Das Subkontrabass-Saxophon ist das größte und tiefste je in Vollformat gebaute Mitglied der Saxophonfamilie, gestimmt in B, eine Oktave unter dem Bass-Saxophon und zwei Oktaven unter dem Tenorsaxophon. Adolphe Sax skizzierte ein Instrument dieser Größe bereits 1846 in seinem Patent unter dem Namen "saxophone bourdon", baute es aber nie. Ein tatsächlich spielbares Exemplar in voller Baugröße entstand erst im September 2012, gebaut vom deutschen Instrumentenbauer Benedikt Eppelsheim. Bis heute sind nur wenige solcher Instrumente bekannt, jedes von ihnen ein Einzelstück.
Wie ist das Subkontrabass-Saxophon aufgebaut?
Das Subkontrabass-Saxophon besteht wie jedes Saxophon aus einem konisch gebohrten Messingrohr mit Einfachrohrblatt-Mundstück, hier jedoch in einer Länge, die mehrfach gefaltet werden muss, damit der Spieler das Instrument überhaupt bedienen kann. Beim Vollformat-Exemplar der brasilianischen Werkstatt J'Elle Stainer aus dem Jahr 2013 misst der Korpus rund 2,74 Meter und wiegt 28,6 Kilogramm, von Guinness World Records anerkannt als das größte von einer einzelnen Person spielbare Saxophon. Ein massiver Standfuß trägt das gesamte Gewicht, der Spieler steht oder sitzt daneben und bedient die Klappen über ein verlängertes Hebelsystem, das die großen Abstände zwischen den Tonlöchern überbrückt. Ein besonders weites Mundstück mit entsprechend großem Rohrblatt leitet den Luftstrom in das Rohr.
| Merkmal | Subkontrabass-Saxophon |
|---|---|
| Familie | Holzblasinstrument, Einfachrohrblatt, Saxophonfamilie |
| Stimmung | B (BBb) |
| Patentiert | 1846 von Adolphe Sax als "saxophone bourdon", nie selbst gebaut |
| Erstes spielbares Vollformat-Exemplar | September 2012, Benedikt Eppelsheim |
| Bekanntestes Exemplar | J'Elle Stainer, Juli 2013, 2,74 m, 28,6 kg, Guinness-Rekord |
| Tiefster Ton | rund 25 Hertz, Rand des menschlichen Hörbereichs |
Wann wurde das erste spielbare Subkontrabass-Saxophon gebaut?
Ein tatsächlich funktionsfähiges Subkontrabass-Saxophon entstand deutlich später, als das Patent vermuten lässt. Adolphe Sax plante 1846 zwar ein Instrument dieser Größenordnung und beschrieb es unter dem Namen "saxophone bourdon", benannt nach dem tiefsten Register einer Orgel, baute es aber selbst nie. Um 1965 existierte ein überdimensioniertes Ausstellungsstück, das nur als Attrappe funktionierte: Die Klappen ließen sich nicht über eine durchgehende Mechanik bedienen, sondern mussten einzeln von Hand geschlossen werden, eine Tonleiter war darauf nicht spielbar. Die brasilianische Werkstatt J'Elle Stainer, die in den 2000er-Jahren bereits Kontrabass-Saxophone für große Kirchenorchester der Christlichen Kongregation Brasiliens (Congregação Cristã no Brasil) baute, stellte 2010 ein erstes spielbares, aber noch kompaktes Subkontrabass-Modell vor. Das erste spielbare Exemplar in voller, ungekürzter Bauform vollendete Benedikt Eppelsheim im September 2012, J'Elle Stainer folgte im Juli 2013 mit dem oben beschriebenen Exemplar. Wie viele Instrumente dieser Vollformat-Bauart insgesamt existieren, lässt sich seriös nicht beziffern, dokumentiert und öffentlich bekannt sind bislang nur diese beiden Bauten.
Was unterscheidet den Tubax vom echten Subkontrabass-Saxophon?
Der Tubax erreicht dieselbe tiefe Stimmlage, ist aber keine Bauform des Subkontrabass-Saxophons im engeren Sinn. Benedikt Eppelsheim entwickelte ihn ab 1999 mit einer deutlich engeren Bohrung als ein reguläres Saxophon und einem vierfach statt höchstens dreifach gefalteten Rohr; die B-Ausführung in Subkontrabass-Stimmlage steht dadurch nur 145 Zentimeter hoch, gegenüber rund 274 Zentimetern beim Vollformat-Instrument. Weil er ein kleineres Mundstück verlangt und mit weniger Atemvolumen anspricht, verbreitete sich der Tubax deutlich stärker als das schwere Vollformat-Instrument, unter anderem bei Jazzmusikern wie Mats Gustafsson und Vinny Golia. Jay C. Easton spielte auf einem BBb-Tubax die vielbeachtete USA-Erstaufführung in Subkontrabass-Stimmlage bei einem World Saxophone Congress, nicht auf einem Vollformat-Subkontrabass-Saxophon.
