Tuba

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Redaktion
Aufrecht auf einem Ständer stehende Tuba mit vier Drehventilen und nach oben gerichtetem Schallbecher. Bild: KI generiert.
Aufrecht auf einem Ständer stehende Tuba mit vier Drehventilen und nach oben gerichtetem Schallbecher. Bild: KI generiert.

Zusammenfassung

Die Tuba ist das tiefste Blechblasinstrument des Orchesters. Ihr weites, überwiegend konisches Rohr misst je nach Bauform zwischen rund 3,6 und 5,4 Metern und gibt ihr einen runden, grundtönigen Klang. Gebräuchlich sind vier Stimmungen: F und Es für die Basstuba, C und B für die Kontrabasstuba. Vier bis sechs Ventile korrigieren die Intonation in der Tiefe und erweitern den Umfang bis an den Grundton heran.

Die Tuba ist das tiefste Blechblasinstrument des Orchesters und trägt dort die Basslinie der Blechgruppe. Ihr Rohr misst je nach Stimmung zwischen rund 3,6 und 5,4 Metern und erweitert sich über fast die gesamte Länge, verläuft also weit und überwiegend konisch. Dieser Verlauf gibt ihr einen runden, grundtönigen Klang. Vier bis sechs Ventile machen die Tiefe spielbar, in der drei Ventile nicht mehr ausreichen.

Bhäufigste Stimmung
4 bis 6Ventile
5,4 mRohrlänge in B
konischRohrverlauf

Was ist eine Tuba?

Die Tuba ist ein Blechblasinstrument der Bügelhornfamilie und deckt die tiefste Lage des Blechs ab. Der Spieler erzeugt den Ton mit den Lippen in einem großen Kesselmundstück, das eine langsame Lippenschwingung verlangt. Weil das Rohr weit und konisch verläuft, spricht die Tuba weich an und mischt sich mit den Bässen des Ensembles, statt wie die zylindrisch gebaute Trompete aus dem Klang herauszustechen.

MerkmalTuba
FamilieBlechblasinstrument, tiefste Lage
TonerzeugungLippenschwingung im großen Kesselmundstück
BasstubaStimmung F oder Es
KontrabasstubaStimmung C oder B
Ventilevier bis sechs, Drehventile oder Pumpventile
Rohrverlaufweit und überwiegend konisch
Rohrlängerund 3,6 Meter (F) bis rund 5,4 Meter (B)
NotationBassschlüssel, klingend
WerkstoffMessing, lackiert oder versilbert

In welchen Stimmungen gibt es die Tuba?

Vier Stimmungen sind gebräuchlich, und sie teilen sich in zwei Gruppen. Die Basstuba steht in F oder in Es und spricht in der Mittellage leichter an, die Kontrabasstuba steht in C oder in B und trägt die eigentliche Tiefe.

  • Basstuba in F hat rund 3,6 Meter Rohr und ist in deutschen Orchestern das übliche Instrument.
  • Basstuba in Es misst rund 4 Meter und prägt die britischen Brass Bands.
  • Kontrabasstuba in C misst rund 4,8 Meter und ist in amerikanischen Orchestern Standard.
  • Kontrabasstuba in B misst rund 5,4 Meter und ist in der Blasmusik die häufigste Form.
Basstuba in F rund 3,6 m Basstuba in Es rund 4,0 m Kontrabasstuba in C rund 4,8 m Kontrabasstuba in B rund 5,4 m 0 1 m 2 m 3 m 4 m 5 m
Die beiden blauen Balken zeigen die Kontrabasstuben, die beiden grauen die Basstuben. Eine Stimmung tiefer bedeutet immer mehr Rohr, und mehr Rohr bedeutet mehr Luftbedarf.

Notiert wird die Tuba in allen vier Stimmungen im Bassschlüssel und klingend, der Spieler lernt für jedes Instrument eigene Griffe. Nur in den britischen Brass Bands stehen die Tubastimmen transponierend im Violinschlüssel.

Wozu dient das vierte Ventil der Tuba?

Das vierte Ventil senkt den Ton um fünf Halbtöne, also um eine reine Quarte, und löst damit zwei Probleme auf einmal.

Das erste ist die Intonation. Drei Ventile sind einzeln richtig bemessen, ihre Kombinationen aber nicht: Die Schleife des dritten Ventils ist für den bereits verlängerten Luftweg zu kurz, weshalb die Griffe 1+3 und 1+2+3 zu hoch klingen. Das vierte Ventil ersetzt die Kombination 1+3 durch einen einzigen richtig bemessenen Zug, und mit 2+4 statt 1+2+3 stimmt auch der nächste Ton.

Das zweite ist der Umfang. Drei Ventile senken zusammen um höchstens sechs Halbtöne, der Grundton liegt aber zwölf Halbtöne unter dem zweiten Naturton. Zwischen dem tiefsten Ventilton und dem Grundton klafft also eine Lücke von fünf Halbtönen. Genau diese Lücke schließt das vierte Ventil, weil es um exakt diesen Abstand senkt.

