Das Baritonsaxophon ist das tiefste der vier gebräuchlichen Saxophone und steht in Es. Es klingt eine Oktave und eine große Sexte tiefer als notiert und damit genau eine Oktave unter dem Altsaxophon. Trotz des Messingkorpus zählt es zu den Holzblasinstrumenten, weil ein einfaches Rohrblatt am Mundstück den Ton erzeugt. Adolphe Sax entwickelte die Saxophonfamilie in den 1840er Jahren, das Baritonsaxophon gehört von Anfang an dazu.
Wie klingt ein Baritonsaxophon?
Das Baritonsaxophon klingt tief, breit und körperlich. In der Tiefe setzt es einen kräftigen, leicht kernigen Grundton, der einen ganzen Bläsersatz von unten stützt. In der Mittellage wird der Ton weich und gesanglich und nähert sich der Klangfarbe des Altsaxophons, nur eine Oktave darunter.
So klingt ein Baritonsaxophon:
Wie ist ein Baritonsaxophon aufgebaut?
Ein Baritonsaxophon besteht aus einem konisch erweiterten Messingrohr, das am unteren Ende in einen nach oben gerichteten Schallbecher übergeht. Damit die Rohrlänge tragbar bleibt, führt das Rohr oben zusätzlich zurück: Über dem Korpus sitzt eine auffällige doppelte Schleife, an die sich der S-Bogen und das Mundstück anschließen.
Auf dem Mundstück hält eine Blattschraube ein einfaches Rohrblatt aus Schilfrohr fest. Bläst der Spieler hinein, schwingt das Blatt gegen die Bahn des Mundstücks und bringt die Luftsäule im Rohr zum Schwingen. Entlang des Korpus liegen die Tonlöcher, die gepolsterte Klappen verschließen; beide Hände bedienen sie über ein weit verzweigtes Klappensystem.
Ein Baritonsaxophon wiegt mehrere Kilogramm. Die meisten Spieler hängen es deshalb an einen breiten Gurt oder einen Trageharnisch, der das Gewicht auf die Schultern verteilt, und spielen im Sitzen ebenso wie im Stehen.
In welcher Stimmung steht das Baritonsaxophon?
Das Baritonsaxophon steht in Es und transponiert: Ein notiertes c erklingt als Es, also eine Oktave und eine große Sexte tiefer. Notiert wird es wie alle Saxophone durchgehend im Violinschlüssel. Wer ein anderes Saxophon spielt, überträgt die Griffe deshalb ohne Umlernen.
Viele Instrumente haben zusätzlich eine Tief-A-Klappe. Sie erweitert den Umfang um einen Halbton nach unten bis zum notierten a, das als C klingt. Im Big-Band- und Orchestersatz ist das nützlich, weil das Baritonsaxophon damit die tiefen Töne der Bassstimmen mitgehen kann.
Wo spielt man Baritonsaxophon?
Das Baritonsaxophon trägt in der Big Band die unterste Stimme des Saxophonsatzes und stützt ihn harmonisch, oft parallel zu Posaunen oder Bass. Im Saxophonquartett bildet es die Bassstimme unter Sopran, Alt und Tenor und gibt dem Satz sein Fundament.
Darüber hinaus gehört es zu Blasorchestern und prägt die Bläsersätze von Funk, Soul und Rhythm and Blues. Als Soloinstrument haben es vor allem zwei Jazzmusiker etabliert: Harry Carney, jahrzehntelang Baritonsaxophonist im Orchester von Duke Ellington, und Gerry Mulligan, der das Instrument aus der reinen Begleitrolle löste.




