch wurde sie, wie damals üblich, aus Buchsbaumholz gefertigt. Der wesentliche Unterschied zur gewöhnlichen Klarinette liegt im unteren Teil des Instruments: Der untere Bogen und der Schallbecher sind deutlich verlängert und mit einigen zusätzlichen Klappen versehen, die vom rechten Daumen und kleinen Finger bedient werden. Diese Verlängerung erlaubt es, vier Halbtöne tiefer zu spielen als auf einer normalen Klarinette, bis hinunter zum geschriebenen, tiefen C. Entwickelt wurde dieser erweiterte Bau um 1788 bis 1790 von dem Wiener Instrumentenbauer Theodor Lotz gemeinsam mit dem Klarinettisten Anton Stadler, für den Mozart mehrere Werke schrieb. Ansonsten entspricht die Mechanik der Bassett-Klarinette weitgehend der einer gewöhnlichen klassischen Klarinette jener Zeit, mit vergleichsweise wenigen Klappen im Vergleich zu modernen Instrumenten.
Wie spielt man die Bassett-Klarinette?
Die Bassett-Klarinette wird wie eine herkömmliche Klarinette gespielt, kann durch ihren verlängerten unteren Bogen und Schallbecher aber zusätzliche, tiefere Töne erzeugen. Der Spieler sitzt auf einem Stuhl und hält das Instrument schräg vor dem Körper. Die Klarinettistin oder der Klarinettist positioniert die Lippen auf dem Mundstück, wobei die Zunge locker am einfachen Rohrblatt anliegt. Der Spieler bläst in das Mundstück, während er die Finger auf den Klappen und Tonlöchern bewegt, um unterschiedliche Töne und Melodien zu erzeugen; die zusätzlichen Klappen für die tiefen Töne werden meist mit dem rechten Daumen bedient. Für eine optimale Klangqualität ist es wichtig, dass der Spieler eine gute Atemkontrolle hat und in der Lage ist, die Töne des Instruments sauber und ohne Unterbrechungen zu spielen, auch beim Wechsel zwischen dem normalen und dem erweiterten, tiefen Register. Da die Bassett-Klarinette heute ein Spezialinstrument ist, wird sie in der Regel erst von fortgeschrittenen Klarinettistinnen und Klarinettisten zusätzlich zur normalen Klarinette erlernt.
Typische Musikstile mit der Bassett-Klarinette
Die Bassett-Klarinette ist heute vor allem ein Instrument der historischen Aufführungspraxis und eng mit der Wiener Klassik verbunden. Ihre wichtigste Rolle spielt sie in den Werken, die Mozart für Anton Stadler komponierte: Das Klarinettenkonzert A-Dur KV 622 und das Klarinettenquintett A-Dur KV 581 wurden ursprünglich für die Bassett-Klarinette geschrieben und nutzen gezielt die zusätzlichen tiefen Töne. Nach Stadlers Tod geriet das Instrument in Vergessenheit, weshalb diese Werke über viele Jahrzehnte auf der gewöhnlichen Klarinette gespielt wurden, wobei die tiefen Passagen um eine Oktave nach oben versetzt werden mussten. Erst im 20. Jahrhundert wurde die Bassett-Klarinette anhand historischer Beschreibungen rekonstruiert, sodass diese Werke heute wieder in ihrer ursprünglichen Fassung aufgeführt werden können. Außerhalb der klassischen und historisch informierten Aufführungspraxis spielt die Bassett-Klarinette praktisch keine Rolle; sie ist kein Instrument des Jazz oder der Volksmusik, sondern ein Spezialinstrument für dieses eng umrissene klassische Repertoire.
Bekannte Lieder mit der Bassett-Klarinette
Da die Bassett-Klarinette ein historisches Spezialinstrument mit sehr schmalem Repertoire ist, gibt es keine bekannten Popsongs oder Jazzstücke, die für sie geschrieben wurden. Bekannt ist sie vor allem durch zwei Werke Mozarts, die eigens für Anton Stadler und die Bassett-Klarinette entstanden:
1. Klarinettenkonzert A-Dur, KV 622, von Wolfgang Amadeus Mozart
2. Klarinettenquintett A-Dur, KV 581, von Wolfgang Amadeus Mozart
Eingespielt auf der rekonstruierten Bassett-Klarinette wurden diese Werke unter anderem von Klarinettistinnen und Klarinettisten wie Sabine Meyer, Colin Lawson und Anthony Pay, die sich auf die historische Aufführungspraxis der Wiener Klassik spezialisiert haben.