Das vierte Ventil ist bei der Tuba keine Zugabe, sondern Bauprinzip. Je länger das Rohr, desto größer der Fehler kombinierter Ventile und desto breiter die Lücke über dem Grundton. Bei der Trompete mit rund 1,3 Metern Rohr fällt beides kaum ins Gewicht, bei der Tuba mit dem Vierfachen davon bestimmt es die Bauweise.

Fünfte und sechste Ventile gehen denselben Weg weiter und tragen abweichend bemessene Schleifen für einzelne tiefe Töne. Vor allem Basstuben in F bekommen sie, weil sie dieselbe Tiefe erreichen sollen wie eine Kontrabasstuba.

Was unterscheidet Tuba und Sousaphon?

Das Sousaphon ist eine Bauform der Tuba, kein eigenes Instrument. Rohrlänge, Stimmung, Ventile und Griffe entsprechen einer Kontrabasstuba, meist in B. Der Unterschied liegt allein in der Wicklung: Beim Sousaphon läuft das Rohr als großer Ring um den Körper, ruht auf der linken Schulter und endet in einem Schallbecher, der über dem Kopf nach vorn zeigt.

Diese Bauform entstand für den Marsch. Eine Konzerttuba steht auf dem Schoß oder auf einem Ständer und lässt sich im Gehen kaum halten, das Sousaphon verlagert sein Gewicht auf die Schulter. Der nach vorn gerichtete Becher wirft den Klang in die Marschrichtung, statt ihn nach oben abzugeben.

Wie viel Luft braucht eine Tuba?

Eine Tuba braucht mehr Luft als jedes andere Blechblasinstrument, weil ihr Rohr das größte Volumen fasst. Ein tiefer, lauter Ton leert die Lunge in wenigen Sekunden, und Tubisten planen ihre Atemstellen deshalb wie Fingersätze.

Der Ansatz fällt Anfängern dagegen leichter als auf der Trompete, weil die Naturtöne in der Tiefe weit auseinanderliegen und ein Ton seltener in den Nachbarton kippt. Den Einstieg begrenzt eher die Größe des Instruments, weshalb Kinder meist auf einer kleineren Basstuba anfangen.

Woher stammt die Tuba?

Die Tuba entstand, nachdem das Ventil das Blechblasinstrumentarium umgebaut hatte. Wilhelm Wieprecht, Musikdirektor der preußischen Garden, und der Instrumentenbauer Johann Gottfried Moritz meldeten 1835 in Berlin eine Basstuba in F zum Patent an. Sie verdrängte die Ophikleide und den Serpent, die ihre Tonhöhe noch über Grifflöcher änderten und deshalb ungleichmäßig klangen.

Der Name führt in zwei Richtungen in die Irre. Die römische Tuba der Antike war eine gerade Naturtrompete ohne Ventile und mit dem heutigen Instrument nicht verwandt. Die Wagnertuba wiederum gehört trotz ihres Namens zur Hornfamilie, trägt ein Hornmundstück und wird im Orchester von Hornisten gespielt.

Welche Musik prägt die Tuba?

Im Sinfonieorchester spielt die Tuba fast immer allein und stützt Posaunen und Hörner von unten. Solistisch trat sie spät hervor: Ralph Vaughan Williams schrieb 1954 ein Konzert für Tuba und Orchester, das bis heute ihr meistgespieltes Solowerk ist. Im Blasorchester trägt sie die Bassstimme und oft die Nachschläge, im frühen Jazz aus New Orleans spielte sie die Basslinie, bevor der Kontrabass diese Rolle übernahm.

Häufige Fragen zur Tuba

Wie viele Ventile hat eine Tuba?

Eine Tuba hat vier bis sechs Ventile. Drei reichen bei dieser Rohrlänge nicht aus: Ihre Kombinationen klingen zu hoch, und zwischen dem tiefsten Ventilton und dem Grundton bleibt eine Lücke von fünf Halbtönen. Das vierte Ventil behebt beides, fünfte und sechste Ventile verfeinern einzelne tiefe Töne.

Wozu dient das vierte Ventil der Tuba?

Das vierte Ventil der Tuba senkt den Ton um eine reine Quarte, also um fünf Halbtöne. Es ersetzt die zu hoch klingende Kombination aus erstem und drittem Ventil und stellt damit die Intonation richtig. Zugleich schließt es die Lücke zwischen dem tiefsten mit drei Ventilen erreichbaren Ton und dem Grundton.

In welchen Stimmungen gibt es die Tuba?

Die Tuba gibt es in vier gebräuchlichen Stimmungen. Die Basstuba steht in F oder Es und hat rund 3,6 beziehungsweise rund 4 Meter Rohr, die Kontrabasstuba steht in C oder B mit rund 4,8 beziehungsweise rund 5,4 Metern. In deutschen Orchestern überwiegt die F-Tuba, in der Blasmusik die B-Tuba.

Was ist der Unterschied zwischen Tuba und Sousaphon?

Das Sousaphon ist eine Bauform der Tuba für den Marscheinsatz. Stimmung, Rohrlänge und Griffe entsprechen einer Kontrabasstuba, meist in B. Der Unterschied liegt in der Wicklung: Das Rohr des Sousaphons legt sich als Ring um den Körper, ruht auf der Schulter und endet in einem nach vorn gerichteten Schallbecher.

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