Ein Sousaphon ist eine Bauform der Kontrabasstuba, die sich beim Gehen tragen lässt. Der Spieler legt den kreisförmig gebogenen Rohrkörper um die linke Schulter, das Gewicht liegt auf dem Oberkörper statt in den Armen. Ein weiter, meist abnehmbarer Schallbecher zeigt nach vorn und wirft den Ton in die Marschrichtung. Das Instrument trägt den Namen des amerikanischen Komponisten und Kapellmeisters John Philip Sousa, der um 1893 ein besser tragbares Bassinstrument für seine Kapelle verlangte.
Wie ist ein Sousaphon aufgebaut?
Das Rohr des Sousaphons läuft als großer Ring um Schulter und Rumpf des Spielers und legt sein Gewicht auf den Oberkörper statt auf die Arme. Am oberen Ende sitzt ein weiter Schallbecher, der über die Schulter hinausragt und nach vorn zeigt. Weil der Becher bei den meisten Modellen abnehmbar ist, lässt sich das Instrument für den Transport in einem Koffer verstauen, statt als sperriges Ganzes bewegt zu werden. Die drei Ventile liegen griffgünstig vor der Brust, sodass die rechte Hand sie im Gehen ebenso bedient wie im Stehen.
| Merkmal | Sousaphon |
|---|---|
| Familie | Blechblasinstrument, Bauform der Kontrabasstuba |
| Tonerzeugung | Lippenschwingung im Kesselmundstück |
| Stimmung | meist B, seltener Es |
| Ventile | meist drei Pumpventile |
| Bauform | Rohr als Ring um Schulter und Körper, Schallbecher nach vorn |
| Werkstoff | Messing oder Fiberglas |
| Gewicht | rund 20 kg in Messing, rund 7 kg in Fiberglas |
| Haupteinsatz | Marschkapellen, Blasorchester im Gehen, Brass Bands |
Wie erzeugt das Sousaphon seinen Ton?
Wie bei jedem Blechblasinstrument entsteht der Ton an den schwingenden Lippen des Spielers im Kesselmundstück, nicht im Rohr selbst. Drei Ventile verlängern den Luftweg und stellen damit die einzelnen Töne der Naturtonreihe ein, genau wie bei der Tuba, deren Stimmung und Griffe das Sousaphon übernimmt. Der Unterschied liegt am Ende des Weges: Der weite, nach vorn geöffnete Schallbecher wirft den Ton in Gehrichtung, statt ihn wie beim Helikon nach oben abzugeben, wo er über die Köpfe der Zuschauer hinwegzieht.
Woher stammt das Sousaphon?
Das Sousaphon geht auf einen Wunsch des amerikanischen Komponisten und Kapellmeisters John Philip Sousa zurück. Seine Kapelle spielte die Bassstimmen auf dem Helikon, dessen Schallbecher nach oben oder zur Seite zeigt. Um 1893 wandte sich Sousa deshalb an den Philadelphia Instrumentenbauer J. W. Pepper mit der Bitte um ein Instrument, das sich auf der Schulter tragen lässt und dessen Ton nach vorn trägt. Pepper baute das erste Instrument 1895 in seiner Werkstatt, belegt durch einen erhaltenen Brief des ersten Sousaphon-Spielers Herman Conrad aus demselben Jahr.
Kurz darauf brachte auch der Instrumentenbauer C. G. Conn eine eigene Version auf den Markt, ab 1898 im Verkauf. Beide Hersteller beanspruchten die Erfindung für sich, doch am Markt setzte sich Conns Modell durch, und Sousa spielte später selbst bevorzugt ein Conn-Instrument. Den heute typischen, weit nach vorn ausladenden Schallbecher führte Conn erst 1908 ein; die früheren Modelle trugen den Becher noch aufrecht wie ein Helikon.
Welche Werkstoffe hat das Sousaphon?
Ein Sousaphon aus Messing wiegt rund 20 Kilogramm, weil das lange Rohr und der große Schallbecher viel Material brauchen. 1961 brachte Conn deshalb ein Sousaphon aus Fiberglas auf den Markt, das nur rund 7 Kilogramm wiegt und zugleich stoßfester ist als Blech. Schulen und Marschkapellen rüsteten in der Folge weitgehend auf Fiberglas um, weil auch jüngere und kleinere Spieler das leichtere Instrument über eine ganze Halbzeitshow oder einen Umzug tragen können. Orchester und Brass Bands, die das Instrument sitzend oder auf kurzer Strecke einsetzen, greifen dagegen häufiger zur volleren Klangfarbe der Messingausführung.
Welche Musik prägt das Sousaphon?
Ursprünglich für Marsch- und Militärkapellen gebaut, bestimmt das Sousaphon bis heute die Halbzeitshows amerikanischer Highschool- und College-Bands. Besonders die Marschkapellen historisch schwarzer Universitäten setzen es reihenweise nebeneinander ein; dieser sogenannte HBCU-Bandstil geht auf die 1946 von William P. Foster gegründete Marching 100 der Florida A&M University zurück.
Eine eigene Rolle spielt das Sousaphon in den Brass Bands von New Orleans. Dort trägt es als einziges Bassinstrument die Basslinie und die Akkordbrechungen der sogenannten Second-Line-Umzüge, bei denen die Band durch die Straßen zieht statt auf einer Bühne zu stehen. Die 1983 gegründete Rebirth Brass Band, mitbegründet vom Sousaphonisten Philip Frazier, trug diesen Klang über den Jazz hinaus bis in Funk und Hip-Hop hinein.
Häufige Fragen zum Sousaphon
Wer erfand das Sousaphon?
Das Sousaphon entstand auf Wunsch des amerikanischen Komponisten und Kapellmeisters John Philip Sousa, der um 1893 ein besser tragbares Bassinstrument für den Marsch verlangte. Gebaut hat es der Philadelphia Instrumentenbauer J. W. Pepper, dessen erstes Instrument 1895 fertig war. Kurz darauf brachte auch C. G. Conn eine eigene, später erfolgreichere Version auf den Markt.
Was unterscheidet Sousaphon und Tuba?
Das Sousaphon ist eine Bauform der Kontrabasstuba, gebaut für das Tragen im Gehen statt für den Ständer. Sein Rohr läuft als Ring um Schulter und Körper des Spielers, und ein weiter Schallbecher zeigt nach vorn statt nach oben. Stimmung, Ventile und Griffe entsprechen dagegen einer gewöhnlichen Kontrabasstuba in B.
Warum gibt es Sousaphone aus Fiberglas?
Sousaphone aus Fiberglas wiegen mit rund 7 Kilogramm nur gut ein Drittel eines Messinginstruments und sind zugleich stoßfester. Conn brachte diese Bauweise 1961 auf den Markt. Seitdem rüsten vor allem Schul- und College-Marschkapellen darauf um, weil sich das Instrument über eine ganze Show oder einen Umzug hinweg leichter tragen lässt.
Welche Rolle spielt das Sousaphon in New Orleans?
In den Brass Bands von New Orleans übernimmt das Sousaphon als einziges Bassinstrument die Basslinie und die Akkordbrechungen, vor allem bei den Second-Line-Umzügen durch die Straßen. Brass Bands wie die 1983 gegründete Rebirth Brass Band um den Sousaphonisten Philip Frazier prägten diesen Klang weit über den klassischen Jazz hinaus.