Der Tubax klingt wie ein Subkontrabass-Saxophon, ist aber keiner. Beide erreichen dieselbe Stimmlage, doch die enge Bohrung und die vierfache Faltung des Tubax kosten den vollen, weiten Klangkörper des Vollformat-Instruments.
Wie klingt und wie spielt man das Subkontrabass-Saxophon?
Der tiefste Ton eines Subkontrabass-Saxophons liegt bei rund 25 Hertz, nahe der unteren Grenze dessen, was das menschliche Ohr noch als Tonhöhe und nicht nur als Vibration im Körper wahrnimmt. Wegen der langen Luftsäule setzt der Ton nur träge ein und verlangt einen kontinuierlichen, druckstarken Luftstrom, damit er nicht abbricht. Ansatz und Grifftechnik entsprechen im Grundsatz denen des Bass-Saxophons, verlangen wegen der Instrumentengröße und der weit auseinanderliegenden Klappen aber deutlich mehr Kraft und ein an das verlängerte Hebelsystem angepasstes Timing. Gespielt wird das Instrument grundsätzlich im Stehen oder Sitzen neben dem Standfuß, nie freihändig.
Wo tritt das Subkontrabass-Saxophon auf?
Öffentliche Auftritte mit einem Subkontrabass-Saxophon bleiben wegen der geringen Zahl an Instrumenten und Spielern die Ausnahme. Der italienische Saxophonist Attilio Berni spielte das Stainer-Exemplar am 3. August 2013 mit der Moonlight Big Band unter Leitung von Augusto Travagliati beim Saxophobia-Festival in Cerveteri. Für die zeitgenössische Konzertmusik schrieb der slowenische Komponist Igor Krivokapič eine Solostimme für Subkontrabass-Saxophon in seiner 5. Sinfonie, uraufgeführt am 13. September 2022 im Cankarjev dom in Ljubljana unter Miha Rogina, im Rahmen eines Konzerts mit seltenen, tief gestimmten Instrumenten. Im selben Jahr schrieb der belgische Komponist Jan Van der Roost mit "Colores" ein Werk für sinfonisches Blasorchester, das ebenfalls eine Subkontrabass-Saxophon-Stimme vorsieht. Im gewöhnlichen Jazz- oder Orchesterrepertoire taucht das Kontrabass-Saxophon schon selten auf, sein noch selteneres Gegenstück praktisch nie.
Häufige Fragen zum Subkontrabass-Saxophon
Ist das Subkontrabass-Saxophon ein echtes, spielbares Instrument?
Ja, das Subkontrabass-Saxophon existiert als spielbares Instrument, allerdings erst seit sehr kurzer Zeit und nur in Einzelstücken. Adolphe Sax plante ein Instrument dieser Größe bereits 1846 in seinem Patent, baute es aber nie. Ein um 1965 gefertigtes Ausstellungsstück konnte keine Tonleitern spielen. Erst Benedikt Eppelsheim im September 2012 und die Werkstatt J'Elle Stainer im Juli 2013 bauten Exemplare, die tatsächlich in voller Baugröße spielbar sind.
Was unterscheidet den Tubax vom Subkontrabass-Saxophon?
Der Tubax erreicht dieselbe tiefe Stimmlage wie das Subkontrabass-Saxophon, besitzt aber eine deutlich engere Bohrung und ein vierfach gefaltetes Rohr, wodurch er mit 145 statt rund 274 Zentimetern erheblich kompakter ausfällt. Benedikt Eppelsheim entwickelte den Tubax ab 1999 als praktikablere Alternative zum schweren Vollformat-Instrument, nicht als dessen Nachbau.
Wie tief klingt das Subkontrabass-Saxophon?
Das Subkontrabass-Saxophon steht in B, eine Oktave unter dem Bass-Saxophon und zwei Oktaven unter dem Tenorsaxophon. Sein tiefster Ton liegt bei rund 25 Hertz und damit an der unteren Grenze dessen, was das menschliche Ohr noch als Tonhöhe statt als reine Vibration wahrnimmt.
Wer hat das erste spielbare Subkontrabass-Saxophon gebaut?
Der deutsche Instrumentenbauer Benedikt Eppelsheim baute im September 2012 das erste tatsächlich spielbare Subkontrabass-Saxophon in voller Baugröße. Die brasilianische Werkstatt J'Elle Stainer folgte im Juli 2013 mit einem 2,74 Meter hohen und 28,6 Kilogramm schweren Exemplar, das von Guinness World Records als größtes von einer Person spielbares Saxophon anerkannt wurde.




