Das Subkontrabass-Saxophon ist ein Aerophon aus der Familie der Holzblasinstrumente, ein Einfachrohrblatt-Instrument und das tiefste und größte Mitglied der Saxophonfamilie. Anders als oft behauptet, handelt es sich dabei nicht um eine Kombination aus Kontrabass und Saxophon, sondern schlicht um ein Saxophon in extremer Baugröße. Die Idee dazu reicht bis zu Erfinder Adolphe Sax zurück, der 1846 ein Patent für einen tiefen "Sax bourdon" anmeldete, ein tatsächlich spielbares Exemplar ließ jedoch fast 170 Jahre auf sich warten. Das Instrument steht in B, eine Oktave tiefer als das Kontrabasssaxophon und zwei Oktaven tiefer als das Baritonsaxophon. Weltweit existieren bis heute nur eine Handvoll spielbarer Exemplare, was das Subkontrabass-Saxophon zu einem der seltensten Blasinstrumente überhaupt macht.
Wie klingt das Subkontrabass-Saxophon?
Der Klang des Subkontrabass-Saxophons liegt am äußersten unteren Rand dessen, was das menschliche Gehör noch als klare Tonhöhe wahrnimmt, viele der tiefsten Töne werden eher als Vibration im Körper gespürt als als Melodie gehört. Wegen der enormen Luftsäule im Instrument setzt der Ton nur sehr langsam und träge ein, was dem Klang etwas Grollendes, fast Ungeschliffenes verleiht. In der Mittellage erinnert das Timbre stark an ein sehr tiefes Baritonsaxophon, wird jedoch zunehmend rau und obertonreich, je tiefer gespielt wird. Wegen dieser Eigenschaften wird das Instrument meist nicht für melodische Linien, sondern für lang gehaltene Bordun- und Basstöne eingesetzt.
Woraus besteht das Subkontrabass-Saxophon?
Das Subkontrabass-Saxophon besteht aus einem extrem langen, mehrfach gefalteten Konusrohr aus Messing, das, ähnlich wie beim Kontrabass- oder Basssaxophon, nur in noch größerem Maßstab, mehrmals umgebogen wird, um eine handhabbare Gesamthöhe zu erreichen. Die vollformatigen Instrumente von Benedikt Eppelsheim (fertiggestellt 2012) und J'Élle Stainer (fertiggestellt 2013) sind rund 2,70 Meter hoch und wiegen etwa 29 Kilogramm; sie müssen daher auf einem massiven Standfuß montiert werden. Ein sehr weites Mundstück mit entsprechend großem Rohrblatt sowie ein ausladender S-Bogen leiten den Luftstrom in das Instrument.
Zu unterscheiden vom "echten" Subkontrabass-Saxophon ist der von Eppelsheim entwickelte Tubax: Er erreicht denselben Tonumfang, besitzt aber eine deutlich engere Bohrung und eine kompaktere, gefaltete Bauform, wodurch er leichter zu bauen und zu transportieren ist. Wegen dieser praktischen Vorteile existieren deutlich mehr spielbare Tubax-Exemplare als echte, weitmensurierte Subkontrabass-Saxophone.
Wie spielt man das Subkontrabass-Saxophon?
Um ein Subkontrabass-Saxophon zum Klingen zu bringen, braucht es vor allem eines: sehr viel Atemluft und eine kräftige Stütze. Die riesige Luftsäule im Instrument benötigt einen kontinuierlichen, druckstarken Luftstrom, damit der Ton überhaupt anspricht und nicht abbricht. Ansatz und Grifftechnik entsprechen im Grundsatz denen des Baritonsaxophons, sind wegen der Instrumentengröße und der weit auseinanderliegenden Klappen aber deutlich anspruchsvoller in der Ausführung.
Wegen seines Gewichts und seiner Höhe wird das Instrument grundsätzlich auf einem eigens angefertigten Standfuß gespielt, nie freihändig gehalten. Der Spieler steht oder sitzt neben dem Ständer und bedient die Klappen über ein verlängertes, teils mit Rollen und Zusatzhebeln ausgestattetes Mechaniksystem, das die großen Abstände zwischen den Tonlöchern überbrückt.
Wegen der extremen Seltenheit des Instruments, weltweit gibt es nur eine Handvoll Exemplare und ebenso wenige Musiker mit Zugang dazu, ist es in der Praxis nicht Teil des regulären Jazz- oder Orchesterrepertoires, sondern bleibt eine technische Rarität für Spezialisten und Sammler.
Typische Musikstile mit dem Subkontrabass-Saxophon
Weil so wenige spielbare Instrumente existieren, ist das Subkontrabass-Saxophon in der Praxis nicht "sehr beliebt in Jazz- und Klassikmusik", wie oft behauptet wird, tatsächlich taucht es so gut wie nie in regulären Aufnahmen oder Konzerten auf. Wenn es überhaupt zu hören ist, dann bei Saxophon-Fachkongressen, in Demonstrationsvideos der Instrumentenbauer, in Saxophonorchestern bzw. -chören als extreme Bass-Stimme oder in experimenteller Neuer Musik, die gezielt mit extremen Tonlagen und Klangfarben arbeitet.
Bekannte Lieder mit dem Subkontrabass-Saxophon
Da es kaum Aufnahmen mit dem Subkontrabass-Saxophon gibt, existieren auch keine bekannten "Hits", die auf diesem Instrument basieren, dokumentiert sind stattdessen einzelne Auftritte und Demonstrationen: 1. Jay Easton spielte die US-Premiere des Eppelsheim-Tubax in Subkontrabass-Stimmlage beim World Saxophone Congress. 2. Der italienische Saxophonist Attilio Berni (Projekt "Saxophobia") gehörte zu den ersten Musikern, die ein vollformatiges J'Élle-Stainer-Subkontrabass-Saxophon im Ensemble einsetzten, unter anderem mit der Moonlight Big Band. 3. Benedikt Eppelsheim und J'Élle Stainer veröffentlichten seit der Fertigstellung ihrer Instrumente (2012/2013) mehrere Demonstrationsaufnahmen, die bis heute als Klangreferenz für das Instrument gelten. 4. In Saxophonorchestern und -chören wird das Instrument gelegentlich als extreme Bass-Ergänzung eingesetzt, etwa bei Arrangements für große Saxophon-Ensembles auf internationalen Saxophonfestivals.




