Suling

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Bild: Tobed Work / Shutterstock.com
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Zusammenfassung

Die Suling ist ein Aerophon, eine randgeblasene Kernspaltflöte aus Bambus, die vor allem in Indonesien (Java, Sunda/Westjava und Bali) sowie auf den Philippinen und in weiteren Teilen Südostasiens verbreitet ist. Sie zählt zu den ältesten belegten indonesischen Instrumenten: Reliefs am Borobudur-Tempel aus dem 9. Jahrhundert zeigen bereits Flötenspieler mit einem der Suling sehr ähnlichen Instrument.

Die Suling ist ein Aerophon, eine randgeblasene Kernspaltflöte aus Bambus, die vor allem in Indonesien (Java, Sunda/Westjava und Bali) sowie auf den Philippinen und in weiteren Teilen Südostasiens verbreitet ist. Sie zählt zu den ältesten belegten indonesischen Instrumenten: Reliefs am Borobudur-Tempel aus dem 9. Jahrhundert zeigen bereits Flötenspieler mit einem der Suling sehr ähnlichen Instrument. Anders als gelegentlich behauptet, wird die Suling nicht durch Reiben eines Stäbchens über die Öffnung gespielt, sondern klassisch geblasen.

Wie klingt die Suling?

Der Klang der Suling ist weich, warm und obertonreich, mit einem charakteristischen, leicht rauen Anblaslaut. Typisch sind ausgedehnte melodische Verzierungen und gleitende Tonübergänge, mit denen javanische und sundanesische Spieler ihre Melodien ausschmücken. Je nach verwendeter Stimmung, etwa der sundanesischen Tonleiter Pelog oder Sléndro, wirkt der Klang mal meditativ und schwebend, mal hell und tänzerisch. In Kombination mit der Zither Kacapi entsteht der für Westjava typische, sehr intime Kammermusikklang der Kacapi-Suling-Tradition.

Woraus besteht die Suling?

Eine Suling wird aus einem einzelnen Stück Bambus gefertigt, üblicherweise etwa 30 bis 60 Zentimeter lang. Nahe einem der natürlichen Knoten des Bambusrohrs wird eine Kerbe (das Anblasloch) eingeschnitten; ein Ring aus Rattan oder Palmblatt, auf Sundanesisch "suh" genannt, wird über diese Kerbe gebunden und lenkt den Atemstrom des Spielers präzise über deren scharfe Kante, wodurch der Ton entsteht.

Am Rohr selbst befinden sich vier bis sechs Grifflöcher, deren Anordnung die jeweilige Tonleiter des Instruments festlegt, sundanesische Suling sind meist auf Pelog- oder Sléndro-Skalen gestimmt, javanische und balinesische Varianten unterscheiden sich in Länge, Lochzahl und Stimmung. Das untere Ende des Rohrs ist offen und dient als Resonanzöffnung.

Wie spielt man die Suling?

Die Suling wird senkrecht vor dem Körper gehalten, das obere Ende mit dem Anblasring nah an den Lippen. Der Spieler bläst über die Kerbe, während die Finger die Grifflöcher öffnen und schließen, um Tonhöhen zu variieren; Zwischentöne und gleitende Übergänge entstehen durch teilweises Abdecken der Löcher und feine Änderungen des Anblaswinkels.

Zentral für einen guten Suling-Klang ist die Atemkontrolle: Ein gleichmäßiger, gut dosierter Luftstrom ist entscheidend, um sowohl leise, meditative Passagen als auch kräftigere, tänzerische Linien sauber zu intonieren. Fortgeschrittene Spieler beherrschen zirkuläres Atmen und komplexe Verzierungstechniken (Cengkok), mit denen sich lange melodische Phrasen ohne hörbare Atempausen spielen lassen. Die Suling wird sowohl solistisch als auch im Ensemble gespielt, am bekanntesten in der Kombination mit der Zither Kacapi.

Typische Musikstile mit der Suling

In Westjava bildet die Suling gemeinsam mit der Zither Kacapi das Kernensemble der Kacapi-Suling-Tradition, die seit Mitte des 20. Jahrhunderts vor allem durch sundanesische Musiker wie Uking Sukri und den Komponisten Nano S. (Nano Suratno) geprägt wurde. Daneben ist die Suling fester Bestandteil des javanischen und balinesischen Gamelan-Orchesters sowie der Begleitmusik zum Schattenpuppentheater Wayang Kulit, wo sie meditative, atmosphärische Klangfarben beisteuert.

Bekannte Lieder mit der Suling

1. "Bengawan Solo" (1940) von Gesang Martohartono: Der bekannteste indonesische Keroncong-Klassiker überhaupt, in dessen zahllosen Bearbeitungen die Suling regelmäßig die Gesangsmelodie umspielt, tatsächlich das einzige weithin bekannte Lied, das Gesang komponiert hat. 2. "Bubuy Bulan": Ein traditionelles sundanesisches Lied, das zu den meistgespielten Stücken im Kacapi-Suling-Repertoire gehört. 3. "Es Lilin": Ebenfalls ein sundanesischer Klassiker, der von Kacapi-Suling-Duos regelmäßig aufgeführt und arrangiert wird. 4. Die Kacapi-Suling-Aufnahmen von Uking Sukri und Nano Suratno, die die Gattung ab den 1950er/60er Jahren maßgeblich popularisierten und bis heute als Referenz gelten.

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