Die Alboka ist ein baskisches Holzblasinstrument mit zwei parallelen Spielrohren und einfachen Rohrblättern. Beide Rohre münden in einen gemeinsamen Trichter aus Kuhhorn, ein zweites, kleineres Horn am Mundende schließt die Rohrblätter als Windkapsel ein. Wer Alboka spielt, hält den Ton über Zirkularatmung ohne Unterbrechung durch. Ihr Name geht auf das arabische al-buq zurück; verwandt ist sie deshalb nicht mit der Trompete, sondern mit den Rohrblattinstrumenten.
Wie klingt eine Alboka?
Die Alboka klingt hell, nasal und durchdringend, und sie klingt ohne Pause: Weil der Spieler durch die Nase nachatmet, während die Wangen Luft nachschieben, reißt der Ton zwischen den Phrasen nicht ab. Dieser Dauerton erinnert an einen Dudelsack ohne Sack. Beide Rohre klingen immer gleichzeitig, dadurch entsteht der typische zweistimmige Eindruck.
Wie eine Alboka klingt, zeigt dieses Klangbeispiel:
Wie ist eine Alboka aufgebaut?
Ein Holzrahmen hält zwei kurze Rohre nebeneinander, meist aus Schilfrohr. Das eine Rohr trägt fünf Grifflöcher, das andere drei. Aus dieser ungleichen Lochzahl ergeben sich die zweistimmigen Wendungen, für die das Instrument bekannt ist.
In jedem Rohr sitzt ein einfaches Rohrblatt, das die Instrumentenbauer aus der Rohrwand selbst herausschneiden. Am unteren Ende fasst ein Kuhhorn beide Rohre zusammen und wirkt als Schalltrichter, am oberen Ende deckt ein zweites Horn die Rohrblätter ab. In diese Kapsel bläst der Spieler hinein.
Wie spielt man Alboka?
Der Spieler setzt die Lippen an die Windkapsel, nicht an die Rohrblätter. Er kann den Ton deshalb nicht über den Ansatz formen, sondern allein über die Grifflöcher: Die Finger beider Hände bedienen je ein Rohr.
Die Alboka wird nicht überblasen, ihr Tonumfang bleibt entsprechend klein. Die eigentliche Anforderung liegt in der Zirkularatmung, mit der ein Albokari lange Tanzsätze ohne hörbare Atempause durchspielt.
Woher stammt die Alboka?
Die Alboka stammt aus dem Baskenland und ist dort vor allem in Bizkaia zu Hause. Ihre Bauweise mit zwei Spielrohren und einfachem Rohrblatt teilt sie mit Instrumenten aus Nordafrika und dem Nahen Osten, etwa dem Arghul, und mit den Hornpfeifen der Britischen Inseln wie der walisischen Pibgorn.
Die Cantigas de Santa María, eine spanische Liederhandschrift des 13. Jahrhunderts, zeigen in ihren Miniaturen ein Blasinstrument mit Windkapsel und Horntrichter. Ob dieses Bild bereits eine Alboka meint, ist nicht gesichert. Gespielt wird sie heute in der baskischen Volksmusik, meist zur Begleitung von Tänzen und Gesang, häufig zusammen mit dem Pandero, einer Rahmentrommel.
Häufige Fragen zur Alboka
Woher kommt der Name Alboka?
Der Name Alboka geht auf das arabische al-buq zurück, eine Bezeichnung für ein Horn oder Blasinstrument. Über das Spanische gelangte das Wort ins Baskische. Die Herkunft des Namens sagt allerdings nichts über die Bauart des Instruments aus.
Ist die Alboka mit der Trompete verwandt?
Nein, die Alboka ist ein Rohrblattinstrument und damit näher an der Klarinette als an der Trompete. Ihren Ton erzeugen zwei einfache Rohrblätter in der Windkapsel, während bei der Trompete die schwingenden Lippen den Ton anregen. Nur der Name verweist über das arabische al-buq auf ein Horn.
Wie viele Löcher hat eine Alboka?
Eine Alboka hat acht Grifflöcher, verteilt auf ihre zwei Spielrohre: fünf im einen, drei im anderen. Weil beide Rohre gleichzeitig erklingen, ergeben sich aus dieser Aufteilung feste Zweiklänge statt einer einzelnen Melodielinie.
Wo spielt man die Alboka heute?
Die Alboka spielt man heute vor allem in der baskischen Volksmusik, bei Festen, Tänzen und Wettbewerben für Albokaris. Außerhalb des Baskenlandes ist das Instrument selten geblieben. Gebaut wird es weiterhin in Handarbeit, meist aus Schilfrohr, Holz und Kuhhorn.




